Generalversammlung der Vereinigung „Vum Bauerenhaff op den Dësch“

Zertifikate in Sachen Direktvermarktung feierlich überreicht

Die Vereinigung „Vum Bauerenhaff op den Dësch“, die seit 1996 besteht, hatte von Anfang an das Bestreben, die landwirtschaftlichen Direktvermarkter bekannter zu machen und setzte sich zudem auch auf politischer Ebene für deren Interessen ein. Hauptanliegen von 2005 bis 2011 war die von Brüssel geforderte Verschärfung bei den Vorschriften für die Verarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten auf dem eigenen Hof. Durch großes Engagement seitens der heimischen Direktvermarkter-Vereinigung gelang es, der hofeigenen Schlachtung und Fleischverarbeitung eine Zukunft zu geben. Die jüngst stattgefundene Weiterbildung, die von der Direktvermarktervereinigung gemeinsam mit der Veterinärinspektion auch Nicht-Mitgliedern angeboten wurde, zielte darauf ab, den Praktikern die neue Reglementation auf eine verständliche Art und Weise nahezubringen.

Betriebe vorstellen im Internet

Am Mittwoch vergangener Woche fand in der Festscheune von Ed. Monen in Essingen die feierliche Zertifikatüberreichung zu der besagten Weiterbildung im Rahmen der Generalversammlung von „Vum Bauerenhaff op den Dësch“ statt. Präsidentin Marianne Pesch konnte neben den Mitgliedern und weiteren Direktvermarktern Landwirtschaftsminister Romain Schneider sowie den Direktor der Veterinärinspektion, Dr. Félix Wildschutz, begrüßen. Die Präsidentin erwähnte, daß die Sekretärin Simone Brocker kürzlich ihr Amt wegen Zeitmangel zur Verfügung gestellt hat. Sie warb für eine Mitgliedschaft in der Vereinigung und wies darauf hin, daß auf der Internetseite www.bauerenhaff.lu nach dem „Facelifting“ nun die Möglichkeit besteht, sämtliche Mitgliedsbetriebe und deren Aktivitäten vorzustellen. Die Präsidentin rief des weiteren dazu auf, sich aktiv am FAE-Stand im Rahmen von Sou schmaacht Lëtzebuerg zu beteiligen.

Kassiererin Martine Weydert trug den Kassenbericht vor. Wegen Extraausgaben für den Internetauftritt fiel diesmal ein Verlust an. Die Kassenrevisoren empfahlen die Annahme des Berichts und die Entlastung des Vorstands, was per Akklamation geschah.

Hofschlachtungen auch weiterhin möglich

Marianne Pesch kam im folgenden auf das große Thema des Abends zu sprechen, die geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen für Direktvermarkter. Sie holte hierzu weit aus und erinnerte an die Anfangszeiten der Vereinigung, wo bereits Kurse über das Schlachten und die Thematik „bien-être animal“ erforderlich waren, um eine Genehmigung zu erhalten. Man habe sich nach den Vorgaben der Santé und der Veterinärverwaltung auf dem Hof eingerichtet, dies auch mit Hilfe der Förderung im Rahmen des „Plan de développement rural“ (PDR). Sie machte diesbezüglich deutlich, daß die hierfür angedachte Förderung auch künftig erforderlich ist. Die Investitionen, die nötig sind, um allen Auflagen gerecht zu werden, seien hoch.

Man habe sich einen Kundenstamm aufgebaut und mit dem Schlachten und Verschneiden von Fleisch einen Mehrwert auf die Ware ermöglicht, was man nicht mehr habe missen wollen. Mit den Brüsseler Reglementen 853/2004 und 852/2004 standen 2005 plötzlich deutliche Verschärfungen der Bestimmungen für Hofschlachtungen und Fleischverarbeitung und -vermarktung ab 2006 im Raum, so dass die bisherige Ausnahmeregelung für die luxemburger Direktvermarktung keine Gültigkeit mehr hatte.

Die Präsidentin machte in ihren Ausführungen auf die Lobbyarbeit aufmerksam, die die Vereinigung „Vum Bauerenhaff op den Dësch“ in der Folgezeit leistete, um sich gegen das drohende Verbot zu wehren. Man wurde ab Oktober 2005 bei Landwirtschaftsminister Boden, der damaligen Staatssekretärin Octavie Modert sowie bei der Veterinärinspektion vorstellig. Gleichzeitig führte man Studienreisen nach Frankreich und Deutschland durch und informierte sich mit Hilfe der verschiedenen Landwirtschaftskammern in Österreich und Italien, um Informationen darüber zu sammeln, wie dort die EU-Reglemente ausgelegt werden.

Nach und nach sei man in der politischen Arbeit seinem Ziel nähergekommen, so daß eine Abänderung der gesetzlichen Bestimmungen ausgearbeitet werden konnte. 2009 lag dann das Reglementsprojekt vor, zu dem die Berufskammern ihre Stellungnahmen abgaben. Die Präsidentin lobte insbesondere die Unterstützung durch Jhemp Schmitz von der Landwirtschaftskammer. Die Direktvermarkter-Vereinigung kam auch mit Mittelstandsministerin Françoise Hetto-Gaasch zusammen, um sie auf die Problematik hinzuweisen. Schließlich kam es zu einer Zusammenkunft mit Landwirtschaftsminister Romain Schneider mit dem Ziel, auch mit den weniger wertvollen Fleischstücken einen Mehrwert schaffen zu können. Das abgeänderte Reglement trat schließlich im November 2011 in Kraft. Die Präsidentin bedankte sich an dieser Stelle bei all denjenigen, die die landwirtschaftlichen Direktvermarkter in diesem Dossier unterstützt haben.

40 Weiterbildungsabsolventen

Marianne Pesch erwähnte schließlich die besagte dreitägige Weiterbildung. Den theoretischen Teil übernahmen Dr. Losch und Dr. Brasseur von der Veterinärverwaltung, den praktischen zwei deutsche Fachleute. Diese fand im März und April statt und galt als Voraussetzung, um auch künftig Huftiere schlachten, verarbeiten und Fleisch sowie Fleischprodukte vermarkten zu können.

Der Landwirtschaftsminister richtete das Wort an die Direktvermarkter und sicherte ihnen auch für die Zukunft seine Unterstützung zu. Anschließend überreichte er die Zertifikate an die 40 Teilnehmer. Mit einem Ehrenwein fand die Feier einen würdigen Abschluss.

Die Zertifikate gingen (in alphabetischer Reihenfolge) an Guy Arend, Petange; Sylvie Barthelemy-Majerus, Everlange; Guy Baus, Meispelt; Fred Breser-Michels, Bourglinster; Frank Clemens-Schintgen, Lellig; Jean-Louis Colling-Von Roesgen, Colmar-Berg; Paul Faten, Bascharage; Roger Feipel-Splicks, Leudelange; Louise Frieseisen, Wahlhausen; Alex Froihofer, Beidweiler; Marc Hertges, Siebenaller; Georges Hild, Canach; Yves Hoffmann-Kops, Hunsdorf; Julien Holzmacher, Angelsberg; Camille Hoss, Dalheim; Jos Johanns, Assel; Bob Kaes, Brandenbourg; Marie-Anne Kaes-Wagener, Hoscheid-Dickt; Batty Kapgen, Steinsel; Lydie Kauffmann-Hall, Bous; Andy Kayser, Noertrange; Luc Koob, Mersch; Yolande Lanners-Noesser, Bastendorf; Gaby Larry-Weydert, Haller; Christian Mathieu, Derenbach; Guy Meyers, Windhof; René Mischel, Altrier; Ed Monen, Essingen; Florence Mootz, Leudelange; Eric Pesch, Crauthem; Pierre Renckens, Sassel; Tamara Schares, Medernach; Georges Sins-Pletschette, Heffingen; Aly Strasser, Holzem; Marco Stremler-Monteiro, Frisange; Arsène Streveler, Surré; Christian Thill-Etgen, Oberfeulen; Gilbert Trausch, Tetange; Annemie Wewer-Rodenbour, Steinheim; Sandra Metzler, Surré.

 

 

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