Traditioneller Empfang auf der Frühjahrsmesse

Am 13. Mai ging die 100. Frühjahrsmesse zu Ende. Insgesamt rund 70.000 Menschen besuchten die Foire de Printemps und unterstrichen damit die Bedeutung dieser traditionsreichen Publikumsmesse für die Bereiche Haushalt, Gartengestaltung, Wellness, Dienstleistungen sowie neuerdings auch Elektrofahrzeuge und alternative Mobilitätslösungen. Auch der unter „Vinigast“ geführte Lebensmittelbereich darf nicht fehlen, und so boten wieder zahlreiche heimische Winzer und auch andere Produzenten von qualitativ hochwertigen Regionalprodukten ihre Produkte an. Landwirtschaftskammer und Landwirtschaftsministerium sorgten gemeinsam für einen Auftritt unter dem Motto „Sou schmaacht Lëtzebuerg“. Informationen zu heimischen Qualitätslebensmitteln und Verkostungen von frisch zubereiteten, kleinen Gerichten auf Basis dieser Regionalprodukte gingen hierbei Hand in Hand.

Der stets gut besuchte Empfang am Stand der Marque Nationale, der am Donnerstag vergangener Woche stattfand, hat Tradition auf der Messe. Diesmal stand das 80jährige Jubiläum der „Marque Nationale“, verbunden mit dem ebenfalls 80jährigen Jubiläum der Butter-Nationalmarke, im Mittelpunkt.

Der Präsident der nationalen Buttermarke, Jean Mersch, kam eingangs auf den Ursprung der Nationalmarke zu sprechen, nämlich jenes Gesetz vom 2. Juli 1932, mit dem nicht nur die Schaffung von Nationalmarken ermöglicht, sondern allgemein eine gesetzliche Basis für die Standardisierung von land- und gartenbaulichen Produkten geschaffen wurde. Jean Mersch hob hervor, daß es sich bei der Marque Nationale um das älteste etablierte Markenzeichen der heimischen Landwirtschaft handelt und dieses Garant ist für eine hohe Qualität von Landwirtschafts- und Weinbauprodukten. Der Präsident der Nationalmarke für Butter zeigte hierzu die Rahmenbedingungen auf: festgelegte Produktions-, Verarbeitungs und Vermarktungsbedingungen, die nach gewissen Qualitätskriterien staatlicherseits kontrolliert werden, verbunden mit strengen und unabhängigen staatlichen Kontrollen bezüglich chemischer und mikrobiologischer Eigenschaften und einer organoleptischen Prüfung, bei der Aussehen, Geruch und vor allem Geschmack bewertet werden. „Für den Konsumenten ist die Marque Nationale die Garantie für ein hochwertiges, gesundes und sicheres Lebensmittel“, betonte der Präsident. Des weiteren merkte er an, daß die Marque Nationale seit jeher auch ein wichtiges Instrument für die Produzenten ist, „um zu sehen, wo man dran ist und wie man sich weiter verbessern kann“.

Jean Mersch erinnerte an die Daten der Einführung der jeweiligen Marken: nach der Butter 1932 kamen die Produkte Wein (1935), Honig (1948), Branntwein (1985), Vins mousseaux (1988), Schweinefleisch (1989), Räucherschinken (1990), Crémant (1991), Spezialitätenweine (2001), Wein-Assemblagen (2007) sowie Verarbeitungsprodukte von MN-Schweinefleisch (2010) zum Zuge.

Der Präsident stellte des weiteren die Tatsache heraus, daß die Nationalmarke sich zum Ziel gesetzt hat, den Absatz der MN-Qualitätsprodukte zu fördern. In diesem Kontext machte er auf die Auszeichnungen für heimische MN-Qualitätsprodukte aufmerksam, die die hohe Qualität bestätigen, dies für Weine, Crémants und Branntweine. Beim jüngsten internationalen Metzer Branntweinwettbewerb seien fast alle Medaillen für Obstbrände nach Luxemburg gegangen. Als weiteres Beispiel nannte er die Butter, die bei Prüfungen stets auch mit ausländischer Markenbutter verglichen wird. Die heimische MN-Butter sei mindestens so gut und oft besser als die ausländische Konkurrenz. „Dies beweist, daß die Produkte der Marque Nationale echte Qualitätsprodukte sind, die das Vertrauen der Konsumenten verdienen“, so der Präsident der Nationalen Buttermarke abschließend.

Er schloß seinen Vortrag mit den Statistiken zur Marque Nationale von 2011. Unter den jeweiligen Nationalmarken im Weinbereich wurden 2011 107.142 hl Wein, 16.987 hl Crémant, 3.415 hl Vins mousseaux, 8.670 l Vendange tardive, 1.647 l Eiswein, 155 l Strohwein und 7.580 hl Wein-Assemblagen anerkannt. Beim Branntwein wurden von 74 Proben 86% anerkannt. Diese entsprachen 16.040 hl. 1.655 t Butter wurde das Qualitätslabel Marque Rose zuerkannt. Des weiteren wurden anerkannt: 31.271 Schinken, 66.873 Schweine und rund 214.750 Pfund Honig. Für die zuletzt geschaffene Nationalmarke (Verarbeitungsprodukte auf der Basis von MN-Schweinefleisch) startet erst dieses Jahr die Produktion.

Landwirtschaftsminister Romain Schneider lobte die Marque Nationale als interessantes Instrument, um regionale Qualitätsprodukte zu fördern. Der Ressortchef machte auf die Bemühungen der letzten Jahre aufmerksam, Bestimmungen und Logos anzupassen, um die Produkte aus der großen Produktvielfalt heute besser sichtbar machen zu können.

Er kam auch auf die Sensibilisierungskampagne „Sou schmaacht Lëtzebuerg“ zu sprechen und lobte die diesbezüglichen Aktivitäten am Stand gegenüber, wo regionale Qualitätsprodukte von Eurotoques-Köchen zu kulinarischen Köstlichkeiten verarbeitet wurden. Als Vorteile der regionalen Produkte nannte er die hohe Qualität, die Transparenz und die Rückverfolgbarkeit. Des weiteren kam der Landwirtschaftsminister auf das interessante Pilotprojekt im Rahmen von „Sou schmaacht Lëtzebuerg“ zu sprechen. 17 Gastronomiebetriebe beteiligen sich an diesem Projekt, dessen Ziel darin besteht, den Einsatz regionaler Produkte in der Gastronomie zu fördern und auf die Vorzüge von frischen, hochwertigen Regionalprodukten hinzuweisen. Der Minister lobte, daß innovative Menus im Rahmen des Pilotprojekts entstanden sind.

Er zeigte des weiteren die Notwendigkeit auf, mit „Sou schmaacht Lëtzebuerg“ via öffentliche Kantinen (Maison relais, Altersheime,…) eine breitere Absatzbasis für einheimische Lebensmittel zu schaffen. Dies biete interessierten Produzenten eine ganze Palette an Möglichkeiten und könne dadurch einen Mehrwert für die Landwirtschaft, den Weinbau und den Gartenbau bedeuten. Bisher seien die richtigen Schritte unternommen worden, und man sei auf dem richtigen Weg, so Romain Schneider. Der Minister wies auf den aktuellen Trend zu regionalen, saisonalen und nachhaltig produzierten Lebensmitteln hin und versicherte abschließend, man habe hierzulande excellente Produkte zu bieten.

Der Empfang endete mit einer Kostprobe regionaler Küche, zubereitet von den Eurotoques-Spitzenköchen am Stand von „Sou schmaacht Lëtzebuerg“, natürlich begleitet von Crémant de Luxemburg aus dem Weinbauinstitut.

EU-Agrarrat und Greening der Direktzahlungen

Ein Schritt in die richtige Richtung, aber bei weitem nicht ausreichend

Eines der Hauptmerkmale der Reformvorschläge der Gemeinsamen Agrarpolitik ist sonder Zweifel das angedachte Greening der Direktzahlungen mit der Aufteilung derselben in eine Basisprämie und eine Greening-Komponente, wobei 30% der Direktzahlungen an das Einhalten der sogenannten Greening-Maßnahmen gebunden werden sollen: Obligater Anbau von mindestens drei Kulturen, Grünlandumbruchverbot und 7% ökologische Vorrangfläche, wobei letztere Verpflichtung faktisch einer Stillegung von 7% des Ackerlands gleichkommt.

Europaweit wurden diese Greening-Vorschläge heftigst in den Reihen der Landwirtschaft und der Agrarminister kritisiert bzw. abgelehnt – auch das Europaparlament und andere europäische Gremien, u.a. der Europäische Wirtschafts- und Sozialrat, haben sich klar gegen die Vorschläge der Kommission ausgesprochen. Lediglich der Ökolobby geht das Ganze nicht weit genug und sie fordert immer noch frisch und munter weitreichendere, allerdings nicht zu verantwortende Restriktionen.

Am Rande des EU-Agrarrates von April hatte bekanntlich mehr als die Hälfte der EU-Mitgliedstaaten, auch „Stockholmer Gruppe“ genannt, Alternativen zum Greening-Ansatz der Kommission ins Spiel gebracht und sich auf ein Arbeitspapier geeinigt, in dem drei alternative Optionen vorgeschlagen wurden. Letztere galten entweder einem Ausbau der Agrarumweltmaßnahmen, einer größeren Flexibilität für Mitgliedstaaten bei einem Greening der Ersten Säule oder einfach einer Verschärfung der Cross Compliance-Auflagen. Dieses Arbeitspapier wurde Ende April im Sonderausschuß Landwirtschaft von Luxemburg eingebracht, wofür manch herbe Kritik seitens der Ökolobby geerntet werden mußte. Selbst wenn dieses Arbeitspapier nicht im Fokus steht, so war es doch zumindest ein Ansatz, Bewegung in die Diskussion zu bringen und die Kommission zum Handeln aufzufordern, was denn auch im Vorfeld der Ratssitzung von Anfang dieser Woche geschah.

Beim Agrarratstreffen am Dienstag zeigte EU-Kommissar Ciolos sich zu Zugeständnissen in bezug auf das Greening bereit. Bereits Ende letzter Woche hatte er ein entsprechendes Arbeitspapier an die Mitgliedstaaten weitergereicht.

Die neu angedachten Ansätze betreffen die drei vorgeschlagenen Greening-Maßnahmen. Beim Umbruchverbot von Dauergrünland könnte den neuesten Vorschlägen der Kommission zufolge der Begriff „Dauergrünland“ nur auf solche Flächen angewandt werden, die für wenigstens acht Jahre (und nicht wie bislang nur fünf Jahre) aus der Fruchtfolge herausgenommen werden. Mit dieser Abänderung wolle die Kommission, so heißt es, den agronomischen Praktiken verstärkt Rechnung tragen. Darüber hinaus sollen Flächen mit vorwiegend mehrjährigen Pflanzen, etwa traditionelle Weiden, die, neben Gras, mit Bäumen und Sträuchern bewachsen sind, förderfähig werden, insofern sie für die Beweidung geeignet sind. Diese Maßnahme würde überwiegend den südlichen Staaten zugute kommen. Insgesamt sollen die Mitgliedstaaten jedoch die Möglichkeit erhalten, Maßnahmen zu ergreifen, um zu verhindern, daß zu viele solcher Flächen in den Genuß der Direktzahlungen gelangen.

Des weiteren soll die Pflicht zum Anbau von drei unterschiedlichen Feldfrüchten gelockert werden in dem Sinn, daß sie erst ab einer Betriebsfläche von 10 ha gilt und nicht wie bisher vorgeschlagen bereits ab 3 ha. Auch Betriebe mit weniger als 50 ha, die einen hohen Grünlandanteil aufweisen und damit bereits weitreichende Umweltleistungen erbringen (Zitat von Kommissar Ciolos), könnten von der Rotationspflicht ganz ausgenommen werden.

Eine weitere wichtige Lockerung der Greening-Maßnahmen, allerdings noch sehr vage formuliert, betrifft die Berücksichtigung der Teilnahme an Agrarumweltmaßnahmen bzw. Umweltzertifizierungsprogrammen, dies hinsichtlich insbesondere der Anerkennung der bereits heute von den Landwirten erbrachten Leistungen in bezug auf Umwelt- und Klimaschutz. So wird erwogen, daß eine oder mehrere Greening-Auflagen eines Betriebs als erfüllt zu betrachten seien, wenn der Landwirt an bestimmten Agrarumweltmaßnahmen oder an einem national anerkannten Umweltzertifizierungsprogramm, welches insbesondere zum Klimaschutz beiträgt, teilnimmt. Voraussetzung wäre, daß der gesamte Betrieb davon erfaßt wird, ein Bezug zur entsprechenden Ökologisierungsmaßnahme besteht und die Anstrengungen über das Greening hinausgehen.

Zu keinem Zugeständnis erklärt sich Agrarkommissar Ciolos allerdings betreffend eines Transfers der Greening-Maßnahmen in die zweite Säule bereit, so wie dies von vielen Agrarpolitikern und der Landwirtschaft gefordert wurde. Für ihn bleibt das Prinzip eines Greenings in der ersten Säule unumstößlich; zudem müssen nach Auffassung des Kommissars die Maßnahmen sich einheitlich auf alle Landwirte der Union sowie auf alle förderfähigen Flächen anwenden.

Auf Agrarratsebene wurde verständlicherweise die Bereitschaft der Kommission zu einer gewissen Anpassung der Greening-Vorschläge begrüßt. Ebenso deutlich wurde aber auch, und dies zurecht, unterstrichen, daß diese Abänderungen oder Lockerungen nicht weit genug gehen. Für einige Mitgliedstaaten ist die Bindung von 30% der Direktzahlungen an die Greening-Maßnahmen nicht annehmbar, andere plädieren bei der Rotation für nur zwei anstatt drei Kulturen. Mindestens 14 Mitgliedstaaten, darunter auch Luxemburg, erachten die 7% ökologische Vorrangfläche als zu hoch und fordern eine Begrenzung dieser Vorrangfläche auf maximal 2 bis 3%.

Von Seiten der Landwirtschaft können die neuerlichen Vorschläge der Kommission, so wie die Agrarminister dies taten, als erster Schritt in die richtige Richtung bewertet werden, ein erster Schritt, der allerdings bei weitem nicht ausreicht, auch keinen genügenden Lösungsansatz für viele konkret sich stellenden Probleme beinhaltet. Aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht bleibt es allemal wenig sinnvoll, den Landwirten europaweit die gleichen Greening-Verpflichtungen, ungeachtet der doch sehr unterschiedlichen natürlichen und agronomischen Gegebenheiten, aufzuerlegen.

Sicherlich ist zu begrüßen, daß die mit den Agrarumweltmaßnahmen erbrachten Leistungen anerkannt werden sollen und damit die Betriebe von einer oder mehreren Greening-Verpflichtungen freigestellt werden könnten. Allerdings sind die Vorschläge der Kommission derart vage formuliert, daß eine Bewertung unmöglich ist. Zusätzliche diesbezügliche Informationen sind demnach dringend erfordert. Die Bauernzentrale wiederholt in diesem Zusammenhang ihre Forderung, daß die in die verschiedenen Agrarumweltmaßnahmen eingebundenen Flächen voll angerechnet werden müssen, daß dabei auch die auf Grünland durchgeführten Maßnahmen berücksichtigt werden müssen, dies ohne den Verlust der anhängigen Ausgleichszahlungen.

Ebenfalls zu begrüßen ist der Vorschlag Ciolos’, Betriebe bis zu 50 ha, die einen bestimmten Anteil an Grünland vorweisen, von der Rotationspflicht zu entbinden. Gerade in unseren Grünlandregionen gibt es jedoch  auch viele Betriebe, die mehr als 50 ha bewirtschaften, dennoch nur einen sehr geringen Anteil an Ackerland haben. Auch diese Betriebe müßten von der Rotationspflicht entbunden werden – durch die Grünlandflächen in ihrem Betrieb erbringen sie sicherlich wertvolle Umwelt- und Klimaschutzleistungen.

Die Forderung der Agrarminister, die ökologischen Vorrangflächen auf 2% oder 3% des Ackerlandes zu begrenzen, kann seitens der Landwirtschaft nur unterstützt werden. Zudem müßten dabei, so wie die Bauernzentrale dies ebenfalls bereits gefordert hat, die bislang nicht förderfähigen ökologischen Flächen berücksichtigt und angerechnet werden. Mit einer solchen Vorgehensweise könnten wertvolles Ackerland in der Bewirtschaftung bleiben und die zu erwartenden Einkommenseinbußen begrenzt werden; vor allem könnte damit auch den sich in bezug auf die Sicherung der Lebensmittelversorgung stellenden Herausforderungen auf verantwortungsvolle Art Rechnung getragen werden.

Die Landwirtschaft richtet allemal einen dringenden Appell an die EU-Agrarminister, weiterhin in Richtung einer vertretbaren und verantwortungsvollen Gestaltung der Greening-Maßnahmen zu wirken.

Frühjahrs-Rencontre des SAF

Hüttingen, eine kleine Ortschaft im Eifelkreis Bitburg-Prüm, einige Kilometer hinter Vianden.

Zwei Sehenswürdigkeiten von Hüttingen werden besonders hervorgehoben, einmal die Kapelle aus dem Jahr 1654, die dem heiligen Antonius geweiht ist, und dann das Ofen- und Eisenmuseum.

Letzteres wurde am Nachmittag des 25. April von 25 SAF-Mitgliedern besucht. Dort angekommen, wurden wir sehr herzlich von den Eheleuten Brigitte und Theo Lukas in Empfang genommen. Sie zeigten uns bei unserem gut einstündigen Rundgang ihre gesammelten Schätze.

Anfang der 80er Jahre begann alles mit einem kleinen, schmutzigen, rostigen Ofen und aus diesem wurde eine wahre Sammlerleidenschaft. Über einhundert verschiedene gußeiserne Öfen sind im Laufe der Zeit dazugekommen.

Nicht nur Öfen wurden gesammelt, sondern alles, was mit Eisen zu tun hat. Auf ca. 200 qm sind viele tausend Raritäten und Unikate aus verschiedenen Bereichen zu bewundern. Wie z.B. Takenplatten, Waagen und Gewichte, Waffeleisen, Hostieneisen, Bügeleisen, Wand- und Standuhren. Sämtliche Ausstellungstücke wurden von Herrn Lukas selbst restauriert. Oft wußte so manches SAF-Mitglied nicht, wozu man das einzelne Stück benutzen konnte.

Am 5. Mai 2002 wurde das Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und somit konnte das Ehepaar Lukas am vergangenen 5. Mai ihr zehnjähriges Jubiläum feiern.

In ihrem schönen Museumscafé „Ofenstube“ wurde uns dann noch ein sehr leckeres kaltes und warmes Buffet serviert. Alles in allem ein gelungener Nachmittag.

Schlupfwespen sind Nützlinge im Raps

Unter dem Begriff Schlupfwespen (Lege-Immen) versteht man kleine Wespen, die ihre Eier in die Larven von Schädlingen legen und dadurch zur natürlichen Schädlingsbekämpfung beitragen. Man bezeichnet sie auch als Nützlinge oder Parasitoiden. In der Produktion von Zierpflanzen und Schnittblumen im Gewächshaus sind diese Schlupfwespen bereits wichtige Gegenspieler von Blattläusen und Weißer Fliege. Auch im Raps spielen diese Nützlinge eine wichtige Rolle. Für jeden Schädling im Raps gibt es in Mitteleuropa mindestens einen dazugehörigen Parasitoiden. Beim wirtschaftlich bedeutenden Rapsglanzkäfer sind es sogar drei Arten verschiedener Schlupfwespen: Tersilochus heterocerus, Phradis interstitialis und Phradis morionellus. An der Tatsache, daß diese Nützlinge keinen umgangssprachlichen, sondern nur einen kniffligen lateinischen Namen haben, erkennt man bereits, daß man diese Insekten lange Zeit nicht wahrgenommen und ihre Bedeutung verkannt hat.

Momentan kann man diese kleinen Schlupfwespen gut in den Rapsblüten beobachten. Obwohl das Wort „Wespe“ im Namen vorkommt, wirken Sie auf den ersten Blick eher wie kleine Mücken und sind nur etwa 2-3 mm groß. Erst unter der Lupe erkennt man die typische, schmale Wespen-Taille. Die Schlupfwespen fliegen am Feldrand zwischen den Blütenständen hin und her, um Nektar als Nahrung aufzunehmen oder um die Larven des Rapsglanzkäfers zu finden, die sich in den geschlossenen oder bereits geöffneten Blüten befinden. Sobald sie eine Larve entdeckt haben, legen die Weibchen der Schlupfwespen mit ihrem Legebohrer ein Ei in die Larve des Rapsglanzkäfers (sogenannte Wirtslarve) hinein. Dabei wird die Larve des Rapsglanzkäfers aber nicht sofort getötet, sondern lebt normal weiter. In ihrem Inneren aber ruht nun das Ei der Schlupfwespe.

Sobald die Rapsblüte endet und die Larven des Rapsglanzkäfers sich auf den Boden fallen lassen, um sich im Erdreich zu verpuppen, naht der große Augenblick: die Larve der Schlupfwespe schlüpft im Inneren der Wirtslarve. Die Larve des Rapsglanzkäfers schafft es gerade noch, im Boden einen Kokon zu spinnen, dann ist es auch schon zu spät: die Larve der Schlupfwespe tötet ihren Wirt und frißt ihn von innen auf. Sobald die Wirtslarve des Rapsglanzkäfers verzehrt ist, spinnt nun ihrerseits die Schlupfwespen-Larve einen Kokon, um sich zu verpuppen. Im nächsten Frühjahr schlüpft dann die erwachsene Schlupfwespe aus dem Kokon im Boden. Der Kreislauf der Natur beginnt erneut.

Leider kann man diese Nützlinge im Raps nicht kommerziell züchten. Man sollte aber die Bedeutung der Schlupfwespen bei der Bekämpfung des Rapsglanzkäfers nicht unterschätzen. Bis zu 50% und mehr der Rapsglanzkäferlarven weisen eine Parasitierung durch Schlupfwespen auf. Das bedeutet, daß sich dadurch die Zahl der Rapsglanzkäfer im Folgejahr deutlich reduziert. Ohne Schlupfwespen würde jedes Jahr ein Massenauftreten des Rapsglanzkäfers im Raps zu beobachten sein. Durch Förderung und Schutz der Schlupfwespen ist also eine natürliche Bekämpfung dieses bedeutenden Schädlings möglich.

Michael Eickermann (CRP-Gabriel Lippmann)

Gilles Parisot (Chambre d’Agriculture)

Banque Raiffeisen ist weiter im Aufwind

Marktanteil im Privatkundengeschäft konnte nochmals gesteigert werden – Rekordgewinn von 17,2 Millionen Euro

Die heimische Raiffeisenbank hat das Geschäftsjahr 2011 allgemein positiv abgeschlossen. Sie konnte ihr Nettoresultat abermals um 4,1% auf 17,2 Mio. Euro steigern. Einen zweistelligen Zuwachs gab es im Kreditgeschäft (plus 10,3%). Die Position der Raiffeisenbank am heimischen Markt wurde gefestigt und in all ihren Geschäftsbereichen konnte sie gegenüber der Konkurrenz im Privatkundengeschäft zulegen. Laut der jüngsten TNS-ILRES-Umfrage ist die Banque Raiffeisen die führende Bank in Sachen Kundenzufriedenheit und Kundentreue. Mit ihrem genossenschaftlichen Modell wird sich die Raiffeisenbank auch in Zukunft ihre Unabhängigkeit bewahren. Dies wurde bei der Bilanz-Pressekonferenz bekanntgegeben, die am vergangenen Dienstag am Verwaltungssitz in Merl stattfand.

Hohe Zuwächse binnen sieben Jahren

Die Kredite hatten zum 31. Dezember ein Gesamtvolumen von über 4,2 Mrd. Euro, ein Plus von rund 396 Mio. Euro gegenüber 2010. Schwerpunkt war der Bereich Immobiliendarlehen. 97,4% der Kredite gingen an Kunden im Inland.

Die Einlagen der Privatkunden stiegen um 8,5%, was die Bank auf ihre vorsichtige Geschäftspolitik sowie auf das attraktive Angebot von Anlagemöglichkeiten zurückführt. Bei den gesamten Einlagen gab es einen Zuwachs um 2,6% auf rund 5,13 Mrd. Euro. Die Bilanzsumme stieg um 1% auf ca. 5,92 Mrd. Euro.

Bei der Pressekonferenz wurde aufgezeigt, daß sich binnen sieben Jahren (2005-2011) im Durchschnitt bei den Kundeneinlagen Zuwächse von 9,1% pro Jahr ergaben, bei den Krediten sogar von 14,3% jährlich. Die durchschnittliche Gewinnsteigerung betrug in diesem Zeitraum 12,7%. Daß es diesmal „nur“ 4,1% waren, liegt auch an den gestiegenen Betriebskosten. Vor allem aufgrund der Erneuerung der Informatiksysteme stiegen diese nämlich um satte 14,9%.

Investitionen in Neu- und Umbauten

Investiert wurde auch in das Zweigstellennetz. So wurden jene in Bad Mondorf und Diekirch komplett erneuert, während die Kasse in Mamer in neue Räumlichkeiten umzog.

Auch mit dem Bau des neuen Hauptsitzes in Leudelange konnte begonnen werden. Der Umzug von Merl nach Leudelange soll im zweiten Halbjahr 2013 erfolgen.

Für die Zukunft ist u.a. eine neue Zweigstelle im hauptstädtischen Bahnhofsviertel geplant.

Die Banque Raiffeisen mit ihren 13 Kassen kann auch für 2011 steigende Beschäftigtenzahlen vorweisen. Zum Ende des Geschäftsjahres ergab sich eine Beschäftigtenzahl von 530 – ein Plus von 19 Mitarbeitern.

Optimistisch gibt sich das Direktionskomitee, bestehend aus Guy Hoffmann (Präsident) sowie Jean-Louis Barbier und John Bour, bezüglich des neuen Geschäftsjahres 2012.

Regierungserklärung zur Lage der Nation: Sparen in vielen Bereichen angesagt, auch beim Landverbrauch

Premier Juncker hat am 8. Mai die traditionelle Regierungserklärung zur Lage der Nation in der Abgeordnetenkammer präsentiert: Die wirtschaftliche und finanzielle Lage des Landes ist sehr ernst und es gilt die Realitäten zu schauen, dementsprechend auch die notwendigen Sparmaßnahmen zu ergreifen und durchzusetzen, wobei ein jeder Bürger und Wirtschaftsakteur des Landes gefordert ist. Sparen muß zum Leitfaden werden, sparen, um schlimmeres zu verhindern, sparen, auch weil wir uns dies, so Premier Juncker, noch erlauben können.

Sicher steht Luxemburg im internationalen Vergleich in puncto Staatsfinanzen zur Zeit noch besser da als viele andere europäische Staaten. Dennoch, und dies müßte eigentlich jeder wissen, wenn er es denn will, kann auch hierzulande die Entwicklung sehr schnell zu einer gravierenden Schieflage führen, eine Schieflage, die sich besonders negativ für die hiesige Wirtschaft und Gesellschaft auswirken kann. Die öffentlichen Ausgaben auf ein vernünftiges, tragbares und vertretbares Niveau zurückführen, ist demnach mehr als angesagt. Dementsprechend war verständlicherweise ein großer Teil der Erklärung zur Lage der Nation der Analyse der Staatsfinanzen gewidmet, ebenso wie den bereits zuvor angekündigten notwendigen Sparmaßnahmen.

In seinen Ausführungen ging Premier Juncker nicht auf die Lage in den einzelnen Wirtschaftsbereichen ein – Begriffe wie Handwerk, Landwirtschaft, Industrie… kommen in seinen Ausführungen nicht vor, lediglich die Bedeutung der Tourismusbranche wurde unterstrichen. Ebenfalls nicht angesprochen wurden die gewichtigen Herausforderungen, die sich der Privatwirtschaft stellen, bzw. die zunehmende Kluft zwischen dem Privat- und dem öffentlichen Sektor. Dahingegen erwähnte Premier Juncker die Problematik des Wasserpreises, um sich nachdrücklich für einen landesweit einheitlichen Wasserpreis auszusprechen. Bereits beim Agrargipfel in 2010 hatte der Premierminister in diese Richtung plädiert und es bleibt zu hoffen, daß das für kommenden Herbst angekündigte Modell in diesem bereits leidigen Thema letztendlich zu einem positiven Resultat führt, daß dabei auch parteiübergreifend und über kommunalpolitische Egoismen hinweg die politisch Verantwortlichen in eine und dieselbe Richtung agieren werden. Die Bauernzentrale erwartet jedenfalls, daß hierbei die spezifischen Anliegen der Landwirtschaft voll berücksichtigt werden, damit landesweit die landwirtschaftlichen Betriebe endlich in den Genuß eines einheitlichen Wasserpreises auf niedrigem Niveau kommen.

Neben anderen Bereichen, wie etwa Bildung oder Forschung und Innovation als Motoren für die künftige Entwicklung, um nur diese zu nennen, ging Premier Juncker, dies nicht zum ersten Mal, relativ ausgiebig auf die Problematik des Wohnungsbaus und der überteuerten Baulandpreise ein, die gemäß seinen Aussagen auf übertriebene Spekulation bis hin zur Ausbeutung der einen Luxemburger durch die anderen Luxemburger zurückzuführen seien.

Der Regierungsrat habe im Rahmen des sektoriellen Plans für Wohnungsbau am vergangenen Freitag 552 ha Bauland für mögliche 18.000 Wohnungen ausgewiesen – zähle man die im Rahmen vom Pacte Logement von den Gemeinden vorgeschlagenen Wohnungsbauprojekte hinzu, so Premier Juncker, komme man auf knapp 70.000 neue Wohnungen.

Die Probleme im Wohnungsbau sind bekannt, wurden bereits oftmals thematisiert, auch von Premier Juncker, und wohl niemand wird dieselben abstreiten, niemand wird auch das Recht auf eine angemessene Wohnung in Frage stellen.

Allerdings müßten gerade in bezug auf die Verfügbarkeit von Bauland der Staat und die Gemeinden sich auch etliche Fragen stellen, sei dies in bezug auf die zugelassene Bebauungsdichte, sei es in bezug auf die den Bauherren auferlegten Ausgleichsmaßnahmen: Durch eine minimale Verdichtung, horizontal sowie vor allem auch vertikal, könnte die verfügbare Wohnfläche in vielen Fällen problemlos um 10%, 20% oder gar mehr Prozent erhöht werden – von Wohnsilos wären wir dann noch immer sehr weit entfernt, von Einbußen in bezug auf Lebensqualität ebenfalls. Vielerorts scheint diese Option, die sich zudem verbilligend auf den Kauf- oder Mietpreis auswirken dürfte, dennoch ein Tabuthema zu bleiben, während weiterhin frisch und munter immer mehr Grünflächen in den Wohnanlagen eingefordert werden, gleichzeitig auch immer mehr Ausgleichs- oder Kompensierungsflächen, womit unweigerlich die Bodenpreise, auch außerhalb der potentiellen Wohngebiete, ungebremst nach oben getrieben werden.

In dem Sinn wäre es sicherlich zu begrüßen gewesen, wenn Premier Juncker nicht nur die hierzulande zu langen und schleppenden Genehmigungsprozeduren angesprochen hätte – die wiederholt angekündigte administrative Vereinfachung läßt immer noch grüßen –, sondern auch die Problematik des übermäßigen Flächenverbrauchs ebenso wie die oftmals mit Bauprojekten einhergehenden übertriebenen ökologischen Ansprüche und Forderungen, die zusätzlich zu unmäßigem Landverlust führen.

Sparen ist in vielen Bereichen angesagt, Sparen ist allemal auch beim Landverbrauch dringend geboten. Wenn sich auf politischer Ebene nicht das notwendige Bewußtsein zum Thema Landverbrauch durchsetzt, wird die Landwirtschaft weiterhin der große Verlierer sein. Und vor allem stellt sich die Frage, wie lange noch hierzulande jährlich hunderte von Hektaren, vorwiegend landwirtschaftliche Fläche, für Wohnungsbau und sonstige Infrastrukturprojekte zubetoniert werden können, gleichzeitig jährlich Hunderte von Hektaren landwirtschaftlicher Fläche für großzügige Kompensierungsmaßnahmen herhalten müssen. Auf politischer Ebene genügt es allemal nicht zu erklären, wertvolle landwirtschaftliche Flächen sollen geschützt werden, ohne daß umgehend die diesbezüglichen rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, gleichzeitig von überzogenen Integrations- und Kompensierungsmaßnahmen Abstand genommen wird. Das derzeit angedachte System der Ökopunkte kann aus landwirtschaftlicher Sicht nicht unbedingt als Lösung dieses sehr ernsthaften Problems gelten. Vielmehr bedarf es eines tiefgreifenderen Umdenkens im Sinne einer wirklich gleichwertigen Gewichtung der drei Aspekte der Nachhaltigkeit, wobei ökologischen Aspekten kein Vorrang vor dem Schutz und dem Erhalt der produktiven landwirtschaftlichen Fläche zukommen darf.

Vorständekonferenz der Landwirtschaftskammer

Umsetzung von Kompensationsmaßnahmen in der Landwirtschaft

Im Rahmen der geplanten Abänderungen des hiesigen Naturschutzgesetzes, u.a. mit der vorgesehenen Einführung eines Oeko-Punktesystems, hatte die Landwirtschaftskammer am 14. März eine Vorständekonferenz organisiert, wobei ein Referat von zwei deutschen Experten auf dem Gebiet im Mittelpunkt standen: Referenten waren die Herren Thomas Muchow von der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft und Harald Müller von der Hessischen Landgesellschaft. Zugegen waren ebenfalls die Minister Schank und Schneider.

 Keine Kompensation auf landwirtschaftlich wertvollen Flächen

Eingangs der Konferenz ging der delegierte Umweltminister Marco Schank auf die geplanten Neuerungen im Naturschutzgesetz ein. Dazu zählen (1) die genauere Beschreibung der Biotope sowie die Möglichkeit eines Eingriffs in Biotope in der Grünzone mit Ministerialgenehmigung, insbesondere bei Flurneuordnung, sowie die Freistellung von Kompensierungen bei Zerstörung von Biotopen innerhalb des Bauperimeters (2) die Aufstellung eines Biotopenkatasters, (3) die Schaffung von 18 „secteurs écologiques“, innerhalb derer jeweils Kompensierungsmaßnahmen durchgeführt werden können, (4) die Vereinfachung der Prozeduren bei Schaffung einer kommunalen Naturschutzzone, (5) das Vorkaufsrecht für Staat und Gemeinden bei der Schaffung von Naturschutzzonen, wobei dieses Vorkaufsrecht auf spezifische Schutzzonen (2% des Territoriums) beschränkt bleiben soll, sowie (6) die Einführung eines Oekopunktesystems mit Aufstellung eines Registers durch die Natur- und Forstverwaltung und der Schaffung eines Flächenpools zur Durchführung von Kompensationsmaßnahmen durch eine begrenzte Zahl von Akteuren.

Keine Kompensierungsmaßnahmen sollen weiterhin auf landwirtschaftlich wertvollen Flächen stattfinden, so Minister Schank, der ebenfalls unterstrich, daß im sektoriellen Landschaftsplan die landwirtschaftliche Fläche geschützt werden soll.

 Der Landwirt ist der erste Naturschützer

Für Landwirtschaftsminister Schneider stehen derzeit vier große Dossiers im Fokus, die die Landwirtschaft und den Naturschutz betreffen. Es sind dies das Remembrementgesetz zur Flurneuordnung mit einer nachhaltigen Ausrichtung im Mittelpunkt, die Diskussionen zum Landschaftsplan mit der zentralen Frage, wie die Rolle und die Zukunft der Landwirtschaft gesichert werden kann, die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik und der künftigen Politik zur ländlichen Entwicklung und (4) das Naturschutzgesetz mit den von Minister Schank aufgeführten Punkten.

Angesichts des zu erwartenden Bevölkerungswachstums auf 9 Milliarden Menschen bis 2050 und der weltweit begrenzten verfügbaren landwirtschaftlichen Flächen, hob Landwirtschaftsminister Schneider in seinen Ausführungen deutlich hervor, daß sämtliche landwirtschaftlich genutzten Flächen weiterhin gebraucht werden und daß es demnach gilt aufzupassen, daß bei allen Kompensierungsmaßnahmen die Flächen für die Landwirtschaft erhalten bleiben. Auch unterstrich er, daß die Landwirtschaft zum Naturschutz beiträgt, daß im übrigen der Landwirt seit hunderten Jahren der erste Naturschützer ist und dies auch künftig bleiben wird.

Umsetzung von Kompensierungsmaßnahmen in Nordrhein-Westfalen

In seinen Ausführungen ging Herr Thomas Muchow, Geschäftsführer der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, zunächst auf den übermäßigen Flächenverbrauch sowohl hierzulande als auch in Deutschland ein. In Luxemburg gingen von 1990 bis 2002 circa 3 ha Flächen pro Tag verloren, derzeit noch circa 1,3 ha pro Tag. Das ist, relativ gesehen, rund doppelt soviel wie in Deutschland und im Zeitraum 1990 bis 2002 etwa das Vierfache wie in Deutschland.

Flächenverlust und Forderungen der Landwirtschaft

Derzeit liegt der Flächenverlust in Deutschland bei rund 90 ha pro Tag: Damit wäre die hiesige landwirtschaftliche Fläche innerhalb von 38 Monaten bzw. die gesamte Landesfläche innerhalb von 72 Monaten verbraucht. Seit 1992 gingen der deutschen Landwirtschaft 820.000 ha verloren, was der landwirtschaftlichen Fläche von Rheinland-Pfalz und Saarland zusammen entspricht. Mit 90 ha am Tag, so eine weitere Zahl, geht pro Tag gleichzeitig das Produktionspotential für den jährlichen Brotbedarf von 10.000 Menschen verloren. Die derzeit erreichten Dimensionen in bezug auf den Flächenverlust sind jedenfalls unhaltbar geworden. Deshalb wird ein sehr viel sparsamer Umgang mit dem Faktor Boden gefordert, dies mit dem Ziel, den Flächenverlust auf 30 ha pro Tag bis 2020 zu reduzieren.

Gründe für den Erhalt der landwirtschaftlichen Flächen gibt es genügend: Es geht um den Erhalt der Lebensgrundlage, die Sicherung der Versorgung mit Nahrungsmitteln; es geht darum, eine völlige Abhängigkeit von Importen zu vermeiden, die Nahrungsmittelpreise stabil zu halten, das Landschaftsbild zu erhalten, wobei die Kulturlandschaften durch die Land- und die Forstwirtschaft geschaffen und gestaltet werden. Darüber hinaus ist die Energiewende nur mit nachwachsenden Rohstoffen zu schaffen und vor allem gefährdet der Verlust der Flächen landwirtschaftliche Existenzen.

Die Verringerung der Flächeninanspruchnahme durch Siedlungen und Verkehr, die Entsieglung bei Neuversieglung sowie eine optimale Anwendung der Eingriffsreglung sind gemeinsame Forderungen von Landwirtschaft und Naturschutz in Deutschland. Ihrer Einschätzung nach müssen der Erhalt landwirtschaftlicher Flächen zu einem staatlich anerkannten Ziel werden.

Im Rahmen der geplanten Abänderungen des hiesigen Naturschutzgesetzes, u.a. mit der vorgesehenen Einführung eines Öko-Punktesystems, hatte die Landwirtschaftskammer am 14. März eine Vorständekonferenz organisiert, wobei ein Referat von zwei deutschen Experten auf dem Gebiet im Mittelpunkt standen: Referenten waren die Herren Thomas Muchow von der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft und Harald Müller von der Hessischen Landgesellschaft.

Über die Ausführungen vom delegierten Umweltminister Marco Schank und von Landwirtschaftsminister Romain Schneider hatten wir bereits im De Letzeburger Bauer vom 27. April berichtet, ebenso wie über die Ausführungen von Herrn Muchow über den Flächenverbrauch in Deutschland. Herr Muchow ist Geschäftsführer der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, die u.a. im Bereich der Kompensierungsmaßnahmen durch Ökopunkte tätig ist.

Die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft

Die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft wurde 2003 als gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und dem Rheinischen Bauernverbrand gegründet mit dem Ziel, die Kulturlandschaften in ihrer nachhaltigen Nutzungsfähigkeit, ihrer Vielfalt sowie ihrer charakteristischen Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten.

Die Arbeitsschwerpunkte der Stiftung liegen in der Planung, der Umsetzung und Finanzierung von Naturschutzmaßnahmen, in der Betreuung von Naturschutzflächen, in der Beratung bei naturschutzfachlichen Fragen, der Forschung und der Information der Öffentlichkeit. Konkret unterstützt die Stiftung die Bauherren bei der Eingriffsregelung bzw. den durchzuführenden Kompensationsmaßnahmen und hilft demzufolge auch bei der Suche nach geeigneten Flächen für solche Kompensationsmaßnahmen. Zu diesem Zweck verfügt die Stiftung selbst über einen Flächenpool, auf denen sie Naturschutzprojekte durchführt. Flächenangebote werden in einer Datenbank gesammelt, wobei auch Landwirte aufgerufen werden, etwaige Flächen zur Verfügung zu stellen. Naturprojekte werden ebenfalls von der Stiftung auf Flächen durchgeführt, die im Besitz des Staates, des Landes oder von Gemeinden sind. Daneben übernimmt sie die treuhänderische Verwaltung von Naturschutzflächen. Demzufolge ist die Stiftung verantwortlich für die Bereitstellung von Kompensationsflächen, die Zielsetzung der Kompensationsmaßnahmen, deren Umsetzung sowie deren dauerhafte Sicherung.

Ökopunktesystem

Entsprechend der geltenden Eingriffsregelung muß jede unvermeidbare Beeinträchtigung ausgeglichen oder kompensiert werden. Bei diesen Ausgleichs- oder Kompensierungsmaßnahmen gilt sowohl eine räumliche als auch eine zeitliche und eine inhaltliche Flexibilisierung, d.h. auch eine entsprechende Entkopplung. Konkret bedeutet dies, daß ein Eingriff in Natur und Landschaft nicht artgleich kompensiert werden muß. Der Verlust von Grünland kann beispielsweise durch die Neuanpflanzung von Wald ausgeglichen werden.

Dabei wird in einem System von Ökopunkten festgelegt, welchen Umfang die Kompensation haben muß: Jedem Biotop wird ein bestimmter ökologischer Wert auf einer Skala von null bis zehn zugeordnet. Null stellt den niedrigsten Wert dar (versiegelte Fläche ohne ökologische Funktion, z.B. ein asphaltierter Parkplatz), zehn den höchsten (z.B. Auwald mit Vorkommen vom Aussterben bedrohter Arten). Ein Ökopunkt bezeichnet das Aufwertungspotential, d.h. die Differenz zwischen dem Zustand nach der ökologischen Aufwertung und dem Ist-Zustand der Ausgleichsfläche.

In Nordrhein-Westfalen bzw. Deutschland gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher, durch die Landschaftsbehörden anerkannter Bewertungsverfahren, die zwar alle mit Ökopunkten arbeiten, jedoch nicht unbedingt vergleichbar sind. Dies erklärt auch, daß der bei der Vermarktung der Ökopunkte erzielte Preis erheblich schwankt. Laut Recherchen wurden in Nordrhein-Westfalen Beträge zwischen etwa 1 Euro bis hin zu mehr als 20 Euro pro Punkt erzielt. Diese Preisdifferenz ist zu einem Teil auf die unterschiedlichen Bewertungsmethoden zurückzuführen, jedoch spielen beim Preis der Ökopunkte auch andere Faktoren eine Rolle, wie etwa die Kosten der Aufwertungsmaßnahme selbst, die Lage bzw. der Wert des betrachteten Grundstücks und der Markt.

Im Rahmen der Eingriffsregelung bzw. der Umsetzung von Ausgleichsmaßnahmen setzt die Stiftung sich insbesondere dafür ein, daß landwirtschaftliche Flächen in der Nutzung bleiben, gleichzeitig aber Naturschutzmaßnahmen durchgeführt werden können.

Maßnahmen auf Ackerflächen können so zum Beispiel linear und punktuell sein – dazu gehören die Anlage und Pflege von Blühstreifen, Uferrandstreifen, Schwarzbrachestreifen, Ackerrandstreifen oder Lerchenfenstern – oder aber flächig. Als flächig gilt

–         der Kulturpflanzenanbau mit Naturschutzauflagen (wie zum Beispiel weitere Reihenabstände im Getreide, verlängerte Stoppelbrache, Ernteverzicht auf Teilflächen, Verringerung oder Verzicht auf Düngung und Pflanzenschutzmittel);

–         die Umwandlung von Ackerland in Grünland;

–         die Anlage und Pflege von Bracheflächen (Ackerbrache mit Selbstbegrünung, Blühbrache, Einsaatbrache).

Ähnliche Prinzipien gelten für Maßnahmen auf Grünland. Als lineare und punktuelle Maßnahmen gelten hierbei die Anlage und Pflege von Wiesenrainen, von Pufferzonen um vorhandene Biotope, Wallsaum oder Ufer, Gehölzstrukturen, Senken und Blänken. Als flächig bewertet werden extensive Grünlandnutzungen z.B. durch Verringerung oder Verzicht von Düngung und Pflanzeschutzmitteln, Schnittzeitauflagen, maximale Beweidungsdichte, naturschonende Mahdtechniken, die Zulassung des natürlichen Wasserhaushaltes oder die Anreicherung der Artenvielfalt.

Jede dieser Maßnahmen wird mit einem gewissen Öko-Wert bzw. Ökopunkten belegt bzw. dem Landwirt vergütet.

Umsetzung von Kompensierungsmaßnahmen in Hessen

Dr. Harald Müller, Geschäftsführer der Hessischen Landgesellschaft, präsentierte seinerseits das Kompensationsflächenmanagement im Land Hessen, wo infolge eines starken Bevölkerungszuwachses, der Entwicklung wirtschaftlicher Aktivitäten und großer Straßenbauprojekte der Flächenverlust derzeit etwa 6 ha pro Tag beträgt und auf 2 ha pro Tag reduziert werden soll.

Für Dr. Müller gilt es zunächst aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Zu diesen Fehlern zählen u.a. die Anpflanzung von Wald auf guten Ackerböden, das Verhältnis Eingriff zu Ausgleich von oftmals 1:3, fehlende Rücksichtnahme auf Fluren, und vor allem auch das sogenannte Schrotschußverfahren, wo überall ein bißchen, im Grunde aber nicht nachhaltig kompensiert wird. Vielmehr gehe es darum, die Maßnahmen auf professionelle Weise und gebündelt umzusetzen, auch mit zeitlicher Verschiebung. Auch die Suche nach ökonomisch praktikablen Lösungen sei vorrangig. Administrativem Naturschutz wird allemal eine klare Absage erteilt.

Ökopunktesystem und Ökoagentur

Ab dem Jahr 2000 hat Hessen den Weg des Ökopunktesystems und einer Ökoagentur gewählt, damit einhergehend

–          die Einführung eines Bewertungssystems (Ökopunkte);

–          ein Biotopenkatalog bzw. ein „Biotopwertsystem, anhand dessen der Ausgleich (Verschlechterung zwischen dem Ist- und dem Werde-Zustand) berechenbar wird;

–          der Schutz landwirtschaftlich wertvoller Böden durch Einführung einer Ackerschutzklausel, womit diese Böden nicht für Ausgleichsmaßnahmen zur Verfügung stehen;

–          die räumliche und zeitliche Entkopplung von Eingriff und Ausgleich, wobei diese Entkopplung besonders wichtig ist, um wirklich nachhaltige Naturschutzprojekte durchführen zu können, anstatt im wenig sinnvollen Schrotschußverfahren vorzugehen.

Die Hessische Landesgesellschaft wurde als Ökoagentur anerkannt hinsichtlich eines integrierten Flächenmanagements im Sinne der Kompensierungsverordnung. Die Eckpunkte der Kompensierungsverordnung in Hessen sind, laut Angaben der Hessischen Landgesellschaft, die Konzentration von Kompensierungsmaßnahmen innerhalb der Natura 2000-Gebiete, die nachhaltige Sicherung der Funktionsfähigkeit von Kompensierungsmaßnahmen, die Reduktion des Flächenverbrauchs durch den Schutz von ackerbaulich hochwertigen Flächen, die Verlagerung der Ausgleichsmaßnahmen in den Forst, die Förderung der Gewässerrenaturierung, die Entsieglung nicht mehr benötigter Siedlungs- und Gewerbestandorte, der Rückbau anthropogener Strukturen, der Erhalt der Kulturlandschaft und die Erosionssicherung.

Die Hessische Landgesellschaft funktioniert als staatliche Treuhandstelle im ländlichen Raum mit einem landesweiten Netzwerk, sowie der entsprechenden finanziellen und personellen Ausstattung (Agraringenieure, Vermessungswesen, Grundstückskaufleute, Biologen…) und tritt sowohl als Käufer als auch Verkäufer von Flächen auf. In einem beratenden Beirat sind alle Beteiligten (Land Hessen, Naturschutzverbände, Landwirtschaft, Wirtschaft…) vertreten, womit die Kooperation bewerkstelligt wird. Im Falle einer Insolvenz der Landesgesellschaft geht sämtlicher Besitz an das Land Hessen.

Ziel und Aufgabe der Landesgesellschaft ist die landesweite Herstellung von Flächen- und Maßnahmenpools, die Bündelung der Kompensationspflichten in große Projekte und die Vermittlung von Kompensationsmaßnahmen bzw. die Freistellung durch Übernahme aller Kompensationsverpflichtungen eines Projektträgers. Besonderen Wert wird darauf gelegt, die Wertschöpfungspotentiale für die Landwirtschaft zu erhalten – musealem Naturschutz wird eine Absage erteilt – sowie die Einbindung der Landwirtschaft und der Naturschutzverbände durch Nutzungs- und Pflegeverträge zu sichern. Darüber hinaus wird ein Monitoring der verschiedenen Maßnahmen gewährleistet. Als besonders wichtig für die Nachhaltigkeit bewertet Dr. Müller die Absicherung der Verpflichtungen über mindestens 30 Jahre. Entsprechend werden Finanzrückstellungen gemacht.

Kompensierungsmaßnahmen können im Vorfeld erbracht werden; sie werden nach Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde auf ein Ökokonto verbucht und gegebenenfalls unter Verkauf der Ökopunkte einem Eingriff zugeordnet und wieder abgebucht. Die Ökopunkte sind handelbar – jeder kann Ökopunkte produzieren und die Einbuchung auf dem Ökokonto verlangen. Die Landesgesellschaft verwaltet die angebotenen Maßnahmen für die Flächen in einer zentralen Datenbank und visualisiert diese mit einem Geographischen Informationssystem.

Auf der anderen Seite kann jeder „Eingreifer“ seine Kompensierungsverpflichtungen gegen Kauf bzw. Zahlung von Ökopunkten an die Gesellschaft abtreten: Konkret übernimmt die Landesgesellschaft gegen Zahlung von Ökopunkten die dem Bauträger im Genehmigungsverfahren auferlegten Kompensierungsverpflichtungen. Laut Geschäftsbericht wurden in 2010 1,7 Mio. Ökopunkte im Wert von 0,6 Mio. Euro an die unterschiedlichsten Eingreifer verkauft.

Bei der Durchführung von Kompensierungsmaßnahmen wird besonderer Wert darauf gelegt, anstatt isolierter, wenig sinnvoller Aktionen dieselben hinsichtlich eines integrierten Naturschutzflächenmanagements untereinander zu verflechten. Im Land Hessen gibt es mehrere Agenturen, die Ökopunkte verwalten, die Hessische Landesgesellschaft ist jedoch die einzige Institution, die Freistellungszertifikate von Kompensierungen ausstellen kann.

Wie in Nordrhein-Westfalen können auch in Hessen die Kompensierungsmaßnahmen unterschiedliche Formen und Ausmaße annehmen – von Grün- und Blühstreifen bis hin zu Renaturierung oder Auenreaktivierung.

 Unser Kommentar

Die Ausführungen der Herren Muchow und Müller zu dem System der Ökopunkte in Nordrhein-Westfalen und in Hessen waren zweifelsohne interessant und aufschlußreich. Dennoch stellen sich aus landwirtschaftlicher Sicht weiterhin viele Fragen und der diesbezügliche Diskussionsbedarf, bei dem u.a. die Umsetzbarkeit eines solchen Systems auf dem kleinen Territorium unseres Landes sowie dessen Vor- und Nachteile genauestens abgewogen werden müssen, bleibt extrem groß. Es wäre sicherlich nicht angebracht, ein solches System voreilig und ohne die notwendige Weitsicht hierzulande einzuführen.

Zudem bleibt die Frage, ob jeder Eingriff einer Kompensierung bedarf, zu beantworten. Die Kompensierungsmaßnahmen gehen unweigerlich zum allergrößten Teil auf Kosten der Landwirtschaft und zurecht wurde bei der Vorständekonferenz darauf verwiesen, daß hierzulande in absehbarer Zeit vorwiegend auf der einen Seite versiegelte Flächen, auf der anderen Seite Kompensationsflächen vorhanden sein werden.

Die politisch Verantwortlichen müssen sich die Frage stellen, ob sie einem solchen Szenario zuspielen oder bereit sind, tatsächlich für einen gleichwertigen Schutz der landwirtschaftlich genutzten Flächen einzutreten.

60. Vinsmoselle-Proufdag in Remerschen

Neuer Jahrgang stand im Fokus

Am Maifeiertag fand der traditionelle Proufdag in der Vinsmoselle-Kellerei in Remerschen, der Caves du Sud statt, dieses Jahr bereits zum 60. Male. Aber es war wie schon in den beiden Vorjahren keine kellereibezogene Weindegustationsveranstaltung mehr, sondern ein Schaufenster für Domaines Vinsmoselle schlechthin. Wie immer stand der neue Weinjahrgang im Fokus. Rund 1.400 Besucher machten den diesjährigen Jubiläums-Proufdag zu einem großen Erfolg. Am Nachmittag wurde die Veranstaltung vom „Couch Quartett“ musikalisch umrahmt.

Eine große Zahl von Ehrengästen hatte sich am vergangenen Dienstag in der Caves du Sud eingefunden, um sich ein Bild zu machen vom neuen Jahrgang 2011 und von den neuen Produkten von Domaines Vinsmoselle. Darunter war auch die Ministerin für Mittelstand und Tourismus, Françoise Hetto-Gaasch.

Rund 100 Weine aus den besten Lagen der Luxemburger Mosel standen für eine Verkostung zur Auswahl. Darunter waren die Weine der neuen, 24. Art&Vin-Serie, die in einer „Avant-Première“ probiert werden konnten (die eigentliche Vorstellung der neuen Serie ist für den 26. Juni geplant). Auch die besonderen Weine der Charta „Schengen Prestige“ waren zu probieren, wobei hier ein Vergleich der verschiedenen Jahrgänge möglich war. Des weiteren lockten die Weißweine der erweiterten Gamme „Chateau Edmond de Fontaine“ und weitere Raritäten, wie die „Vendange tardive des Jeunes Vignerons“, „Vin de Paille“ und „Vin de Glace“. Nicht zu vergessen die hervorragenden Crémants der Marke Poll-Fabaire, dem heimischen Marktführer. Wer sich für den Direktverkauf entschied, profitierte von Preisrabatten.

Als Novum war diesmal Sterneköchin Léa Linster vor Ort mit einem eigenen Stand vertreten. Sie stellte u.a. ihre beiden Crémants, einen weißen und einen Rosé-Crémant, vor, die sie in Zusammenarbeit mit Domaines Vinsmoselle entwickelt hat. Diese werden als „Cuvée spéciale LMEAAX“ vermarktet.

Daß Terroir nicht ein hypothetischer Begriff ist, zeigte man anhand von Bodensäulen aus hervorragenden Lagen, zum einen Bodenprofile von Muschelkalkstandorten (Grevenmacher Fels, Machtum Ongkâf, Wormeldange Koeppchen), zum anderen von Keuperstandorten (Wellenstein Kurschels, Schwebsange Kolteschberg, Schengen Markusberg).

Ansprache des Präsidenten

Der Präsident von Domaines Vinsmoselle, Henri Streng, lenkte die Aufmerksamkeit zunächst auf die Aussagen von Mittelstandsministerin Françoise Hetto-Gaasch. Die jüngst von der Confrérie St Cunibert als „Commandant d’Honneur“ geehrte Ministerin hatte nämlich darauf hingewiesen, daß Frauen ihre eigenen Weinvorlieben haben und in den meisten Fällen die Weineinkäufe tätigen.

Der Präsident sprach dann den Super-Jahrgang 2011 an, der den Winzern ewig in Erinnerung bleiben werde. Zunächst der Sommer im Frühjahr, dann der Sommer, der keiner war. Doch dann folgte ein Bilderbuchwetter, das den Trauben immens gut tat: Das Resultat waren gesunde, aromatische, harmonische, fruchtige Trauben mit vielen sortentypischen Aromen und von Natur aus angepaßte Säuren bei allen Sorten. Die Weine waren nach der Gärung rund, würzig, fruchtig und klassisch.

Im folgenden kam Henri Streng auf die Geschäftsentwicklung zu sprechen. 2011 wurde der Inlandsumsatz um 3% gesteigert. Besonders stark war das Wachstum bei Coteaux de Schengen, wo der Umsatz um 10% stieg. Gut angenommen wird auch die „Cuvée Jongwënzer“.

Im Ausland ist der Umsatz z.T. steigend, wie im Saarland, während in Belgien und Frankreich das Verkaufsniveau gehalten wurde.

Der Präsident sprach auch über die Auszeichnungen für Weine und Crémants und die Erfolge bei einzelnen Produkten. So wirkten sich mehrere Goldmedaillen und Sterne-Auszeichnungen bei 2010er Pinot Gris- und Rieslingweinen positiv auf den Verkauf aus.

Besonders gut läuft der Verkauf auch bei Roséweinen, wo nur noch 2011er Weine vorhanden sind.

Des weiteren kam Henri Streng auf den Erfolg beim Zugpferd Crémant POLL-FABAIRE zu sprechen. Im Jubiläumsjahr konnte der Verkauf nochmals um 2,5% gesteigert werden, was 30.000 Flaschen entspricht. Er wies auf die edle Cuvée millisimé 2009 hin, die als einzige bei den Vinalies in Paris eine Goldmedaille erhalten habe. Der Verkauf von Crémant mache fast ein Drittel des Gesamt-Umsatzes aus, lobte der Vinsmoselle-Präsident.

Im folgenden machte er darauf aufmerksam, daß die Gastronomen begeistert sind von der Kampagne „Ambassadeur des Vins“ und rief die Besucher dazu auf, in ihrem Restaurant hiernach zu fragen.

Als interne Neuerung nannte er die „Saison’s Menu“ (begleitet von passenden Weinen) in den vier Escales. Nach dem großen Anfangserfolg soll dieses Angebot weiter ausgebaut werden.

Schließlich rief Henri Streng dazu auf, in Luxemburger Wein und Crémant „zu investieren“. „Wo gibt es momentan positiveres und besseres zu vermelden als bei unserem Wein: Weder in der Politik noch in unserer Finanzwelt“, schloß der Vinsmoselle-Präsident.

FILL-Generalversammlung 2012: Landwirtschaft und Nachhaltigkeit

Am vergangenen 17. April fand in der Ackerbauschule in Ettelbrück in Anwesenheit von Landwirtschaftsminister Romain Schneider die Generalversammlung 2012 des Fördervereins Integrierte Landbewirtschaftung Luxemburg (FILL) statt. Im Mittelpunkt der diesjährigen Generalversammlung stand ein Vortrag zum Thema „Landwirtschaft und Bodenschutz“ durch Simone Marx von den Laboratoires de Contrôle et d’Essais der ASTA. Konkret ging es um zukünftige Herausforderungen im nachhaltigem Bodenschutz anhand von Bodenkarten und ausgewählter Themenkarten in bezug auf Indikatoren wie pH, Phosphor, Erosion usw.

In einführenden Worten ging FILL-Präsident Nico Kass auf die Aktualität des Konzepts der integrierten Landbewirtschaftung ein. „Die derzeitigen politischen Debatten über die Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit der GAP-Reform nach 2013 zeigen, wie akut die Anliegen, welche die FILL seit fast zwanzig Jahren verfolgt, sind“, unterstrich der FILL-Präsident. In diesen Jahren sei viel Pionierarbeit geleistet worden, so Nico Kass, der den Landwirtschaftsminister aufforderte, auch in Zukunft die Arbeit der FILL weiterhin zu unterstützen. Ein Anliegen der FILL sei es, in Zukunft, d.h. im Rahmen des Agrargesetzes 2014-2020, auch wieder eigene Projekte initiieren zu können. Derzeit können Projekte nur dann genehmigt und unterstützt werden, wenn sie im Rahmen des Reglements über die landwirtschaftliche Vulgarisierung an externe Projektträger ausgelagert werden.

Der FILL-Präsident betonte, wie wichtig es sei, auch in Zukunft auf eine integrierte, produktive Landwirtschaft zu bauen. „Dieses Signal brauchen wir auch von Seiten der Landesplanung“, unterstrich Nico Kass und forderte einen angemessenen Spielraum für eine wirtschaftlich rentable sowie tier- und umweltgerechte Lebensmittelproduktion im Rahmen des Plan Sectoriel Paysage. „Wir Menschen können auf viele Dinge verzichten, nicht aber auf gesunde Nahrungsmittel – deshalb ist unsere integrierte Landwirtschaft von solch unermeßlicher Bedeutung“, betonte der Präsident abschließend.

Im Anschluß an die Begrüßung von Nico Kass ging FILL-Sekretär Marc Fiedler auf die Tätigkeiten des Fördervereins im Laufe des Jahres 2011 ein. Marc Fiedler unterstrich die Bedeutung der FILL als spartenübergreifende, politisch neutrale Organisation im Dienste der integrierten Landwirtschaft. 2011 zählte die FILL 24 Organisationen, Dienststellen und Einzelunternehmen aus Landwirtschaft, Weinbau und Gartenbau als Mitglieder.

Im Berichtsjahr kamen die Mitglieder des Verwaltungsrates fünfmal zusammen. Zusätzlich kam der Verwaltungsrat mit Nachhaltigkeitsminister Marco Schank zusammen, um über Themen im Zusammenhang mit Landwirtschaft und Nachhaltigkeit, also u.a. über Biodiversität und Wasserschutz, die Stellung erneuerbarer Energien und die Problematik von Monokulturen zu debattieren. Weiterhin fanden im Vorfeld der Grünlandtags im Rahmen der Foire agricole in Ettelbrück mehrere Vorbereitungstreffen statt. Der FILL-Sekretär ging zuerst auf das FILL-Weideprojekt ein, welches nach einer dreijährigen Projektperiode im Jahr 2009 abgeschlossen wurde und ab 2010 in das Folgeprojekt „Opti-Gras“ einfließen konnte. Das Projekt, das im Rahmen einer breit gefächerten Arbeitsgruppe mit Vertretern von Weideteam und CONVIS ausgearbeitet wurde, wurde als Beratungsprogramm im Bereich „Effiziente Grünlandnutzung“ im Rahmen der großherzoglichen Verordnung über die landwirtschaftliche Vulgarisierung beim „Comité à coordination à la vulgarisation agricole“ eingereicht und im Juni 2010 genehmigt. Projektträger ist CONVIS. Mit diesem Projekt möchte die FILL in Zukunft bestehendes Wissen zwecks Information und Beratung gezielter einsetzen um so möglichst viele Landwirte und Verbraucher zu erreichen und für eine effiziente Grünlandnutzung zu sensibilisieren. Derzeit nehmen 23 Landwirte am Opti-Gras-Projekt teil, davon werden sechs Betriebe im Bereich Weidemanagement intensiv betreut.

Der FILL-Sekretär ging daraufhin auf das Projekt zur reduzierten Bodenbearbeitung ein. Auch dieses Projekt wurde im Jahr 2009 abgeschlossen. Zur Zeit laufen zwischen Landwirtschaftskammer und -ministerium Diskussionen über die Finanzierung des Folgeprojekts „Strategie für einen nachhaltigen Bodenschutz“. In erster Linie geht es darum, die Landwirte auf breiter Ebene für eine schonende Bodenbearbeitung, eine nachhaltige Humuswirtschaft und das Anlegen spezifischer Fruchtfolgen zu sensibilisieren, eine gesamtbetriebliche Erosionsschutzberatung zu etablieren und, bei komplexen Erosionsfällen in Hangeinzugsgebieten, mit einer gezielten Beratung einzuwirken.

Nach der Vorstellung des Kassenberichts durch den Kassierer der FILL, Léon Wietor, dem Bericht der Kassenrevisoren Guy Mirgain und Frank Aben sowie der Entlastung des Vorstandes, stellte Marc Fiedler das FILL-Arbeitsdokument „Integrierte Landbewirtschaftung und Wege zu einer nachhaltigen Landwirtschaft“ vor. Wir werden in einer der kommenden Ausgaben im Detail auf dieses Dokument zurückkommen.

Landwirtschaftsminister Romain Schneider bezeichnete in seiner Ansprache das Arbeitspapier der FILL als wertvollen Beitrag der Organisation zur Ausarbeitung des neuen PDR sowie der Umsetzung der Agrarreform. Auch der Landwirtschaftsminister betonte die Bedeutung der integrierten Landbewirtschaftung für die Landwirtschaft. Oft werde vergessen, daß die Landwirtschaft an allererster Stelle auch ein Wirtschaftssektor sei, der es Landwirten, Winzern und Gärtnern erlauben müsse, ihr Einkommen aus der Bewirtschaftung ihrer Betriebe zu beziehen. Die Balance zwischen Wirtschaftlichkeit, Ökologie und den sozialen Aspekten müsse stimmen. Diese Anliegen mache die FILL zu einem wichtigen Partner.

Nach der Ansprache des Landwirtschaftsministers stand das Referat von Simone Marx auf der Tagesordnung (siehe Sonderbeitrag in einer der kommenden Ausgaben).

Danach bedankte sich Verwaltungsratsmitglied Guy Reiland in seinem Schlußwort bei allen Landwirten, Organisationen und Verwaltungen, die zum Erfolg der FILL-Tätigkeiten im Laufe des Jahres 2011 beigetragen haben und lud im Namen von LTA-Direktorin Martine Hansen zum Ehrenwein ein.

Marc Fiedler

Forstzertifizierung aktueller denn je

Generalversammlung von Lëtzebuerger Privatbësch in Ettelbrück

Die Vereinigung der Privatwaldbesitzer, „Lëtzebuerger Privatbësch“, kam am 25. April zu ihrer Generalversammlung im Festsaal der Ackerbauschule zusammen. Sie warb ein ums andere Mal für die PEFC-Forstzertifizierung, die zwar von den Gemeinden in den vergangenen Jahren ganz gut angenommen wurde, jedoch noch sehr wenig im kleinstrukturierten Privatwald. Diese wird immer wichtiger, da nicht zertifiziertes Holz in Zukunft schwer zu vermarkten sein wird.

Der Präsident von Lëtzebuerger Privatbësch, Hubert de Schorlemer, konnte zu Beginn der Generalversammlung neben den Mitgliedern auch eine Reihe von Ehrengästen begrüßen, u.a. den delegierten Minister für nachhaltige Entwicklung, Marco Schank. Der Programmpunkt Wahlen zum Verwaltungsrat entfiel, da keine neuen Kandidaturen gestellt worden waren.

Große Bandbreite an Aktivitäten

Sekretär Henri Wurth kam im folgenden auf die große Vielfalt der letztjährigen Aktivitäten zu sprechen. Hervorzuheben sind die beiden Benefizveranstaltungen im Rahmen des Internationalen Jahres der Wälder: Zum einen ein Benefizkonzert in der Philharmonie mit der Künstlerin Quincy Jones und zum anderen eine Versteigerung im Rahmen von „Konscht am Bësch“ im Kikuoka Golf Club in Canach.

Mit dem Bitburger Waldbauverein kam man mehrmals zusammen. Der Sekretär machte darauf aufmerksam, daß für Luxemburger Waldbesitzer potentiell die Möglichkeit besteht, Holz via Bitburg zu vermarkten. Vom Wiltzer Waldbauverein wird dies jetzt schon praktiziert. Der Bitburger Waldbauverein kam 2010 auf ein ansehnliches Vermarktungsvolumen von 120.000 cbm.

Ein weiterer Punkt war das von Luxenergie auf dem Roost geplante Heizkraftwerk auf Basis von recycliertem Holz und Restholz. Der Frischholzbedarf liegt bei etwa 50.000 t. Diesbezüglich machte der Sekretär deutlich, daß es hierzulande ein großes Potential an nicht genutztem Holz gibt und dieses Potential durch eine wissenschaftliche Studie in Verbindung mit einer luftgestützten Waldinventur erhoben werden soll. Von Lëtzebuerger Privatbësch wurde beim Landwirtschaftsministerium eine Anfrage zwecks Finanzierung einer solchen Studie getätigt.

Als Highlight sei auch der letztjährige Preis „Mention speciale“ der Stiftung Hëllef fir d’Natur für das Engagement der Vereinigung für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung genannt.

Henri Wurth machte darauf aufmerksam, daß die Beratungsdichte in der nahen Eifel höher ist als hierzulande. Dort gilt ein Standard von einem Berater pro 2.000 ha Privatwald. Wegen des Auslaufens des Interreg-Projekts Regiowood im vergangenen Jahr mußte Lëtzebuerger Privatbësch zwei Ingenieure entlassen. Ein weiterer Techniker wurde eingestellt, so daß nun zwei Forstingenieure und zwei Forsttechniker in den Diensten von Lëtzebuerger Privatbësch stehen.

Technische Beratung und Weiterbildung

Details zu den letztjährigen Aktivitäten auf dem Terrain und bei der Forstzertifizierung erfuhren die Mitglieder von den Verantwortlichen der jeweiligen Beratungsdienste. Der forstliche Berater Winfried von Loë kam auf die wachsenden Beratungsaktivitäten des Service technique zu sprechen. Diesbezüglich wurden 2011 246 Ortstermine getätigt, ein Fünftel mehr als 2010. Schwerpunkte waren Durchforstungen, Wertberechnungen und PEFC-Zertifizierung. Bei letzterem Punkt gab es eine besonders starke Zunahme von 3 auf 32 Beratungstermine.

20% der Beratungstermine wurden von Nichtmitgliedern angefragt, die in vielen Fällen Mitglieder geworden sind. Als Gründe für den Anstieg der Vor-Ort-Beratung nannte Winfried von Loë die steigenden Holzpreise und das Greifen der Sensibilisierungsmaßnahmen von Lëtzebuerger Privatbësch. Immer mehr Waldbesitzer seien „auf der Suche nach ihren Waldparzellen“.

Fünf Gemeinschaftsdurchforstungen konnten 2011 abgeschlossen werden, und zwar in Bavigne-Mecher (1.070 cbm), Boulaide (2.087 cbm), Kuborn (1.828 cbm), Roodt-Beckerich (862 cbm) und Heltzingen (1.977 cbm). Für das laufende Jahr sind Durchforstungen in Kehmen, Savelborn, Boulaide, Brouch und Ell in Vorbereitung.

2011 wurden insgesamt 16.570 cbm Holz vermarktet. 80% der vermarkteten Holzmenge stammte aus Durchforstungen. 14 verschiedene Unternehmer kauften das Holz auf dem Fuß.

Zu den Weiterbildungsschwerpunkten zählte die Umsetzung des Leader-Projektes „Waldführerschein“ (diesmal im Mullerthal), das Symposium der Privatwaldbesitzer in Wiltz, die Motorsägenlehrgänge sowie diverse Informationsveranstaltungen und Info-Stände. Der forstliche Berater hob hervor, daß die Bedeutung der Weiterbildung insgesamt sehr stark zunimmt. Als Renner erwies sich abermals der acht Seminare beinhaltende Waldführerschein für Forstneulinge. Hierzu ist nun ein Aufbauseminar geplant. Auch die Motorsägenlehrgänge erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. 2012 werden neun Lehrgänge angeboten. Neben den Grundlehrgängen steht auch ein Aufbaulehrgang auf dem Programm.

Die Zeitung De Lëtzebuerger Privatbësch erschien fünfmal. Neu hinzugekommen sind jeweils zwei Seiten in Sachen Service technique. Aktuelles kann nun auch via www.privatbesch.lu im Internet abgerufen werden.

Des weiteren bleibt zu erwähnen, daß das forstliche Beraterteam die Vereinigung bei Leader Redange-Wiltz und Leader West, beim Life-Projekt Otter des Naturparks Obersauer, beim Forstremembrement Winseler sowie bei benachbarten Waldbauvereinen vertrat.

Abschließend sprach Winfried von Loë u.a. von der Notwendigkeit, durch den Sturm Cynthia betroffene Flächen sowie weitere Brachflächen wieder aufzuforsten.

Weiterhin großer Nachholbedarf bei der Forstzertifizierung

Es folgte der Bericht der neuen Verantwortlichen für die PEFC-Zertifizierung, Elisabeth Freymann. Neben dem üblichen Tagesgeschäft war der Service PEFC erneut im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit tätig, u.a. auf Messen. Interessierte Waldbesitzer und Unternehmer wurden hinsichtlich PEFC-Zertifizierung beraten. Zu letzteren ist zu sagen, daß 19 bereits nach PEFC zertifiziert sind und 13 davon auch das PEFC-Logo nutzen. Mehr als die Hälfte der 19 Unternehmer sind Holzhändler.

Die PEFC-Beraterin zeigte anhand einer Tabelle auf, daß es hinsichtlich Zertifizierung im Privatwald noch einen erheblichen Nachholbedarf gibt. 32,2% der nationalen Forstfläche sind inzwischen nach dem luxemburgischen Qualitätsstandard zertifiziert. Von diesen 29.039 ha zertifiziertem Wald entfallen nur 2.216,27 ha (7,6%) auf den Privatwald. Elisabeth Freymann rief deshalb die Mitglieder nochmals dazu auf, ihren Wald nach PEFC zertifizieren zu lassen.

Die Beraterin kam des weiteren auf das dreijährige Interregprojekt Regiowood zu sprechen, das Ende Oktober 2011 auslief. 19 Organisationen aus den Regionen Wallonien, Lothringen, Rheinland-Pfalz und Luxemburg arbeiteten hierbei zusammen. Schwerpunkte von Lëtzebuerger Privatbësch war diesbezüglich die Holzmobilisierung im Kleinstprivatwald sowie die Verbesserung der forstlichen Infrastruktur. In Sachen Mobilisierung – eigentlich müßte man von Holzbesitzermobilisierung sprechen – wurden drei Pilotzonen in Luxemburg geschaffen. Insgesamt waren es zehn Pilotzonen im Projektgebiet. Elisabeth Freymann zog folgendes Fazit:

  • Das Procedere der „Holzbesitzermobilisierung“ ist sehr zeitaufwendig und der menschliche Kontakt in diesem Kontext immens wichtig.
  • Pro in die Holzmobilisierung hineingesteckten Euro kann man einen Mehrwert von 3-16 Euro erzielen.

Den Kassenbericht der Vereinigung trug Yves Weyland vor. Das Jahr 2011 wurde mit einem Plus von mehr als 3.500 Euro abgeschlossen. Die Kassenrevisoren bestätigten die Korrektheit der Angaben im Kassenbericht und empfahlen die Entlastung des Kassierers, was einstimmig geschah. Die Herren Erpelding und Steichen erklärten sich bereit, ihre Ämter als Kassenrevisoren fortzuführen. In der anschließenden Vorausschau auf das aktuelle Geschäftsjahr kam Yves Weyland zum Schluß, daß das Jahr voraussichtlich mit einem leichten Minus von 2.100 Euro abgeschlossen wird, sprach aber diesbezüglich von einem „Budget der Vorsicht“.

Ansprache des Präsidenten

Nach den umfangreichen Tätigkeitsberichten befand die Versammlung über die Entlastung des Vorstands. Diese wurde einstimmig vollzogen.

Präsident Hubert de Schorlemer kam in seiner Ansprache an die Versammlung auf die Erfolge bei den letztjährigen Benefizveranstaltungen zu sprechen. Allein beim Konzert in der Philharmonie kamen 15.000 Euro an Spenden zusammen, mit denen ein Aufforstungsprojekt in Indien unterstützt wird.

Der Präsident zeigte sich zudem sehr erfreut über die große Resonanz des Weiterbildungsangebots von Lëtzebuerger Privatbësch. Für den Waldführerschein haben sich aktuell ca. 60 Teilnehmer angemeldet und es gibt auch schon Anfragen für das kommende Jahr.

Weitere Punkte in der Ansprache waren der Naturschutz sowie die Forstpolitik der EU. Hubert de Schorlemer betonte, daß nur der Umweltminister Naturschutzzonen ausrufen könne und es wichtig ist, daß dies so bleibt.

Bezüglich der EU-Politik stellte er die geplanten Brüsseler Vorgaben heraus, wonach künftig der Waldbesitzer einen Nachweis über jeden Kubikmeter Holz erbringen muß, den er dem Wald entnommen hat. „Ich setze mich dafür ein, daß die Zertifizierung als Nachweis ausreicht“, so der Präsident der Waldbesitzervereinigung, die hierzulande 1.800 Privatwaldbesitzer vertritt.

Partnerschaft für Naturschutz unerläßlich

Der delegierte Minister für Nachhaltigkeit, Marco Schank, äußerte eingangs die Überzeugung, daß die naturnahe Bewirtschaftung die beste Voraussetzung für gesunde Wälder sei. Der Staatswald werde zunehmend naturnah bewirtschaftet. „Diese Form der Bewirtschaftung ist jedoch nur möglich bei einer verträglichen Wilddichte“, sagte der Minister einschränkend.

Marco Schank nannte im folgenden einige wichtige Punkte zum künftigen Plan développement rural (PDR), zum Plan national forestier (PNF) und zur Naturschutzpolitik. Beim PDR sollte es u.a. darum gehen, den Wald besser auf den Klimawandel vorzubereiten. Der Minister machte zudem deutlich, daß man bei der Ausarbeitung des neuen PNF auf die Mithilfe von Lëtzebuerger Privatbësch zählt.

Zu den sogenannten Oekopunkten im Naturschutz erwähnte er, daß Ende Mai ein Vorschlag präsentiert wird. Die Waldbiotope nach Natura 2000 sollen seinen Worten zufolge bald festgelegt werden. Danach folgt noch der entsprechende Maßnahmenkatalog.

Auch der delegierte Minister für Nachhaltigkeit sprach von der enormen Bedeutung der Forstzertifizierung. Er lobte die gute Beratung von Lëtzebuerger Privatbësch in diesem Bereich und merkte an, daß die Regierung künftig Produkte aus zertifiziertem Holz bevorzugen wird.

Der Minister sprach abschließend von der Wichtigkeit, Naturschutz in Partnerschaft zu praktizieren. Er äußerte die Absicht, den kommunalen Naturschutz zu stärken und kündigte einen Workshop in Sachen Biodiversität und diesbezügliche Maßnahmen an.