{"id":319,"date":"2011-08-26T09:52:44","date_gmt":"2011-08-26T07:52:44","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=319"},"modified":"2013-09-02T13:06:56","modified_gmt":"2013-09-02T11:06:56","slug":"landwirtschaft-in-den-balkanstaaten-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=319","title":{"rendered":"Landwirtschaft in den Balkanstaaten (II)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/balkan.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-777\" title=\"balkan\" alt=\"\" src=\"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/balkan.png\" width=\"657\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/balkan.png 657w, https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/balkan-300x273.png 300w, https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/balkan-328x300.png 328w\" sizes=\"auto, (max-width: 657px) 100vw, 657px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In unserem <a title=\"Landwirtschaft in den Balkanstaaten (I)\" href=\"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/landwirtschaft-in-den-balkanstaaten-i\/\">letztw\u00f6chigen Beitrag<\/a> waren wir auf die Balkanstaaten Kroatien, Montenegro und Mazedonien eingegangen, die den Status als Beitrittsland bzw. Beitrittskandidat erlangt haben. Nachstehend eine kurze Beschreibung der Landwirtschaft in den vier \u00fcbrigen Balkanstaaten, die einen EU-Beitritt anstreben, bislang jedoch noch nicht den Status eines Beitrittskandidats haben.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Albanien<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Albanien (Hauptstadt Tirana) mit einer Gesamtfl\u00e4che von rund 28.700 km2 z\u00e4hlt rund 3,58 Millionen Einwohner, wovon 92% in l\u00e4ndlichen Gebieten leben. Die Bev\u00f6lkerungsdichte variiert von 56 Einwohner\/ km2 in den entlegeneren l\u00e4ndlichen Regionen bis 459 Einwohner\/ km2 in den st\u00e4dtischen Gebieten. So wie Kosovo hat Albanien eine junge Bev\u00f6lkerung: Rund 28% der Einwohner sind weniger als 14 und nur 7,3% mehr als 65 Jahre alt. Mangelnde Ausbildung in der Bev\u00f6lkerung allgemein stellt eines der gro\u00dfen Probleme dar, dies neben hoher Arbeitslosigkeit, wovon vor allem die jungen Menschen und die Frauen betroffen sind. Die Landwirtschaft bleibt in bezug auf die Besch\u00e4ftigung der wichtigste Sektor, wobei sich jedoch in den Zahlen der nicht entlohnten Landarbeiter eine hohe Arbeitslosenrate versteckt. Circa 1,16 Mio. ha werden landwirtschaftlich genutzt: Etwa die H\u00e4lfte als Ackerland, 43% als Gr\u00fcnland und 8% f\u00fcr Dauerkulturen. Die Tierproduktion stellt in etwa 46% der landwirtschaftlichen Erzeugung dar. Die Landwirtschaft ist \u00fcberwiegend klein strukturiert und die Durchschnittgr\u00f6\u00dfe der Betriebe \u2013 rund 400.000 insgesamt \u2013 betr\u00e4gt 1,2 ha. 60% der Betriebe gelten als Subsistenzbetriebe, w\u00e4hrend 40% eher marktorientiert arbeiten. Das j\u00e4hrliche Wachstum im Agrarsektor belief sich in den letzten Jahren auf 3,5% gegen\u00fcber 6,5% in der \u00fcbrigen Wirtschaft. Dennoch tr\u00e4gt die Landwirtschaft etwa 17% zum Bruttoinlandsprodukt bei; der Anteil des Agraretats im Gesamtstaatshaushalt bel\u00e4uft sich allerdings gerade einmal auf 1,2%. Gro\u00dfe Probleme bleiben in bezug auf die Landr\u00fcckerstattung bzw. die Privatisierung zu l\u00f6sen; die Prozeduren sind extrem lang und oft erfolglos. In dem Sinn weist Albanien auch heute noch die Z\u00fcge eines kommunistischen Landes auf. Zwischen 2000 und 2008 wurde die Produktivit\u00e4t wesentlich gesteigert, dennoch bleibt das Land stark von Lebensmittelimporten anh\u00e4ngig, wobei die Importe die Exporte um ein Vielfaches \u00fcbersteigen. Exportiert werden haupts\u00e4chlich Fischereiprodukte und Heilpflanzen, importiert wird u.a. Getreide, Obst und Fleisch, wobei etwa 90% des Fleischbedarfs durch Importe abgedeckt wird. Die Hauptprobleme f\u00fcr die schleppende Modernisierung der Landwirtschaft und die Entwicklung des Agrarsektors k\u00f6nnen wie folgt skizziert werden:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Extreme Fragmentierung des Landbesitzes und fehlende Tradition des b\u00e4uerlichen Familienbetriebes, da es unter dem kommunistischen Regime in Albanien keinen Privatbesitz gab.<\/li>\n<li>Geringe Produktivit\u00e4t der Betriebe, zu geringe Investitionen in moderne Maschinen und Technologien sowie unterentwickelte Bew\u00e4sserungsund Drainagesysteme. Zum Teil wird noch Technik russischer oder chinesischer Herkunft aus Zeiten vor der Transformation eingesetzt, was geringe Ertr\u00e4ge und wenig wirtschaftliche Betriebe zur Folge hat. Beim Getreide liegen die Ertr\u00e4ge bei nur 3 Tonnen pro Hektar, bei Milchk\u00fchen bei 2.000 Litern\/Kuh.<\/li>\n<li>Wenig entwickelter Verarbeitungssektor, der \u00fcberwiegend von kleinen Unternehmen gepr\u00e4gt ist, sowie ebenfalls fehlende Vermarktungsstrukturen.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinzu kommen Landflucht und allgemein ein mangelndes Interesse an Investitionen im Agrarsektor. Die Regierung bem\u00fcht sich, die Landwirtschaft zu entwickeln und die Agrarimporte zu reduzieren. Seit einigen Jahren werden Subsidien an b\u00e4uerliche Betriebe vor allem zur F\u00f6rderung des Obstanbaus, zum Aufbau von Treibh\u00e4usern, f\u00fcr Viehzuchtbetriebe und f\u00fcr die Anpflanzung von Olivenb\u00e4umen gew\u00e4hrt. Diese staatlichen Unterst\u00fctzungen bleiben jedoch relativ gering. Die Regierung ist ebenfalls bem\u00fcht, die Bauern zu mehr Kooperation zu bewegen und dazu, ihre Betriebe zu vergr\u00f6\u00dfern. Es herrscht allerdings viel Mi\u00dftrauen gegen\u00fcber solchen Bem\u00fchungen und Skepsis gegen\u00fcber kollektiven Betriebsformen und Genossenschaften.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Bosnien-Herzegovina<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bosnien-Herzegovina (Hauptstadt Sarajevo) hat eine Fl\u00e4che von 51.280 km2 und eine Bev\u00f6lkerung von 3,85 Mio., was eine Bev\u00f6lkerungsdichte von 75 Einwohnern\/km2 darstellt. Rund 14,5% der Bev\u00f6lkerung sind weniger als 14 Jahre alt, ebenso viele mehr als 65 Jahre. 81% der Landesfl\u00e4che gelten als l\u00e4ndliche Gebiete, wo rund 61% der Bev\u00f6lkerung leben. 41% der Landesfl\u00e4che bzw. 2,1 Mio. ha werden landwirtschaftlich genutzt; allerdings eignete sich nur etwa 1 Mio. ha f\u00fcr eine intensivere Bewirtschaftung. Gro\u00dfe Teile von Bosnien- Herzegovina (66%) sind h\u00fcgelig bis gebirgig und k\u00f6nnen nur teilweise als Grasland genutzt werden. Obst- und Weinbau werden auf rund 100.000 ha betrieben. Die Waldfl\u00e4chen werden mit 2.710.000 ha veranschlagt, 53% der Landesfl\u00e4che. Hauptproduktionsbereich in Bosnien- Herzegovina ist die pflanzliche Produktion, w\u00e4hrend die tierische Produktion knapp ein Drittel der gesamten Erzeugung darstellt, wobei in den letzten Jahren insbesondere die Milchproduktion leicht ausgebaut wurde. Neben Gem\u00fcse sind Frischmilch, Mais und Kartoffeln wirtschaftlich von Bedeutung. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe wird auf 515.000 gesch\u00e4tzt. Die Landwirtschaft ist damit \u00fcberwiegend kleinstrukturiert: 53,97% der Betriebe (291.000) bewirtschaften weniger als 2 ha und 29,48 % (159.000) zwischen 2 und 5 ha. Nur 2,9% der Betriebe (15.669) verf\u00fcgen \u00fcber mehr als 10 ha, w\u00e4hrend die \u00fcbrigen 13,65% oder 73.700 Betriebe zwischen 5 und 10 ha bewirtschaften. Die noch verbleibenden meist gr\u00f6\u00dferen Staatsbetriebe funktionieren infolge des nicht abgeschlossenen Privatisierungsprozesses \u00fcberhaupt nicht oder nur schlecht. Offiziell arbeiten 2,6% der Bev\u00f6lkerung in der Landwirtschaft \u2013 in Wirklichkeit liegt dieser Anteil jedoch bei mehr als 20%. Nach einer langen Periode des Stillstandes und mangelnder Investierungen erholt sich die Lebensmittelindustrie, die bereits 2006 zu 80% privatisiert war, langsam. Haupthandelspartner von Bosnien-Herzegovina ist die EU. Der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt liegt noch bei etwa 10%, tendiert jedoch nach unten. Trotzdem bleibt die Landwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftssektor, insofern sie dem Gro\u00dfteil der l\u00e4ndlichen Bev\u00f6lkerung, neben der Lebensmittelversorgung, ein Grundeinkommen sichert und damit auch ein wichtiger Faktor f\u00fcr die wirtschaftliche und soziale Stabilit\u00e4t im Land ist.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Kosovo<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Kosovo (Hauptstadt Prishtina) umfa\u00dft 10.887 km2 und z\u00e4hlt 2.130.000 Einwohner. Kosovo hat eine extrem junge Bev\u00f6lkerung: 33% sind Kinder und Jugendliche unter 15 Jahre, 50% sind weniger als 25 Jahre und weniger als 7% \u00fcber 65 Jahre alt. Zwei Drittel der Bev\u00f6lkerung leben in l\u00e4ndlichen Gebieten \u2013 etwa 46,5% sind in der Landwirtschaft t\u00e4tig, die damit auch die Haupteinnahmequelle f\u00fcr den Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung darstellt. Die Wirtschaftsstruktur des Kosovo richtet sich heute nach marktwirtschaftlichen Prinzipien, bleibt aber weiterhin abh\u00e4ngig von internationaler Unterst\u00fctzung. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen ist das niedrigste in Europa und betrug im Jahr 2007 gesch\u00e4tzte 1.230 Euro. Der industrielle Sektor ist ausgesprochen schwach; Bergbau und Landwirtschaft sind die bedeutendsten Wirtschaftszweige. Landwirtschaftlich werden etwa 1,1 Mio. ha bewirtschaftet, davon 577.000 ha Getreide. 12% der landwirtschaftlichen Fl\u00e4che und 40% der forstwirtschaftlichen Fl\u00e4che sind heute noch in Staatsbesitz, 88% der landwirtschaftlichen Fl\u00e4che ist im Privatbesitz von rund 460.000 Eigent\u00fcmern, was eine sehr starke Parzellierung der L\u00e4ndereien bedingt: Rund 2,3 Mio. Parzellen sind registriert. 16% der Gesamtexporte des Landes kommen aus der Landwirtschaft, deren Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt bei 19% liegt. Allerdings ist das Kosovo auch ein gro\u00dfer Importeur von Lebensmitteln; letztere stellen fast ein Viertel aller Importe, die das Land t\u00e4tigt, dar. Das Ackerland im Kosovo gilt als hochqualitativ, womit das Land \u00fcber ein gutes Potential verf\u00fcgt, die landwirtschaftliche Produktion auszuweiten. Allerdings stellen neben der Parzellierung bedeutende Altlasten \u2013 Wasser und Bodenverschmutzungen sowie Verschmutzungen durch die Industrie \u2013 eine enorme Herausforderung dar. Die Wasserressourcen sind eher beschr\u00e4nkt, die Irrigationssysteme veraltet. Neben dem Verlust von landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen f\u00fcr den Wohnungsbau ist das Land zudem mit dem Problem der Abholzung sowie ebenfalls der Degradierung der Waldbest\u00e4nde konfrontiert. Die Produktivit\u00e4t in der Landwirtschaft ebenso wie die Mechanisierung bleiben sehr niedrig. Auch wurde und wird sehr wenig in die Landwirtschaft investiert, wobei die Landwirte auch kaum Zugang zu Krediten haben. Um dem entgegenzuwirken, w\u00e4re eine Verbesserung der Ausbildung und der Beratung dringend notwendig, um den Wissensstand der landwirtschaftlichen Bev\u00f6lkerung sowohl in bezug auf die Produktionsmethoden als auch die Vermarktung zu verbessern. Die initiierten bzw. durchgef\u00fchrten F\u00f6rderprogramme in bezug auf die l\u00e4ndliche Entwicklung und die Landwirtschaft haben bislang eher m\u00e4\u00dfige Resultate gebracht. Ma\u00dfnahmen wie die Zollbefreiung f\u00fcr agrarische Rohstoffe und Investitionsg\u00fcter sowie die Befreiung von der Mehrwertsteuer f\u00fcr eine breite Palette von agrarischen Rohstoffen sollen die lokale Produktion st\u00e4rken und die Konkurrenzf\u00e4higkeit gegen\u00fcber ausl\u00e4ndischen Erzeugnissen erh\u00f6hen. Anvisiert werden die Verbesserung der Produktivit\u00e4t und Wettbewerbsf\u00e4higkeit, womit der Importbedarf bei Lebensmitteln reduziert werden soll, die F\u00f6rderung der Verarbeitungsindustrie, die Schaffung zus\u00e4tzlicher Einkommensquellen f\u00fcr die Landwirte und eine Steigerung von deren Lebensniveau, die Verbesserung der Qualit\u00e4ts- und Hygienestandards, der Vermarktungskan\u00e4le sowie insgesamt der Infrastrukturen in den l\u00e4ndlichen Regionen. Demzufolge werden Programme im Bereich der Ausund Weiterbildung, des Managements der Wasserressourcen und des Naturschutzes durchgef\u00fchrt. Zudem wird versucht, die T\u00e4tigkeiten auf den landwirtschaftlichen Betrieben zu diversifizieren, dies auch mit Blick auf die Schaffung neuer Arbeitspl\u00e4tze au\u00dferhalb der Landwirtschaft. Allerdings bleiben gro\u00dfe M\u00e4ngel bei der Umsetzung der Strategien und Reglemente festzustellen; gro\u00dfe M\u00e4ngel bleiben ebenfalls in bezug auf die Information der l\u00e4ndlichen Bev\u00f6lkerung \u00fcber m\u00f6gliche F\u00f6rderprogramme bestehen. Insgesamt wird die Entwicklung in den l\u00e4ndlichen Gebieten eher negativ bewertet, dies umso mehr als Regierung und lokale Autorit\u00e4ten die Entwicklung dieser Gebiete nicht wirklich in den Fokus ihrer Politiken stellen. Insgesamt sind Armut und Arbeitslosigkeit wesentlich h\u00f6her auf dem Land als in den st\u00e4dtischen Gebieten; die Jugend sieht kaum eine Perspektive auf dem Land und ist auch kaum gewillt sich dort anzusiedeln, umso mehr es dort an fast allem fehlt: Stra\u00dfen, sauberes Trinkwasser, \u00f6ffentliche Dienstleistungen, Transportm\u00f6glichkeiten&#8230; usw. Angesichts dieser Lage werden verst\u00e4rkte Investitionen in l\u00e4ndliche, nicht landwirtschaftliche Projekte als unumg\u00e4nglich erachtet, sei es im Bereich des Landtourismus, der Entwicklung des Handwerks, der Aus- und Weiterbildung, des Transports&#8230;. In bezug auf die Entwicklung in der Landwirtschaft kommt, bedingt durch die historischen Erfahrungen, ein sehr gro\u00dfes Mi\u00dftrauen der Landwirte gegen\u00fcber Genossenschaften hinzu, ein Mi\u00dftrauen, welches ebenfalls durch die Tatsache gest\u00e4rkt wurde, da\u00df die wenigen Projekte von Auslandsinvestoren nicht den Interessen der lokalen Bev\u00f6lkerung dienen. Erst 2010 wurde eine landwirtschaftliche Organisation, die Union of Farmer Association, mit Unterst\u00fctzung des IADK \u2013 der Initiative f\u00fcr die landwirtschaftliche Entwicklung im Kosovo \u2013 gegr\u00fcndet, unter deren Leitung zwei Genossenschaften und 15 Vereinigungen in verschiedenen Produktionsbereichen (Orchideen, Gem\u00fcse, Milch, Imkerei) gef\u00fchrt werden.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Serbien<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Serbien ist mit 88.300 km2 und 7,5 Mio. Einwohnern der gr\u00f6\u00dfte der Balkanstaaten. Die Hauptstadt ist Belgrad. Mit der Donau verf\u00fcgt Serbien \u00fcber einen Wasserweg zu Europa und zum Schwarzen Meer. Die Landwirtschaft ist in Serbien eine der wichtigsten Wirtschaftsaktivit\u00e4ten. Bewirtschaftet werden knapp 5,1 Mio. ha, die zu 80% (4,2 Mio. ha) als Ackerland genutzt werden. 30% der Landesfl\u00e4che sind bewaldet. Die Landwirtschaft, einschlie\u00dflich der Forstwirtschaft und der Fischerei tragen zu mehr als 10% zum Bruttoinlandsprodukt bei; die Exporte von Agrarprodukten stellten 2009 24% der serbischen Gesamtexporte dar. 55% der Bev\u00f6lkerung leben in den l\u00e4ndlichen Regionen und etwa zwei Drittel der aktiven Bev\u00f6lkerung bezieht seine Lebensgrundlage ganz oder teilweise aus der Landwirtschaft, die in Serbien durch die nat\u00fcrlichen klimatischen Bedingungen beg\u00fcnstigt wird und der seit jeher eine wichtige Rolle zukommt. Auf Basis der geographischen und klimatischen Bedingungen, der Bodenqualit\u00e4t und der Produktionssysteme k\u00f6nnen drei gro\u00dfe landwirtschaftliche Regionen in Serbien unterschieden werden: Im Norden Serbiens die flachen und fruchtbaren Ebenen mit Getreide- und Gem\u00fcseproduktion, Zentral-Serbien mit eher h\u00fcgeligem Land und das gebirgige S\u00fcdserbien, mit Vieh- und Schafhaltung sowie Obst- und Weinbau. Serbiens Landwirtschaft bleibt vorwiegend kleinstrukturiert: Gut 440.000 Betriebe verf\u00fcgen im Durchschnitt \u00fcber 4 ha. Sie bewirtschaften vorwiegend in Privatbesitz 89% der landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen, 80% des Ackerlandes. Demgegen\u00fcber stehen die gro\u00dfen ehemaligen Staatsbetriebe (sie sind inzwischen zu 70% privatisiert), die nicht nur die wichtigsten Produzenten sind, sondern auch das R\u00fcckgrat der Verarbeitungsindustrie. Das den Landwirten gew\u00e4hrte staatliche St\u00fctzungsniveau bleibt mit 30 Mio. Euro sehr niedrig. Insgesamt verf\u00fcgt Serbien \u00fcber ein gro\u00dfes Landwirtschafts-Potential, insbesondere in den weiten Ebenen der Donau und der Save, was allerdings ungen\u00fcgend genutzt wird. Wichtigste Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind die kleinen Betriebsstrukturen, schlechte finanzielle Verh\u00e4ltnisse der Landwirte, mangelnde Ausbildung, fehlende Investitionen, die \u00dcberalterung der landwirtschaftlichen Bev\u00f6lkerung und eine starke Landflucht. In den l\u00e4ndlichen Regionen bleiben die \u00f6ffentlichen Dienstleistungen, sowohl bei Wasser wie bei Elektrizit\u00e4t, Schulen, Beratung, usw. weitgehend defizit\u00e4r. Fehlen tut auch das notwendige Kapital, u.a. von ausl\u00e4ndischen Investoren, zur Modernisierung und Anpassung der Verarbeitungsindustrie und zum Aufbau effizienter Vermarktungsstrukturen. Insgesamt werden die politische Instabilit\u00e4t und das fehlende Interesse seitens der politisch Verantwortlichen an einer realen Entwicklung der Landwirtschaft und der l\u00e4ndlichen Regionen angeprangert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In unserem letztw\u00f6chigen Beitrag waren wir auf die Balkanstaaten Kroatien, Montenegro und Mazedonien eingegangen, die den Status als Beitrittsland bzw. Beitrittskandidat erlangt haben. Nachstehend eine kurze Beschreibung der Landwirtschaft in den vier \u00fcbrigen Balkanstaaten, die einen EU-Beitritt anstreben, bislang jedoch noch nicht den Status eines Beitrittskandidats haben. Albanien Albanien (Hauptstadt Tirana) mit einer Gesamtfl\u00e4che von rund 28.700 km2 z\u00e4hlt rund 3,58 Millionen Einwohner, wovon 92% in l\u00e4ndlichen Gebieten leben. Die Bev\u00f6lkerungsdichte variiert von 56 Einwohner\/ km2 in den entlegeneren l\u00e4ndlichen Regionen bis 459 Einwohner\/ km2 [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":777,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[46,42,47,48,49],"class_list":["post-319","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-eu-agrarpolitik","tag-albanien","tag-balkan","tag-bosnien-herzegovina","tag-kosovo","tag-serbien"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/balkan.png","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p2ls4K-59","jetpack_likes_enabled":false,"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-04-24 13:41:31","action":"category-add","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/319","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=319"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/319\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2880,"href":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/319\/revisions\/2880"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/777"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=319"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=319"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=319"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}