{"id":2377,"date":"2013-06-28T16:05:42","date_gmt":"2013-06-28T14:05:42","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=2377"},"modified":"2013-08-30T15:26:22","modified_gmt":"2013-08-30T13:26:22","slug":"25-jahre-everlinger-versuchsfelder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=2377","title":{"rendered":"25 Jahre Everlinger Versuchsfelder"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\" align=\"center\"><span style=\"line-height: 1.4em;\">Am 21. Juni fand die traditionelle Begehung der Everlinger Versuchsfelder statt, die seit 25 Jahren von der Ackerbauschule und der Bauernzentrale gemeinsam betreut werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der stellvertretende Direktor des Lyc\u00e9e technique agricole, Tom Delles, machte darauf aufmerksam, da\u00df das Jubil\u00e4umsjahr zugleich das letzte Jahr in Everlingen ist und die Versuche im kommenden Jahr in Bettendorf fortgef\u00fchrt werden. Der Standortwechsel werde erlauben, die Versuche st\u00e4rker ins Unterrichtsgeschehen einzubinden als bisher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die neue Forschungsministerin Martine Hansen machte auf die nunmehr zehnj\u00e4hrige Tradition der Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen wie CRP Gabriel Lippmann aufmerksam. Sie habe schon Ideen, wie solche Forschungsaktivit\u00e4ten vielleicht ausgebaut werden k\u00f6nnten. Die Ministerin schlo\u00df mit der Bemerkung, da\u00df man von den in Everlingen gemachten Erfahrungen profitieren und diese positiv am neuen Standort Bettendorf einsetzen sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" class=\"ngg-singlepic ngg-none\" alt=\"_dsc0011-jpg\" src=\"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/wp-content\/gallery\/versuchsfelder-2013\/_dsc0011.jpg\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Landwirtschaftsminister Romain Schneider kam eingangs darauf zu sprechen, da\u00df mit der Begehung in Everlingen allj\u00e4hrlich der Startschu\u00df f\u00fcr Outdooraktivit\u00e4ten im Gr\u00fcnen Sektor f\u00e4llt. Er nannte die Versuchsfelder eine sch\u00f6ne Initiative, um nach vorne zu schauen und innovative Ideen zu f\u00f6rdern. Der Ressortchef nannte das Beispiel K\u00f6rnerleguminosen, die nun als Element ins Greening einflie\u00dfen sollen und eine Nutzung solcher Fl\u00e4chen erm\u00f6glichen. In Everlingen arbeiteten Landwirtschaft und Forschung direkt zusammen, und das sei gut so. Der Minister zeigte sich schlie\u00dflich \u00fcberzeugt, da\u00df der neue Standort dieselbe Dynamik und dieselben Aktivit\u00e4ten erm\u00f6glichen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich war es am Pr\u00e4sidenten der Bauernzentrale, Marc Fisch, einen R\u00fcckblick auf 25 Jahre Everlinger Versuchsfelder zu t\u00e4tigen. Der Pr\u00e4sident erw\u00e4hnte eingangs die im kleineren Umfang vom Beratungsdienst der Bauernzentrale ab 1982 unternommenen pflanzenbaulichen Versuche, sozusagen die Vorl\u00e4ufer der heutigen Versuchsfelder. 1984 startete der Versuchsbetrieb auf dem Everlinger Standort, anfangs noch auf einer kleineren Fl\u00e4che, die jedoch nach und nach immer gr\u00f6\u00dfer wurde. Marc Fisch w\u00fcrdigte im folgenden den Einsatz von Norbert Feltgen f\u00fcr Beratung und Forschung im Ackerbau sowie die Betriebsleiterfamilie Schroeder, die viel dazu beigetragen h\u00e4tten, da\u00df die Versuchsfelder ein Erfolg geworden seien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein weiteres Lob erging an die diversen Landwirtschaftsminister der letzten 25 Jahre, die die Versuchsfelder allesamt unterst\u00fctzt haben. Die Unterst\u00fctzung f\u00fcr Beratung und Forschung habe man anfangs noch erk\u00e4mpfen m\u00fcssen, was heutzutage nicht mehr n\u00f6tig sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00e4sident der Bauernzentrale kam dann auf die diversen T\u00e4tigkeiten in Everlingen zu sprechen. Anfangs sei ein Komitee, bestehend aus Vertretern der Ackerbauschule, der Bauernzentrale und der Familie Schroeder gegr\u00fcndet worden, um die Versuche konkret zu planen. Mit Weitsicht sei man von Anfang an vorgegangen, um Innovationen in der Pflanzenproduktion zu f\u00f6rdern. Vieles im Getreide- und Leguminosenbereich habe man getestet und den Landwirten somit Tests auf eigenen Fl\u00e4chen erspart. Anfangs sei es vornehmlich darum gegangen, die Erntemengen zu steigern. Doch mit dem Preisverfall durch die Agrarreform von 1992 und der folgenden Gr\u00fcndung der FILL habe man sich bei den Versuchen auf den FILL-Grundsatz \u201eSo viel wie n\u00f6tig, so wenig wie m\u00f6glich\u201c verlegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Marc Fisch kam des weiteren auf Versuche mit extensiven Kulturen und auf das Sortenversuchswesen in Everlingen zu sprechen, f\u00fcr das von Anfang an Vic Feipel zust\u00e4ndig war. Er nannte des weiteren Kooperationen mit der \u201eEkologesch Landwirtschaftsberodung\u201c, mit Minettkompost sowie mit diversen Forschungseinrichtungen (Universit\u00e4ten Gembloux, Louvain, ULG sowie CRP G. Lippmann). Er bedankte sich bei allen, die zum guten Gelingen des Versuchswesens in all den Jahren beigetragen haben und erw\u00e4hnte abschlie\u00dfend, da\u00df die Verdienste der Familie Schroeder nachtr\u00e4glich in einer kleinen Feier gew\u00fcrdigt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"center\"><b>Schwerpunkt Stickstoffd\u00fcngung<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der nachfolgenden Begehung der Versuchsparzellen bekamen die Teilnehmer einen Einblick in folgende Versuchsschwerpunkte in den verschiedenen Kulturen:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Depot-D\u00fcngung im CULTAN-Verfahren,<\/li>\n<li>AHL-Fl\u00fcssigd\u00fcngung als Depot,<\/li>\n<li>G\u00fclled\u00fcngung als Depot,<\/li>\n<li>breitfl\u00e4chige D\u00fcngung als Depot,<\/li>\n<li>fraktionierte D\u00fcngung nach dem Logiciel AZOTE (AHL).<\/li>\n<\/ul>\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>ngg_shortcode_0_placeholder<\/td>\n<td>ngg_shortcode_1_placeholder<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-align: justify; line-height: 1.4em;\">W\u00e4hrend den letzten Jahren 2008 bis 2010 wurden in den Versuchsfeldern systematisch Versuche mit der Stickstoffl\u00fcssigd\u00fcngerdepotd\u00fcngung (AHL) gemacht. Hierbei wurden die Resultate von einer einzigen Fl\u00fcssigd\u00fcngergabe mittels Schleppschlauchtechnik mit denjenigen einer dreiteiligen Stickstoffzufuhr verglichen. Die Resultate waren insgesamt positiv. Deshalb wurde in 2009 erstmals eine Depotd\u00fcngung mit festem Stickstoffd\u00fcnger (SSA) im CULTAN-Verfahren ausprobiert. Die Ergebnisse waren auch hierbei \u00e4u\u00dferst positiv.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das gro\u00dfe Interesse an der Depotd\u00fcngung sowohl von der landwirtschaftlichen Seite, in Luxemburg wie auch im benachbarten Ausland, als auch im Hinblick auf Umwelt- und Wasserschutzfragen hat die verantwortlichen Versuchsfeldbetreiber, n\u00e4mlich die Ackerbauschule aus Ettelbruck, die Centrale Paysanne aus Mersch, und den landwirtschaftlichen Betrieb der Familie Schroeder aus Everlingen dazu bewegt, das Thema Stickstoffd\u00fcngung zum zentralen Thema der diesj\u00e4hrigen Versuchsfeldanlage zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben den bereits beschriebenen Verfahren kam ebenfalls eine G\u00fclledepotd\u00fcngung in Everlingen in einem gro\u00dffl\u00e4chigen Versuch zum Einsatz. Wie schon im vergangenen Jahr wurde auch in diesem Kulturjahr wieder ein umfangreicher Leguminosenversuch angelegt. Die \u00d6koberatung der \u201eJongbaueren a Jongw\u00ebnzer\u201c hat weiter einen Leguminosengemengeversuch angebaut und die Firma Versis hat einen Beizmittelversuch vorgestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim D\u00fcngungsversuch konnte man die Unterschiede zwischen den einzelnen D\u00fcngungsvarianten in den verschiedenen Kulturen bestaunen. Im Winterraps, im Wintergetreide und im Sommergetreide wurden derartige Versuche angelegt. Im Winterraps sind sowohl die Varianten 150 kg N\/ha sowie 200 kg N\/ha in Form von 2-fach fraktionierter AHL\/ATS-D\u00fcngung sowie der CULTAN-Depotd\u00fcngung in Form von SSA durchgef\u00fchrt worden, als auch ein G\u00fclleversuch mit 130 kg N\/ha in Form von Schweineg\u00fclle als zweite Gabe nach 25 kg N\/ha in Form von Ammoniumthiosulfat (ATS), welcher zur Schwefelbedarfsdeckung eingesetzt wurde. Im Winterweizen waren zwei Varianten der Depotd\u00fcngung zu sehen, einmal 150 kg N\/ha (AHL) und einmal 130 kg N\/ha (AHL) mit anschlie\u00dfender \u00c4hrend\u00fcngung mit 20 kg N\/ha. Als zweite D\u00fcngungsvariante im Winterweizen wurde die LOG-N-Variante durchgef\u00fchrt, bei welcher 165 kg N\/ha fraktioniert in Form von AHL ausgebracht wurden (40\/50\/75). Im Winterroggen wurde der gleiche Versuch angelegt. Die D\u00fcngung in Wintergerste und Wintertriticale erfolgte nach dem gleichen Prinzip, allerdings etwas weniger intensiv als im Winterweizen. So wurden in der Depotvariante 130 kg N\/ha in Form von AHL resp. Schweineg\u00fclle ausgebracht, w\u00e4hrend nach dem LOG-N insgesamt 160 kg N\/ha ged\u00fcngt wurden. In Sommerweizen, -futtergerste und -triticale wurde jeweils die eine H\u00e4lfte des Versuchs im CULTAN-Verfahren ges\u00e4t und gleichzeitig ged\u00fcngt und die andere H\u00e4lfte konventionell ges\u00e4t und anschlie\u00dfend mit AHL resp. SSA breitfl\u00e4chig ged\u00fcngt. Im Sommerweizen wird in den kommenden Tagen dann auch noch zum Teil eine \u00c4hrend\u00fcngung durchgef\u00fchrt werden. Beim Sommerhafer und in der Sommerbraugerste wurde der gleiche Versuch durchgef\u00fchrt, allerdings mit nur 60 kg N\/ha.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zus\u00e4tzlich zu diesen D\u00fcngungsversuchen wurden im Getreide auch noch verschiedene Pflanzenschutzversuche appliziert, sei dies der Einsatz von Fungiziden oder Halmwuchsreglern. In der Sommergerste und im Winterweizen hat zus\u00e4tzlich noch die Firma Versis einen Beizmittelversuch laufen, welcher besondere Aufmerksamkeit von den Teilnehmern erhielt. Hierbei handelt es sich um die sogenannte SYSTIVA-Beizung, welche den Fungizideinsatz limitieren und einen gezielteren Fungizideinsatz erm\u00f6glichen soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Winterraps wurde wie auch bereits im letzten Jahr zus\u00e4tzlich zum D\u00fcngungsversuch ein Insektizidversuch angelegt, anhand dessen ermittelt wird, welchen Schaden eine unterlassene Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung gegen den Stengelr\u00fc\u00dfler resp. den Schotenr\u00fc\u00dfler zur Folge hat, oder was eine Behandlung gegen die beiden Sch\u00e4dlinge als Mehrertrag einbringt. Diese Behandlungen wurden immer erst nach Erreichen der jeweiligen Schadschwelle durchgef\u00fchrt, welche durch das CRP G. Lippmann ermittelt wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den Winterkulturen wurde zudem die Arbeit des CRP G. Lippmann gezeigt. Hierzu berichtete Dr. Marco Beyer \u00fcber die Weizenkrankheit \u201eZymoseptoria tritici\u201c, welche auch in diesem Fr\u00fchjahr in Everlingen zum Erstellen des Sentinelle-Warndienstes bonitiert wurde, w\u00e4hrend Dr. Michael Eickermann die Erarbeitung eines Prognosemodells zum Zuflug von Rapssch\u00e4dlingen pr\u00e4sentierte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf eine sehr interessante Art wurden verschiedene Krankheiten und Sch\u00e4dlinge von LTA-Sch\u00fclern gezeigt. Die Themen hierbei waren: Rhynchosporium, Septoria, Wei\u00dfstengeligkeit, Blattl\u00e4use, Stengelr\u00fc\u00dfler und Getreideh\u00e4hnchen. Weitere Themen waren die Neonikotioide sowie die Vorstellung eines Blattd\u00fcngers.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben den D\u00fcngungsversuchen stellten die Leguminosen einen weiteren gro\u00dfen Teil der Versuche dar. Hier wurden in diesem Jahr zwei Sorten Lupinen angebaut im Vergleich mit Erbsen und Ackerbohnen. Bei den Winterackerbohnen und -erbsen liegt der Versuchsschwerpunkt auf der Auswirkung verschiedener Saattermine auf die \u00dcberwinterung der Kulturen, w\u00e4hrend bei den Sommerackerbohnen und -erbsen ein Fungizid- und Insektizidversuch durchgef\u00fchrt wird. Ebenfalls im Bereich der Leguminosen wurde vom \u00d6koberater der \u201eJongbaueren a Jongw\u00ebnzer\u201c ein Gemengeversuch angelegt, welcher zum einen das Gemenge Ackerbohnen-Hafer in verschiedenen Varianten und zum anderen ein Mais-Soja-Gemenge beinhaltet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 21. Juni fand die traditionelle Begehung der Everlinger Versuchsfelder statt, die seit 25 Jahren von der Ackerbauschule und der Bauernzentrale gemeinsam betreut werden. 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