{"id":1690,"date":"2013-05-17T11:50:15","date_gmt":"2013-05-17T09:50:15","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1690"},"modified":"2013-08-30T15:24:43","modified_gmt":"2013-08-30T13:24:43","slug":"umdenken-in-sachen-kompensierungsmasnahmen-dringend-notwendig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1690","title":{"rendered":"Umdenken in Sachen Kompensierungsma\u00dfnahmen dringend notwendig"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"line-height: 1.4em;\">Biotopekataster und Kompensierungsma\u00dfnahmen waren die zwei Hauptthemen, die am 8. Mai beim Treffen des Vorstandes der Bauernzentrale mit dem delegierten Nachhaltigkeitsminister Schank im Mittelpunkt der Diskussion standen. Minister Schank legte zun\u00e4chst Wert darauf zu unterstreichen, da\u00df seiner Ansicht nach die Landwirtschaft eine wichtige Rolle zu spielen habe, mit der Lebensmittelproduktion an erster Stelle, und da\u00df er dementsprechend auch der Landwirtschaft eine gro\u00dfe Bedeutung beimesse. Um sicherzustellen, da\u00df die Landwirtschaft auch weiterhin ihre vielf\u00e4ltigen Funktionen erf\u00fcllen kann und um ihr Produktionspotential zu erhalten, sollen u.a. im Rahmen des sektoriellen Landschaftsplanes sogenannte landwirtschaftliche Zonen definiert werden, mit dem Ziel, wertvolle landwirtschaftliche Fl\u00e4chen zu sch\u00fctzen. Inwieweit und in welcher Form sogenannte landwirtschaftsvertr\u00e4gliche Kompensierungsma\u00dfnahmen \u2013 dieselben bedeuten allerdings auch eine Beeintr\u00e4chtigung des landwirtschaftlichen Produktionspotentials \u2013 in diesen Zonen durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, bleibe, so Minister Schank, noch festzulegen. Sicherlich ist das seitens des Nachhaltigkeitsministeriums geplante Vorhaben ein Schritt in die richtige Richtung; ob es damit jedoch tats\u00e4chlich zu einem Schutz der landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen kommt, bleibt abzuwarten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An der Durchf\u00fchrung von Kompensierungsma\u00dfnahmen auf landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen scheint Minister Schank n\u00e4mlich nach wie vor festhalten zu wollen. Gerade die Problematik der Kompensierungsma\u00dfnahmen wird vom Vorstand der Bauernzentrale jedoch sehr kritisch gesehen \u2013 die bisherige diesbez\u00fcgliche Vorgehensweise m\u00fc\u00dfte jedenfalls ernsthaft hinterfragt und grunds\u00e4tzlich \u00fcberdacht werden. Auch das im Rahmen der Ab\u00e4nderung des Naturschutzgesetzes vorgesehene Oeko-Punkte-System, mit Kompensierung der Eingriffe in die Natur mittels Fl\u00e4chenpool, stellt keine eigentliche L\u00f6sung des Problems dar. Sicherlich wird damit verhindert, da\u00df hier und da kaum nutzbringende Kompensierungsprojekte durchgef\u00fchrt werden oder aber massiv landwirtschaftliche Nutzfl\u00e4chen etwa von Bauunternehmen aufgekauft werden. Die Schaffung eines Fl\u00e4chenpools zwecks Kompensierungsma\u00dfnahmen bedeutet dennoch, da\u00df der Landwirtschaft Nutzfl\u00e4chen entzogen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits in der Vergangenheit hat die Bauernzentrale die bislang bei praktisch allen Bauvorhaben eingeforderten, mehr oder weniger umgreifenden Kompensierungsma\u00dfnahmen angeprangert und eine Abkehr von dieser Politik gefordert. Wenn Kompensierungsma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt werden, so m\u00fcssen dieselben sich ausschlie\u00dflich auf Biotope beschr\u00e4nken und so weit wie m\u00f6glich direkt vor Ort umgesetzt werden. Von einer Kompensierung von Wald auf landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen mu\u00df nach Ansicht des Vorstandes der Bauernzentrale v\u00f6llig abgesehen werden, insofern die landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen mindestens ebenso sch\u00fctzenswert sind wie Waldfl\u00e4chen, dies auch unter dem Gesichtspunkt des Schutzes der Artenvielfalt. Dar\u00fcber hinaus stellen sie die Grundlage f\u00fcr die Lebensmittelproduktion dar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es sind dies Forderungen, die, neben anderen Anliegen, Minister Schank bereits in einem Schreiben im Juni letzten Jahres unterbreitet wurden, bislang jedoch kaum Ber\u00fccksichtigung gefunden haben. Kaum Geh\u00f6r im Nachhaltigkeitsministerium hat bislang ebenfalls das Anliegen der Bauernzentrale bzw. der Landwirtschaftskammer gefunden, nicht allein den Fl\u00e4chenansatz in Betracht zu ziehen, sondern Eingriffe in die Natur auch \u00fcber den Weg anderw\u00e4rtiger Ma\u00dfnahmen im Sinne der Umwelt und des Klimaschutzes, etwa im Bereich der Altbausanierung oder sonstiger Energieeinsparma\u00dfnahmen, zu kompensieren. Zumindest k\u00f6nnte \u00fcber diesen Weg eine Verdopplung des Fl\u00e4chenverlustes verhindert werden. Demnach sollte sich sehr viel intensiver als bislang mit einer solchen Alternative auseinandergesetzt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gem\u00e4\u00df Angaben des Nachhaltigkeitsministeriums umfa\u00dft das Biotopekataster, welches zwischen 2007 und 2012 aufgestellt wurde, insgesamt 5.777 ha, was 1,91% der Landesfl\u00e4che bzw. 3,48% der Offenlandschaft entspricht. 80,59% oder 4.655,6 ha davon befinden sich auf landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen: demnach sind 3,63% der landwirtschaftlichen Fl\u00e4che als Biotop eingestuft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Rahmen des Treffens mit Minister Schank wurden zwei weitere f\u00fcr die Landwirtschaft wichtige Punkte aufgeworfen. Zum einen geht es um die Einstufung als Biotope von Fl\u00e4chen, die derzeit in einem Biodiversit\u00e4tskontrakt eingebunden sind. Diesbez\u00fcglich besteht dringender Kl\u00e4rungsbedarf. Es kann nicht sein, da\u00df solche Fl\u00e4chen im nachhinein automatisch als Biotop gelten, mit allen einschl\u00e4gigen Nutzungs- und Bewirtschaftungsrestriktionen, insbesondere in den F\u00e4llen, wo sogenannte Biotope erst w\u00e4hrend der Laufzeit eines auf freiwilliger Basis abgeschlossenen Biodiversit\u00e4tskontraktes entstanden sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum anderen mu\u00df die derzeitige Lage in bezug auf die Ausarbeitung eines Leitfadens f\u00fcr Bauten in der Gr\u00fcnzone seitens der Landwirtschaft sehr kritisch bewertet werden. Nach einer ganzen Reihe von Arbeitssitzungen zwischen den betroffenen Akteuren \u2013 landwirtschaftlicher Beruf, Landwirtschaftsministerium, Nachhaltigkeitsministerium, Wasserwirtschaftsamt, Natur- und\u00a0 Forstverwaltung \u2013 sind diese Arbeiten seit Monaten zum Stillstand gekommen, wobei bislang sowohl das Nachhaltigkeitsministerium als auch das Wasserwirtschaftsamt immer noch nicht die von ihnen beim Bau von Betriebsgeb\u00e4uden in der Gr\u00fcnzone angedachten Vorgaben bzw. Auflagen schriftlich vorgelegt haben. Ob die eine oder andere Verwaltung sich damit eine Hintert\u00fcr offenhalten will, um weiterhin nach eigenem Gutd\u00fcnken handeln zu k\u00f6nnen, sei nur dahingestellt. Klare Richtlinien und vereinfachte Prozeduren w\u00e4ren allemal dringend notwendig, ebenso wie insgesamt ein \u00dcberdenken mancher politischer Positionen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Biotopekataster und Kompensierungsma\u00dfnahmen waren die zwei Hauptthemen, die am 8. 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