{"id":4749,"date":"2017-12-14T14:34:35","date_gmt":"2017-12-14T13:34:35","guid":{"rendered":"http:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=4749"},"modified":"2017-12-14T14:34:35","modified_gmt":"2017-12-14T13:34:35","slug":"die-junglandwirte-und-die-gap-2020-bericht-vom-ceja-seminar-in-warschau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=4749","title":{"rendered":"Die Junglandwirte und die GAP 2020 &#8211; Bericht vom CEJA-Seminar in Warschau"},"content":{"rendered":"<p>Am 30. November und 1. Dezember nahmen zwei Vertreter des Service Jeunesse, Wester Christian und Schroeder Jeff, am CEJA-Seminar in Warschau teil. Veranstaltungsort des Seminars waren die Warschauer Messehallen, wo zur selben Zeit die \u201eCentral Agricultural Trade Fair\u201c, eine landwirtschaftliche Ausstellung stattfand.<\/p>\n<p>Nach einer Begr\u00fc\u00dfung der Anwesenden CEJA-Mitglieder durch den polnischen Landwirtschaftsminister er\u00f6ffnete der CEJA-Pr\u00e4sident, Janes Maes, das Seminar mit einer Arbeitsgruppe, die sich mit dem am Tag zuvor ver\u00f6ffentlichen Dokument der Europ\u00e4ischen Kommission zur neuen GAP 2020 befasste.<\/p>\n<p>In dieser Arbeitsgruppe wurde das Dokument \u201eThe Future of Food and Farming\u201c (Die Zukunft der Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft) kurz vorgestellt und anschlie\u00dfend diskutiert. Ziel der Diskussion war es, eine Pressemitteilung und Stellungnahme zu diesem Dokument auszuarbeiten, bei der man die besonderen Anliegen der jungen Bauern zur neuen GAP 2020 hervorheben wollte.<\/p>\n<p>Im Laufe dieser Diskussion wurde mehrmals erw\u00e4hnt und begr\u00fc\u00dft, dass in der kommenden GAP 2020 der Generationswechsel durch verschiedene, auch finanzielle Ma\u00dfnahmen vereinfacht werden und au\u00dferdem zu einer der Priorit\u00e4ten werden soll, um so junge Menschen zu motivieren, einen landwirtschaftlichen Betrieb zu \u00fcbernehmen. Au\u00dferdem wurde mehrmals hervorgehoben, dass man es als sehr positiv befand, dass die bei der Pr\u00e4sentation dieses Dokuments anwesenden Vertreter der Landwirtschaft und der Presse sehr viel \u00fcber diesen in unseren Augen wichtigen Punkt der kommenden GAP 2020 diskutiert haben. Dies unterstreicht die Wichtigkeit solcher Ma\u00dfnahmen f\u00fcr Junglandwirte, um somit den Beruf des Landwirts f\u00fcr j\u00fcngere Generationen wieder interessanter zu machen, wobei es in diesem Punkt jedoch noch viel Nachholbedarf gibt.<\/p>\n<p>Ein weiterer Punkt, der positiv anerkannt wurde, ist, dass Kommissar Hogan erkannt hat, dass das Greening-Modell \u201eOne size fits all\u201c mit denselben Greening-Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die ganze EU v\u00f6llig daneben ging, und deswegen das Greening in der jetzigen Form komplett abgeschafft werden soll. Was mit den 30% der Direktzahlungen, die an das Greening gebunden waren, passieren soll, ist jedoch bis dato ungekl\u00e4rt. Einen m\u00f6glichen Einschnitt in der 1. S\u00e4ule mit Umschichtung des Budgets in die 2. S\u00e4ule wurde jedoch ganz klar als negativ bewertet, da somit f\u00fcr viele Betriebe 30% des Grundeinkommens verloren gehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Sehr erleichtert war man auch, dass EU-Kommissar Hogan die gesamte B\u00fcrokratie verringern und erleichtern m\u00f6chte, insbesondere die Antragstellung und die Betriebskontrollen. Erreichen m\u00f6chte er dies \u00fcber den Weg, dass man als EU nur noch die zu erreichenden Ziele festlegen will, mit welchen Ma\u00dfnahmen die einzelnen Mitgliedsstaaten diese Ziele erreichen wollen, soll den Mitgliedsstaaten selbst \u00fcberlassen werden. Man wolle als EU nicht mehr wie bis jetzt (Cross Compliance, Greening, etc.) klar vorgeben, an welche Regeln und Ma\u00dfnahmen die Mitgliedsstaaten und Landwirte sich zu halten haben. Indes sollen auch die Kontrollen der Einhaltung der einzelnen Ma\u00dfnahmen an die Mitgliedsstaaten abgegeben werden. Jedoch hielt man als CEJA fest, dass dies nicht dazu ausarten darf, dass wir uns von einer gemeinsamen EU-Agrarpolitik wegbewegen und somit wieder gro\u00dfe Unterschiede entstehen, zu welchen Standards und (Umwelt-) Auflagen die Landwirte innerhalb der EU arbeiten und Lebensmittel produzieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Als negativ bewertet wurde, dass die Junglandwirte und der angestrebte Generationswechsel in der Landwirtschaft nur als Unterpunkt eines Abschnittes erw\u00e4hnt werden, anstatt ihnen einen eigenen Abschnitt zu widmen, und ihnen somit einen h\u00f6heren Stellenwert in der GAP 2020 zu geben. Au\u00dferdem kritisierte man, dass das Wort \u201eNeue\u201c Landwirte, anstelle von \u201eJung\u201c Landwirten benutzt wurde. Als Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Kritik: Ein \u201eJunger\u201c Landwirt kann auch \u201eneu\u201c in der Branche sein, sprich ein Quereinsteiger sein. Ein \u201eNeuer\u201c Landwirt muss aber nicht unbedingt \u201eJung\u201c sein, da auch eine Person, die in h\u00f6herem Alter einen landwirtschaftlichen Betrieb gr\u00fcndet, als \u201eNeu\u201c bezeichnet werden kann, was jedoch zu einem von Kommissar Hogan angestrebten Generationswechsel eher wenig beitr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Ein weiterer Punkt, der mehrmals angesprochen und als positiv empfunden wurde, ist, dass Kommissar Hogan in seinem Dokument schreibt, ein \u201eAktiver Landwirt\u201c sei eine Person, die mit der T\u00e4tigkeit des Landwirts sein t\u00e4gliches Brot verdient. Kritik an dieser Aussage wurde jedoch ge\u00fcbt, dass diese Definition zu unpr\u00e4zise ist, und hier ganz klar nachgebessert werden m\u00fcsse, zumal dieses ein wichtiges Kriterium werden soll, um in Zukunft \u00fcberhaupt noch in den Genuss von Direktzahlungen zu kommen.<\/p>\n<p>Ein letzter Punkt, der sehr deutlich herausgearbeitet und der von mehreren Vertretern in der Runde erw\u00e4hnt wurde, war, dass man von dem jetzigen Verteilerschl\u00fcssel, welcher exklusiv die Fl\u00e4che eines Betriebes zur Verteilung der Direktzahlungen ber\u00fccksichtigt, wegkommen m\u00fcsse.<\/p>\n<p>In der Pressemitteilung wurde au\u00dferdem unter anderem festgehalten, dass CEJA die Schritte zu einer Reform der GAP allgemein als positiv betrachtet. Jedoch h\u00e4tte man den Eindruck, dass es der EU-Kommission an einer klaren Vision, was die Zukunft der Europ\u00e4ischen Landwirtschaft anbelangt, fehlt.<\/p>\n<p>CEJA verlangt auch von der EU-Kommission, dass alle (Jung-) Landwirte aus der gesamten Union die gleichen Bestimmungen haben und zu denselben Konditionen und Auflagen Lebensmittel produzieren k\u00f6nnen, und hier die Mitgliedsstaaten nicht zuviel Freiraum bekommen. Insbesondere die Ma\u00dfnahmen zur Unterst\u00fctzung der Junglandwirte und des Generationswechsels m\u00fcssen von der EU festgelegt werden, und nicht von den Mitgliedstaaten, damit alle Junglandwirte die gleiche Chance erhalten, ihren landwirtschaftlichen Betrieb auf- und auszubauen.<\/p>\n<p>Als letzter und vielleicht auch wichtigster Punkt mit Hinblick auf den Brexit 2018 und das neue Budget der EU (2020-2027) fordert CEJA die EU-Kommission auf, das Agrarbudget insgesamt auf einem hohen oder gleichen Niveau zu halten, dass so alle aufgez\u00e4hlten Ziele der GAP 2020 erreicht werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Die genaue Pressemitteilung des CEJA kann unter dem Link: <a href=\"http:\/\/www.ceja.eu\/ceja-outlines-position-future-food-farming\">www.ceja.eu\/ceja-outlines-position-future-food-farming<\/a> nachgelesen werden.<\/p>\n<p>Am Abend folgte f\u00fcr die Arbeitsgruppe auf Einladung der polnischen Bauernjugend ein Abendessen in einem kleinen, gem\u00fctlichen Restaurant in der Innenstadt von Warschau.<\/p>\n<p>Der zweite Seminartag begann mit einer dreieinhalbst\u00fcndigen Podiumsdiskussion zur Zukunft der Landwirtschaft, wo eine Vertreterin der polnischen Regierung, ein Vertreter des polnischen Bauernverbandes, ein Vertreter der polnischen Bauernjugend und die Vize-Pr\u00e4sidentin des CEJA teilnahmen.<\/p>\n<p>Im Laufe dieser Diskussion wurden mehrere Punkte immer wieder angesprochen:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Landwirtschaft mit seinem nachgelagerten Bereich ist nach wie vor einer der wichtigsten Arbeitgeber, Wirtschaftszweige und Exportschlager der gesamten EU; dem m\u00fcsse in der neuen GAP 2020 unbedingt Rechnung getragen werden.<\/li>\n<li>Die Landwirtschaft muss generell entb\u00fcrokratisiert werden, sei es bei der Antragstellung auf Direktzahlungen oder anderen administrativen Vorg\u00e4ngen; der Job eines Landwirts sei es, Lebensmittel zu produzieren und nicht den ganzen Tag nur Formulare auszuf\u00fcllen.<\/li>\n<li>Precision Farming und die Digitalisierung seien essentiell f\u00fcr das \u00dcberleben der Betriebe und die Einhaltung der Umweltauflagen in der Zukunft. Hier m\u00fcsse die Politik klare Akzente setzen, wie diese Werkzeuge den Landwirten zug\u00e4nglich und verst\u00e4ndlich gemacht werden sollen.<\/li>\n<li>Jungen und angehenden Landwirten m\u00fcssen klare und gute Perspektiven f\u00fcr die Zukunft gegeben werden und die Unterst\u00fctzung der Junglandwirte darf nicht f\u00fcnf Jahre nach der Erstinstallierung aufh\u00f6ren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nach dieser sehr interessanten Podiumsdiskussion hatten verschiedene Vertreter ihrer jeweiligen Bauernjugend-Organisationen die M\u00f6glichkeit, ihre Forderungen und Positionen zur GAP vorzustellen. Auch der Service Jeunesse stellte seine Vorstellungen und Forderungen zur GAP 2020 vor. Auf diesen Punkt werden wir n\u00e4chste Woche an dieser Stelle genauer eingehen.<\/p>\n<p>Als Abschluss des Tages stand ein Rundgang \u00fcber die landwirtschaftliche Messe auf dem Programm, wo man sowohl etliche Maschinen \u00f6stlichen Fabrikats bestaunen konnte, als auch regionale und f\u00fcr das Land typische kulinarische K\u00f6stlichkeiten probieren konnte.<\/p>\n<p>Am Ende des zweit\u00e4gigen Seminars hatte die polnische Bauernjugend ein Galadinner mit anschlie\u00dfendem Tanzabend organisiert, wo man die Bekanntschaften mit Vertretern von Jungbauernorganisationen aus anderen EU-Mitgliedsstaaten vertiefen und sich besser kennen lernen konnte.<\/p>\n<p><em>F\u00fcr die LBJ: Jeff Schroeder und Christian Wester<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 30. November und 1. Dezember nahmen zwei Vertreter des Service Jeunesse, Wester Christian und Schroeder Jeff, am CEJA-Seminar in Warschau teil. 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