3e Concours des Crémants de France et de Luxembourg

Riesenerfolg für die heimischen Crémants in Grevenmacher – allein 13 Medaillen für Domaines Vinsmoselle

Der traditionelle binationale Verkostungswettbewerb „Concours des Crémants de France et de Luxembourg“ fand am 7. Juni nach 1997 und 2005 zum dritten Male in Luxemburg statt. Seit dem ersten gemeinsamen Wettbewerb vor rund zwei Jahrzehnten messen sich die sieben französischen Crémantregionen – dies sind Alsace, Bourdeaux, Bourgogne, Die, Jura, Limoux und Loire – sowie die Luxemburger Mosel alljährlich um die besten Crémants. Diesmal waren es nicht weniger als 670 Crémants aus diesen acht Regionen, die von 265 Experten im Kulturzentrum in Grevenmacher verkostet wurden. Für Luxemburg wurde der Wettbewerb abermals zu einem Riesenerfolg: 39 Medaillen gingen an die heimischen Crémants, davon allein 21 Goldmedaillen. Damit zog unser kleines, aber feines Anbaugebiet bei den bestbewerteten Crémants gleich mit der großen Weinbauregion Burgund. Das Wettbewerbsgeschehen war wie immer eingebunden in ein kurzweiliges Rahmenprogramm.

Rundum gelungene Veranstaltung

Es herrschte Kaiserwetter, als die französischen Gäste am 6. Juni in Luxemburg eintrafen. Wie immer waren neben den Vertretern der Crémantregionen weitere Weinexperten sowie ausländische Fachjournalisten zugegen, die gerne die Gelegenheit nutzten, um sich über unser Weinbaugebiet und die hiesige Crémantproduktion näher zu informieren. Für die Repräsentanten der Regionen und die Presse hatte die heimische Commission de Promotion des Vins et Crémants de Luxembourg eigens eine Pressetour organisiert mit fachlichen Visiten in Schengen (Domaine Henri Ruppert) und Remich (Caves St Martin). Besucht wurden daneben auch das Weinmuseum in Ehnen, die Genossenschaftskellerei in Grevenmacher und die Caves Bernard Massard in Grevenmacher. Die äußerst gelungene Feier am sehr lauen Donnerstag abend im Hof des Weinmuseums in Ehnen war die passende Einstimmung zum Wettbewerb, der am folgenden Tag stattfinden sollte.

Am Freitag morgen wurde es dann spannend. 265 sensorisch geschulte Fachleute kamen im Kulturzentrum von Grevenmacher zusammen. Sie wurden begrüßt von Bürgermeister Léon Gloden und dem Generaladministrator aus dem Landwirtschaftsministerium, Marc Mathekowitsch, der Weinbauminister Romain Schneider vertrat. In seiner Ansprache erwähnte der Bürgermeister das „Maacher Wäifest“ und die alljährliche Krönung der Weinkönigin in seiner Gemeinde. Des weiteren machte er auf das 100jährige Jubiläum des Wënzerverbands aufmerksam, der in Grevenmacher seinen Sitz hat.

Marc Mathekowitsch verwies wiederum auf die lange Tradition der Qualitätsschaumweinproduktion in Luxemburg, was im 19. Jahrhundert dazu führte, daß der bedeutende Champagnerproduzent Mercier aus Epernay 1885 an der Luxemburger Mosel eine Produktionsstätte und ein Kontor eröffnete.

Es folgten später im 20. Jahrhundert heimische Schaumweinproduzenten und schließlich 1991 die Geburtsstunde des Crémant de Luxembourg. Der Generaladministrator kam kurz auf die rasante Produktionsentwicklung beim heimischen Crémant zu sprechen, der inzwischen 20% des produzierten Weinvolumens ausmacht, und bezeichnete es als sehr wichtig, daß Luxemburg den prestigeträchtigen Crémant-Wettbewerb auf heimischem Boden austragen kann. Damit werde die Wichtigkeit des Crémants unterstrichen. Man werde es nicht zulassen, daß die enormen Qualitätsanstrengungen der acht Crémantregionen zunichte gemacht werden durch eine mißbräuchliche Verwendung des Crémantbegriffs durch weitere Akteure, befand Marc Mathekowitsch. Schließlich bedankte sich der Generaladministrator bei den Organisatoren des Wettbewerbs, der Vereinigung der französischen Weinregionen, der heimischen Weinwerbungskommission und dem Weinbauinstitut.

Dann waren es der Präsident und der Direktor der Vereinigung der Crémantregionen Frankreichs (Fédération nationale des producteurs et élaborateurs de Crémant), Jacques Cattin und Olivier Sohler, die den 265 professionellen Verkostern aus Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Luxemburg und Norwegen das Procedere der Crémantverkostung erläuterten. Aufgeteilt in 42 Jurys, machten sich die Weinfachleute anschließend an das schwierige Unterfangen, die besten unter den angestellten Crémants auszuwählen. Mit 124 Crémants de Luxembourg war die Luxemburger Mosel beim diesjährigen Wettbewerb gut vertreten. Die ausländischen Experten verhehlten auch diesmal nicht ihre hohe Meinung vom heimischen Anbaugebiet und seinen unvergleichlichen, frischen und fruchtigen Crémants. So nahm es nicht wunder, daß letztlich sehr viele Medaillen an heimische Crémants verliehen wurden. Allein an den heimischen Marktführer Domaines Vinsmoselle gingen sieben Gold- und sechs Silbermedaillen für ihre Crémants POLL-FABAIRE, wobei alle drei Kategorien (blanc millésimé, blanc, rosé) vertreten waren.

Zum Mittagessen traf man sich anschließend in der Genossenschaftskellerei von Grevenmacher, wo nicht nur heimische Weine und Crémants kredenzt wurden, sondern auch eine Reihe anderer Qualitätsprodukte aus dem Großherzogtum – und dies nicht zufällig. Zu diesem wichtigen Ereignis für die Luxemburger Mosel hatte man den ausländischen Gästen nämlich auch im Rahmen der Sensibilisierungskampagne „Sou schmaacht Lëtzebuerg“ (SSL) ein Stück Luxemburg näherbringen wollen. Die für derartige Events zuständige SSL-Mitarbeiterin Elke Thamm hatte keine Mühen gescheut, um den Gästen Leckeres aus heimischen Landen anbieten zu können.

Am Abend fand abschließend die Präsentation der Medaillengewinner beim diesjährigen Wettbewerb im Casino 2000 in Bad Mondorf statt. Nacheinander wurden die Resultate für die Crémantregionen von den jeweiligen Präsidenten verlesen. Für Luxemburg war dies der Präsident der heimischen Weinwerbungskommission, Laurent Kox. Den Abschluß bildete ein festliches Galadinner. Die französischen Gäste waren auch diesmal voll des Lobes für den herzlichen Empfang, das gelungene Rahmenprogramm und die gute Organisation seitens der Gastgeber. Das herrliche Wetter trug natürlich auch sehr zum guten Gelingen bei.

Am vergangenen Dienstag gab es auf nationaler Ebene noch sozusagen als „Nachschlag“ eine Crémantparty im Casino 2000 mit den heimischen Winzern und den Medien, bei der den heimischen Medienvertretern von der Commission des Vins et Crémants de Luxembourg für ihre umfangreiche Berichterstattung zu dem großen Event gedankt wurde. Weinbauminister Romain Schneider richtete seinen Dank sowohl an die Organisatoren und die vielen Helfer und Unterstützer, als auch an die Vertreter der Medien. Auch der Präsident der Kommission, Laurent Kox, bedankte sich bei den Helfern und Sponsoren aus Frankreich und Luxemburg, sowie auch beim Weinbauminister für die finanzielle Unterstützung.

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