20 Jahre Luxemburger Crémant

Der Luxemburger Weinbau steht hierzulande glücklicherweise meistens positiv in der öffentlichen Diskussion. Dies ist das Resultat einer langfristig angelegten Weinbaupolitik, die im Zusammenspiel mit den zuständigen Ministerien, den staatlichen Weinbaustellen und mit allen Winzerorganisationen seit vielen Jahren auf konsequente Weise durchgeführt wird.

Die Anpassung der Weinbauprodukte an die neuen Markttrends bleibt jedoch immer ein sehr schwieriges Unterfangen. Die Umstellung der Traubensorten, z.B. im Rahmen der großen Weinbergzusammenlegungsprojekte, geschieht langfristig, Weinberge werden für die Dauer von 30 Jahren und oft für eine längere Zeit neu angepflanzt, während in diesem Zeitraum die Konsum- und Geschmackstrends am Markt sehr kurzfristig ändern und das Konsumverhalten von einem sehr hohen Volatilitätsgrad geprägt ist. Mal geht die Nachfrage von Weiß auf Rot oder Rosé- Wein, von süß auf herb, von still auf prickelnd, ja, der Konsumphantasie sind meistens keine Grenzen gesetzt.

In solch einem schwierigen Umfeld bedarf es demzufolge einer weitsichtigen Politik und Maßnahmen, die auch langfristig den Winzern beste Erfolgs- und Überlebenschancen in ihrem Beruf gewährleisten.

Die vorgenannten großen Weinbergzusammenlegungsprojekte wurden seit Anfang der 70er Jahre flächendeckend über das ganze Weinbaugebiet realisiert. Dies ermöglichte den Winzern, ihre Traubenproduktion an die neue Marktnachfrage anzupassen und gleichzeitig den manuellen Arbeitsaufwand in den Winzerbetrieben wesentlich zu senken. Die Freisetzung dieser Produktivitätsreserven erlaubte eine nie geglaubte Anpassung der Größe der Winzerbetriebe (von 3 Hektar auf oft 15 und mehr Hektar Weinbergareal).Diese enorme Umstrukturierung der Weinberglandschaft sicherte demzufolge das Überleben des 2000- jährigen Weinbaus an der Luxemburger Mosel und war Anlaß, den Luxemburger Weinbau konsequent neu zu gestalten.

Diese Neuorientierung wurde glücklicherweise nicht in Richtung Rotwein vollzogen, so wie dies oftmals suggeriert wurde. Die mikroklimatischen, die geologischen und topographischen Gegebenheiten im Luxemburger Moseltal eignen sich bestens für die Produktion von Weißwein. Aus dieser Erkenntnis wurde ab dem Jahr 1991 eine tiefgreifende Produktionsdiversifikation in Richtung Crémant vorgenommen. Vinsmoselle hatte diese neue Produktionsausrichtung seit dem Jahr 1985 initiiert. In enger Zusammenarbeit mit den staatlichen Weinbaustellen wurde eine spezielle Gesetzgebung für die Produktion von ‚Luxemburger Crémant’ geschaffen und am 15. November 1991, also vor genau 20 Jahren, hat Vinsmoselle – als erster Crémant-Produzent – der Öffentlichkeit ihre neue ‚POLL-FABAIRE- Crémant’-Palette mit gleich sechs verschiedenen Geschmacksrichtungen vorgestellt.

Die meisten Privatwinzer und Weinhandelshäuser schlossen sich dieser Initiative an, so daß sich während den letzten 20 Jahren eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit rund um die Produktionsausrichtung und die Förderung der Luxemburger Crémants seitens ‚aller’ Produzenten gezeigt hat.
Hohe und im System der Marque Nationale geprüfte Qualitäten, regelmäßige internationale Auszeichnungen, eine konsequente Preis- und Marketingpolitik aller Akteure sowie regelmäßige öffentliche Kommunikationsarbeit gehörten zum Marketing-Mix dieser rezenten Erfolgsproduktion an unserer Luxemburger Mosel.

Steigende Marktanteile der Luxemburger Crémants ermutigen alle Crémant-Produzenten, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzugehen. So soll auch in den nächsten Jahren die Crémant-Produktion systematisch und besonders im Export ausgebaut werden. Luxemburg ist demzufolge dabei, sich auf der europäischen Weinkarte von einer oft unbekannten Weinregion zu einer einzigartigen Crémant- Region zu profilieren.

Die Luxemburger Mosel leistet somit einen sehr wichtigen Beitrag wenn es darum geht, die globale Luxemburger Wirtschaftsleistung langfristig zu konsolidieren und zu promovieren. Dank der neuen Crémant- Produktion wurden ebenfalls neue Voraussetzungen geschaffen, damit auch in Zukunft der Weinbau das Landschaftsbild unseres Moseltals weiterhin prägt und eine Region des Wohlbefindens für die tausenden von Besuchern aus dem In- und Ausland bleibt.

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