{"id":1712,"date":"2013-05-31T13:46:25","date_gmt":"2013-05-31T11:46:25","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1712"},"modified":"2013-08-30T15:20:26","modified_gmt":"2013-08-30T13:20:26","slug":"verzogerungen-durch-schlechtwetter-und-frost","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1712","title":{"rendered":"Verz\u00f6gerungen durch Schlechtwetter und Frost"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"line-height: 1.4em;\">Der Fr\u00fchling 2013 gestaltet sich in der Futtererzeugung ausgesprochen schwierig. F\u00fcr Milcherzeuger, die auf eine hochwertige Silage gehofft haben, ist es eine schwere Geduldsprobe. Die Nerven liegen vielerorts blank und mitunter wird trotz der miserablen Bedingungen geerntet. Im Gutland kann man allenfalls noch mit einer Silage mittlerer Qualit\u00e4t rechnen. Fuchsschwanz-lastige Best\u00e4nde kann man in der Regel schon jetzt g\u00e4nzlich vergessen, da diese nicht mehr silierf\u00e4hig sind. Und selbst bei nutzungselastischeren Best\u00e4nden wird irgendwann der Punkt erreicht sein, wo die Silierf\u00e4higkeit nicht mehr gegeben ist. Lagernde Best\u00e4nde fangen vielerorts an zu faulen, vor allem die blattreichen Best\u00e4nde.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die allermeisten Standorte sind seit Beginn der Schlechtwetterperiode am 7. Mai, als das Gr\u00fcnland landesweit noch nicht silierreif war, nicht mehr befahrbar gewesen. In Tallagen steht das Gras nicht selten seit Pfingsten im Wasser. Bei solch extremen Bedingungen wird eine Woche trocken-warmes Wetter noch zu wenig sein, um Gras m\u00e4hen zu k\u00f6nnen, ohne Sch\u00e4den an der Grasnarbe und am Boden anzurichten. Auch an diesen Standorten ist das Gras nat\u00fcrlich von F\u00e4ulnis betroffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die erste Junidekade wird derzeit von den Meteorologen das erhoffte trocken-warme Wetter in Aussicht gestellt. Ob es aber wirklich anhaltend trocken oder nur anhaltend w\u00e4rmer wird, mu\u00df sich noch zeigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u00d6sling bei der Grasernte im Vorteil<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend man im S\u00fcden des Landes auf den Lehmstandorten diese Woche noch vergeblich auf stabiles Silierwetter warten mu\u00dfte, konnte auf den Standorten mit leichten B\u00f6den, also im gr\u00f6\u00dften Teil des \u00d6slings und auf sandigen B\u00f6den im Gebiet des Luxemburger Sandsteins, bereits mit der Grasernte begonnen werden. Im \u00d6sling stellte sich mancherorts schon am 24.05.2013 die passende Witterung ein, um mit der Grasernte beginnen zu k\u00f6nnen. Nach den Niederschl\u00e4gen am 26.05.2013, die im Westen des Landes nur noch sehr sp\u00e4rlich fielen, konnte am 27.05.2013 unter g\u00fcnstigen Bedingungen die Grasernte fortgesetzt werden. Im \u00d6sling hatte man zudem den Vorteil, da\u00df die Best\u00e4nde noch zu einem qualitativ g\u00fcnstigen Zeitpunkt geerntet werden konnten. Selbst f\u00fcr die ASTA-Gr\u00fcnlandversuche gilt das Gesagte. Nur auf den \u00d6sling-Standorten konnte am 27.05.2013 und 28.05.2013 geerntet werden und die Qualit\u00e4t war durchaus in Ordnung. Aber auch auf diesen leichten Standorten gibt es Probleme mit Lager und beginnender F\u00e4ulnis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Gutland hingegen ist das Gras bereits zu rohfaserreich und zu schwach in puncto Rohprotein- und Zuckergehalt, um daraus noch eine hochwertige Silage machen zu k\u00f6nnen. Allenfalls mittlere Qualit\u00e4ten sind zu erwarten. Und selbst hierf\u00fcr mu\u00df man sich viel M\u00fche geben. Hierzu seien noch einmal einige Bedingungen erw\u00e4hnt, die im entsprechenden Artikel von Dorothee Kl\u00f6cker und Romain Gengler (LB 21, Seite 4) genannt wurden: hoch m\u00e4hen, um anhaftende Erde zu minimieren, sehr gewissenhaft und schichtenweise im Fahrsilo verdichten, um die Luft aus dem grobstengeligen Material herauszubekommen, nie zuviel Material auf einmal verdichten wollen, mit unterst\u00fctzenden, als Silierhilfsmittel geeigneten S\u00e4uren und Salzen einsilieren. Und es sollte dar\u00fcber hinaus auch gew\u00e4hrleistet werden, da\u00df die Grasnarbe nach dem M\u00e4hen noch g\u00e4nzlich intakt ist, denn der zweite Aufwuchs, der wegen der reichlich vorhandenen Bodenfeuchte schnell wachsen wird, sollte wenigstens die gew\u00fcnschte Qualit\u00e4t liefern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die vielerorts noch n\u00f6tige Maisaussaat galt ebenfalls die Einschr\u00e4nkung, da\u00df diese nur auf den leichten Standorten zu bewerkstelligen war. Durch die Versp\u00e4tungen bei der Aussaat ist sicherlich mit einem geringeren Maisaufkommen im Herbst zu rechnen. Sehr ertragreiche Sorten entfallen nun auf den derzeit immer noch nicht befahrbaren Standorten. Ein Teil der noch nicht bestellten Felder wird m\u00f6glicherweise mit Feldfutter anstatt mit Mais bestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Frostsch\u00e4den bei Mais und Kartoffeln<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die N\u00e4chte vom 23.05.2013 auf den 24.05.2013 und vom 24.05.2013 auf den 25.05.2013 waren au\u00dfergew\u00f6hnlich kalt. Man kann von versp\u00e4teten Eisheiligen in manchen Teilen des Landes sprechen. Seltsamerweise war es gerade auf den Plateaulagen im \u00d6sling mit Temperaturen bis unter minus 2\u00b0C am k\u00e4ltesten. Temperaturen unter dem Gefrierpunkt wurden jedoch auch in den Gutland-T\u00e4lern gemessen, so in Useldange mit einer bodennahen Temperatur von minus 1,2\u00b0C am Freitag morgen. Eine weitere Besonderheit war, da\u00df die bodennahen Temperaturen in den meisten F\u00e4llen nicht niedriger waren als die Temperaturen in 2 m H\u00f6he, zum Teil sogar deutlich h\u00f6her. Der bereits recht warme Oberboden hat wohl einen gewissen Heizeffekt ausge\u00fcbt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Empfindliche Kulturen wie Mais und Kartoffeln, sofern sie denn schon aufgelaufen waren, waren wegen der ungew\u00f6hnlichen Ausgangssituation mitunter gro\u00dffl\u00e4chig von Frostsch\u00e4den betroffen. Da die Sch\u00e4den in einem sehr fr\u00fchen Stadium auftraten, ist davon auszugehen, da\u00df es nur zu Wachstumsverz\u00f6gerungen kommt, die einen weiteren R\u00fcckstand von mindestens acht Tagen zur Folge haben. Beim Mais bleibt der Vegetationskegel in einem solch fr\u00fchen Stadium intakt, so da\u00df es einen Neuaustrieb geben wird. Bei den Kartoffeln ist analog davon auszugehen, da\u00df frische Triebe die abgestorbenen Triebe ersetzen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den offiziellen Sortenversuchen f\u00fcr Mais sind die \u00d6slingstandorte Crendal und Marnach von Frostsch\u00e4den betroffen. Dort ist bei den meisten Sorten rund zwei Drittel der Blattmasse abgestorben. Jedoch scheint einigen wenigen Sorten der Frost nur wenig geschadet zu haben. Deren Blattwerk ist auch nicht g\u00e4nzlich gelb, sondern teilweise gr\u00fcn und die Sorten scheinen somit allgemein k\u00e4ltevertr\u00e4glicher zu sein. Bis zum Herbst wird sich sicherlich herausstellen, ob diese Sorten f\u00fcr Grenzlagen und Extremjahre wirklich eine sinnvolle Alternative zum \u00fcbrigen Sortiment darstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wieviel Prozent von den \u00fcber 500 ha Kartoffeln im \u00d6sling von den Frostsch\u00e4den betroffen sind, kann momentan noch nicht abgesch\u00e4tzt werden. Dies wird nach der ersten Feldkontrolle im Pflanzkartoffelanbau m\u00f6glich sein, die demn\u00e4chst stattfinden wird. Jedenfalls waren es nur die in der zweiten Aprilh\u00e4lfte gepflanzten Best\u00e4nde, die bis Donnerstag vergangener Woche schon mit ersten Bl\u00e4ttern die D\u00e4mme durchsto\u00dfen hatten und prompt kalt erwischt wurden. Auf dem Redingshaff in Wahl sind die in der letzten Aprildekade gepflanzten Best\u00e4nde komplett von Frostsch\u00e4den betroffen. \u201eIch habe in f\u00fcnf Jahrzehnten hier keine derart gro\u00dffl\u00e4chigen Frostsch\u00e4den an Kartoffeln erlebt\u201c, versichert Franz Aben, der 78-j\u00e4hrige Vater des jetzigen Betriebsleiters. Bislang sei es allenfalls auf Teilfl\u00e4chen zu Sp\u00e4tfrostsch\u00e4den gekommen. Franz Aben rechnet vor, da\u00df zu der ohnehin schon zweiw\u00f6chigen Versp\u00e4tung in Speisekartoffelanbau durch die Frostsch\u00e4den nun noch weitere 8-10 Tage hinzukommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ungew\u00f6hnlich k\u00fchler und sonnenarmer Mai<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Mai 2013 wird sicherlich als Negativbeispiel f\u00fcr N\u00e4sse, K\u00e4lte und Sonnenarmut in die Wetterannalen eingehen. Mancherorts fiel im Mai mehr Niederschlag als in den vier vorangegangen Monaten zusammengenommen. Besonders in der S\u00fcdh\u00e4lfte des Landes war der nun zu Ende gehende Mai ausgesprochen na\u00df. An den ASTA-Wetterstationen hielt bis Mittwoch abend Wormeldange den diesj\u00e4hrigen Mairegenrekord mit rund 160 mm. Bei der Sonnenscheindauer ist es nat\u00fcrlich umgekehrt. Mancherorts, wie in Luxemburg-Merl und Obercorn, wurden weniger als 100 Sonnenstunden gemessen, und somit noch weniger als im M\u00e4rz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den Nachbarl\u00e4ndern ist die Situation \u00e4hnlich bescheiden. Am vergangenen Wochenende, als es besonders k\u00fchl war, flohen viele Schwalben und Mauersegler von Nord- nach S\u00fcddeutschland auf der Suche nach Futter. Im Sauerland in Nordrhein-Westfalen fiel in der Nacht zu Freitag teilweise bis unter 500 m hinab Schnee. In dieser Region wird nun schon vom k\u00e4ltesten Mai seit 1967 gesprochen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Fr\u00fchling 2013 gestaltet sich in der Futtererzeugung ausgesprochen schwierig. F\u00fcr Milcherzeuger, die auf eine hochwertige Silage gehofft haben, ist es eine schwere Geduldsprobe. Die Nerven liegen vielerorts blank und mitunter wird trotz der miserablen Bedingungen geerntet. 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