Grünland-Info No 1 (Stand: 22. April 2013)

Auch in diesem Jahr soll wieder der optimale Zeitpunkt zur Grassilageernte, abgestimmt auf die unterschiedlichen Regionen Luxemburgs, ermittelt werden. Wie auch in den vergangenen Jahren werden auf insgesamt sieben Standorten jeden Montag Grasproben gezogen, die dann auf die Inhaltsstoffe Eiweiß und Rohfaser untersucht werden, gleichzeitig werden Energiegehalt und Ertrag ermittelt. Als Standorte werden teilweise die Versuchsflächen von ASTA und LTAE in Schönfels, Marnach und Erpeldange herangezogen, gleichzeitig werden aber auch Praxisflächen aus der Moselregion, dem Minette, dem Gutland und dem Ösling beprobt. In diesem Jahr werden zudem noch sieben weitere Standorte (Ortsnamen in der Tabelle kursiv), die im Rahmen eines anderen Projekts untersucht werden, an drei Schnitterminen mit analysiert. So stehen in diesem Jahr bis zu 14 Standorte zum Vergleich zur Verfügung.

Ziel ist es, die Entwicklung der Pflanzenbestände zu beobachten, so daß diese als Entscheidungshilfe zur Ermittlung des Schnittzeitpunktes dienen kann.

Der optimale Schnittzeitpunkt definiert sich physiologisch durch den Eiweiß- und Rohfasergehalt; für Milchviehsilage werden ein Rohfasergehalt von 22% und ein Eiweißgehalt von 20% in der TM angestrebt. Gleichzeitig gibt es auch phänologische, also sichtbare Merkmale, die den Entwicklungszustand der Pflanzen kennzeichnen. Hierzu gehört das Ähren- und Rispenschieben der bestandsbildenden Gräser (bei 50% der bestandsbildenden Gräser sind Ähren oder Rispen geschoben) oder die Blüte des Löwenzahns (1/4 der Blüten haben Samenstände).

Durch die langanhaltende Kälte zu Beginn des Jahres hat sich auch der Boden später erwärmt, so daß der Vegetationsbeginn ebenfalls im Kalender nach hinten verschoben wurde. Auch wenn das Graswachstum sich zum größten Teil nach der Erwärmung des Bodens richtet (Freisetzung der Nährstoffe im Boden beginnt ab einer Temperatursumme von 200°C), spielt die Tageslänge beim Wechsel von der vegetativen in die generative Phase eine Rolle (Fotoperiodismus), so daß für die Massenentwicklung eventuell weniger Zeit bleibt.

Vergleichen lohnt sich!

Auf der Karte sind die Schnittflächen ausgewiesen, wobei an diesem Montag nicht alle Flächen beerntet wurden. Ausgelassen wurden die Flächen im Ösling sowie die Minettefläche in Schouweiler. Insgesamt sehen dieses Jahr die Grünlandflächen besser aus als letztes Jahr. Auch wenn der Winter sehr lange dauerte, so waren die Pflanzen unter dem Schnee doch recht gut geschützt. Verschiedentlich sind Feld- und Wühlmäuse immer noch oder wieder aktiv und bei manchen Pflanzenbeständen ist auch ein leichter Schneeschimmelbefall festzustellen, dieses besonders bei Beständen, die zu Winterbeginn (also nach Weihnachten) zu groß waren. Der Wiesenfuchsschwanz beginnt bereits mit dem Ährenschieben und auch die gemeine Rispe entwickelt sich gut. Bei der trockenen Witterung kann der Wiesenfuchsschwanz durch frühe Beweidung zurückgedrängt werden. Die gemeine Rispe sollte erst nach dem ersten Schnitt behandelt werden. Neben diesen weniger wertvollen Gräsern beginnen aber auch die Raygräser und der Timothee mit der Bestockung, so daß auch hier das Wachstum deutlich zu erkennen ist.

Im Vergleich zum letzten Jahr liegen die Erträge ca. 5 dt/ha niedriger, die Rohproteingehalte sind auch noch wesentlich höher; dieses deutet darauf hin, daß die Mineralisation und damit Stickstoffaufnahme in vollem Gange ist. Die Rohfasergehalte sind dagegen schon recht hoch und vergleichbar mit denen des letzten Jahres, was auf den Beginn der Schoßphase hindeutet.

Alle Ergebnisse werden auch immer zeitnah (also schon mittwochs oder donnerstags) auf den Internetseiten von CONVIS www.convis.lu, ASTA www.asta.etat.lu und Ackerbauschule www.lta.lu veröffentlicht.

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