{"id":290,"date":"2011-01-07T09:31:41","date_gmt":"2011-01-07T08:31:41","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=290"},"modified":"2013-09-02T14:06:47","modified_gmt":"2013-09-02T12:06:47","slug":"abanderung-des-grosherzoglichen-nitratreglementes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=290","title":{"rendered":"Ab\u00e4nderung des gro\u00dfherzoglichen Nitratreglementes"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Europ\u00e4ische Kommission hatte 2008 beim Europ\u00e4ischen Gerichtshof ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Luxemburg infolge einer fehlerhaften Umsetzung der Richtlinie 91\/676\/EWG des Rates vom 12. Dezember 1991 zum Schutz der Gew\u00e4sser vor Verunreinigung durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen eingereicht. Am 29. Juni 2010 wurde das Gro\u00dfherzogtum Luxemburg vom Europ\u00e4ischen Gerichtshof verurteilt, da es vers\u00e4umt hat, die Rechts- und Verwaltungsvorschriften zu erlassen, die erforderlich sind, um den Artikeln 4 und 5 in Verbindung mit Teilen der Anh\u00e4nge II und III der Richtlinie 91\/676\/EWG hinsichtlich des Bedarfs an Aktionsprogrammen f\u00fcr nitratgef\u00e4hrdete Gebiete nachzukommen. In einem neuerlichen Aufforderungsschreiben vom 24. November 2010 der Europ\u00e4ischen Kommission wurde Luxemburg aufgefordert, binnen 2 Monaten die notwendigen \u00c4nderungen der nationalen Gesetzgebung vorzunehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einem Eilverfahren wurden die wesentlichen Punkte von den beiden betroffenen Ministerien \u2013 Innenministerium und Landwirtschaftsministerium \u2013 daraufhin analysiert und nachgebessert. In der Folge wurde das gro\u00dfherzogliche Reglement vom 24. November 2000 durch das gro\u00dfherzogliche Reglement vom 30. Dezember 2010 abge\u00e4ndert. Wesentliche Ver\u00e4nderungen betreffen vor allem die Ausbringung von stickstoffhaltigen D\u00fcngemitteln (Verfahren, Bedingungen und Zeitr\u00e4ume) sowie die Mindestkapazit\u00e4t f\u00fcr die Lagerung von G\u00fclle und Jauche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben dem bereits bestehenden Ausbringungsverbot von organischem Fl\u00fcssigd\u00fcnger auf Ackerland (15.10.-15.2.\/28.2.), wird die Sperre jetzt auch auf Gr\u00fcnland ausgedehnt (16. November &#8211; 31. Januar). Daraus ergibt sich die Bedingung, da\u00df jeder Betrieb in der Pflicht steht, Lagerraumkapazit\u00e4ten f\u00fcr Fl\u00fcssigd\u00fcnger von mindestens 3 Monaten auf dem eigenen Betrieb oder \u00fcber anderweitige Absprachen zur Verf\u00fcgung zu haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die wichtigsten Neuerungen des gro\u00dfherzoglichen Reglements sind:<\/strong><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><strong>ein landesweites Ausbringungsverbot f\u00fcr G\u00fclle, Jauche und Fl\u00fcssigkl\u00e4rschlamm vom 16. November bis 31. Januar;<\/strong><\/li>\n<li><strong>ein landesweites Ausbringungsverbot f\u00fcr stickstoffhaltige Minerald\u00fcnger vom 16. November bis 31. Januar;<\/strong><\/li>\n<li><strong>eine Mindestkapazit\u00e4t f\u00fcr die Lagerung von G\u00fclle und Jauche von 3 Monaten (bei Neubauten wird weiterhin eine Mindestkapazit\u00e4t f\u00fcr die Lagerung von G\u00fclle, Jauche und Biogasg\u00fclle von 6 Monaten gefordert);<\/strong><\/li>\n<li><strong>eine Pr\u00e4zisierung bez\u00fcglich der Ausnahmegenehmigungen.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Folgende Tabelle gibt einen \u00dcberblick \u00fcber die landesweit g\u00fcltigen zeitlichen Ausbringungsbeschr\u00e4nkungen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/nitratdirektive.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-303\" title=\"nitratdirektive\" alt=\"\" src=\"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/nitratdirektive.jpg\" width=\"628\" height=\"435\" srcset=\"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/nitratdirektive.jpg 628w, https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/nitratdirektive-300x207.jpg 300w, https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/nitratdirektive-433x300.jpg 433w\" sizes=\"auto, (max-width: 628px) 100vw, 628px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Laut Nitratreglement besteht ein Ausbringungsverbot von organischen und mineralischen Stickstoffd\u00fcngern (G\u00fclle, Jauche, Mist, Kompost, Kl\u00e4rschlamm, Kalkammonsalpeter (KAS), AHL, alle stickstoffhaltigen Mehrn\u00e4hrstoff-Minerald\u00fcnger (NPund NPK-Sorten), usw.):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1) auf B\u00f6den, die tiefgr\u00fcndig gefroren sind und wo dadurch die Gefahr von oberfl\u00e4chlichen Abschwemmungen au\u00dferhalb der Ausbringungszone besteht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2) auf durchn\u00e4\u00dften, \u00fcberschwemmten oder mit Schnee bedeckten B\u00f6den, insbesondere wenn deren Aufnahmekapazit\u00e4t \u00fcberschritten ist.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zu Punkt 1<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf tiefgr\u00fcndig gefrorenen B\u00f6den d\u00fcrfen die genannten D\u00fcngemittel nicht ausgebracht werden. Der Boden gilt als tiefgr\u00fcndig gefroren, wenn der Boden tiefergehend (d.h. mehr als 15 cm Bodentiefe) und nicht nur oberfl\u00e4chig gefroren ist. In F\u00e4llen, in denen der Boden z.T. nachts und am Morgen oberfl\u00e4chig gefroren ist, die d\u00fcnne oberfl\u00e4chige Gefrierschicht tags\u00fcber bei Sonneneinstrahlung jedoch wieder auftaut und der Boden daher aufnahmef\u00e4hig ist, kann nicht von einem durchgefrorenen Boden gesprochen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um das Risiko eines Versto\u00dfes m\u00f6glichst gering zu halten, wird dringend angeraten, die Wettervoraussagen zu Rate zu ziehen, z.B. das Angebot des MBR (Wetterfax) zu nutzen. Hier werden Daten f\u00fcr Luxemburg \u00fcber Frosteindringtiefen und Auftautiefen ver\u00f6ffentlicht. Des weiteren liefert die Internetseite der Ackerbauverwaltung http:\/\/www.asta.etat.lu aktualisierte Klimadaten f\u00fcr die verschiedenen Regionen Luxemburgs. 12 automatische Klimastationen beinhalten u.a. interessante Informationen \u00fcber die Frosttiefe im Boden, insbesondere die Messungen bei -5 und bei -15 cm, 7 weitere Stationen werden im Laufe des Jahres folgen.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Zu Punkt 2<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei durchn\u00e4\u00dften und \u00fcberschwemmten B\u00f6den ist das Ausbringen stickstoffhaltiger D\u00fcnger verboten. Die Entscheidung, ob die Befahrbarkeit einer Nutzfl\u00e4che noch gegeben ist, obliegt dem Landwirt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch auf schneebedeckten B\u00f6den ist das Ausbringen stickstoffhaltiger D\u00fcnger verboten. Da es bei \u201eschneebedeckten B\u00f6den\u201c immer wieder zu Diskussionen kommt, kann folgende Leitlinie dienen: Eine \u201egeschlossene\u201c Schneedecke liegt vor, wenn keine Bodenteile im Ackerland bzw. im Gr\u00fcnland mehr sichtbar sind bzw. die Schneedecke eine Mindesth\u00f6he von \u00fcber 5 cm aufweist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Falle einer leichten Schneedecke (leicht angezuckerte B\u00f6den) oder bei teilweise schneebedeckten Nutzfl\u00e4chen sollte die Wettervorhersage der nachfolgenden Tage unbedingt in Betracht gezogen werden. Wird Niederschlag vorausgesagt, sollte auf eine D\u00fcngung verzichtet werden. Im Zweifelsfall raten wir dem Landwirt, die Wettervorhersage aufzubewahren und die Wetterlage vor Ort fotografisch festzuhalten, da die Fotos bei einer m\u00f6glichen Vor-Ort- Kontrolle als Argument dienen k\u00f6nnten. Achtung: Bei leichter Schneedecke oder bei teilweise schneebedeckten Nutzfl\u00e4chen kann der Boden tiefgr\u00fcndig gefroren sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In beiden Punkten mu\u00df der Landwirt absch\u00e4tzen, wie hoch das Auswaschungs- bzw. das Abschwemmungsrisiko auf einer bestimmten Fl\u00e4che ist. Bei zweifelhaften Entscheidungen und im Falle einer gef\u00fcllten G\u00fcllegrube sollten risikoreiche Fl\u00e4chen (z.B. Fl\u00e4chen mit mehr als 8% Gef\u00e4lle, Fl\u00e4chen in der N\u00e4he von Gew\u00e4ssern) gemieden werden und die Ausbringung auf weniger risikoreiche Fl\u00e4chen (z.B. ebene Fl\u00e4chen, Fl\u00e4chen mit ausreichender Vegetation als R\u00fcckhalt) erfolgen. Zudem sollte unterschieden werden, um welche Art von organischem D\u00fcnger es sich handelt; beispielsweise k\u00f6nnen fl\u00fcssige organische D\u00fcnger (G\u00fclle, Jauche, Fl\u00fcssigkl\u00e4rschlamm) schneller abschwemmen als zum Beispiel Stallmist oder Kompost.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei Nutzfl\u00e4chen ohne Bewuchs und mit mehr als 8% Hangneigung ist das Ausbringen von stickstoffhaltigen Minerald\u00fcngern, G\u00fclle, Jauche und Fl\u00fcssigkl\u00e4rschlamm verboten, au\u00dfer diese D\u00fcnger werden innerhalb 48 Stunden eingearbeitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Zweifelsfragen steht Ihnen die Wasserwirtschaftsverwaltung (Tel.: 26 02 86-48) sowie die ASTA (Service agri-environnement) (Tel.: 457172-311, -240, -226) zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Mitgeteilt vom Ministerium f\u00fcr Inneres und f\u00fcr die Gro\u00dfregion und vom Ministerium f\u00fcr Landwirtschaft, Weinbau und die Entwicklung des l\u00e4ndlichen Raumes.\u00a0<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Europ\u00e4ische Kommission hatte 2008 beim Europ\u00e4ischen Gerichtshof ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Luxemburg infolge einer fehlerhaften Umsetzung der Richtlinie 91\/676\/EWG des Rates vom 12. 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