{"id":199,"date":"2012-01-13T13:55:41","date_gmt":"2012-01-13T12:55:41","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=199"},"modified":"2013-09-02T11:50:00","modified_gmt":"2013-09-02T09:50:00","slug":"saf-neijooschtreff-im-zeichen-des-risikomanagements","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=199","title":{"rendered":"SAF-Neijooschtreff im Zeichen des Risikomanagements"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Am Mittwoch vergangener Woche fand im Agrocenter in Mersch der SAF-Neijooschtreff statt. Diesmal stand die Veranstaltung im Zeichen des Risikomanagements in der Pflanzenproduktion. Im zweiten Teil unseres Beitrags geht es um den Fachvortrag von Toni Esch, Generalbevollm\u00e4chtigter der Vereinigten Hagel in Luxemburg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Thema seines Vortrags lautete: \u201eWas die Bl\u00fcte der Haselnu\u00df mit dem Wetter zu tun hat\u201c. Der Referent von der Vereinigten Hagel zeigte zun\u00e4chst anhand eines Diagramms f\u00fcr Braunschweig, da\u00df sich die Haselnu\u00dfbl\u00fcte seit Mitte der F\u00fcnfziger Jahre immer weiter nach vorne verschoben hat. W\u00e4hrend in den 50er Jahren noch Mitte M\u00e4rz als normaler Bl\u00fchtermin galt, ist es inzwischen Mitte Januar. Im Extremjahr 2007 bl\u00fchte die Haselnu\u00df gar schon Anfang Dezember. F\u00fcr Pollenallergiker bedeutet dies eine nicht erw\u00fcnschte Verl\u00e4ngerung der \u201ePollensaison\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als weiteres Indiz f\u00fcr den offensichtlichen Klimawandel zeigte er den deutlichen R\u00fcckgang des Tschierva- Gletschers im schweizerischen Graub\u00fcnden seit dem 19. Jahrhundert. F\u00fcr die n\u00e4chsten Jahrzehnte wird noch einmal ein sehr starker Schwund prognostiziert, so da\u00df von diesem einst stolzen Gletscher bis 2100 so gut wie nichts mehr \u00fcbrigbleiben wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Mitteleuropa nannte er folgende Witterungsrisiken infolge des Klimawandels:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Zunahme starker Winterst\u00fcrme;<\/li>\n<li>weniger kalte und frostige Winter mit intensiveren Niederschl\u00e4gen;<\/li>\n<li>hei\u00dfere u. trockenere Sommer mit h\u00f6herem D\u00fcrrerisiko (z.B. 2003);<\/li>\n<li>Zunahme schwerer Unwetter mit Hagel, Sturm und Starkregen.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den Winter sind demzufolge h\u00f6here Minimalwerte (also weniger strenger Frost) und f\u00fcr den Sommer h\u00f6here Maximalwerte zu erwarten. Toni Esch machte auf weitere Indizien f\u00fcr den Klimawandel aufmerksam, die f\u00fcr die Versicherer schon heute deutlich zu sp\u00fcren sind: Die Schadereignisse werden h\u00e4ufiger und die Intensit\u00e4t dieser Ereignisse nimmt zu. Als Beispiel f\u00fchrte er das extreme Fr\u00fchjahr 2011 an, das im benachbarten Rheinland-Pfalz als das trockenste seit Beginn der Messungen im Jahr 1893 gilt. Er betonte in diesem Kontext, da\u00df die Anforderungen an Versicherer gr\u00f6\u00dfer werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Generalbevollm\u00e4chtigte der Vereinigten Hagel zeigte dann einen europ\u00e4ischen Vergleich bez\u00fcglich der M\u00f6glichkeiten des Risikomanagements der Pflanzenproduktion auf. W\u00e4hrend in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Gro\u00dfbritannien nur Einzelrisiken abgesichert werden, sind es in vielen osteurop\u00e4ischen EU-Staaten sowie in Portugal und Schweden Mehrgefahrenversicherungen mit einer begrenzten Deckung. Ertragsausfallversicherungen mit einer umfassenden Deckung gibt es au\u00dfer in Luxemburg nur noch in Frankreich, Spanien, Italien und \u00d6sterreich. Aber auch bei den Kombiangeboten in den Mehrgefahren- und Ertragsausfallversicherungen gibt es Unterschiede innerhalb Europas. Am besten ist die Risikoverteilung in Luxemburg, denn nirgendwo sonst in Europa kann man sich (neben den sonst h\u00f6chstens aufgef\u00fchrten sechs Risiken Auswinterung, Starkregen, Frost, Sturm, Hagel und Trockenheit) auch gegen Auswuchs absichern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So unterschiedlich wie die Angebote sind auch die Subventionsh\u00f6hen. Nur in Portugal und Italien zahlt der Staat im Durchschnitt mehr als 50% der Pr\u00e4mien als Zuschu\u00df, in einer Reihe von L\u00e4ndern (u.a. Spanien, Polen und Luxemburg) sind es genau 50%, bei den meisten jedoch unter 50%. In Frankreich sind es weniger als 10% und in nicht wenigen L\u00e4ndern (u.a. Deutschland und Belgien) werden keinerlei Subventionen gezahlt. Im EU-Durchschnitt wird ein knappes Drittel der Pr\u00e4mien vom Staat bezuschu\u00dft. Der Redner merkte an, da\u00df die in Deutschland bestehende Mehrgefahrenversicherung wegen der Nichtbezuschussung als unverk\u00e4ufliches Produkt gilt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Referent zeigte im folgenden etliche Bilder von Sch\u00e4den durch extreme Witterungsereignisse in Luxemburg. Fr\u00fche Totalsch\u00e4den durch Hagel, Sch\u00e4den durch Auswinterung, Starkregen, Sturm und Auswuchs. Nat\u00fcrlich gab es auch eindr\u00fcckliche Bilder vom extremen Trockenjahr 2011. Bis zu 80% betrugen die Sch\u00e4den beim Wintergetreide, w\u00e4hrend beim Sommergetreide mancherorts \u00fcberhaupt nichts zu ernten war. Toni Esch zeigte anhand der Trokkensch\u00e4den, wie die Ertragsausf\u00e4lle von den geschulten Schadenssch\u00e4tzern aus Luxemburg ermittelt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abschlie\u00dfend kam der Redner von der Vereinigten Hagel noch auf ein Extremereignis an der deutschen Mosel zu sprechen, das nicht nur vom Ausma\u00df, sondern auch vom Zeitpunkt au\u00dfergew\u00f6hnlich war: Der Hagelsturm vom 26. August 2011. Zu einem Zeitpunkt, wenn die Hagelsaison \u00fcblicherweise l\u00e4ngst gelaufen ist, gab es in mehreren Weinorten an der Mittelmosel, vor allem in Veldenz, schwerste Sch\u00e4den nicht nur an Wein und Ackerkulturen, sondern auch an Geb\u00e4uden und Fahrzeugen. Die Hagelk\u00f6rner waren teils faustgro\u00df und wogen bis zu 500 g.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Mittwoch vergangener Woche fand im Agrocenter in Mersch der SAF-Neijooschtreff statt. 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