{"id":2392,"date":"2013-07-05T16:37:16","date_gmt":"2013-07-05T14:37:16","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=2392"},"modified":"2013-08-30T15:25:52","modified_gmt":"2013-08-30T13:25:52","slug":"100-jahre-luxemburger-winzerverband-05-07-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=2392","title":{"rendered":"100 Jahre Luxemburger Winzerverband"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 1em; line-height: 1.5em;\">Innovativ und dynamisch ins n\u00e4chste Jahrhundert<\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Mittwoch dem 26. Juni wurde in Grevenmacher das 100j\u00e4hrige Bestehen des \u201eL\u00ebtzebuerger W\u00ebnzerverbands\u201c offiziell begangen. Gleichzeitig wurde der neue Regionalladen \u201e100% Luxembourg\u201c offiziell seiner Bestimmung \u00fcbergeben. Vier Minister und viele weitere Ehreng\u00e4ste gaben sich die Ehre und wohnten der Zeremonie in den R\u00e4umlichkeiten des neuen Regionalladens im Zentrum von Grevenmacher bei. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der Musikgruppe Serge Tonnar &amp; Legotrip.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der 1911 als allgemeine Interessenvertretung f\u00fcr die Winzerbelange aus der Taufe gehobene W\u00ebnzerverband hat seit 2003 eine wichtige neue Mission. Er fungiert als <i>Chef de file<\/i> im Leadergebiet Miselerland und als solcher ist er auch verantwortlich f\u00fcr die Konzipierung des neuen Regionalladenkonzepts <i>100% Luxembourg<\/i>, das nun landesweit nachgeahmt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ehreng\u00e4ste wurden von Vizepr\u00e4sident Aly Leonardy begr\u00fc\u00dft, der auch gleichzeitig Vizepr\u00e4sident der Organisation der europ\u00e4ischen Weinbauregionen (AREV) ist. Anschlie\u00dfend richtete B\u00fcrgermeister L\u00e9on Gloden das Wort an die Jubilare. Der Winzerverband habe wesentlich dazu beigetragen, da\u00df die Qualit\u00e4t der Weine und das Know-how der Winzer sich auf das heutige Toplevel gesteigert haben, so der B\u00fcrgermeister. Des weiteren lobte der Deput\u00e9-maire, da\u00df der Winzerverband schon sehr fr\u00fch das Potential der Gro\u00dfregion erkannt habe und sich nicht mit dem heimischen Absatzmarkt allein zufriedengeben wollte. Immer wieder habe der Verband neue Aufgaben \u00fcbernommen und geradezu Pionierarbeit geleistet. Der B\u00fcrgermeister machte schlie\u00dflich auf den neuen Regionalbuttik aufmerksam, der zur Identifikation von Grevenmacher als Weinort und Moselmetropole beitrage.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00e4sident des L\u00ebtzebuerger W\u00ebnzerverbands, Marc Weyer, ging in seiner Ansprache auf die schwierige Phase der Winzer-Interessenvertretung Ende der 90er Jahre ein. Damals entfiel nach dem Beschlu\u00df, eine professionelle Weinwerbungskommission ins Leben zu rufen, eine bis dahin sehr wichtige Mission des Winzerverbands. Die Rettung kam in Gestalt von Jean-Pierre Dichter, dem ehemaligen \u201eMister Leader\u201c in Luxemburg, der einen Partner f\u00fcr eine neue Leaderregion an der Luxemburger Mosel suchte, und beim Winzerverband f\u00fcndig wurde. So kam es, da\u00df der Winzerverband zum neuen <i>Chef de file<\/i> im Leadergebiet \u201eL\u00ebtzebuerger Musel\u201c wurde, das sp\u00e4ter in Leader \u201eMiselerland\u201c umgetauft wurde. Der einst als reine Winzer-Interessenvertretung fungierende Verband nahm damit neue Aufgaben wahr. Marc Weyer merkte hierzu an: \u201eEs ist wichtig, da\u00df wir als Weinbauvertreter nahe an der Gesellschaft dran sind.\u201c Er machte in diesem Kontext auf den Strukturwandel im Weinbau aufmerksam, der dazu f\u00fchrt, da\u00df die Winzer \u00fcberall in der Minderheit sind. Au\u00dferdem verwies er auf die Tatsache, da\u00df der Weinbau Allianzen und Partner braucht, um sich k\u00fcnftig weiterentwickeln und international in einem schwierigen Umfeld bestehen zu k\u00f6nnen. Das heimische Weinbaugebiet mit seinem Potential von 135.000 hl bezeichnete er als \u201eM\u00fcckenschi\u00df auf der Weltweinbaukarte\u201c.<\/p>\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>ngg_shortcode_0_placeholder<\/td>\n<td>ngg_shortcode_1_placeholder<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: justify;\">Marc Weyer erw\u00e4hnte des weiteren, da\u00df die Luxemburger Weltmeister im Pro-Kopf-Verbrauch von Wein sind. Vom j\u00e4hrlichen Durchschnittskonsum von 52 Litern entfielen jedoch nur 15 Liter auf heimischen Wein, gab er zu bedenken. Er machte diesbez\u00fcglich auf Ver\u00e4nderungen in der Bev\u00f6lkerungsstruktur und im Konsum aufmerksam und betonte die Wichtigkeit gesellschaftlicher Akzeptanz. In diesem Kontext nannte er Natur- und Umweltschutz, R\u00fcckverfolgbarkeit, Nachhaltigkeit, strenge Regeln bei der Vinifikation und strenge Kontrollsysteme, kurze Transportwege sowie Erhaltung der einmaligen Kulturlandschaft. Marc Weyer machte deutlich, da\u00df man sich noch mehr Gedanken machen sollte, wie man auf die Gesellschaft einwirken k\u00f6nne, zum Beispiel mit sozialen und kulturellen Aktionen. Beim \u00d6notourismus sei man auf dem richtigen Weg, aber es bleibe noch vieles zu tun. Der Pr\u00e4sident zeigte sich \u00fcberzeugt, da\u00df die regionale Entwicklung k\u00fcnftig noch weiter an Bedeutung zunehmen und einen substantiellen Anteil an der Interessenvertretung der Winzer ausmachen wird. Auch in der Gro\u00dfregion m\u00fcsse man sich zusammentun und mit Terroir Moselle sei man auf dem richtigen Weg, um sich auf internationalem Niveau bemerkbar zu machen. <i><\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Marc Weyer stellte im Anschlu\u00df einige Dinge seines Verbands teilweise in Frage: Er fragte, ob es Sinn mache, bei der reinen Winzer-Genossenschaft zu bleiben, oder ob man nicht lieber offen sein sollte in puncto Mitgliedschaften. Des weiteren stellte er die Frage, ob die einst vor rund 90 Jahren vom Staat zur Verf\u00fcgung gestellten Musterweinberge ein Zukunftsmodell sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich kam der Pr\u00e4sident auf Leader Miselerland und 100% Luxembourg zu sprechen. Er hob hervor, da\u00df auch 100% Luxembourg genossenschaftlich organisiert ist und somit nicht reines Profitdenken, sondern der Solidargedanke vorherrschend ist. Mit dem neuen Regionalbuttik habe der Winzerverband der Region und dem Land ein Geschenk machen wollen. Er erw\u00e4hnte, da\u00df die neue Verkaufseinrichtung zum einen \u00fcber den Landwirtschaftsminister, zum anderen \u00fcber den Besch\u00e4ftigungsminister gef\u00f6rdert wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Marc Weyer bedankte sich schlie\u00dflich bei der Gemeinde Grevenmacher den zust\u00e4ndigen staatlichen Verwaltungen. Er wies auf die Festbrosch\u00fcre mit dem Titel \u201e100 Joer Qualit\u00e9it \u2013 W\u00ebnzerverband Grand Premier Cru\u201c hin, die textlich von Christian Mosar ausgearbeitet wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Anschlu\u00df kamen die vier anwesenden Minister zu Wort. Den Anfang machte Weinbauminister Romain Schneider, der der aktuellen Mannschaft des Winzerverbands viel Gl\u00fcck bei ihrer neuen Aufgabe w\u00fcnschte. Der Weinbauminister lobte den Winzerverband f\u00fcr die historischen Erfolge als berufliche Interessenvertretung. Dieser habe bereits zu einem fr\u00fchen Zeitpunkt bei Produktion, Verarbeitung und Marketing f\u00fcr eine F\u00f6rderung des Berufsstandes und des Weinabsatzes gesorgt. An der Mosel habe man mit Wein und Cr\u00e9mant eines der besten Produkte des Landes, schw\u00e4rmte der Minister, der die auch international anerkannte Topqualit\u00e4t der heimischen Weine lobte. Das hervorragende Produkt auf der einen, der Weintourismus sowie Kultur und Sport auf der anderen Seite m\u00fc\u00dften zusammengebracht werden, um den Luxemburger Wein bekannter zu machen, die vorhandenen M\u00e4rkte zu sichern und neue hinzuzugewinnen, zeigte sich Romain Schneider \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Minister lobte auch den neuen Ansatz der Absatzf\u00f6rderung von qualitativ hochwertigen Regionalprodukten: \u201eIhr habt richtig gehandelt, indem ihr immer mehr lokale und regionale Produkte in den Mittelpunkt stellt\u201c. Ein weiteres Lob bezog sich auf die Solidarit\u00e4t in Sachen Besch\u00e4ftigung. Mittelfristiges Ziel sei letztlich die Schaffung von festen Arbeitspl\u00e4tze in etablierten Strukturen. Romain Schneider prophezeite dem Winzerverband schlie\u00dflich eine rosige, innovative, dynamische Zukunft und sagte dem Winzerverband bzw. Leader Miselerland seine Unterst\u00fctzung beim Fortf\u00fchren wichtiger Pilotprojekte in der n\u00e4chsten F\u00f6rderperiode zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besch\u00e4ftigungsminister Nicolas Schmit war ebenfalls voll des Lobes f\u00fcr die Regionalbuttik-Initiative des Winzerverbands. Man versuche damit, im regionalen Rahmen lokal Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen, und zwar besonders f\u00fcr Menschen, die es auf dem Arbeitsmarkt schwer haben. Die Wichtigkeit der Zusammenarbeit verschiedenster Stellen habe sich an diesem Beispiel gezeigt, betonte der Minister f\u00fcr Besch\u00e4ftigung. Er machte deutlich, da\u00df der soziale Gedanken schon in der Geschichte des Winzerverbands verankert ist. Es sei wichtig, da\u00df man diese Aktion 100% Luxembourg richtig \u201eins Rollen bringe\u201c, so der Minister weiter. Nicolas Schmit machte dar\u00fcber hinaus deutlich, da\u00df im Rahmen von Leader weitere Aktionen gef\u00f6rdert werden, \u201edie uns weiterbringen\u201c. Er nannte u.a. die Integrationsbeitr\u00e4ge von Leader Miselerland. Der Besch\u00e4ftigungsminister versicherte, da\u00df man an der Mosel auch weiterhin mit der Unterst\u00fctzung seines Hauses rechnen kann und w\u00fcnschte den Initiatoren von 100% Luxembourg viel Erfolg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kulturministerin Octavie Modert hob hervor, da\u00df in der neuen Einrichtung Kultur und Vitikultur ineinandergreifen. Man stehe in einer Zeit, wo an der Luxemburger Mosel vieles in Bewegung sei und man m\u00fcsse sehen, da\u00df \u201ewir dies in die richtige Richtung bewegen\u201c, so die Ministerin. Als Beispiel nannte sie die Veranstaltung WalkTasteEnjoy, wo erstmals in einer konzertierten Aktion s\u00e4mtliche Keller an der Luxemburger Mosel f\u00fcr Besucher ge\u00f6ffnet waren. Sie stellte die Bedeutung des genossenschaftlichen Solidarit\u00e4tsdenkens an der Luxemburger Mosel heraus und machte klar, da\u00df das Zusammenarbeiten und Zusammenstehen auch k\u00fcnftig gebraucht werde, um eine \u201eRegion im Aufbruch\u201c sein zu k\u00f6nnen und voranzukommen. Es sei aber auch Solidarit\u00e4t mit der Mosel n\u00f6tig, damit mehr Wein aus heimischer Erzeugung getrunken werde, betonte die Kulturministerin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich war es an Mittelstandsministerin Fran\u00e7oise Hetto-Gaasch, die ihrerseits dem W\u00ebnzerverband sowie ihrer Initiative 100% Luxembourg ihre Gl\u00fcckw\u00fcnsche \u00fcberbrachte. Endlich habe man ein Schaufenster f\u00fcr regionale Qualit\u00e4tsprodukte aus Luxemburg geschaffen. Sie k\u00fcndigte an, da\u00df auch in Luxemburg-Stadt, dem bedeutendsten Tourismusmagneten des Landes, ein solcher Regionalladen geschaffen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Feier fand im Freien einen w\u00fcrdigen Abschlu\u00df. Zum Ehrenwein wurden Speisen aus regionaler Erzeugung gereicht.<\/p>\n<h4>Bewegte Geschichte des L\u00ebtzebuerger W\u00ebnzerverbands<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Luxemburger Winzerverband wurde vor mehr als 100 Jahren in einer Zeit geboren, in der die Probleme der Winzerschaft unvergleichlich gr\u00f6\u00dfer waren als heute.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit der Anbindung an den Deutschen Zollverein im Jahre 1842 war die Anbaufl\u00e4che von 500 Hektar auf 1.500 Hektar im Jahre 1913 angewachsen, wobei fast die gesamte Produktion, die gr\u00f6\u00dftenteils aus Elbling bestand, exportiert wurde. Bedingt durch schlechte klimatische Bedingungen und die verheerende Verbreitung der Reblaus wurden zwischen 1905 und 1910 katastrophale Herbste eingefahren. Der Luxemburger Weinbau fiel in eine tiefe Krise, aus der die Winzerschaft nur geschlossen herausfinden sollte. In ihrer Existenz bedroht, gr\u00fcndeten die in mehr als 30 Winzervereinen zusammengeschlossenen Winzer den Verband zur Verteidigung ihrer Interessen, zur Weiterbildung der Mitglieder und um gemeinsam und somit g\u00fcnstiger Verbrauchsstoffe und Arbeitsmaterialien einkaufen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 14. Januar 1912 fand die erste Generalversammlung des Winzerverbandes statt, im September des gleichen Jahres waren bereits 30 der 31 an der Mosel bestehenden Winzervereine Mitglied. Mit der Luxemburger Weinzeitung verf\u00fcgte der Verband von Anfang an \u00fcber ein Verbindungsorgan, das zweimal monatlich erschien. Doch brachte der erste Weltkrieg wieder zus\u00e4tzliches, wirtschaftliches und menschliches Leid \u00fcber die Winzerschaft.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Schwere Kriegsjahre<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Pflanzenschutzmitteln, Handelseinschr\u00e4nkungen, Weinexportverbot und schlu\u00dfendlich die Beschlagnahme aller Weinreserven waren die direkten Folgen der Kriegswirren, denen die Winzer sich ausgesetzt sahen. Auf den ersten Januar 1919 wurde der Deutsche Zollverein aufgel\u00f6st. \u00dcbergangsbestimmungen des Versailler Vertrags sahen Weinimportzw\u00e4nge f\u00fcr Deutschland vor, die die Aufl\u00f6sungen des Zollvereins ertr\u00e4glicher gestalten sollten. Aber Luxemburg brauchte einen neuen Wirtschaftspartner und im Rahmen des nationalen Referendums entschieden sich die Luxemburger mehrheitlich f\u00fcr Frankreich und nicht f\u00fcr Belgien. Da Frankreich die Wirtschaftsanfrage aber ablehnte, trat Luxemburg ab dem Jahre 1922 in einen Wirtschaftspakt mit Belgien ein \u2013 Gl\u00fccksfall und Herausforderung zugleich f\u00fcr die Winzerschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu diesem Zeitpunkt gab es weder in Belgien noch in Luxemburg selbst eine Nachfrage nach den eher leichten, stark s\u00e4uregepr\u00e4gten Moselweinen. Durch Neupflanzungen, Rodungspr\u00e4mien und nicht zuletzt durch die rasche Entstehung der sechs Genossenschaftskellereien wurden aber konsequente Qualit\u00e4tssteigerungen erzielt, die dank der Organisation von nationalen und der Beteiligung an internationalen Wein- und Konsumentenmessen den Kunden nahegebracht werden konnten. Die Nachfrage im Land konnte innerhalb von zehn Jahren vervierfacht werden. Der Winzerverband hatte wesentlich zum Erfolg des ersten qualitativen Reformprogramms im Luxemburger Weinbau beigetragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Marque nationale, der Nationalmarke, entstand im Jahre 1935 in Luxemburg eine Qualit\u00e4tskontrolle, die wesentlich zum kommerziellen Erfolg der Luxemburger Weine beitrug. Die Vermarktung der Weine geschah nunmehr gr\u00f6\u00dftenteils in Flaschen, anstatt wie bisher in F\u00e4ssern, was selbstverst\u00e4ndlich f\u00fcr den Kunden neben einem gesteigerten Komfort auch erhebliche qualitative Vorteile hatte. Ende der 30er Jahre stand der Luxemburger Weinbau auf einem H\u00f6hepunkt seiner Geschichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch 25 Jahre nach dem ersten umfassenden Krieg st\u00fcrzte die Welt erneut in einen verheerenden Konflikt. W\u00e4hrend der beiden letzten Kriegsjahre wurde die Bev\u00f6lkerung der Moselregion evakuiert, die Weinbest\u00e4nde waren verloren, der Weinberg sich selbst \u00fcberlassen. Geb\u00e4ude und Kellerinstallationen wurden zerst\u00f6rt. Doch durch die guten Ernten der Nachkriegsjahre und die Schaffung der Benelux-Zollvereinigung konnten allen Widrigkeiten zum Trotz die Auswirkungen des Krieges f\u00fcr den Luxemburger Weinbau in ertr\u00e4glichen Grenzen gehalten werden.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Rasante Modernisierung im Weinbau<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts kam es zu wesentlichen Neustrukturierungen im Luxemburger Weinbau. Die Anzahl der Betriebe verringerte sich in dieser Zeit um mehr als zwei Drittel von 1.800 auf weniger als 500. Gleichzeitig wurde in die Modernisierung der Betriebe investiert. Die Genossenschaftskellereien schlossen sich in der Vinsmoselle zusammen, die Helikopterspritzungen wurden zur allgemeinen Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung entlang der gesamten Mosel eingesetzt und der Weinbau-Solidarit\u00e4tsfonds \u00fcbernahm wesentliche Aufgaben vom Winzerverband.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ab den 60er Jahren f\u00fchrte die systematische Flurneuordnung praktisch zu einer Halbierung der Parzellenanzahl. 1991 wurde mit der <i>Appellation Cr\u00e9mant de Luxembourg<\/i> eine der erfolgreichsten Produktlinien der Luxemburger Weinbaugeschichte eingef\u00fchrt. Zu Anfang des neuen Jahrtausends entstand schlie\u00dflich mit der <i>Commission de Promotion des Vins et Cr\u00e9mants de Luxembourg<\/i> eine professionelle und moderne Struktur zur Vermarktung der Luxemburger Weine. Damit war auch das letzte seiner klassischen Bet\u00e4tigungsfelder neu besetzt, was den Winzerverband zu einer generellen Neudefinierung seiner Aufgaben zwang.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Neue Aufgaben f\u00fcr den Winzerverband<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mitte 2003 \u00fcbernahm der Winzerverband die Leitung der LEADER-Gruppe Miselerland und wurde im Laufe der folgenden zehn Jahre zum f\u00fchrenden Akteur in der Regionalentwicklung in den Kantonen Remich und Grevenmacher. Mit der Organisation des Weinbautages, der als j\u00e4hrliche Fortbildungs- und Informationsveranstaltung bei der Winzerschaft auf reges Interesse st\u00f6\u00dft, beh\u00e4lt er ein wesentliches Standbein in seinem urspr\u00fcnglichen Wirkungsbereich. Dies gilt in gleichem Ma\u00dfe f\u00fcr die offizielle Vertretung des Luxemburger Weinbaus, die der Winzerverband bei der Vereinigung der Europ\u00e4ischen Weinbauregionen (AREV) und bei der Europ\u00e4ischen Wirtschaftlichen Interessenvereinigung Terroir Moselle \u00fcbernimmt. Als Initiator und Mitbegr\u00fcnder von 100% Luxembourg, dem Vermarktungskonzept f\u00fcr Regionalprodukte aus Luxemburg, stellt er seit zwei Jahren seine Kompetenzen im Marketingbereich ebenfalls in den Dienst aller Regionalproduzenten Luxemburgs.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Innovativ und dynamisch ins n\u00e4chste Jahrhundert Am Mittwoch dem 26. Juni wurde in Grevenmacher das 100j\u00e4hrige Bestehen des \u201eL\u00ebtzebuerger W\u00ebnzerverbands\u201c offiziell begangen. Gleichzeitig wurde der neue Regionalladen \u201e100% Luxembourg\u201c offiziell seiner Bestimmung \u00fcbergeben. 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