83. „Wäimoart“ in Grevenmacher

Der traditionsreiche Wäimoart in Grevenmacher fand am 05.04.2013 bereits zum 83. Male statt. Insgesamt 32 Aussteller boten im Sport- und Kulturzentrum am „Schweinsmoart“ ihre alles in allem 413 Produkte an, wobei wie immer der neue Jahrgang im Mittelpunkt stand. Allein auf Domaines Vinsmoselle entfielen 57 Produkte – 49 Stillweine und acht Crémants POLL-FABAIRE. Für die musikalische Umrahmung sorgte am Morgen die Harmonie municipale von Grevenmacher, am Nachmittag spielte das „Swing Minor Quartet“ auf. Erstmals wurde mit einem Stand im Foyer auf das Pilotprojekt „100% Lëtzebuerg“ aufmerksam gemacht. Dieses Leader-Projekt dient der Aufwertung, Bewerbung und Vermarktung luxemburgischer Regionalprodukte. Diverse Regionalprodukte wurden vorgestellt und konnten verkostet werden.

Offizielle Eröffnung

Bereits bei der offiziellen Eröffnung am Freitag morgen gaben sich zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland ein Stelldichein. Der Bürgermeister von Grevenmacher, Léon Gloden, kam eingangs auf die kürzlich stattgefundene Orientierungsdebatte in der Chamber zum heimischen Weinbau zu sprechen. Dabei wurde erneut unterstrichen, daß die Luxemburger Mosel als eines der kleinsten Weinbaugebiete der EU konsequent auf Qualität setzen muß. Als weiteren Erfolgsfaktor nannte er den Oenotourismus. Hierzulande fehle eine Oenotourismus-Kultur, zeigte sich der Deputé-Maire überzeugt. Terroir Moselle sei ein guter Aufhänger für Oenotourismus und das europäische Moseltal solle als einzigartige Region noch viel mehr als bislang entwickelt werden. Zudem sprach sich Léon Gloden dafür aus, daß sich die Moselortschaften gemeinsam mit den Winzern als Hochburgen von Wein und „Produits du terroir“ im nationalen Marketing verkaufen sollten.

Des weiteren betonte der Bürgermeister die Bedeutung des internationalen Crémantwettbewerbs, der am 6. und 7. Juni in Grevenmacher stattfinden wird. Dies sei eine ganz große Marketingchance und man sollte insbesondere von der Präsenz der in- und ausländischen Presse profitieren. Bezüglich des Inlandsabsatzes erwähnte der Bürgermeister das Mißverhältnis zwischen in- und ausländischen Weinen. Nur 15 von 51 Litern, die pro Kopf hierzulande jährlich konsumiert werden, sind heimischen Ursprungs. Es gebe also noch Spielraum nach oben, hob Léon Gloden hervor.

Der Bürgermeister von Grevenmacher machte in seinem Vortrag des weiteren einige Anmerkungen zur europäischen Weinbaupolitik. Er warnte vor einer totalen Liberalisierung bei den Pflanzrechten und diesbezüglich vor einer „Überschwemmung“ Luxemburgs mit Billigweinen. Abschließend kam er auf die Helikopterspritzungen zu sprechen, wo von Seiten Brüssels Einschränkungen drohen.

Schwieriges Weinjahr mit qualitativ gutem Resultat

Weinkönigin Lynn ließ im folgenden das Weinjahr 2012 Revue passieren. Sie sprach hierbei u.a. die Spätfrostschäden an, die zu einem ungleichmäßigen Austrieb geführt hatten. Auch die Blüte war diesmal relativ spät.

Im folgenden kam die Weinkönigin auf die extrem nasse Sommerwitterung mit ihrem hohen Peronospora-Druck zu sprechen. Vielerorts sei es zu einem starken Befall gekommen. Bedingt durch diese Unbilden war der Ertrag deutlich geringer als üblich. Mit 85.035 hl wurde nur 63% des Durchschnittsertrags (zehnjähriges Mittel 2002-2011) geerntet. Davon entfallen 63% auf Domaines Vinsmoselle, 24% auf die Privatwinzer und 15% auf den Weinhandel.

Die Weinkönigin nannte noch die Ertragszahlen der meistangebauten Sorten an der Luxemburger Mosel: Rivaner 26.592 hl, Auxerrois 13.389 hl, Riesling 11.656 hl, Pinot Gris 9.695 hl, Pinot Blanc 9.176 hl, Elbling 8.057 hl, Pinot Noir 4.701 hl, Chardonnay 990 hl und Gewürztraminer 551 hl.

Sie wies schließlich auf die excellente Qualität des Jahrgangs 2012 hin und zitierte diesbezüglich das Resumee des Weinbauinstituts: „Der Jahrgang 2012, eine Mutprobe für die Winzer. Je geringer die Quantität, umso höher die Qualität. Die Weine des 2012er Jahrgangs versprechen mit ihren gehaltvollen und aromatischen Weinen ganz klar einen Topjahrgang.“ Hiervon konnten sich schließlich die zahlreichen Gäste beim Rundgang in der Halle überzeugen.

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