Probleme durch Trockenheit und Virosen

Am 9. Dezember fand in Fischbach die 66. Generalversammlung der „E’slécker Setzgromperegenossenschaft“ (Synplants) statt. Zunächst kam Synplants-Präsident Georges Mensen auf das Erntejahr 2011 zu sprechen. Auch im Pflanzkartoffelbau hat die Dürre ihre Spuren hinterlassen mit einem Durchschnittsertrag von 29 t/ha und sehr großen lokalen Unterschieden. Das Erntejahr 2011 hat gezeigt, daß die Kartoffel immer noch eine sehr risikoreiche Kultur ist.

Geschäfts- und Tätigkeitsbericht

Synplants-Geschäftsführer Hughes Schyns ging in seinem Bericht zunächst auf das abgelaufene Geschäftsjahr 2010/2011 ein. Zur Ernte 2010 hatten 46 vermehrende Betriebe rund 481 ha zur offiziellen Anerkennung gemeldet, was einem Durchschnitt von knapp 10,5 ha pro Betrieb gleichkommt. Es wurde keine Parzelle am Feld aberkannt. Laut Ergebnis der ELISA-Test-Virusuntersuchungen wurden 441,45 ha in der jeweiligen Klasse anerkannt, auf 316 ha wurde weder Y- noch Blattrollvirus erkannt. Die Hauptsorten waren Spunta mit 136 ha, Kennebec mit 97 ha, Desiree mit 35 ha, Lady Rosetta mit 33 ha und Hermes mit 16 ha Anbaufläche.

2010 wurden 14.699 Tonnen Bruttoware abgeliefert, wovon 65,4 Prozent als Pflanzkartoffeln, 10,5 Prozent als Speisekartoffeln und 10,3 Prozent als Futterkartoffeln verkauft wurden. 13,9 Prozent werden als allgemeiner Abgang (Steine, Verdunstung…) bezeichnet und sind somit unverkäuflich. Es wurden gut 5,5 ha Biokartoffeln angebaut.

Der Durchschnittsertrag lag 2010 bei 30,5 Tonnen je Hektar. Parzellen mit mangelnder Qualität, was vor allem bei der Sorte Spunta festgestellt wurde, haben das finanzielle Resultat stark beeinflußt: die zum Verkauf geeignete Menge war stark reduziert und der Aufwand für Sortierarbeiten und Lagerung dieser Kartoffeln war stark erhöht. Kartoffeln der Sorte Spunta konnten nicht in die Hauptabnehmerländer exportiert werden, sondern wurden in Belgien verarbeitet oder in einer Biogasanlage verwertet.

Bei der Gewichtung der Hauptabnehmerländer hat sich im Vergleich zu den Vorjahren folgendes verändert: Rumänien ist zu einem wichtigen Absatzland geworden, während man in Algerien und Saudi-Arabien aufgrund der oben genannten Probleme bei der Sorte Spunta weniger Absatz als in den Vorjahren verzeichnen konnte.

Im Anschluß kam Marcel Bormann vom Buchhaltungsbüro arbo S.A. zur Vorstellung der Bilanz. Aufsichtsratspräsident José Bertemes bat anschließend um die Annahme der Bilanz und die Entlastung der Führungsgremien, was einstimmig geschah.

Dem Vorschlag des Vorstands, beim Eintrittsgeld und beim Anteilschein B und auch bezüglich eines Jahresbeitrags keine Veränderungen vorzunehmen, wurde auch zugestimmt.

Ernte 2011

Hughes Schyns gab dann einen Rückblick auf die Ernte 2011 und eine Vorschau auf das Geschäftsjahr 2012. 2011 lag die gesamte Anbaufläche mit 471 ha leicht unter der des Vorjahres. Auf 7,39 ha wurden in diesem Jahr Biokartoffeln der Sorten Charlotte, Corine, Kennebec, Linda und Nicola angebaut.

Nach einem zwei Wochen früheren Erntebeginn als gewöhnlich konnte die Ernte aufgrund der Witterung kontinuierlich bis Anfang Oktober voranschreiten. Es wurden 2011 14.034 Tonnen Rohware angeliefert, wovon 10.919 Tonne als Pflanzgut verkäuflich sind. Der Durchschnittsertrag ging auf 29.785 kg/ha zurück. Bei einem normalen Ertrag wäre bei den 471 ha Anbaufläche in diesem Jahr die Lagerkapazität von 15.000 Tonnen erreicht gewesen.

Es wurden 2011 zwei Parzellen am Feld aberkannt wegen Y-Virus-Befall. Laut ELISA-Test-Virusuntersuchungen wurden in der jeweiligen Klasse 291,13 ha anerkannt, 154,11 ha deklassiert und 25,94 ha abgelehnt. Auf 178,98 Hektar wurde weder Y- noch Blattrollvirus festgestellt. Trotz der kontinuierlichen Verbesserung der Qualität des Basispflanzgutes in den letzten fünf Jahren, gibt es dieses Jahr sehr viele Probleme mit Virusbefall. Dies ist auf den enormen Blattlausdruck, dem Hauptüberträger von Virosen, am Anfang der Saison zurückzuführen.

In den nächsten zwei Jahren wird die Selektionsarbeit zur Verbesserung der virologischen Qualität der Lose eine große Herausforderung für Produzenten und Mitarbeiter von Synplants werden.

Die Saison 2011/12 wird sich schwierig gestalten durch 8% weniger Ertrag, 6% Übergrößen, welche schwer verkäuflich sind, 5,5% Aberkennungsflächen und hohen Verlusten an geeignetem Vermehrungsmaterial. Dies alles führt dazu, daß weniger Sorten für die nächsten Jahre zur Verfügung stehen werden und daß weniger hohe Klassen angepflanzt werden können, wodurch der Virusdruck Anfang der nächsten Saison ansteigen wird.

Im folgenden wurde von Herrn Francis Binst von der Firma Binst eine Einschätzung zum Exportgeschehen von Pflanzware vorgelegt.

Vulgarisationsprogramm von Synplants

Der Anbauberater Thomas Toussaint ließ dann das Kartoffeljahr 2011 Revue passieren und stellte die Resultate des Vulgarisationsprogramms vor. Der Berater kam auf die außergewöhnlich trockene Witterung im Jahr 2011 zu sprechen, was im Kartoffelbau nicht ohne Folgen blieb. Vor allem zum Zeitpunkt des Knollenansatzes hat der Regen gefehlt, was dazu führte, daß die Knollenzahl pro Pflanze extrem niedrig blieb. Nach der geringen Knollenzahl kam dann das Problem, daß die vorhandenen Knollen zu schnell gewachsen sind und zusammen mit den sehr ungünstigen Bedingungen bei der Krautabtötung führte dies dazu, daß ein sehr hoher Anteil an Übergrößen bei der Ernte zu verzeichnen war.

Von großer Bedeutung für die Kartoffelproduzenten ist die Beratung hinsichtlich der Bekämpfung von Krautfäulnis, die Prognosen der Blattlausflüge, sowie Angaben zum bestmöglichen Abspritzdatum. Aufgrund der speziellen Witterungsbedingungen 2011, der vielerorts starken Verunkrautung und des hohen Blattlausdrucks, mußten die Beratungen für die Landwirte ständig an sich ändernde Bedingungen angepaßt werden.

Es wurden Versuche mit MagPhos, einem Blattdünger mit P und Mg durchgeführt mit dem Ziel, der Kartoffelpflanze zum optimalen Zeitpunkt die benötigten Mengen an Phosphor und Magnesium zur Verfügung zu stellen, um so die Anzahl an Knollen zu erhöhen und den Anteil an Übergrößen zu verringern. Nach dreijähriger Versuchszeit zeigen sich interessante Ergebnisse hinsichtlich der Anzahl verkaufsfähiger Knollen.

In Zusammenarbeit mit der Forschungsstation in Libramont (CRA-W) wurden Keimhemmungsversuche mit dem Mittel BIOX-M (Produkt auf Basis von Pfefferminzöl) durchgeführt.

Abschließend sei noch der Tagesordnungspunkt Wahlen genannt. Alle Vorstands- uns Aufsichtsratsmitglieder erklärten sich bereit, ihre Funktion weiter auszuführen und da sich auch kein neuer Anwärter gemeldet hatte, bleiben Vorstand und Aufsichtsrat in ihrer jeweiligen Besetzung bestehen.

In der abschließenden Gesprächsrunde wurde seitens der Landwirte immer wieder der Vorwurf laut, daß nicht jeder das gleiche Pflanzgut bekommen würde. Dieses Thema wird in der nächsten Winterversammlung ausführlicher diskutiert werden.

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