{"id":2408,"date":"2013-08-02T11:13:23","date_gmt":"2013-08-02T09:13:23","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=2408"},"modified":"2013-08-30T12:23:15","modified_gmt":"2013-08-30T10:23:15","slug":"trespen-ein-anlas-zur-besorgnis-02-08-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=2408","title":{"rendered":"Trespen, ein Anla\u00df zur Besorgnis?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\" align=\"center\"><span style=\"line-height: 1.4em;\">Die Trespen stellen vor allem in stark Wintergetreide-betonten Fruchtfolgen (&gt;75% Wintergetreide), bei denen auf eine wendende Bodenbearbeitung verzichtet wird, ein Problem dar. Bei einer hohen Trespendichte kann es zu hohen Ertragsausf\u00e4llen kommen. Hinzu kommt noch die erh\u00f6hte Gefahr von Lager, wenn die schweren Trespen bei Regen die Getreidebest\u00e4nde nach unten dr\u00fccken. Es gibt zwar Herbizide, die gut auf Trespen wirken, die Fruchtfolge sowie die Feldrandhygiene sind aber bei der Bek\u00e4mpfung mit ausschlaggebend. Kombiniert man Pflanzenbau und Pflanzenschutz, kann man bei den Trespen relativ schnell einen R\u00fcckgang der Population feststellen. Dies ist vor allem durch die kurze \u00dcberdauerung der Samen im Boden zu erkl\u00e4ren.<\/span><\/p>\n<h4>Biologie der Trespen Arten<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gattung der Trespen beinhaltet ca. 130 Arten, wovon aber nur zwei bis drei ackerbaulich in Europa Probleme bereiten [Weiche Trespen (bromes mou), Taube Trespen (bromes sterile)]. Der Grund, wieso einige Ungr\u00e4ser problematischer sind als andere, l\u00e4\u00dft sich zum Teil dadurch erkl\u00e4ren, da\u00df sie vom Erscheinungsbild und der Entwicklung her den Kulturpflanzen sehr \u00e4hnlich sind. Es lohnt sich, die Biologie der wichtigsten Ungr\u00e4ser dahingehend zu kennen, um die Ans\u00e4tze der ackerbaulichen Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen richtig umsetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wichtige Punkte der Biologie von Trespen-Arten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Keimung erfolgt vorwiegend im Sp\u00e4tsommer\/Herbst (ein Auflaufen im Sommer mit Samenbildung ist dennoch m\u00f6glich).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Feuchtigkeit und die Temperatur spielen bei der Keimung eine gro\u00dfe Rolle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Tiefe der Samen im Boden beeinflu\u00dft die Keimung \u2013 je tiefer (&gt;15 cm), desto unwahrscheinlicher eine Keimung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Samenproduktion ist sehr variabel und von der Dichte vom Bestand und der Witterung abh\u00e4ngig (200-1.000 Samen).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Samen \u00fcberdauern nur sehr kurz (8-9 Monate), d.h. es wird keine Samenbank gebildet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Trespen kommen vor allen in Trockengebieten vor, eine trockene Witterung beg\u00fcnstigt demnach die Entwicklung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die Trespen sind empfindlich auf Konkurrenz mit der Hauptkultur und mit anderen Ungr\u00e4sern.<\/p>\n<h4>Ackerbauliche Ma\u00dfnahmen<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Bek\u00e4mpfung kann nur durch eine Kombination von Pflanzenbau und Pflanzenschutz erfolgen. Die pflanzenbaulichen Ma\u00dfnahmen wirken vor allem im Bereich der Bodenbearbeitung (pfl\u00fcgen), der Fruchtfolge, dem Saattermin, der Saatdichte und der Feldrandhygiene.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schadschwelle bei den verschiedenen Trespenarten ist sehr unterschiedlich. Vor allem bei pflugloser Bewirtschaftung und niedriger Saatdichte ist die Schadschwelle sehr niedrig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Folgende Ma\u00dfnahmen helfen, dem Trespen-Problem vorzubeugen resp. zu reduzieren:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Eine sorgf\u00e4ltige Einarbeitung durchs Pfl\u00fcgen reduziert die Trespen erheblich, bei steinigen und flachgr\u00fcndigen B\u00f6den ist ein gleichm\u00e4\u00dfiges Einarbeiten der Samen jedoch kaum m\u00f6glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Die sp\u00e4te Saat des Winterweizens reduziert die \u00dcberlebensf\u00e4higkeit der Trespen \u00fcber den Winter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Eine der wirkungsvollsten Ma\u00dfnahmen ist der \u201efaux semis\u201c. Das Stroh sollte m\u00f6glichst schnell nach dem M\u00e4hdrescher von der Parzelle ger\u00e4umt werden und zeitnah eine flache (5 cm tiefe) Bodenbearbeitung durchgef\u00fchrt werden (Grubber mit G\u00e4nsefu\u00dfscharen, Kurzscheibenegge). Nach dem Auflaufen der Trespen- und Unkrautsamen wird erneut eine flache Bodenbearbeitung von diesmal bis zu maximal 10 cm Tiefe durchgef\u00fchrt. Auf diese Weise bek\u00e4mpft man bereits einen Gro\u00dfteil der Ungr\u00e4ser und Unkr\u00e4uter mechanisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Eine erh\u00f6hte Saatdichte beim Winterweizen reduziert den Trespendruck. Vorsicht allerdings bei krankheitsanf\u00e4lligen Standorten oder Sorten: dichte Best\u00e4nde trocknen langsamer ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Fruchtfolgen mit Mais oder Raps reduzieren den Trespendruck erheblich, da eine Bek\u00e4mpfung in diesen Kulturen besser funktioniert und die Trespen normalerweise nicht zur Samenbildung gelangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Treten die Trespen gro\u00dffl\u00e4chig auf, kann man von einem Einschleppen durchs Saatgut oder dem M\u00e4hdrescher ausgehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wenn die Trespe noch nicht massiv auftritt, mu\u00df der Feldrand beobachtet werden und dieser konsequent (aber nicht zu tief) abgemulcht werden. Aussamende Pflanzen im Feldrand sind sehr oft der Ursprungspunkt des Trespenproblems.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Pflanzenschutz<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorauflaufmittel wirken nicht gegen Trespen. Auf Trespen-Standorten mu\u00df also im Nachauflauf der Ungr\u00e4ser eine Behandlung stattfinden. In Wintergerste besteht zurzeit keine M\u00f6glichkeit, die Trespen chemisch zu bek\u00e4mpfen. In Wi\u2018Triticale, Wi\u2018Roggen, Dinkel und Wi\u2018Weizen ist eine Bek\u00e4mpfung nach dem \u201efaux semis\u201c mit Attribut, Atlantis WG, Capri Twin sowie Monitor m\u00f6glich (beachten Sie die Zulassung der verschiedenen Produkte). Die verschiedenen Mittel gegen Trespen wirken aber nicht bei allen Trespen-Arten gleich gut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>Die Pflanzenbauberatung der Landwirtschaftskammer<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Trespen stellen vor allem in stark Wintergetreide-betonten Fruchtfolgen (&gt;75% Wintergetreide), bei denen auf eine wendende Bodenbearbeitung verzichtet wird, ein Problem dar. Bei einer hohen Trespendichte kann es zu hohen Ertragsausf\u00e4llen kommen. Hinzu kommt noch die erh\u00f6hte Gefahr von Lager, wenn die schweren Trespen bei Regen die Getreidebest\u00e4nde nach unten dr\u00fccken. Es gibt zwar Herbizide, die gut auf Trespen wirken, die Fruchtfolge sowie die Feldrandhygiene sind aber bei der Bek\u00e4mpfung mit ausschlaggebend. 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