{"id":5825,"date":"2020-04-30T09:03:04","date_gmt":"2020-04-30T07:03:04","guid":{"rendered":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=5825"},"modified":"2020-04-30T09:38:19","modified_gmt":"2020-04-30T07:38:19","slug":"man-stelle-sich-vor-es-haette-auch-noch-keine-lebensmittel-mehr-gegeben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=5825","title":{"rendered":"Man stelle sich vor, es h\u00e4tte auch noch keine Lebensmittel mehr gegeben\u2026"},"content":{"rendered":"\n<p>Diesen Satz haben wir aus einer Diskussion um die Covid-19 Pandemie und die damit ausgel\u00f6ste, bislang beispiellose Wirtschaftskrise herausgegriffen. Wohl kaum einer mag sich vorstellen, was geschehen w\u00e4re, h\u00e4tte bei der Versorgung der Bev\u00f6lkerung mit Lebensmitteln die gleiche Knappheit wie bei medizinischem Material zu Anfang der Pandemie vorgeherrscht. Die Konsequenzen \u2013 politisch, wirtschaftlich und sozial \u2013 w\u00e4ren extrem gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie wichtig, ja unverzichtbar eine gesicherte Lebensmittelversorgung \u00fcberhaupt ist, wie unverzichtbar dabei auch eine lokale Erzeugung ist, wurde sicherlich vielen Menschen, auch politisch Verantwortlichen aller Couleurs, gerade erst in den letzten Wochen bewusst. Dabei sei mit Nachdruck betont, dass auch die hiesige Landwirtschaft f\u00fcr Versorgungssicherheit bei den Grundlebensmitteln, dies mit hochwertigen, lokal erzeugten Produkten, steht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die unverzichtbare Rolle der Landwirtschaft wurde denn auch richtigerweise in dieser Coronakrise vielfach hervorgehoben. Erinnern wir an die Aussage von Gro\u00dfherzog Henri gegen\u00fcber dem Pr\u00e4sidenten der Landwirtschaftskammer, die wiederholten Aussagen von Landwirtschaftsminister Schneider zur Landwirtschaft und den agroaliment\u00e4ren Verarbeitungsunternehmen oder die Aussage von Justizministerin Tanson, die ebenfalls in ihrem Statement letzten Samstag die Wichtigkeit der lokalen Lebensmittelerzeugung betonte.<\/p>\n\n\n\n<p>Belobigende Worte allein gen\u00fcgen jedoch nicht!<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die alarmierende Situation auf den Agrarm\u00e4rkten wurde bereits verwiesen. Die St\u00fctzungsma\u00dfnahmen, die auf EU-Ebene unter der Form von Beihilfen f\u00fcr die Private Lagerhaltung in die Wege geleitet wurden, k\u00f6nnen sicherlich als erste Schritte in die richtige Richtung bewertet werden. Sie reichen aber wie weitem nicht aus, um den sich abzeichnenden Verwerfungen mit drastischem Verfall der Erzeugerpreise entgegenzuwirken. Dar\u00fcber hinaus bleibt die Lage in etlichen Sektoren besonders prek\u00e4r. Die Kommission und die Mitgliedstaaten stehen jedenfalls in der Verantwortung, weitere Ma\u00dfnahmen in die Wege zu leiten, um die wirtschaftlichen Folgen abzufedern, damit auch den Fortbestand der Betriebe zu sichern. Ebenso m\u00fcssen sie einen stabilen und ausreichenden Agrarhaushalt bereitstellen, der den Anforderungen an die Landwirtschaft gerecht wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings steht auch die hiesige Regierung in der Pflicht, auf nationaler Ebene ihren belobigenden Worten konkrete Ma\u00dfnahmen folgen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die anstehende Anpassung des Agrargesetzes bietet hierbei eine Gelegenheit, um tats\u00e4chlich die Wertsch\u00e4tzung der Landwirtschaft zu untermauern. Die sich hier auftuenden Handlungsm\u00f6glichkeiten, um den Agrarsektor insgesamt sowie die einzelnen Betriebe bzw. agroaliment\u00e4ren Unternehmen zu st\u00e4rken, sind vielf\u00e4ltig. Dazu z\u00e4hlen u.a. die Anhebung der F\u00f6rderplafonds bei Investierungen, die Anhebung der F\u00f6rders\u00e4tze auf den maximal auf EU-Ebene zul\u00e4ssigen Prozentsatz von 50% oder aber die Ausweitung der f\u00f6rderf\u00e4higen Investitionen. Dazu geh\u00f6rt auch, dass die Bedingungen so gestaltet werden, dass sie den Realit\u00e4ten der Betriebe bestm\u00f6glich entsprechen. Die einschl\u00e4gigen Forderungen wurden bereits an dieser Stelle pr\u00e4sentiert und dem Landwirtschaftsminister unterbreitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Wesentliche Verbesserungen dr\u00e4ngen sich auch im Bereich neuer, zus\u00e4tzlicher oder bislang defizit\u00e4rer Produktionen auf. Die diesbez\u00fcglichen Probleme ebenso wie die beruflichen Forderungen sind hinl\u00e4nglich bekannt, auch auf Regierungsebene. Paradebeispiel ist diesbez\u00fcglich der Obst- und Gem\u00fcsebereich einschlie\u00dflich des Kartoffelanbaus, wo es darum gehen muss, die Produktion selbst sowie ebenfalls die Wertsch\u00f6pfungskette zu st\u00e4rken. Nicht sp\u00e4ter als letzte Woche haben die Akteure des Sektors nochmals Premier Bettel mit dem Problem insbesondere des Zugangs zum dringend ben\u00f6tigten Wasser und des Wasserpreises befasst. Es sind dies Probleme, die bereits vielfach diskutiert wurden, zu denen sogar bereits ein sogenannter Wassertisch einberufen worden war. Eine reale Hilfestellung von Seiten der Regierung ist jedoch bislang keine erfolgt, im Gegenteil. Anstatt neue, alternative Produktionen st\u00e4rker zu unterst\u00fctzen, tendiert man dazu, Stolpersteine einzubauen. Geht es darum, zum Beispiel Wasserr\u00fcckhaltebecken einzurichten, zieren die zust\u00e4ndigen Stellen sich, die erforderlichen Genehmigungen auszustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Bereich, wo die politisch Verantwortlichen ihre kundgetane Wertsch\u00e4tzung des hiesigen Agrarsektors bestens untermauern k\u00f6nnten, ist und bleibt die F\u00f6rderung des Absatzes der Produkte aus der hiesigen Landwirtschaft in der \u00f6ffentlichen Restauration. Allerdings wird sich auch hier, unter dem Vorwand europ\u00e4ischer Reglementierungen, vorzugshalber in komplizierte, kaum nachvollziehbare und teilweise v\u00f6llig unangemessene reglementarische Bestimmungen gefl\u00fcchtet, anstatt einfache und f\u00fcr den hiesigen Agrarsektor nutzbringende Ans\u00e4tze zu verfolgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und letztlich d\u00fcrfen die Diskussionen um die F\u00f6rderung der hiesigen Lebensmittelerzeugung nicht einseitig in Richtung biologischer Landwirtschaft gef\u00fchrt werden. Sicherlich soll diese unterst\u00fctzt werden, jedoch nicht auf Kosten und zu Lasten der konventionellen Landwirtschaft.&nbsp; Vielmehr gilt es, beide Produktionsweisen und deren Erzeugnisse gleicherma\u00dfen zu f\u00f6rdern.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Diskussionen um die k\u00fcnftigen Orientierungen der Landwirtschaft und der Lebensmittelerzeugung muss allemal mit Weitsicht und Vorsicht vorgegangen werden. Denn, ebenso wie es sich auf der einen Seite aufdr\u00e4ngt, den Wirtschaftsliberalismus grunds\u00e4tzlich zu \u00fcberdenken und dem Klimaschutz den notwendigen Platz einzur\u00e4umen, gilt es auf der anderen Seite, zu verhindern, dass politische Strategien oder aber ideologisch gepr\u00e4gtes Gedankengut&nbsp; letztlich doch noch die lokale, regionale Lebensmittelversorgung in Gefahr bringen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Leitartikel<\/p><cite>&#8222;De Letzeburger Bauer&#8220; am 30.04.2020<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesen Satz haben wir aus einer Diskussion um die Covid-19 Pandemie und die damit ausgel\u00f6ste, bislang beispiellose Wirtschaftskrise herausgegriffen. 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