{"id":3548,"date":"2014-09-15T16:07:34","date_gmt":"2014-09-15T14:07:34","guid":{"rendered":"http:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=3548"},"modified":"2014-09-19T11:10:51","modified_gmt":"2014-09-19T09:10:51","slug":"unkrautbekaempfung-in-wintergerste-herbst-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=3548","title":{"rendered":"Unkrautbek\u00e4mpfung in Wintergerste \u2013 Herbst 2014"},"content":{"rendered":"<p>Grunds\u00e4tzlich gilt: Je kleiner die Unkr\u00e4uter und die Ungr\u00e4ser sind, umso sicherer und kosteng\u00fcnstiger gestaltet sich deren Bek\u00e4mpfung. Gro\u00dfe Unkr\u00e4uter lassen sich im Fr\u00fchjahr schwieriger und nur mit h\u00f6herem Herbizidaufwand bek\u00e4mpfen. Die in Wintergerste zugelassenen Gr\u00e4serherbizide lassen sich nicht mit allen Unkrautherbiziden mischen und sind zudem teuer. Das Risiko von Ver\u00e4tzungen an der Kultur und das Risiko, da\u00df verschiedene Wirkstoffe sich in Mischungen beeintr\u00e4chtigen (Antagonisten), sind bei Tankmischungen im Fr\u00fchjahr h\u00f6her als im Herbst. Dar\u00fcber hinaus sollte ber\u00fccksichtigt werden, da\u00df die Befahrbarkeit bzw. die n\u00f6tige Witterung im Fr\u00fchjahr nicht immer gegeben ist, so da\u00df sich Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen \u00fcber den optimalen Einsatztermin hinaus verz\u00f6gern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Auf schweren B\u00f6den mit hohem Gr\u00e4serdruck soll noch im Herbst ein Bodenherbizid vorgelegt werden, da sich ein bereits weit entwickelter Ungrasbesatz im Fr\u00fchjahr nur noch schwer (wenn \u00fcberhaupt) bek\u00e4mpfen l\u00e4\u00dft.<\/strong><\/p>\n<p>Nach einer Unkrautbek\u00e4mpfung im VA k\u00f6nnen bei einem grobscholligen Saatbett \u2013 nach dem Zerfallen der Kluten, bzw. auch in l\u00fcckigen Best\u00e4nden \u2013 erneut Ungr\u00e4ser und Unkr\u00e4uter auflaufen. Dennoch kann auf derartigen Standorten eine Herbizidanwendung im VA sinnvoll sein, um bei hohem Potential von Ungrassamen der Resistenzbildung von Ungr\u00e4sern entgegenzuwirken und die Nachbehandlung im Fr\u00fchjahr zu vereinfachen. Nach der Saat sollte das Saatbett r\u00fcckverfestigt werden. Die Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe k\u00f6nnen nur dann wirken, wenn so wenig wie m\u00f6glich Hohlr\u00e4ume zwischen den gut feuchten Bodenkluten sind. Die Feuchtigkeit, die durch die Kapillarwirkung die Ackerkrume feuchth\u00e4lt, ist genauso wichtig wie die leichten Regenschauer oder der dichte, herabsinkende Nebel vor einer Anwendung von VA-Herbiziden. F\u00fcr den Fall, da\u00df eine Zweitbehandlung durchgef\u00fchrt werden mu\u00df, sollte hierzu ein Produkt mit einem anderen Wirkungsmechanismus gew\u00e4hlt werden, dies um der bereits \u00f6fters erw\u00e4hnten Resistenzbildung von Ackerfuchsschwanz und neuerdings (in geringem Ma\u00df) auch Windhalm vorzubeugen (Tabelle \u00e0 Spalte: \u201eMoA\u201c). Es sollte ein Bodenherbizid vorgelegt werden und dann, zu einem sp\u00e4teren Termin, mit einem blattaktiveren Mittel die \u00fcbriggebliebene Restverunkrautung entfernt werden.<\/p>\n<p>Die vorausgesagten Witterungsverh\u00e4ltnisse nach der Saat bestimmen die Wirkstoffauswahl. So kann ein Bodenherbizid seine Wirkung bei Trockenheit nicht optimal entfalten. Ebenso f\u00fchren l\u00e4ngere Trockenphasen mit hohen Strahlungsintensit\u00e4ten und geringen Luftfeuchten dazu, da\u00df die Unkr\u00e4uter dickere Wachsschichten bilden, wodurch die Wirkstoffaufnahme beeintr\u00e4chtigt wird und es zu Wirkungsverlusten kommen kann.<\/p>\n<p>Auch die Temperatur hat einen Einflu\u00df auf die Wirksamkeit der Herbizide. Diflufenican-haltige Mischungen (Bacara, Javelin, Liberator, Toucan) k\u00f6nnen \u2013 bei Temperaturen unter minus 2\u00b0C und Diflufenican-Mengen \u00fcber 40 g\/ha \u2013 Blattaufhellungen oder vor\u00fcbergehenden Wachstumsstillstand bewirken.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich gilt: Keine Behandlung vor anstehendem Nachtfrost und nicht auf gefrorenen Boden spritzen. Nach der Behandlung sollte die Spritzbr\u00fche einwirken k\u00f6nnen, \u00e0 kein Regen bis etwa 2 Std. nach der Behandlung.<\/p>\n<p>Grundvoraussetzung f\u00fcr die Auswahl des richtigen Herbizids ist die Kenntnis \u00fcber das Auftreten von Ackerfuchsschwanz oder Windhalm.<\/p>\n<p>Obschon in unseren Nachbarl\u00e4ndern vermehrt von resistentem Windhalm geschrieben wird, ist Windhalm noch einfacher zu bek\u00e4mpfen als Ackerfuchsschwanz.<\/p>\n<p>Das Blatth\u00e4utchen des Windhalms ist grober gezahnt als das vom Ackerfuchsschwanz. Windhalm kommt vorwiegend auf leichten B\u00f6den vor, wogegen Ackerfuchsschwanz haupts\u00e4chlich schwerere B\u00f6den bevorzugt. Bacara und Celtic bek\u00e4mpfen Windhalm sehr gut, gegen Ackerfuchsschwanz wirkt Bacara allerdings \u00fcberhaupt nicht und Celtic braucht, um einen hohen Ackerfuchsschwanz-Druck zu bew\u00e4ltigen, einen Mischungspartner.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"659\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im \u00d6sling raten wir zu einer Unkrautbek\u00e4mpfung in Wintergerste mit<strong>1 l\/ha Bacara<\/strong><strong> oder 2,5 l\/ha Celtic + 1,5 l\/ha Arelon L<\/strong>\u00e05 m Abstand zu Oberfl\u00e4chengew\u00e4ssern!<\/p>\n<p>Arelon L kann Celtic zur besseren Bek\u00e4mpfung von Kamillen und\/oder Hirtent\u00e4schel zugemischt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die preislich interessantesten Strategien sind der Vorauflauf bzw. der fr\u00fche Nachauflauf, da nicht zwangsl\u00e4ufig die vollen Aufwandmengen eingesetzt werden m\u00fcssen. Weil hier vorwiegend bodenwirksame Herbizide zum Einsatz kommen, mu\u00df ausreichend Bodenfeuchtigkeit vorhanden und das Saatbett gut abgesetzt sein. Der Einsatz soll fr\u00fch erfolgen, am besten w\u00e4hrend der Auflaufphase der Ungr\u00e4ser, wenn die Fahrgassen gerade sichtbar werden.<\/p>\n<p>Auf Ackerfuchsschwanzstandorten raten wir, eine Erstbehandlung im Herbst mit maximal 5 l\/ha Defi (MoA: N) oder mit 0,6 l\/ha Liberator (MoA: K3) durchzuf\u00fchren. Beide Produkte bringen sehr zufriedenstellende Resultate gegen widerstandsf\u00e4higen Ackerfuchsschwanz. Defi hat allerdings einen anderen <strong>M<\/strong>ode <strong>o<\/strong>f <strong>A<\/strong>ction und ist in der Lage, auch resistente Ackerfuchsschwanzpflanzen zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"660\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>Auf Ackerfuchsschwanz-Standorten mit Resistenzproblemen ist in Wintergerste<strong>(2-Blatt-Stadium der Wi\u2019Gerste und vom Ackerfuchsschwanz) <\/strong>folgende Tankmischung sinnvoll:<\/p>\n<p><strong>1,5 <\/strong>\u2013 <strong>2<\/strong> <strong>l\/ha Defi +0,5 \u2013 0,6<\/strong> <strong>l\/ha Liberator<\/strong><strong>\u00e0<\/strong>Abstandsauflage zu Oberfl\u00e4chengew\u00e4ssern betr\u00e4gt 20 m<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich kann Liberator (0,6 l\/ha) oder Defi (5 l\/ha) auch ohne Mischungspartner vorgelegt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf Standorten mit sowohl Windhalm als auch mit nicht-resistentem Ackerfuchsschwanz, und orts\u00fcblicher Mischverunkrautung k\u00f6nnen nat\u00fcrlich Tankmischungen mit Malibu, Arelon L, Javelin, Stomp 400 SC oder Stomp Aqua sowie Toucan angewendet werden.<\/p>\n<p>Innerhalb der Wasserschutzgebiete raten wir vom Isoproturon-Einsatz ab. Diesem Wirkstoff ist ohnehin kein breites Unkrautspektrum zuzuordnen<strong>.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.legilux.public.lu\/leg\/a\/archives\/2013\/0141\/a141.pdf\"><strong>In ausgewiesenen Wasserschutzgebieten (Zone II) ist die Anwendung von Isoproturon ganzj\u00e4hrig verboten! In der Zone III ist die Anwendung vom 16. Oktober bis inkl. dem letzten Februar-Tag untersagt!<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Sowohl innerhalb wie au\u00dferhalb der Wasserschutzgebiete k\u00f6nnen auch folgende Tankmischungen eingesetzt werden:<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"650\">\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><strong>Gegen Ackerfuchsschwanz, Windhalm und Mischverunkrautung: <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Malibu 3 l\/ha + AZ500 100 ml\/ha<\/strong><\/li>\n<li><strong>Liberator 0,4 \u2013 0,6 l\/ha + AZ500 100 ml\/ha<\/strong><\/li>\n<li><strong>Liberator 0,4 &#8211; 0,6 l\/ha + Bacara 0,4 l\/ha<\/strong><\/li>\n<li><strong>Defi 1,5 &#8211; 5 l\/ha + AZ500 150 \u2013 200 ml\/ha<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Gegen Windhalm und Mischverunkrautung:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Bacara 0,8 \u2013 1 l\/ha<\/strong><\/li>\n<li><strong>Celtic 2,5 l\/ha<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei sehr hohem Gr\u00e4serdruck kann es sinnvoll sein, bereits im Herbst auf gut entwickelten Ackerfuchsschwanz oder Windhalm das blattaktive Axial anzuwenden. Die Aufwandmenge sollte nicht zu stark reduziert werden, um die Wirkungssicherheit nicht zu gef\u00e4hrden (0,9 l\/ha Axial). Axial darf zwischen dem 3-Blatt-Stadium und dem 1. Knoten <strong>einmal<\/strong> pro Vegetationsperiode eingesetzt werden.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Gute fachliche Praxis<\/h3>\n<p>Vorauflaufbehandlungen treffen nat\u00fcrlich immer einen Gro\u00dfteil Boden ohne Bewuchs. Sie sollten nie auf stark erosionsgef\u00e4hrdeten Parzellen durchgef\u00fchrt werden. Das Saatbett sollte gut abgesetzt sein. In unseren Wasserschutz-Infos haben wir dieses Thema bereits mehrfach angesprochen. Neben der Gefahr, da\u00df die Wirkstoffe oberfl\u00e4chlich abgewaschen werden, besteht aber auch das Risiko, da\u00df mehr oder weniger hohe Mengen an verschiedenen Wirkstoffen in das Grundwasser und Quellwasser ausgewaschen werden.<\/p>\n<table style=\"height: 21px;\" width=\"499\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"53\">\u00a0<em>Die Pflanzenbauberatung der Landwirtschaftskammer<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grunds\u00e4tzlich gilt: Je kleiner die Unkr\u00e4uter und die Ungr\u00e4ser sind, umso sicherer und kosteng\u00fcnstiger gestaltet sich deren Bek\u00e4mpfung. Gro\u00dfe Unkr\u00e4uter lassen sich im Fr\u00fchjahr schwieriger und nur mit h\u00f6herem Herbizidaufwand bek\u00e4mpfen. Die in Wintergerste zugelassenen Gr\u00e4serherbizide lassen sich nicht mit allen Unkrautherbiziden mischen und sind zudem teuer. Das Risiko von Ver\u00e4tzungen an der Kultur und das Risiko, da\u00df verschiedene Wirkstoffe sich in Mischungen beeintr\u00e4chtigen (Antagonisten), sind bei Tankmischungen im Fr\u00fchjahr h\u00f6her als im Herbst. 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