Bauerekalenner 2012

Der Bauerekalenner 2012, es handelt sich um die 64. Ausgabe, ist soeben erschienen. Er wird demnächst an die Ortsdelegierten verteilt werden. Für Nicht-Mitglieder ist er in einigen Buchhandlungen (siehe unten) und im Agrocenter erhältlich. Der neue Bauerekalenner wartet wie immer mit einer großen Fülle von Beiträgen auf, die die verschiedensten Themen rund um das Agrarwesen und den ländlichen Raum abdecken. Die Redaktion des Bauerekalenner bedankt sich an dieser Stelle bei allen Autoren für ihre interessanten Beiträge.

Europäische und nationale Agrarpolitik im Fokus

Der Leitartikel steht unter dem Leitthema „Welche Agrarpolitik für morgen?“. Aufgezeigt werden zunächst die neuen Herausforderungen der Landwirtschaft durch den weltweit wachsenden Bedarf an Nahrungsmitteln und aufgrund der politischen Erwartungen bezüglich der Erzeugung „grüner Energie“ und der Bekämpfung des Klimawandels, ersteres auch unter der Prämisse, daß die landwirtschaftliche Nutzfläche nur noch wenig ausgedehnt werden kann und durch den Klimawandel manche Regionen bezüglich Nahrungsmittelerzeugung unsicheren Zeiten entgegensehen. Mit Blick auf diese neuen Herausforderungen werden die Vorschläge zur Reform der Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik einer kritischen Bewertung unterzogen.

Im Jahr bei der Bauernzentrale geht es schwerpunktmäßig um nationale agrarpolitische Themen, vor allem um den 2. Agrargipfel vom November 2011. Bei diesem Gipfel werden von der Bauernzentrale nicht nur die enormen Trockenschäden aufgegriffen, sondern insbesondere auch die landwirtschaftlichen Bauten in der Grünzone, wo man vom Nachhaltigkeitsministerium konkrete Schritte in Richtung zügigere Genehmigungen, Mitsprache seitens der landwirtschaftlichen Praxis und die Vermeidung überbordender, nicht der Praxis gerecht werdender Auflagen verlangt.

Auf nationaler Ebene ist die Bauernzentrale bei zahlreichen weiteren Themen aktiv gewesen, unter anderem in Sachen Jagdgesetz, Wasserpreis und insbesondere bei der Milchpolitik, dies angesichts des Auslaufens der Milchquotenregelung. Auch bezüglich der anstehenden GAP-Reform hat die Bauernzentrale Stellung bezogen und war zudem aktiv an der Aussprache bezüglich dieser Reform mit dem Berichterstatter im Europaparlament, Herrn Albert Deß, beteiligt. Wie immer wird auch das Geschehen im Weinbau und im Gartenbau beleuchtet.

Nachhaltigkeit und Fortschritt – auf die Bewertung kommt es an

Nachhaltigkeit ist heutzutage ein viel gebrauchtes Schlagwort, das fast in keinem politischen Statement fehlen darf. Doch was ist wirklich nachhaltig? Pol Gantenbein, der Generalsekretär der Landwirtschaftskammer, geht dieser kniffligen Frage nach und stellt fest, daß Nachhaltigkeit schwer zu umreißen und noch schwerer zu messen ist – und allzuoft mißbräuchlich verwendet wird. Alle reden von Nachhaltigkeit, nur niemand „lebt sie“. Dem „kollektiven Egoismus“ von heute stellt Pol Gantenbein ein neues, noch zu entwickelndes gesellschaftliches Leitbild gegenüber, das eine wirkliche Nachhaltigkeit erst ermöglicht. Dieses impliziert nach seinen Worten ein gesundes Maß an uneigennützigem Denken und Handeln, um allen Menschen, nicht nur unseren eigenen kommenden Generationen zu ermöglichen, ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen. Er mahnt diesbezüglich an, neben der bislang entweder rein ökonomischen oder rein ökologischen Auslegung des Nachhaltigkeitsbegriffs eine soziale Komponente zuzugestehen.

Auch auf die Frage „Was ist Fortschritt?“ gibt es keine einfache Antwort. Marcel Oberweis legt in seinem Artikel dar, daß das Bruttoinlandsprodukt (BIP) kein geeigneter Fortschrittsindikator ist. Dem BIP als nach wir vor beliebtem Indikator bei internationalen Vergleichen stellt er das Wohlstands-BIP entgegen, das verschiedenste soziale und Umweltkriterien mit in die Berechnung einfließen läßt. Marcel Oberweis vermißt die soziale Komponente beim heutigen Fortschrittsbegriff und fordert ein nachhaltiges und gerechtes Wachstum mit einem weitaus geringeren Ressourcenverbrauch als heute. Gebraucht werde ein neues Leitbild, welches das Wachstum und den gesellschaftlichen Fortschritt zusammenführe, so der Autor.

Wetterhomepage und Leader-Jubiläum

Landwirtschaft, Wein- und Gartenbau sind sehr stark vom Wetter abhängig. Mit der neuen Wetterhomepage agrimeteo.lu, die von François Kraus, Paul Lepesant und Robert Mannes vorgestellt wird, bietet die ASTA seit 2011 ein Instrumentarium an, das Aufschluß gibt über die regionalen Wetterdaten und weitere Meßgrößen wie die Bodentemperatur und was daraus abzuleiten ist. Prognosesysteme für wichtige Krankheiten im Wein- und Obstbau sind ebenfalls integriert.

2011 wurde hierzulande das 20-jährige Jubiläum von Leader gefeiert. Françoise Bonert tätigt in ihrem Artikel zunächst einen Rückblick auf die vergangenen Leader-Perioden und skizziert, was in den 20 Jahren erreicht worden ist. Des weiteren kommt die für Leader zuständige Ministerialbeamtin auf die letztjährigen Feierlichkeiten zu sprechen.

Neues aus Wein- und Gartenbau

2011 stand im Weinbau im Zeichen des 20jährigen Jubiläums des Crémant de Luxembourg. Am 15.11.1991 durch großherzogliche Verordnung ins Leben gerufen, entpuppte sich der Crémant bald zu einem Erfolgsprodukt sondergleichen. Constant Infalt kommt in seinem diesbezüglichen Artikel darauf zu sprechen, daß erst bestimmte Voraussetzungen an der Luxemburger Mosel erfüllt werden mußten, um bezüglich Qualität genügend gerüstet zu sein für die damals neuartige Produktion. Und der Anbau hat sich in den beiden letzten Jahrzehnten weiter verändert zugunsten des Erfolgsprodukts Crémant de Luxembourg. Constant Infalt wagt abschließend die Prognose, daß die Luxemburger Mosel zu einer echten Crémantregion wird, dies zum Vorteil für die heimischen Winzer.

Einer ganz anderen Thematik, nämlich den Spätfrostschäden im Weinbau, widmet sich Dr. Daniel Molitor vom CRP Gabriel Lippmann. Er beschreibt darin genauestens die Situation im „Turbofrühjahr“ 2011, das für eine sehr frühe Vegetationsentwicklung sorgte und zweimal zu Frostschäden. Während die Schäden vom 13. April weniger gravierend waren, kam es am 4. und 5. Mai zu Schäden auf größeren Flächen insbesondere in frostgefährdeten Lagen. Der Autor legt abschließend dar, daß der Klimawandel für eine Reduzierung der Spätfrostgefahr sorgt und somit derartige Schäden immer unwahrscheinlicher werden.

Robert Mannes stellt ein neues Versuchsprojekt am Weinbauinstitut vor, die ökologische Hubschrauberspritzung. Sowohl im Versuchsmaßstab als auch in der Praxis soll getestet werden, ob nicht nur die Ökoweinbauflächen so behandelt werden können, sondern auch die anderen Flächen in Steillagen. Dies setzt voraus, daß die Hauptkrankheiten Oidium und Peronospora sicher bekämpft werden können. Ein Praxisversuch der Wormeldinger Spritzgenossenschaft ist 2011 positiv verlaufen und soll fortgesetzt werden.

Ein besonderes Ereignis wurde 2011 dem heimischen Gartenbau zuteil. Die Gemeinschaft der europäischen Junggärtner traf sich zu ihrem 52. Kongreß in Luxemburg und die heimische Junggärtnervereinigung hatte als Gastgeber die Ehre, den Gästen aus dem europäischen Ausland das Großherzogtum und seinen Gartenbau vorzustellen. Die Sekretärin der Junggärtnervereinigung, Josiane Walentiny, beschreibt in ihrem Artikel ausführlich das bunte Programm zu diesem Kongreß, dies unter dem Motto „Jung, lebendig und in voller Blüte“.

Tierzucht und Veterinärwesen

2011 wurde hierzulande 250 Jahre Veterinärausbildung gefeiert. Dr. Albert Huberty, der ehemalige Direktor der Veterinärinspektion, legt in seinem Artikel die Bedeutung des Veterinärwesens für die Begleitung der Landwirtschaft dar. Er unterstreicht die Notwendigkeit einer nachhaltigen Tierproduktion und einer konsequenten Seuchenbekämpfung. Der Autor macht zugleich deutlich, daß die Landwirtschaft neue Herausforderungen zu meistern hat und die Veterinäre hierbei einen Beitrag leisten werden.

Um historische Nutztiere geht es im Beitrag von Henri Kugener. Der Autor kommt auf Maulesel und Maultiere zu sprechen, jene genügsamen Lastenträger, die früher hierzulande oftmals auch als Zugtiere dienten. Ende des 19. Jahrhunderts begann der Niedergang und im Zweiten Weltkrieg das Aus für diese Nutztierkreuzungen.

Pol Schmoetten, Landespräsident der heimischen Kleintierzüchtervereinigung USAL, widmet sich der Rassehühnerzucht. Diese wurde schon immer auch unter ästetischen Gesichtspunkten betrieben, doch das Nutztier Huhn war bis Ende des 19. Jahrhunderts von geringerer Bedeutung. Dies änderte sich mit dem Aufkommen leistungsfähiger Hybriden aus den USA, die eine wirtschaftlich rentable Hühnerzucht erlaubten. Doch auch die Hobbyzucht erlebte einen Aufschwung durch die Einkreuzung von asiatischen Rassen in die bestehenden europäischen und amerikanischen Rassen, so daß viele neue Rassen entstanden. Weitere Aspekte, die der Autor nennt, sind Art- bzw. Rassenerhaltung, der Aspekt der Sportzucht sowie der Freizeitaspekt.

Um die kleinsten Nutztiere geht es im Beitrag von Dr. John Weis. Der Präsident des Cliärrwer Beievereins stellt das Projekt „Mateneen – Baueren a Beieleit“ vor. Seit drei Jahren besteht diese erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Bauereninitiativ fir d’Eislek an den Naturpark Our (BEO) im Norden Luxemburgs, die den Imkern eine gefahrlose Nutzung der ertragreichen Rapstracht ermöglicht und den Landwirten einen Mehrertrag beschert. Schließlich wurde eine Honiggemeinschaft mit der BEO gegründet, die seitdem den Honig des Cliärrwer Beievereins als „Ourdaller Hunneg“ erfolgreich vermarktet.

Aber auch die großen Nutztiere bleiben nicht außen vor. Josy Thill stellt die Fleischrinderrasse Aubrac, die sich zunehmender Beliebtheit erfreut, in seinem Portrait vor. Des weiteren werden die Resultate aus dem heimischen Rinderzuchtgeschehen seit Oktober 2010 in einem eigenen Artikel zusammengefaßt.

CONVIS-Projekte und Pflanzenschutzthematik

Romain Reding stellt die Aktivitäten der CONVIS-Beratung vor. Dies sind zum einen praxisbezogene Projekte wie TEPagro und OptiGras, zum anderen Beteiligungen an nationalen und internationalen Forschungsprojekten (Optenerges, Luftbildauswertungen für verschiedene Zwecke, Vergleich bio und konventionell) sowie die Bereiche Düngeplanung, Flächenanträge, administrative Beratung, Futterberatung und Herdenmanagement, Wasserschutz, Versicherungen und Zertifizierungen nach QS- und QM-Standard.

Unfälle beim Pflanzenschutz – der ja bei weitem nicht nur im Agrarsektor, sondern u.a. auch in Kommunen und bei privaten Gartenliebhabern praktiziert wird – sind glücklicherweise nicht mehr so häufig wie früher, aber diese Mittel stellen nach wie vor ein Gefahrenpotential dar, insbesondere für den Anwender. Um Risiken zu minimieren, ist es ratsam, sich an einschlägige Empfehlungen zu halten. Dr. Marco Beyer und Dr. Michael Eikkermann legen in ihrem diesbezüglichen Beitrag dar, was alles vorbeugend getan werden kann, damit sich der Anwender vor den Risiken mit Pflanzenschutzmitteln schützen kann. Die Autoren thematisieren auch den Verbraucherschutz und erläutern Fachbegriffe, die bei der toxikologischen Bewertung von Pflanzenschutzmitteln eine Rolle spielen.

Forstwesen in Luxemburg

„Waldschutz: intelligente Nutzung statt Verwahrlosung“, so der Titel des Beitrags der Vereinigung Lëtzebuerger Privatbësch. Diese ist seit Jahren bemüht, Kleinstwaldbesitzer zu einer regelmäßigen Bewirtschaftung ihrer Flächen zu motivieren. In diesem Kontext macht sie auf die Wichtigkeit der Forstzertifizierung aufmerksam, die in Zukunft unerläßlich sein wird, um den Wald wirtschaftlich nutzen zu können. Außerdem achtet man bei der PEFC-Zertifizierung auf eine nachhaltige Nutzung mit standortangepaßten Mischwaldbeständen. Der Wald soll letztlich durch Nutzung erhalten werden und seinen vielfältigen sozialen und ökologischen Funktionen gerecht werden.

Ebenfalls um das Forstwesen geht es im Beitrag der Naturverwaltung. Die Direktion der Naturverwaltung legt darin umfassend dar, welche Maßnahmen im Forstbereich gefördert werden und wie die diesbezüglichen Rahmenbedingungen aussehen. Dazu gehört auch der Wegebau.

Integrierte und Biolandwirtschaft

Marc Fiedler geht in seinem Artikel auf das FILL-Konzept einer nachhaltigen Landwirtschaft ein, das ökonomische, ökologische und soziale Komponenten gleichermaßen integriert. Er konzentriert sich in seinen weiteren Ausführungen auf die ökonomische Komponente, die einem landwirtschaftlichen Betrieb das wirtschaftliche Überleben erst ermöglicht. Diesbezüglich stellt er 14 ökonomische Indikatoren mit Aussagekraft vor.

Das Institut für Biologische Landwirtschaft und Agrarkultur (IBLA) existiert seit 2007. Steffi Zimmer vom IBLA stellt die verschiedenen Aufgabengebiete vor, die Beratung, Forschung sowie Ausbildung und Kommunikation umfassen. Die Projekte in Sachen Versuchswesen und Forschung werden vorgestellt, ebenso die Demonstrationsbetriebe biologischer Landbau.

Betreuungs- und Lehrbauernhöfe

In den Niederlanden und in Flandern sind sie weit verbreitet: die sog. Care- Farms. Dies sind Bauernhöfe, wo Menschen, die vor allem psychische oder andere schwerwiegende Probleme haben, leben und arbeiten können. In den Niederlanden und in Flandern werden die Schwerpunkte hierzu mitunter unterschiedlich gesetzt. Sinn und Zweck ist letztlich eine betreute Therapie durch regelmäßige Arbeit, dies im Rahmen der Möglichkeiten des Patienten.

Hierzulande gibt es zwar noch keine Care-Farm, aber es gibt Lehrbauernhöfe. Schüler und Erwachsene erhalten hier einen Einblick in die Landwirtschaft und können so manche lehrreiche Stunde auf einem Bauernhof verbringen. Der Sekretär der Vereinigung der Lehrbauernhöfe (Apfapl) stellt hierzu die neue Broschüre in seinem Artikel vor.

Nicht zu vergessen die Beiträge des Service Activités Féminines, der Lëtzebuerger Bauerejugend sowie der umfassende Artikel der langjährigen Pferdeautorin Lou Brandenburger zum heimischen Reitsport- und Pferdezuchtgeschehen im Jahr 2011.

PDR 2006 – 2013: Mesure 1.2.1. – Investitionen – Neue Kriterien für die Beihilfen

Im Sommer 2011 hat das Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau und die Entwicklung des ländlichen Raumes festgestellt, daß fast alle von der Europäischen Union kofinanzierten Mittel für die Investitionen in den landwirtschaftlichen Betrieben aufgebraucht waren. Auch die Dienste der Europäischen Kommission hatten in einem Schreiben an das Ministerium auf diesen Tatbestand aufmerksam gemacht.

Im Prinzip hätte dies zur Folge gehabt, daß keine Subventionen im angegebenen Bereich mehr ausgezahlt werden könnten. Da eine solche Situation nicht hinnehmbar war, entschied sich das Ministerium dazu, eine schnelle und angemessene Lösung zu finden, um eine weitere Subventionierung dieser Investitionen zu ermöglichen.

Sämtliche staatlichen Beihilfen unterliegen einem von der europäischen Gesetzgebung strikt festgelegten Rahmen. Für die Definition der Kriterien der staatlichen Beihilfe gelangt die Verordnung (EG) Nr. 1857/2006 der Kommission vom 15. Dezember 2006 zur Anwendung. Diese Verordnung ermöglicht eine schnelle Einführung einer staatlichen Beihilfe, welche gleich den Kriterien der europäischen Gesetzgebung entspricht, indem sie alle wesentlichen Anforderungen beinhaltet, welche von Staat und Betrieben einzuhalten sind.

Der Antrag des Ministeriums an die Europäische Kommission auf eine Einführung einer staatlichen Beihilfe für Investitionen, welcher sich auf die Verordnung (EG) Nr. 1857/2006 stützt, wurde von dieser am 3. August 2011 bestätigt und konnte somit jederzeit in Kraft treten.

Anfang November 2011 stellte das Ministerium fest, daß nun alle kofinanzierten Mittel erschöpft sind, so daß die Anwendung der neuen Staatsbeihilfe beschlossen werden mußte.

Als Stichtag wurde der 15. November 2011 festgelegt. Alle Anträge, die nach diesem Datum bei der ASTA eingereicht wurden, unterliegen daher den neuen Bestimmungen. Dies gilt auch für die Anträge, die vor dem 15. November 2011, aber nicht vollständig oder nicht konform eingereicht wurden.

Die vorhin erwähnte europäische Verordnung schreibt vor, daß der einem Einzelunternehmen gewährte Beihilfehöchstbetrag in einem Zeitraum von drei Wirtschaftsjahren den Betrag von 400.000 EUR bzw. 500.000 EUR, wenn sich das Unternehmen in einem benachteiligten Gebiet befindet, nicht übersteigen darf. Dieser Höchstbetrag bezieht sich nur auf die Investitionsanträge, die unter die nationale Beihilferegelung ab dem 15. November 2011 fallen. Alle vorhergegangenen Zuschüsse fließen nicht in diese Berechnung ein.

Es sei schließlich darauf hingewiesen, daß das EU-Recht über dem nationalen Recht steht und somit dadurch etwaige dem zuwiderlaufende Kriterien im Agrargesetz gegenstandslos werden.

Mitgeteilt vom Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau und die Entwicklung des ländlichen Raumes

2012: Internationales Jahr der Genossenschaften

Die Vereinten Nationen haben 2012 zum Internationalen Jahr der Genossenschaften ausgerufen, um auf die weltweite Bedeutung von Genossenschaften aufmerksam zu machen und ihre Rolle für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung vieler Länder zu betonen. Im einschlägigen Beschluß der 65. Plenarversammlung der Vereinten Nationen vom 18. Dezember 2009 heißt es u.a., daß „die Genossenschaften in ihren verschiedenen Formen die breitestmögliche Mitwirkung aller Menschen an der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung fördern, zu einem wichtigen Faktor dieser Entwicklung werden und zur Beseitigung der Armut beitragen“. Genossenschaften würden es möglich machen, zugleich nachhaltig zu wirtschaften und sozial verantwortlich zu handeln; sie würden außerdem einen wichtigen Beitrag zum Erreichen internationaler Ziele im Bereich des Siedlungs und Wohnungswesen, der Förderung von Frauen, der Nahrungsmittelversorgung oder des nachhaltigen Wirtschaftens leisten. Nach Angaben der UNO gibt es weltweit 800 Millionen Genossenschaftsmitglieder in mehr als 100 Ländern; über 100 Millionen Arbeitsplätze werden von Genossenschaften bereitgestellt. Die Hälfte der Weltbevölkerung – so schätzt die UNO – findet ihre Ernährungsgrundlage in Genossenschaften. So tragen Kreditgenossenschaften, ländliche und gewerbliche Genossenschaften dazu bei, regionale Wirtschaftskreisläufe zu stabilisieren und lokale Beschäftigung zu fördern.

Ziel des Internationalen Jahres der Genossenschaften ist, laut Beschluß der Vereinten Nationen, die Förderung des genossenschaftlichen Modells in der Welt und die Erzeugung von Aufmerksamkeit für ihre bedeutende Rolle in der nachhaltigen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. Zu diesem Zweck werden die Staaten zu einer Reihe von Maßnahmen aufgefordert: So sollen sie eine Gesetzeslage schaffen, die Genossenschaften die gleichen Ausgangsbedingungen wie anderen Wirtschaftsund Sozialunternehmen garantiert. Den Regierungen wird nahegelegt, die Rechts- und Verwaltungsvorschriften für die Tätigkeit von Genossenschaften gegebenenfalls weiter zu prüfen, mit dem Ziel, das Wachstum und die Bestandfähigkeit von Genossenschaften in einem raschem Wandel unterworfenen sozioökonomischen Umfeld zu stärken. Staaten sollen die Möglichkeiten des Genossenschaftsmodells zur Erreichung einer sozialen Entwicklung besser nutzen, die Einrichtung und den Aufbau von Genossenschaften unterstützen und erleichtern sowie die Vorteile des Modells einer breiteren Öffentlichkeit vermitteln. Sie werden außerdem gebeten, Programme zum Kapazitätsaufbau in Genossenschaften zu erarbeiten sowie landwirtschaftliche und Finanzgenossenschaften besonders zu fördern.

Cogeca-Pressekonferenz zum Internationalen Jahr der Genossenschaften

Zu Beginn des Internationalen Jahres der Genossenschaften 2012 hatte Cogeca am 12. Januar, gemeinsam mit Cooperatives Europe und anderen europäischen sektorbezogenen Mitgliedsorganisationen, zu einer Pressekonferenz unter der Schirmherrschaft des Europaabgeordneten Capouloas Santos eingeladen, um die bedeutende Rolle landwirtschaftlicher Genossenschaften im Markt und ihr zentraler Beitrag zur EU- 2020-Strategie hervorzuheben. Immerhin beschäftigt der Agrar-Lebensmittelsektor 40 Mio. Menschen. Landwirtschaftliche Genossenschaften sind der Motor für die Gewährleistung eines wettbewerbsfähigen, innovativen Agrar-Lebensmittelsektors in der EU, so die Cogeca-Verantwortlichen bei der Pressekonferenz. Genossenschaften versetzen Landwirte in die Lage, ihre Kräfte für die Vermarktung ihrer Erzeugnisse zu bündeln und den Produkten einen Mehrwert zu verleihen, sie helfen, die Landwirte gegen Risiken abzusichern und sie tragen dazu bei, die Produktentwicklung durch Forschung und Innovation zu gewährleisten. Im Obst- und Gemüsesektor zum Beispiel, in dem das Angebot starken saisonalen Schwankungen unterliegt, spielen Genossenschaften eine grundlegende Rolle für das Marktgleichgewicht.

Auch unterstrichen die Cogeca-Verantwortlichem, daß es wichtiger denn je ist, das Angebot über die Entwicklung von Genossenschaften weiter zu konzentrieren, damit die Landwirte, die derzeit nur einen Bruchteil jedes Euros erhalten, den die Verbraucher zahlen, einen besseren Erlös über den Markt erwirtschaften können. Dies sei mit Blick auf die aktuelle Wirtschaftskrise und die weltweit steigende Lebensmittelnachfrage, die bis 2050 um 70% steigen dürfte, zentral. Deshalb sei es von größter Bedeutung, sicherzustellen, daß im Rahmen der EU-Politiken zur Stärkung der Rolle der Genossenschaften noch sehr viel mehr geschieht. In dem Sinn begrüßt Cogeca (als ein Schritt in die richtige Richtung), daß die EU-Kommission diesen Tatbestand mit Blick auf landwirtschaftliche Genossenschaften anerkannt und in ihren Vorschlägen zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik mit Plänen zur Stärkung ihrer Rolle aufgewartet hat. Die Kommission hat die Intention, an jedem Sektor zu arbeiten und zu untersuchen, wie Erzeugerorganisationen wie Genossenschaften gestärkt werden können, insbesondere in den Schwerpunktsektoren Obst und Gemüse, Wein, Olivenöl und Schafe. Der Mehrwert, den die Genossenschaften in diesen Sektoren bereits erbracht haben, muß auf dem Markt mehr Anerkennung finden.

Allerdings müsse die Politik dem Berufsstand helfen, indem die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Bauern müsse die Möglichkeit gegeben werden, sich zu starken Erzeugergemeinschaften zusammenzuschließen, damit sie innerhalb der Wertschöpfungskette mit Verarbeitern und dem Einzelhandel auf Augenhöhe verhandeln können.

Die derzeitige Struktur der Genossenschaften ist nach Auffassung der Cogeca-Verantwortlichen nicht schlagkräftig genug. Aktuell gebe es EU-weit rund 38.000 Erzeugerorganisationen, die oft zu klein seien. Wenn die Entwicklung hin zu größeren Einheiten schleppend vorangehe, dann liege das sowohl an den Rahmenbedingungen im Wettbewerbsrecht als auch an kulturellen Unterschieden innerhalb des Berufsstandes. Wegen eines starken Identitätsbewußtseins gebe es oft Vorbehalte, sich mit benachbarten Kooperativen zusammenzuschließen, umso mehr, wenn dabei Staatsgrenzen überschritten würden.

Für Cogeca ist allerdings die Schaffung von starken Erzeugergemeinschaften die einzige Möglichkeit, die Entwicklung hin zu großen Einzelbetrieben zu vermeiden. Gerade deshalb müßten Landwirte Allianzen schmieden und ihre starke Seite suchen. Das könnten Dinge wie Ertragssteigerungen oder Kosteneinsparungen sein, aber nicht notwendigerweise. Auch die Fokussierung auf eine besondere Qualität oder die Vermarktung seien gangbare Wege.

Cogeca und die Partnerorganisationen wollen im Internationalen Jahr der Genossenschaften 2012 neue Initiativen anstoßen und die Anstrengungen zur Förderung landwirtschaftlicher Genossenschaften verstärken. Im Laufe des Jahres werden eine Reihe von Veranstaltungen organisiert, um die Bedeutung der Genossenschaften hervorzuheben. Für April ist eine Woche der Genossenschaften geplant; am 20. Juni wird Cogeca den Europäischen Preis für genossenschaftliche Innovation verleihen. Dieser Preis soll zeigen, wie kreativ und innovativ die landwirtschaftlichen Genossenschaften Europas sind und andere ermutigen, ihre Wettbewerbsfähigkeit sowie ihre Positionierung in der Lebensmittelkette zu verbessern und mehr innovative Produkte herzustellen. Projekte könnten beispielsweise eine bessere Verpackung oder einen besseren Vertrieb oder die Verbesserung der Haltbarkeit von Produkten oder des Nährstoffgehalts umfassen.

Georges Schaaf ist neuer Direktor von Domaines Vinsmoselle

Constant Infalt geht nach 25 Jahren an der Spitze der Genossenschaft in den wohlverdienten Ruhestand.

Eine Ära geht zuende: Nach fast vier Jahrzehnten bei Domaines Vinsmoselle, davon 25 Jahre als Direktor, hat Constant Infalt zum Jahresende den wohlverdienten Ruhestand angetreten. Der stets umtriebige Direktor hat in diesem Vierteljahrhundert nicht nur dem genossenschaftlichen Weinbau seinen Stempel aufgedrückt, sondern Einfluß auf die Luxemburger Mosel als Ganzes gehabt, indem er tatkräftig innovative Ideen umsetzte, die für das Image des heimischen Weinbaugebiets von großer Bedeutung waren (und nach wie vor sind).

Am vergangenen Montag fand eine Abschiedsfeier für den scheidenden Direktor von Domaines Vinsmoselle in der Wormeldinger Caves Crémant POLL-FABAIRE statt. Der Einladung waren zahlreiche Ehrengäste gefolgt, darunter Ehrenstaatsminister Jacques Santer, der amtierende Weinbauminister Romain Schneider und sein Vorgänger Fernand Boden sowie der Direktor des Weinbauinstituts, Robert Ley.

Präsident lobt Lebenswerk von Constant Infalt

Henri Streng, der unlängst für eine weitere vierjährige Amtszeit als Präsident von Domaines Vinsmoselle bestätigt worden ist, würdigte in seiner kurzweiligen Rede die zahlreichen Verdienste von Constant Infalt. Der Präsident holte zunächst etwas aus und kam auf die Anfangszeiten von Domaines Vinsmoselle zu sprechen. Sechs Jahre nach Gründung begann der scheidende Direktor seine Tätigkeit bei Domaines Vinsmoselle in der Caves du Sud, und zwar unter dem ersten Direktor Nicolas Schmit. 1974 wurde das Schloß von Stadtbredimus als neuer Verwaltungssitz bezogen. Vier Jahre später wurde Will. Wiltzius Nachfolger von Nicolas Schmit. Im Januar 1987 kam dann die große Stunde für Constant Infalt. Er trat die Nachfolge von Will. Wiltzius an und startete noch im selben Jahr mit einer besonderen Innovation, der ersten Série limitée Art & Vin, die im November 1987 vorgestellt wurde. Diese neue Produktserie wurde bald zum Aushängeschild von Domaines Vinsmoselle. Constant Infalt war bei allen bisherigen 23 Editionen verantwortlich für die Serie, also für die Auswahl und Betreuung der Künstler, für die Gestaltung des edlen Geschenksets und der Weine sowie für die offizielle Präsentation der Serie und der Vorstellung des Künstlers.

Ein weiteres innovatives Highlight war der Einstieg in die äußerst erfolgreiche Crémant-Produktion als Pionierleistung an der Luxemburger Mosel. Henri Streng betonte in diesem Zusammenhang den leidenschaftlichen Einsatz von Constant Infalt, um dieser Innovation mit dem Produktnamen POLL-FABAIRE zum Erfolg zu verhelfen. Auch das Logo für das neue Produkt hat der seinerzeitige Direktor ersonnen. Zu speziellen Anlässen wie Jubiläen wurden eigens besondere Crémant- Cuvées entwickelt, mit denen man auf sich aufmerksam machte. Mit der Cuvée Cult wurde unter Constant Infalt erstmals ein Edelcrémant entwickelt, der für einen Preis von über 10 Euro am Markt etabliert werden konnte. Heute beträgt die Jahresproduktion von Crémant POLLFABAIRE 1,5 Mio. Flaschen. Der Vinsmoselle-Präsident lobte die Weitsicht des scheidenden Direktors, der schon früh davon gesprochen hat, daß sich Luxemburg ideal als Crémant-Region eignen würde und die positive Entwicklung voraussah. Inzwischen sei man beim Umsatzanteil bei über 30% angelangt und auf einem guten Weg, um die 40% zu erreichen. „Und warum sollten es in Zukunft nicht noch 50% werden?“, wagte Henri Streng als langfristigen Ausblick.

Als weitere Innovation nannte er die Produktreihe Sixty-Six für junge Weintrinker. Hiermit wurde Neuland betreten, weil es vorher nicht üblich war, Wein ausschließlich unter einem Markennamen zu verkaufen Last but not least die grenzüberschreitende Qualitätscharta Schengen Prestige, die auf Constant Infalt als Urheber zurückgeht.

Henri Streng kam auch auf strukturelle Innovationen auf Seiten der Kellereien zu sprechen. In die Amtszeit von Constant Infalt fielen die Einrichtung von vier Weinstuben und Wäishops, und zwar in Remerschen, Wellenstein, Wormeldange und Grevenmacher. Außerdem wurde auf sein Betreiben in Wellenstein die zentrale Abfüllung eingerichtet, während die Caves de Wormeldange zur zentralen Crémant-Kellerei wurde.

Der Präsident lobte Constant Infalt auch für seinen unermüdlichen Einsatz innerhalb der genossenschaftlichen Strukturen. Hier galt es, Überzeugungsarbeit zu leisten, um Domaines Vinsmoselle voranzubringen. In diesem Kontext erwähnte Henri Streng die kürzlich erfolgte Statutenänderung, derzufolge die Mitglieder ab sofort nicht mehr über die Kellereien bei Domaines Vinsmoselle vertreten sind, sondern direkt bei Domaines Vinsmoselle als Dachstruktur der Genossenschaft.

Henri Streng lobte Constant Infalt schließlich als langjährigen Leader des luxemburgischen Weinbusiness und machte deutlich, daß Domaines Vinsmoselle als Wirtschaftseinrichtung von nationaler Bedeutung das Lebenswerk des scheidenden Direktors sei. Sein Name werde noch ganz lange an der Luxemburger Mosel genannt werden, zeigte er sich überzeugt.

Domaines Vinsmoselle als Lebensschule

Im Anschluß war es an Constant Infalt, das bereits Gesagte um einige Punkte zu ergänzen. Der scheidende Direktor dankte den zahlreichen Gästen für ihr Erscheinen. Er betonte eingangs, daß Domaines Vinsmoselle für ihn die große Lebensschule war. Anfangs habe er großes Glück gehabt, daß Vorbilder da waren, von denen er lernen konnte. So erwähnte er beispielhaft den ehemaligen Direktor Will. Wiltzius und den langjährigen Präsidenten Vic. Gloden. Auch machte er deutlich, daß man die Direktion nicht im Alleingang machen kann, sondern ein professionelles Team erforderlich ist. Im administrativen Bereich lobte er Marc Gonderinger als „Tandempartner“. Als wichtigen Lehrmeister in Sachen Önologie, der viel zu Produktinnovationen beigetragen hat, erwähnte er den 2003 allzu früh verstorbenen technischen Direktor Nico Moschtert.

Constant Infalt war ebenfalls voll des Lobes für den langjährigen treuen Handelspartner Cactus. Er betonte die Wichtigkeit des Supermarktabsatzes in heutiger Zeit, gerade auch für das Erfolgsprodukt Crémant.

Der scheidende Direktor betonte die stetige Investitionsbereitschaft, die er als Indiz für die gesunde wirtschaftliche Situation sieht, und zeigte sich erfreut, daß die unter seiner Ägide ausgearbeiteten Projekte stets von der Genossenschaft getragen wurden. Auch lobte er die guten Erfahrungen mit den jeweiligen politisch Verantwortlichen und den für Weinbau zuständigen Beamten. So erwähnte er die vier schlechten Jahre 1978-1981, die zunächst Hilfen für Ertragsausfälle nach sich zogen. Schließlich wurde man sich einig mit dem Ministerium, daß der Staat sich an Versicherungen gegen solche Ausfälle beteiligte, anstatt die Winzer künftig wieder als Bittsteller dastehen zu lassen. Die Luxemburger Mosel sei seitdem auch nicht mehr in der Diskussion gewesen wegen Entschädigungen. Des weiteren erwähnte er, daß er seit 20 Jahren auf Erzeugerseite die Luxemburger Mosel in Brüssel vertritt.

Constant Infalt teilte seine Zeit bei Domaines Vinsmoselle in drei Phasen ein. Bis 1985 seien es unsichere Jahre gewesen. Von 1985-2000 habe man „goldene Jahre“ erlebt, wo vieles von alleine gegangen sei. Seit 2000 erlebe man wieder eine kritische Periode mit sinkenden Absätzen. Während man zuvor mehr als 50% über die Gastronomie abgesetzt habe, sei durch verstärkte Alkoholkontrollen eine starke Umstellung der Konsumgewohnheiten eingetreten, die man zuvor nicht für möglich gehalten hätte.

Schließlich kam der Direktor auf seinen Nachfolger zu sprechen. Er bezeichnete es als Glücksfall, daß Domaines Vinsmoselle den ehemaligen Verkaufsdirektor von Domaines Vinsmoselle (von 1993-94) für den Posten gewonnen hat, der schon mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut sei. Zum Abschluß übergab er seinem Nachfolger symbolisch den entscheidenden Schlüssel für sein neues Amt, einen Generalschlüssel für die Weinfässer der Vinsmoselle-Kellereien.

Neuer Direktor gibt sich innovationsfreudig

Georges Schaaf bedankte sich anschließend für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Er versprach, Investitionen auf hohem Niveau beizubehalten und neue Ideen im Absatz und bei Produkten umzusetzen. So sollten nach seinen Worten verstärkt Grenzgänger als Kunden gewonnen werden. Auch sollten neue Kunden unter 30 Jahren hinzugewonnen werden. Das Erfolgsprodukt Crémant POLL-FABAIRE solle beim Absatz den Weg ins Ausland finden.

Als weitere Punkte betonte der neue Direktor die Wichtigkeit von Zertifizierung und nachhaltiger, umweltgerechter Qualitätsproduktion. In diesem Kontext machte er auf die 2011 geschaffene Weinberatungsstelle aufmerksam.

Abschließend kam er auf die neue Außendarstellung zu sprechen. Ein neues Logo existiere bereits. Jetzt arbeite man an neuen Etiketten und einem neuen Internetauftritt und verstärke die Kommunikation im Bereich der elektronischen Medien.

Lob von Weinbauminister Schneider

Romain Schneider würdigte den scheidenden Direktor als Innovationsmotor an der Luxemburger Mosel, der das Weinbaugebiet weitergebracht und bekanntgemacht habe. Die Anwesenheit vieler hochrangiger Ehrengäste zeige, wie sehr er in seiner Funktion anerkannt gewesen sei. Er habe es stets verstanden, neue Produkte erfolgreich mit einem offensiven Marketing zu begleiten und sei „zu 200% engagiert“ gewesen, um Domaines Vinsmoselle voranzubringen. Beispielhaft nannte der Ressortminister drei Punkte, die auf Constant Infalt zurückgehen: zum einen die Gründung der Jongwënzer von Domaines Vinsmoselle, die immer wieder neue Ideen hineintrugen. Zum zweiten bezeichnete er den ehemaligen Direktor als Vater des Erfolgsprodukts Crémant de Luxembourg. In den 20 Jahren seit der Einführung an der Luxemburger Mosel habe sich der Absatz mehr als verzehnfacht und man habe seither 31 Mio. Flaschen verkauft. Und schließlich als dritten Punkt die bedeutenden Impulse im Bereich der Stillweine. Er nannte diesbezüglich insbesondere die Qualitätscharta von Domaines Vinsmoselle. Abschließend wünschte Romain Schneider dem scheidenden und dem neuen Direktor viel Glück.

SAF-Neijooschtreff

Am vorgestrigen Mittwoch fand im Agrocenter in Mersch der zur Tradition gewordene SAF-Neijooschtreff statt. Diesmal stand die fest im SAF-Kalender verankerte Veranstaltung im Zeichen des Risikomanagements im Ackerbau. Zu dieser Thematik sprach Toni Esch, Generalbevollmächtigter der Vereinigten Hagel in Luxemburg.

Zunächst jedoch wünschte SAF-Präsidentin Apolline Hoffmann in ihrer einleitenden Ansprache allen Anwesenden ein glückliches neues Jahr bei bester Gesundheit. „Es soll für uns alle ein Jahr mit neuen Herausforderungen und vielen interessanten Ideen werden“, so die SAF-Präsidentin.

Apolline Hoffmann kam im Anschluß auf die extreme Witterung im vergangenen Jahr zu sprechen. Alle Betriebe seien mit der extremen Trockenheit geplagt gewesen. Sie erinnerte insbesondere an die Verluste im Grünland aufgrund der Frühjahrstrockenheit. Dadurch ergab sich ein magerer erster Schnitt. Es folgte ein zu kühler Sommer und wiederum ein zu trockener Herbst, was wiederum dazu führte, daß schon früh viel Futter auf der Weide verfüttert werden mußte. Im Extremfall sei in manchen Gegenden praktisch nichts gewachsen. Die SAF-Präsidentin machte in diesem Kontext deutlich, daß das Thema Risikomanagement brandaktuell ist.

Des weiteren thematisierte die Präsidentin die geplante Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik und betonte, daß sich der Beruf für eine akzeptable Reform einsetzt, die auch wirklich praktisch umzusetzen ist. Weitere Auflagen dürften nicht sein und es müßte weiterhin Freude machen, in der Landwirtschaft zu arbeiten, so Apolline Hoffmann. Außerdem wies sie darauf hin, daß die Sicherstellung der Ernährung der Bevölkerung das Hauptziel landwirtschaftlicher Tätigkeit bleiben müsse.

Abschließend machte die SAF-Präsidentin auf das Thema SAF-Aktivitäten aufmerksam. Die ursprünglich geplante Pekingreise mußte mangels Anmeldungen abgesagt werden. Eine Gruppe von Mitgliedern der Bauernzentrale und des SAF wird dennoch vom 8. bis 14. April diese Reise unternehmen. Im Jahr 2012 organisiert der SAF noch andere Aktivitäten, bei denen man sich eine gute Resonanz erhofft.

Der Präsident der Bauernzentrale, Marc Fisch, wies in seiner Ansprache darauf hin, daß die Bauernzentrale nun regelmäßig gemeinsam mit dem SAF Veranstaltungen organisieren wird und sprach den Wunsch aus, daß auch Nicht-SAF-Mitglieder künftig an solchen Veranstaltungen teilnehmen. Er lobte die langjährige SAF-Sekretärin Andrée Maquil für ihr großes Engagement.

Des weiteren wies er darauf hin, daß das Thema Risikomanagement in den kommenden Jahren an Bedeutung zunehmen und die landwirtschaftliche Praxis vor allem auch im Zuge der Reform der GAP immer mehr damit konfrontiert wird. Von Seiten der Politik werde die Unterstützung von betrieblicher Risikoabsicherung gegenüber Entschädigungszahlungen bevorzugt. In nächster Zeit werde es für den Beruf deshalb darum gehen, mit der Politik über den Gegenstand von Risikoabsicherung und die Frage diesbezüglicher Konditionen zu diskutieren.

Des weiteren kam Marc Fisch auf das geplante „Greening“ zu sprechen. Angesichts der weltweiten Hungerprobleme (selbst Europa sei betroffen) staune man über den Kommissionsansatz, EU-weit 5-7 Millionen ha Ackerland aus der Produktion nehmen zu wollen.

Der Präsident der Bauernzentrale machte deutlich, daß die Landwirtschaft kämpfen müsse für eine vernünftige Lösung in der Agrarpolitik. U.a. seien für 2012 weitere Treffen mit Landwirtschaftsminister Schneider bezüglich der Agrarreform geplant.

Der Vortrag von Toni Esch zum Thema „Was die Blüte der Haselnuß mit dem Wetter zu tun hat“ wird in der nächsten Nummer beleuchtet.

SAF-Neijooschtreff im Zeichen des Risikomanagements

Am Mittwoch vergangener Woche fand im Agrocenter in Mersch der SAF-Neijooschtreff statt. Diesmal stand die Veranstaltung im Zeichen des Risikomanagements in der Pflanzenproduktion. Im zweiten Teil unseres Beitrags geht es um den Fachvortrag von Toni Esch, Generalbevollmächtigter der Vereinigten Hagel in Luxemburg.

Das Thema seines Vortrags lautete: „Was die Blüte der Haselnuß mit dem Wetter zu tun hat“. Der Referent von der Vereinigten Hagel zeigte zunächst anhand eines Diagramms für Braunschweig, daß sich die Haselnußblüte seit Mitte der Fünfziger Jahre immer weiter nach vorne verschoben hat. Während in den 50er Jahren noch Mitte März als normaler Blühtermin galt, ist es inzwischen Mitte Januar. Im Extremjahr 2007 blühte die Haselnuß gar schon Anfang Dezember. Für Pollenallergiker bedeutet dies eine nicht erwünschte Verlängerung der „Pollensaison“.

Als weiteres Indiz für den offensichtlichen Klimawandel zeigte er den deutlichen Rückgang des Tschierva- Gletschers im schweizerischen Graubünden seit dem 19. Jahrhundert. Für die nächsten Jahrzehnte wird noch einmal ein sehr starker Schwund prognostiziert, so daß von diesem einst stolzen Gletscher bis 2100 so gut wie nichts mehr übrigbleiben wird.

Für Mitteleuropa nannte er folgende Witterungsrisiken infolge des Klimawandels:

  • Zunahme starker Winterstürme;
  • weniger kalte und frostige Winter mit intensiveren Niederschlägen;
  • heißere u. trockenere Sommer mit höherem Dürrerisiko (z.B. 2003);
  • Zunahme schwerer Unwetter mit Hagel, Sturm und Starkregen.

Für den Winter sind demzufolge höhere Minimalwerte (also weniger strenger Frost) und für den Sommer höhere Maximalwerte zu erwarten. Toni Esch machte auf weitere Indizien für den Klimawandel aufmerksam, die für die Versicherer schon heute deutlich zu spüren sind: Die Schadereignisse werden häufiger und die Intensität dieser Ereignisse nimmt zu. Als Beispiel führte er das extreme Frühjahr 2011 an, das im benachbarten Rheinland-Pfalz als das trockenste seit Beginn der Messungen im Jahr 1893 gilt. Er betonte in diesem Kontext, daß die Anforderungen an Versicherer größer werden.

Der Generalbevollmächtigte der Vereinigten Hagel zeigte dann einen europäischen Vergleich bezüglich der Möglichkeiten des Risikomanagements der Pflanzenproduktion auf. Während in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Großbritannien nur Einzelrisiken abgesichert werden, sind es in vielen osteuropäischen EU-Staaten sowie in Portugal und Schweden Mehrgefahrenversicherungen mit einer begrenzten Deckung. Ertragsausfallversicherungen mit einer umfassenden Deckung gibt es außer in Luxemburg nur noch in Frankreich, Spanien, Italien und Österreich. Aber auch bei den Kombiangeboten in den Mehrgefahren- und Ertragsausfallversicherungen gibt es Unterschiede innerhalb Europas. Am besten ist die Risikoverteilung in Luxemburg, denn nirgendwo sonst in Europa kann man sich (neben den sonst höchstens aufgeführten sechs Risiken Auswinterung, Starkregen, Frost, Sturm, Hagel und Trockenheit) auch gegen Auswuchs absichern.

So unterschiedlich wie die Angebote sind auch die Subventionshöhen. Nur in Portugal und Italien zahlt der Staat im Durchschnitt mehr als 50% der Prämien als Zuschuß, in einer Reihe von Ländern (u.a. Spanien, Polen und Luxemburg) sind es genau 50%, bei den meisten jedoch unter 50%. In Frankreich sind es weniger als 10% und in nicht wenigen Ländern (u.a. Deutschland und Belgien) werden keinerlei Subventionen gezahlt. Im EU-Durchschnitt wird ein knappes Drittel der Prämien vom Staat bezuschußt. Der Redner merkte an, daß die in Deutschland bestehende Mehrgefahrenversicherung wegen der Nichtbezuschussung als unverkäufliches Produkt gilt.

Der Referent zeigte im folgenden etliche Bilder von Schäden durch extreme Witterungsereignisse in Luxemburg. Frühe Totalschäden durch Hagel, Schäden durch Auswinterung, Starkregen, Sturm und Auswuchs. Natürlich gab es auch eindrückliche Bilder vom extremen Trockenjahr 2011. Bis zu 80% betrugen die Schäden beim Wintergetreide, während beim Sommergetreide mancherorts überhaupt nichts zu ernten war. Toni Esch zeigte anhand der Trokkenschäden, wie die Ertragsausfälle von den geschulten Schadensschätzern aus Luxemburg ermittelt werden.

Abschließend kam der Redner von der Vereinigten Hagel noch auf ein Extremereignis an der deutschen Mosel zu sprechen, das nicht nur vom Ausmaß, sondern auch vom Zeitpunkt außergewöhnlich war: Der Hagelsturm vom 26. August 2011. Zu einem Zeitpunkt, wenn die Hagelsaison üblicherweise längst gelaufen ist, gab es in mehreren Weinorten an der Mittelmosel, vor allem in Veldenz, schwerste Schäden nicht nur an Wein und Ackerkulturen, sondern auch an Gebäuden und Fahrzeugen. Die Hagelkörner waren teils faustgroß und wogen bis zu 500 g.

Blick auf die Welt-Milchproduktion

Das Wachstum der globalen Welt- Milchproduktion dürfte sich im nächsten Jahr voraussichtlich abschwächen, so die jüngste Prognose des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums auf Basis der Entwicklung der Milcherzeugung in den wichtigsten Produzentenländern, auf die mit rund 450 Mio. t etwa 80% des gesamten Weltmilchaufkommens entfallen.

Wie aus nachstehender Tabelle hervorgeht, haben diese Länder ihre Milchproduktion in den letzten fünf Jahren von 427,7 auf 450,1 Mio. t gesteigert, d.h. um rund 5,7%. Für 2012 wird von einer weiteren Steigerung auf 458,1 Mio. t ausgegangen. Die relativ starke Steigerung der Erzeugung in 2011 führen die US-Marktexperten auf den starken Preisanstieg zu Jahresbeginn, als die weltweite Importnachfrage nach Milcherzeugnissen das verfügbare Angebot übertraf, zurück: Die Kuhbestände wurden aufgestockt und die Produktion ausgeweitet. Für 2012 wird eine noch stärkere Aufstockung der Milchkuhbestände auf annähernd 133 Millionen Tiere vorausgesagt, dies auf dem Hintergrund einer relativ stabilen Importnachfrage nach Milchprodukten, des anhaltenden Bevölkerungswachstums und des wachsenden Wohlstands insbesondere im asiatischen Raum.

Neuseeland und Australien

Angesichts äußerst günstiger Witterungsbedingungen dürfte das Milchaufkommen in Neuseeland in 2011 um fast 9% auf das Rekordniveau von 18,68 Mio. t zulegen, dies bei einem Milchkuhbestand von 4,82 Mio. Tieren. Die durchschnittliche Milchkuhleistung wird von den US Experten auf 3.880 kg veranschlagt. Für 2012 wird eine weitere Steigerung der neuseeländischen Milcherzeugung auf über 19 Mio. t vorausgesagt.

Für Australien wird die diesjährige Milchproduktion auf 9,55 Mio. t geschätzt, 2,4% mehr als in 2010, bei einem Milchkuhbestand von 1,61 Mio. Tieren. Probleme stellen immer noch das chronisch knappe Angebot an Färsen, eine Folge der extremen Dürrejahre 2006 und 2007, sowie die hohen Getreidepreise dar. Für 2012 prognostizieren die US-Experten eine Steigerung der Milchproduktion um 2% auf 9,75 Mio. t.

USA und Kanada

In den USA, so die Schätzungen der US-Experten, dürfte die Milchproduktion sich in 2011 auf 88,95 Mio. t belaufen, 1,7% mehr als 2010 bzw. 8,2% mehr als in 2007. Dabei wird von einer Aufstockung des Milchkuhbestandes auf 9,20 Mio. Tiere und einer Zunahme der durchschnittlichen Milchleistung pro Kuh auf 9.670 kg ausgegangen, womit die USA unter den erfaßten Ländern mit Abstand die höchste Milchmenge pro Kuh aufweisen. Für 2012 rechnen die Experten mit einer leichten Abstockung der Tierbestände, allerdings einer höheren Milchleistung, so daß das amerikanische Milchaufkommen die Marke von 90 Mio. t überschreiten dürfte.

Für Kanada wird die Milcherzeugung in 2011 auf 8,4 Mio. t geschätzt, etwas mehr als in 2010. Einen leichte Steigerung des Kuhbestandes sowie der Produktion wird auch für 2012 prognostisiert. Die durchschnittliche Milchleistung in Kanada liegt bei rund 8.500 kg.

Brasilien und Argentinien

In Brasilien ist die Milchproduktion in den vergangenen Jahren stetig ausgebaut worden. Von 2007 bis 2010 wuchs das Aufkommen dort um insgesamt 3,2 Mio. t auf 29,95 Mio. t, in 2011 dürfte sie sich schätzungsweise auf 30,6 Mio. t belaufen. Für 2012 erwartet das US-Landwirtschaftsministerium eine weitere Zunahme auf über 31 Mio. t.

In Argentinien zeichnet sich in 2011, nach einer sehr schleppenden Entwicklung in den vergangenen Jahren, teilweise auch infolge der Dürre, eine Steigerung der Milchproduktion um mehr als 13% auf fast 12 Mio. t ab. Allerdings leidet die argentinische Milchwirtschaft unter der hohen Inflation, womit die Rentabilität stark beeinträchtigt wird. Laut Experten dürfte die argentinische Milchproduktion in 2012 weiter wachsen, allerdings in sehr viel geringerem Maß als in 2011. Der Kuhbestand wird auf rund 2,2 Mio. Tiere veranschlagt, die durchschnittliche Milchleistung auf etwa 5.600 kg.

EU und Rußland

Die diesjährige Milcherzeugung in der EU wird, bezogen auf die Anlieferungsmenge, auf 137,8 Mio. t veranschlagt, 1,7% mehr als in 2010. Laut US-Experten dürften die höheren Kosten, ein voraussichtlich nur schleppender Binnenverbrauch und die Unsicherheiten wegen der Euro- Staatsschuldenkrise die Expansion der Milchproduktion in der EU bremsen. Für 2012 wird demnach eine Ausweitung der Milcherzeugung in der Union um 0,8% auf 138,95 Mio. t prognostiziert. Die durchschnittliche Milchleistung pro Kuh liegt im laufenden Jahr bei etwa 5.970 kg und dürfte in 2012 die Marke von 6.000 kg übertreffen.

In Rußland hat sich die Rohmilchproduktion nach dem Dürrejahr 2010 auf einem Niveau von etwa 32 Mio. t stabilisiert und es deutet wenig auf eine dynamischere Entwicklung hin. Laut russischem Landwirtschaftsministerium dürfte die Milchproduktion sogar leicht zurückgehen, da die Privathaushalte, auf die derzeit noch 45% bis 48% der gesamten russischen Milchproduktion entfallen, ihren Milchkuhbestand voraussichtlich weiter reduzieren. Unter den analysierten Ländern ist die Ukraine das Land, in dem über die letzten fünf Jahre der stärkste Rückgang des Milchaufkommens und des Kuhbestandes festzustellen ist.

Indien, China, Japan

Den wohl kräftigsten Anstieg der Milchproduktion in den letzten fünf Jahren ist in Indien zu verzeichnen: Dort stiegen die Milchablieferungen zwischen 2007 und 2011 von 42,8 Mio. t auf 52,5 Mio. t, d.h. um mehr als 23%. Ähnlich stark ist auch die Zunahme des Kuhbestandes – von 38 Mio. Tiere auf 46,2 Mio. in 2011, d.h. ein Plus von 21,5%. Das gesamte Milchaufkommen in Indien liegt bei über 120 Mio. t; davon wird aber nur ein Teil an Molkereien und Verarbeitungsunternehmen abgeliefert.

Sowohl in Japan als auch in China sind Milchaufkommen und Kuhbestand über die letzten fünf Jahre rückläufig gewesen, wobei allerdings (gemäß US-Experten) in China in 2010/11 eine Trendwende eingesetzt hat und die Milchablieferungen wiederum ansteigen.

Synplants – E’slecker Setzgromperegenossenschaft

Vor zwei Wochen hatten wir im „De Letzeburger Bauer“ über die Generalversammlung von Synplants berichtet, wobei die Verantwortlichen der Genossenschaft die Resultate des letzten Jahres präsentierten, gleichzeitig auf agronomische und wirtschaftliche Aspekte in bezug auf die Erzeugung von Kartoffelpflanzgut eingingen. Interessant und bemerkenswert ist vor allem die Tatsache, daß Synplants nicht nur eine große Vielfalt an Kartoffelvarietäten produziert und vermarktet, sondern auch ein weitgehend international operierendes Unternehmen ist: Immerhin werden mehr als 90% der hierzulande produzierten absatzfähigen Pflanzkartoffeln exportiert, und dies weit über Europa hinaus. Synplants muß somit den international geltenden Qualitätskriterien gerecht werden, um im Handel überhaupt mithalten zu können. Dies bedeutet auch, daß den Erzeugern nicht nur strenge Produktionskriterien auferlegt werden, sondern auch von ihnen viel Wissen und Können abverlangt wird, um diesen Normen zu entsprechen und ein auf dem Markt gewünschtes und absatzfähiges Pflanzgut herzustellen.

Um dem Leser Synplants und seine Tätigkeiten näherzubringen, wird im nachstehenden Artikel nochmals auf die Geschichte der Genossenschaft, deren Aufbau eingegangen, sowie auf Aspekte betreffend die Ernte 2011 und den Absatz.

Artikel im De Letzeburger Bauer vom 30.12.2011