{"id":337,"date":"2011-12-02T10:39:13","date_gmt":"2011-12-02T09:39:13","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=337"},"modified":"2013-09-02T13:05:14","modified_gmt":"2013-09-02T11:05:14","slug":"337","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=337","title":{"rendered":"25 Jahre Marque Nationale des Eaux-de vie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/eaux-de-vie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-785\" title=\"eaux-de-vie\" alt=\"\" src=\"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/eaux-de-vie.jpg\" width=\"300\" height=\"94\" \/><\/a>Bei internationalen Verkostungen von Branntweinen schneidet Luxemburg immer wieder hervorragend ab. Das kommt nicht von ungef\u00e4hr. Mit der 1986 eingef\u00fchrten Marque Nationale des Eaux-de-vie wurde eine unabh\u00e4ngige Stelle geschaffen, die die Produktion von Qualit\u00e4tsbranntweinen promovierte. Eine umfassende staatliche Kontrolle garantiert hohe Qualit\u00e4tsstandards und etliche heimische Brenner haben seit der Einf\u00fchrung auf dieses Pferd gesetzt und profitieren seitdem davon, da\u00df die Qualit\u00e4t ihrer Produkte von unabh\u00e4ngiger Seite \u00fcberpr\u00fcft und in der Regel auch best\u00e4tigt wird. Am 22. November wurde das 25j\u00e4hrige Bestehen der Branntwein- Nationalmarke in der Diekircher Hotelschule mit einer akademischen Festsitzung und einem anschlie\u00dfenden Festessen gefeiert. Neben den heimischen Brennern hatten sich auch zahlreiche Ehreng\u00e4ste zur Jubil\u00e4umsfeier eingefunden, darunter Landwirtschaftsminister Romain Schneider. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von den \u201eIzeger Heebl\u00e9iser\u201c.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Internationale Topqualit\u00e4t<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00e4sident der Branntwein-Nationalmarke, Paul Thill, erinnerte eingangs an die lange Brenntradition in Luxemburg. Um 1800 habe fast jeder landwirtschaftliche Betrieb eine Brennerei gehabt und selbst 1946 seien es noch rund 1.000 Brennereien gewesen. Heute z\u00e4hlt man nur noch 80 Brennereien. Als Ursachen nannte Paul Thill die fortschreitende Spezialisierung der landwirtschaftlichen Betriebe und den R\u00fcckgang des Absatzes, bedingt durch ver\u00e4nderte Konsumgewohnheiten.<br \/>\nDer Pr\u00e4sident machte im folgenden deutlich, da\u00df die heimischen Branntweine qualitativ besser sind als die anderen Spirituosen hierzulande, aber auch besser sein m\u00fcssen angesichts einer Importquote von 90%. Er stellte klar, da\u00df man den oft industriell gefertigten Konkurrenzprodukten aus dem Ausland qualitativ Paroli bieten kann. So machte er u.a. darauf aufmerksam, da\u00df man mit Marc de Riesling, Marc de Gewurztraminer usw. hervorragende Weintresterprodukte an der Mosel brennt, die den Vergleich mit der italienischen Konkurrenz nicht zu scheuen brauchen. Des weiteren wies er auf die zahlreichen Medaillen und Auszeichnungen f\u00fcr Branntweine aus heimischer Produktion hin. Dabei sind vor allem der internationale Wettbewerb f\u00fcr Brannweine und Fruchtlik\u00f6re in Metz, der Concours Mondial de Bruxelles sowie der Wettbewerb der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft zu nennen. Bei Obstbr\u00e4nden habe man qualitativ einen Spitzenplatz in der Welt.<br \/>\nAbschlie\u00dfend nannte der Pr\u00e4sident noch zwei Projekte, die die Branntwein- Nationalmarke in Angriff nimmt. Zum einen geht es um die M\u00f6glichkeit der Etikettierung mit selbstklebenden Etiketten, zum anderen um die Erweiterung des zul\u00e4ssigen Branntwein-Sortiments um Eaux-de-vin und Prunes sowie um eine geplante Sensorikausbildung f\u00fcr die Mitglieder der \u201eSchmaachkommissioun\u201c.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Qualit\u00e4tsbem\u00fchungen haben Tradition<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das eigentliche Festreferat wurde von Marcel Probst, Sekret\u00e4r der Branntwein-Nationalmarke, gehalten. Der Festreferent holte zun\u00e4chst weit aus und kam auf die ersten nachweislichen Bem\u00fchungen zur Qualit\u00e4tsverbesserung von Branntweinen zu sprechen. Diese gehen zur\u00fcck auf Anton Biewer, der als Assistent an der landwirtschaftlichen Staats- und Kontrollstation von Ettelbr\u00fcck Ende des 19. Jahrhunderts drei Publikationen herausbrachte, die sich mit der Qualit\u00e4t dieses Produkts befa\u00dften. Nachdem 1932 die gesetzliche Basis zur Schaffung von Nationalmarken geschaffen wurde, dauerte es noch 14 Jahre, bis eine solche f\u00fcr Branntweine in Kraft treten konnte. Doch dieser ersten Branntwein-Nationalmarke sollte kein Erfolg beschieden sein. Schon 1952 wurde sie eingestellt, weil seitens der Brenner kein Interesse mehr daran bestand.<br \/>\nErst in den 60er Jahren gab es wieder Bewegung im Brennereiwesen. Der nationale Verband der landwirtschaftlichen Brenner wurde 1962 geschaffen und 1965 wurde bereits an einem neuen Reglement f\u00fcr eine Branntwein-Nationalmarke gearbeitet. Es blieb jedoch vorl\u00e4ufig bei einem Projekt, weil es bei manchen Streitpunkten unter den Akteuren keine Einigung gab. Erst 1974 kam wieder etwas Bewegung in das Dossier. Doch es sollte weitere sieben Jahre dauern, bis endlich eine Kommission geschaffen wurde, die sich konkreter mit der Schaffung einer Branntwein-Nationalmarke auseinandersetzte. In dieser Kommission waren von Seiten der Brenner die Herren Henri Dussier, Gaston Dahm und Nicolas Duhr vertreten. Von Seiten des ASTA-Laboratoriums wirkte Marcel Haas, der Chef der mikrobiologischen Abteilung, mit. Am 21. Juni 1985 wurde schlu\u00dfendlich das Reglement f\u00fcr die neue Branntwein-Nationalmarke durch Regierungsbeschlu\u00df verabschiedet. Dieses glich in gro\u00dfen Z\u00fcgen dem Entwurf von 1965. Die erste Verwaltungskommission (die zugleich als \u201eSchmaachkommissioun\u201c f\u00fcr die Geschmackspr\u00fcfungen zust\u00e4ndig ist) wurde am 15.10.1985 ernannt und bestand aus drei Brennern, drei Staatsvertretern, zwei Konsumentenvertretern und einem Vertreter des Handels. Erster Pr\u00e4sident wurde Marcel Haas. Die weiteren Mitglieder waren Nicolas Duhr, Henri Dussier, Aloyse Miny, Pierre Marjay, Nic Kinnen, Pierre Toussaint, Joseph Sinner und Fran\u00e7ois Arendt.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Immer wieder Anpassungen und Erweiterungen des Reglements<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 30.4.1986 kam die \u201eSchmaachkommissioun\u201c zum ersten Male zusammen und bewertete Zwetschgen- Branntweine. In den beiden folgenden Jahren fanden mehrere wichtige Veranstaltungen statt, um die Branntwein- Nationalmarke in der breiten \u00d6ffentlichkeit bekanntzumachen. Im Fr\u00fchjahr 1987 gab es eine Pressekonferenz im ASTA-Laboratorium in Ettelbr\u00fcck. Im November 1988 wurde die Nationalmarke in der Hotelschule vorgestellt. Und am 30.11.1988 empfing Staatsminister Jacques Santer die Verwaltungskommission der Branntwein-Nationalmarke.<br \/>\n1991 kam es erstmals zu Ab\u00e4nderungen im Reglement. Die wichtigsten waren damals: die Erweiterung des Sortiments um Quitten, Himbeer, P\u00e4erdsbeer und Holunder, das Drukken der Sorte auf die Colerette und die Erweiterung der Verwaltungskommission um Ersatzmitglieder. Die Ersatzmitglieder wurden im Februar 1992 bestimmt. 1994 gab es Nachbesserungen bei den Qualit\u00e4tskriterien.<br \/>\nNachdem Ren\u00e9 Meyers die Pr\u00e4sidentschaft im Februar 1995 \u00fcbernommen hatte, gab es eine zweite Aufbesserung des Reglements, die ein Jahr sp\u00e4ter in Kraft trat. Damals wurde Eaux-de-vie de Vin eingef\u00fchrt, die Etikettierung flexibilisiert und die Palette der zul\u00e4ssigen Flaschengr\u00f6\u00dfen erweitert.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Fast 500.000 Liter bis heute<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit Bestehen der Nationalmarke wurde die Verwaltungskommission f\u00fcnfmal erneuert, zuletzt 2010, als Paul Thill die Pr\u00e4sidentschaft von Ren\u00e9 Meyers \u00fcbernahm. Seit der Gr\u00fcndung fanden 227 Branntwein- Verkostungen statt, bei denen 2.337 Proben getestet wurden. Bis dato wurden insgesamt 492.790 l Branntwein von mehr als 50 Brennereibetrieben f\u00fcr eine Pr\u00fcfung angestellt, wovon 405.170 l pr\u00e4miert wurden. Dies ergibt eine Erfolgsquote von 82%. Regelm\u00e4\u00dfig stellten mehr als 20 Brenner ihre Produkte f\u00fcr eine Pr\u00e4mierung an. Beim Volumen liegt Mirabelle mit rund 30% an erster Stelle, gefolgt von \u00c4ppel, Quetsch, Poire Williams und Neelchesbiren.<br \/>\nSeit den Anf\u00e4ngen hat sich die Qualit\u00e4t der angestellten Produkte deutlich verbessert, hob Marcel Probst lobend hervor. Lag die Erfolgsquote in den ersten zw\u00f6lf Jahren noch bei durchschnittlich 77%, so stieg diese in der zweiten H\u00e4lfte auf 88%.<br \/>\nAuch innerhalb des pr\u00e4mierten Sortiments ist eine Qualit\u00e4tssteigerung abzulesen. W\u00e4hrend in den ersten zw\u00f6lf Jahren 42% der Proben von der Pr\u00fcfungskommission mindestens 15 von maximal 20 Punkten erhielten, waren es in den letzten zehn Jahren 10% mehr. Marcel Probst machte noch auf das ver\u00e4nderte Angebot aufgrund der sich wandelnden Nachfrage aufmerksam. Die sogenannten Edelsorten Mirabelle, Poire Williams, Framboise und Marc nehmen stetig zu, w\u00e4hrend Quetsch, \u00c4ppel und Frucht r\u00fcckl\u00e4ufig sind. Im Durchschnitt ist auch der Alkoholgehalt, der einst 47% betrug, auf 43-44% gesunken. \u201eDies kann man als positiv bewerten, da hierdurch die Qualit\u00e4t der MN Branntweine besser zum Ausdruck kommt\u201c, versicherte der Sekret\u00e4r.<br \/>\nDa\u00df diese Qualit\u00e4t auch international gut ankommt, zeigte der Festredner anhand der Resultate des \u201eConcours international des Eaux-de-vie et licqueurs de fruits de Metz\u201c auf, wo die heimischen Brenner seit 1994 regelm\u00e4\u00dfig teilnehmen. Seitdem errangen sie dort 136 Mal \u201eEdelmetall\u201c, und zwar 34 Gold-, 57 Silber- und 45 Bronzemedaillen.<br \/>\nSchlie\u00dflich machte Marcel Probst auf die Bem\u00fchungen aufmerksam, die Qualit\u00e4tsbrennereien einem breiten Publikum bekanntzumachen. Hierzu geh\u00f6ren Flyer der Marque Nationale, eine ONT-Brosch\u00fcre, aber auch weitere Publikationen, u.a. in Fachb\u00fcchern des Heel-Verlags (\u201eTrester: Das Elixier der Moselsonne\u201c sowie \u201eAu\u00dfergew\u00f6hnliche Br\u00e4nde, Schnapsbrenner, Destillate, Rarit\u00e4ten\u201c). Und des weiteren ist in diesem Kontext der allj\u00e4hrliche Stand der Marque Nationale auf der Fr\u00fchjahrsmesse zu nennen.<br \/>\nAbschlie\u00dfend wies der Festredner auf die Notwendigkeit weiterer Anstrengungen hin, um die Brenner und die Qualit\u00e4t von deren Produkten noch bekannter zu machen.<br \/>\nLandwirtschaftsminister Romain Schneider lobte in seiner kurzen Ansprache die Branntwein-Nationalmarke und die landwirtschaftlichen Brenner, machte aber gleichzeitig deutlich, da\u00df neben der Qualit\u00e4t auch das Marketing stimmen mu\u00df, um gegen\u00fcber der Konkurrenz zu bestehen. Der Ressortchef hob zudem die Wichtigkeit der Branntweinproduktion f\u00fcr die Erhaltung des Streuobstbaus in Luxemburg hervor. Des weiteren bezeichnete er die MN-Qualit\u00e4tsbranntweine als wichtige Produkte im Rahmen von \u201eSou schmaacht L\u00ebtzebuerg\u201c. Romain Schneider bedankte sich abschlie\u00dfend bei all denen, ohne die die Nationalmarke nicht zustande gekommen w\u00e4re.<br \/>\nZum Abschlu\u00df der akademischen Festsitzung wurden eine Reihe von Pers\u00f6nlichkeiten geehrt. Zun\u00e4chst ergingen Ehrungen an folgende 13 Brennereien, die seit 25 Jahren MNBranntweine produzieren: Eug\u00e8nie Aust-Huberty, Bettel; Gaston Dahm- Barzen, Herborn; Jean Dahm-Reiter, Lilien; Camille Duhr-Mergen, Niederdonven; Albert Fisch-Schroeder et fils, Calmus; Margot Guillon &amp; Pit Dolizy, Ehnen; Emile Kayser- Duhr, Bech-Kleinmacher; Maria Kinnen- Lenertz &amp; fils, Rippig; Egide Max-Lahr et fils, Ahn; Michel Miny- Dahm, Nommern; Guillaume Streng et fils, Grevenmacher; Pierre Walch, Haller; Andr\u00e9 Weber, Wormeldange- Haut.<br \/>\nDes weiteren wurden Mitglieder der Verwaltungskommission geehrt, die 25 Jahre diese Funktion wahrnahmen und teilweise noch wahrnehmen. Dies waren: Fran\u00e7ois Arendt, als Vertreter des Gesundheitsministeriums in der Kommission und zuvor schon Mitglied der Vorbereitungskommission; Nicolas Duhr und Aloyse Miny, beide als Vertreter der Landwirtschaftskammer in der Kommission, Nicolas Duhr zus\u00e4tzlich Vertreter in der Vorbereitungskommission; Michel Neuser, als Vertreter des Konsumentenschutzes in der Kommission. Ehrungen gingen zudem an Ren\u00e9 Meyers, Pr\u00e4sident von 1995-2010, Christiane Kohl-Thilges, w\u00e4hrend zehn Jahren verantwortlich f\u00fcr den MN-Branntwein am Marque Nationale- Stand auf der Fr\u00fchjahrsmesse, Gis\u00e8le Thi\u00e9baut, Sekret\u00e4rin des bekannten Metzer Wettbewerbs f\u00fcr Branntweine und Fruchtlik\u00f6re und Dieter Sonne, Spezialit\u00e4tenbrenner aus dem Moselort Veldenz, auf dessen Anregung hin heimische Brenner die Gelegenheit bekamen, sich an den oben angef\u00fchrten Ver\u00f6ffentlichungen im Heel-Verlag zu beteiligen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei internationalen Verkostungen von Branntweinen schneidet Luxemburg immer wieder hervorragend ab. Das kommt nicht von ungef\u00e4hr. Mit der 1986 eingef\u00fchrten Marque Nationale des Eaux-de-vie wurde eine unabh\u00e4ngige Stelle geschaffen, die die Produktion von Qualit\u00e4tsbranntweinen promovierte. 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