{"id":5954,"date":"2020-08-14T14:51:11","date_gmt":"2020-08-14T12:51:11","guid":{"rendered":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=5954"},"modified":"2020-08-14T14:51:15","modified_gmt":"2020-08-14T12:51:15","slug":"hitze-und-trockenheit-setzen-den-futterkulturen-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=5954","title":{"rendered":"Hitze und Trockenheit setzen den Futterkulturen zu"},"content":{"rendered":"\n<p>(hl).- Die seit letzter Woche herrschende Hitzeperiode mit Maximaltemperaturen bis zu 38\u00b0C hat die Lage im Futterbau weiter versch\u00e4rft. W\u00e4hrend bei den \u00f6stlichen Nachbarn innerhalb der Gro\u00dfregion \u00f6rtlich bis zu 69 mm Regen seit dem Wochenende fielen, blieb es hierzulande beim \u201cTropfen auf den hei\u00dfen Stein\u201d. Nur an einzelnen Orten kam es seit dem Wochenende zu nennenswerten Niederschl\u00e4gen, die jedoch keineswegs geeignet waren, um eine Trendwende beim Dauergr\u00fcnland herbeizuf\u00fchren. Dazu werden nun 30-40 mm, die allenfalls in mittlerer Intensit\u00e4t gut verteilt fallen m\u00fcssen, gebraucht. F\u00fcr den einen oder anderen Maisbestand haben die 9 bis 15 mm Regen, die in Koerich, Schimpach, Breidfeld bzw. Eschdorf seit Sonntag gefallen sind, vielleicht schon ein wenig gebracht, um den Wasserstress kurzfristig abzumildern. Aber auch diese wassersparende Kultur hat nun einen gr\u00f6\u00dferen Bedarf f\u00fcr eine normale Kolbenentwicklung und es sollten wenigstens 20 mm Niederschlagswasser pro Quadratmeter sein, die in den Boden einziehen k\u00f6nnen. In Koerich fielen zum Beispiel am Montag 7,3 mm Regen binnen zehn Minuten auf staubtrockenen Boden. Davon ist nur ein Bruchteil in den Boden eingezogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mancherorts wird die Lage jetzt schon kritisch und ein vorzeitiges H\u00e4ckseln des durch Wasserstress stark gesch\u00e4digten Maisbestands ist dort wohl nicht mehr zu umgehen. Im Osten des Landes soll es demn\u00e4chst bereits zur Ernte von besonders stark wassergestressten Silomaisbest\u00e4nden kommen. Jedenfalls ist vielerorts zu erwarten, dass der Mais weit hinter seinem Potenzial zur\u00fcckbleiben wird, vor allem hinsichtlich des Kolbens, der bei einem normal entwickelten Maisbestand rund die H\u00e4lfte des Futterwerts ausmacht. Wenn die Bl\u00e4tter von unten nach und nach braun werden und bei einem Teil der Pflanzen bereits im oberen Bereich zu verdorren beginnen (wie im Osten des Landes bereits vielerorts zu beobachten), sinken die Chancen auf einen ertragreichen Mais. F\u00fcr viele Rinderhalter wird es voraussichtlich wohl keine Alternative zum Zukauf von Mais in gr\u00f6\u00dferen Mengen geben. So mancher Betrieb wird sicherlich auch von der Trockenheitsversicherung im Mais profitieren k\u00f6nnen. Ein weiterer Faktor wird die Erntemenge weiter schm\u00e4lern: Das Problem der viel zu hohen Wildschweindichte wird in den n\u00e4chsten Wochen, wenn der Mais in die Milchreife kommt, wieder deutlich zu Tage treten.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Gr\u00fcnland ist es noch weitaus dramatischer. Das Wachstum auf den Weiden ist fast \u00fcberall im Land l\u00e4ngst bei Null angelangt und die Betriebe m\u00fcssen entweder auf den Weiden oder im Stall massiv zuf\u00fcttern. Wer jetzt noch \u00fcber alterntiges Futter verf\u00fcgt und letztes Jahr Mais in nennenswerten Mengen zugekauft hat, kann nun noch eine Weile durchhalten, ohne an die eigentlichen Winterreserven aus dem aktuellen Futterjahr gehen zu m\u00fcssen. Aber auch solche alterntigen Reserven sind nur begrenzt verf\u00fcgbar und mit fortschreitender Trockenheit ist es nur eine Frage der Zeit, bis diese zur Neige gehen. Betriebe, deren Reserven schon vor Einsetzen der Hitzeperiode aufgebraucht waren, f\u00fcttern nun schon seit 14-20 Tagen massiv mit neuerntigem Futter zu und m\u00fcssen sich sehr bald umsehen, um gen\u00fcgend Futter f\u00fcr die Stallperiode zusammen zu bekommen. Der Mangel an Stroh wirkt sich dieses Jahr versch\u00e4rfend auf die Futterknappheit aus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Futterbau im Kanton Grevenmacher<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>An den hei\u00dfen, strahlungsreichen Tagen gingen diese und letzte Woche 5 mm Bodenwasser pro Tag verloren. An sonnenarmen Tagen betrug der t\u00e4gliche Verlust wenigstens noch 2,4 mm. In der ersten Augustdekade waren es in Grevenmacher auf diese Weise 43,2 mm. Die 1,7 mm, die am 1. August als Regen fielen, fallen demnach nicht ins Gewicht. Nicht nur der Agrimeteo-Standort in Grevenmacher, sondern der ganze Kanton Grevenmacher z\u00e4hlen zu den Gegenden des Landes, wo es derzeit besonders trocken ist. An so manchem Gr\u00fcnland-Standort im Kanton w\u00e4chst seit eineinhalb Monaten nichts mehr. Auf dem Foto ist so ein Standort zu sehen. Seit dem zweiten Grasschnitt am Nationalfeiertag w\u00e4chst dort nichts mehr. Der dritte Schnitt, welcher \u00fcblicherweise Mitte August ansteht, entf\u00e4llt also g\u00e4nzlich. \u201cSo braun wie jetzt hat es selbst 2018 nicht ausgesehen\u201d, betont Romain Weirich. Der Milchviehhalter aus Gostingen hofft nun auf einen erneuten Aufwuchs f\u00fcr einen sp\u00e4ten Schnitt Ende September\/Anfang Oktober. Doch es werden Wochen vergehen, bis nach einem nennenswerten Niederschlag die verdorrten Pflanzen wieder austreiben k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum anders sieht es auf den Jungviehweiden und den stallnahen Weiden f\u00fcr das Milchvieh aus, nur dass dort im Juli noch Grashalme gewachsen sind, die aber mittlerweile ebenso verdorrt sind. Das Jungvieh muss auf den Weiden zugef\u00fcttert werden, w\u00e4hrend die K\u00fche auf dem arrondierten Betrieb von der Weide in den Stall wechseln k\u00f6nnen. \u201cDie K\u00fche gehen nur noch spazieren, und zwar vor allem nachts\u201d, fasst der Betriebsleiter aus Gostingen die Situation w\u00e4hrend der Hitzeperiode zusammen. Die d\u00fcrren Grashalme werden nur ungern gefressen. Seit rund drei Wochen deckt sein Milchvieh den Tagesbedarf quasi nur noch im Stall. Allenfalls einige wenige Prozent kommen bei der n\u00e4chtlichen Weide noch zusammen. Die Leistung liegt indes noch auf einem akzeptablen Niveau: \u201cDie Milchmenge ist noch stabil geblieben, aber bei den Inhaltsstoffen musste ich in den letzten Wochen Einbu\u00dfen hinnehmen\u201d, so Romain Weirich.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Betriebsleiter hat nun noch alterntige Futterreserven von rund zehn Tagen beim Gras und rund zwei Wochen beim Silomais. Und er hofft, dass seine Maisbest\u00e4nde noch solange \u201cdurchhalten\u201d und nicht wegen der Trockenheit vorzeitig geh\u00e4ckselt werden m\u00fcssen, bevor die alte Silage ger\u00e4umt ist. \u201cBei einem Teil meiner Maisbest\u00e4nde muss ich allm\u00e4hlich von einem hohen Trockenschaden ausgehen, so dass ich wahrscheinlich eine Entsch\u00e4digung von der Versicherung erhalten werde.\u201d Romain Weirich geht davon aus, dass er erneut in gr\u00f6\u00dferen Mengen Silomais zukaufen muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Seine bisherige Bilanz f\u00fcr das Milchvieh ist folgenderma\u00dfen: erster Schnitt in normaler Menge, minus 20 Prozent Ertrag beim zweiten Schnitt, minus 100 Prozent beim dritten Schnitt. Nur auf einer fr\u00fch ger\u00e4umten Heufl\u00e4che, die bereits Ende Mai beerntet wurde, konnte letzte Woche gem\u00e4ht werden, allerdings (trotz der langen Zeit f\u00fcr diesen zweiten Aufwuchs) mit einem sehr bescheidenen Ertrag.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"685\" src=\"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Romain-Weirich-1024x685.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5955\" srcset=\"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Romain-Weirich-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Romain-Weirich-300x201.jpg 300w, https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Romain-Weirich-768x514.jpg 768w, https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Romain-Weirich-1536x1028.jpg 1536w, https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Romain-Weirich-2048x1371.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Auf dieser exponierten Wiesenfl\u00e4che w\u00e4chst seit Ende Juni nichts mehr. Der dritte Schnitt entf\u00e4llt auf dem Betrieb Weirich g\u00e4nzlich.<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"685\" src=\"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Trockenheit-Zusatz-2-1024x685.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5956\" srcset=\"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Trockenheit-Zusatz-2-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Trockenheit-Zusatz-2-300x201.jpg 300w, https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Trockenheit-Zusatz-2-768x514.jpg 768w, https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Trockenheit-Zusatz-2-1536x1028.jpg 1536w, https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Trockenheit-Zusatz-2-2048x1371.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Auf den Weiden w\u00e4chst seit Wochen nichts mehr. Die inzwischen d\u00fcrren Grashalme werden vom Milchvieh kaum gefressen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(hl).- Die seit letzter Woche herrschende Hitzeperiode mit Maximaltemperaturen bis zu 38\u00b0C hat die Lage im Futterbau weiter versch\u00e4rft. W\u00e4hrend bei den \u00f6stlichen Nachbarn innerhalb der Gro\u00dfregion \u00f6rtlich bis zu 69 mm Regen seit dem Wochenende fielen, blieb es hierzulande beim \u201cTropfen auf den hei\u00dfen Stein\u201d. Nur an einzelnen Orten kam es seit dem Wochenende zu nennenswerten Niederschl\u00e4gen, die jedoch keineswegs geeignet waren, um eine Trendwende beim Dauergr\u00fcnland herbeizuf\u00fchren. Dazu werden nun 30-40 mm, die allenfalls in mittlerer Intensit\u00e4t gut verteilt fallen m\u00fcssen, gebraucht. 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