Reales landwirtschaftliches Einkommen je Arbeitskraft in der EU27 um 6,7% gestiegen

Eurostat, das Statistische Amt der EU, hat am Dienstag dieser Woche, dem 20. Dezember, die ersten Schätzungen zur Einkommensentwicklung in der Landwirtschaft im Jahr 2011 veröffentlicht.

Wie aus der einschlägigen Pressemitteilung von Eurostat hervorgeht, ist, gemäß diesen Schätzungen, das reale landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft1 in der EU27 im Jahr 2011 um 6,7% gestiegen, nach einem Wachstum von 12,6% im Jahr 2010. Dieser Anstieg ergibt sich aus einer Zunahme des realen landwirtschaftlichen Einkommens (+3,9%) in Verbindung mit einer Verringerung des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes (-2,7%). Diese Schätzungen für die EU27 basieren auf Daten, welche von den nationalen Behörden der Mitgliedsstaaten bereitgestellt wurden.

Schätzungen zufolge ist zwischen 2005 und 2011 das reale landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft in der EU27 um 18,3% gestiegen, während der landwirtschaftliche Arbeitseinsatz um 15,2% fiel.

Im Jahr 2011 ist die Zunahme des realen landwirtschaftlichen Einkommens in der EU27 hauptsächlich das Ergebnis einer Erhöhung des Wertes der landwirtschaftlichen Produktion zu realen Erzeugerpreisen (+7,5%), während reale Vorleistungskosten zunahmen (+9,7%). Die Abnahme des realen Wertes der Subventionen abzüglich Steuern (-1,2%) und der realen Abschreibungen (-0,1%) haben einen geringfügigen Einfluß.

Schätzungen zufolge ist das reale landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft im Jahr in 19 Mitgliedsstaaten gestiegen und in acht gesunken. Die höchsten Anstiege werden für Rumänien (+43,7%), Ungarn (+41,8%), Irland (+30,1%), die Slowakei (+25,3%), Luxemburg (+25,2%), die Tschechische Republik (+23,5%), Bulgarien (+23,2%) und Dänemark (+20,2%) erwartet und die größten Rückgänge für Belgien (-22,5%), Malta (-21,2%), Portugal (-10,7%) und Finnland (-9,6%).

Produktionswert steigt bei pflanzlichen und tierischen Erzeugnissen

Laut Eurostat-Schätzungen stieg der Wert der landwirtschaftlichen Produktion zu Erzeugerpreisen der EU27 im Jahr 2011 um 7,5%, hauptsächlich infolge einer Zunahme des Wertes sowohl von pflanzlichen realen Erzeugnissen (+8,0%) als auch von tierischen realen Erzeugnissen (+7,8%).

Bei pflanzlichen Erzeugnissen ist die Zunahme des Wertes sowohl auf eine Erhöhung der Preise (+5,4%) als auch des Volumens (+2,5%) zurückzuführen. Preise steigen für die meisten Gruppen der pflanzlichen Erzeugnisse, ausgenommen für frisches Gemüse (-10,1%), Pflanzen und Blumen (-1,1%) und Olivenöl (-0,9%). Die stärksten Anstiege verzeichneten Getreide (+18,9%), Ölsaaten (+18,4%), Zuckerrüben (+3,6%) und Wein (+2,3%). Für die meisten Produkte zeigt sich ein Wachstum im Volumen, insbesondere für Zuckerrüben (+13,7%), Wein (+4,6%), Kartoffeln (+4,2%) und Obst (+3,3%). Eine Abnahme des Volumens ist nur für Olivenöl und Blumen (je -2,2%) zu beobachten.

Die Zunahme des Wertes der tierischen Produktion im Jahr 2011 ist das Ergebnis einer Erhöhung sowohl der Produktionspreise (+6,7%) als auch des Volumens (+1,1%). Die Preise steigen für Milch (+9,1%), Geflügel (+8,7%), Rinder (+8,6%), Schafe und Ziegen (+6,4%) und Schweine (+4,3%), während sie für Eier (-5,3%) sinken. Das Volumen erhöht sich für Schafe und Ziegen (+2,3%), Geflügel (+1,9%), Rinder (+1,5%) und die Milchproduktion (+1,1%) und sinkt leicht für Eier (-0,9%).

Produktionskosten steigen um 9,7%

Real steigen in der EU27 die Vorleistungskosten um 9,7%. Dies ist vor allem auf eine Zunahme der Preise (+9,1%) zurückzuführen. Die Erhöhung der Vorleistungskosten wird durch starke Anstiege der Preise von Futtermitteln (+16,8%), Dünge- und Bodenverbesserungsmitteln (+14,6%), Energie und Schmierstoffen (+11,8%), Saat- und Pflanzgut (+4,3%) und Instandhaltung von Gebäuden (+3,8%) verursacht.

Diese Daten, die auf ersten Schätzungen von den EU-Mitgliedstaaten sowie von Norwegen, der Schweiz und Kroatien basieren, sind vorläufig. Im Februar/März 2012 wird Eurostat einen revidierten zweiten Satz von Schätzungen veröffentlichen.

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