{"id":1652,"date":"2013-04-26T10:25:11","date_gmt":"2013-04-26T08:25:11","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1652"},"modified":"2013-08-30T15:39:02","modified_gmt":"2013-08-30T13:39:02","slug":"landwirtschaft-soll-auch-in-den-nichtgunstregionen-eine-zukunft-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1652","title":{"rendered":"Landwirtschaft soll auch in den Nichtgunstregionen eine Zukunft haben"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"line-height: 1.4em;\">Bericht von der Internationalen Tagung der Bauernverb\u00e4nde Belgiens, Deutschlands und Luxemburgs<\/span><\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die anstehende GAP-Reform, die erstmals seit Bestehen der Gemeinsamen Agrarpolitik mit einer K\u00fcrzung des Br\u00fcsseler Agraretats einhergeht, war Anla\u00df f\u00fcr eine internationale Tagung der Bauernverb\u00e4nde der Grenzregion Belgien, Luxemburg und Deutschland, die am 22.04.2013 im Kulturzentrum Triangel in St. Vith stattfand. Zahlreiche Landwirte aus der Region nahmen an dieser interessanten agrarpolitischen Veranstaltung teil. Eingeladen hatten der f\u00fcr die deutschsprachige Minderheit in Ostbelgien zust\u00e4ndige Belgische Bauernbund, die Bauernzentrale sowie der Bauern- und Winzerverband (BWV) Rheinland-Nassau, welcher die Landwirte und Winzer im n\u00f6rdlichen Rheinland-Pfalz vertritt. Elf Jahre nach der grenz\u00fcberschreitenden Tagung im Eifelort Winterspelt war es die zweite Veranstaltung dieser Art im n\u00f6rdlichen Teil der Gro\u00dfregion. Zum einen standen Vortr\u00e4ge zur Agrarpolitik, bei denen die verschiedenen Sichtweisen von EU-Kommission, Europaparlament sowie nationalen und regionalen Akteuren zum Ausdruck kamen, auf dem Programm. Zum anderen legten die drei veranstaltenden Bauernverb\u00e4nde ihre Sicht der Dinge zur GAP-Reform und deren Auswirkungen auf die Landwirtschaft in der von Gr\u00fcnland dominierten Region dar, die nicht zu den Gunstregionen in der Europ\u00e4ischen Union z\u00e4hlt, aber traditionell stark von der Landwirtschaft gepr\u00e4gt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Schiefes Bild von der modernen Landwirtschaft gerader\u00fccken<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00e4sident des BWV Rheinland-Nassau, Leo Blum, sagte in seiner Begr\u00fc\u00dfungsansprache, da\u00df es bei der anstehenden Entscheidung zur GAP-Reform gelte, \u201ealle Positionen unter einen Hut zu bringen\u201c. Selbst in der engeren grenz\u00fcbergreifenden Region gebe es Unterschiede, die zwar nicht ganz trennend seien, die dennoch ihre Bedeutung h\u00e4tten. \u201eSchon daran erkennt man, da\u00df es f\u00fcr die EU-Kommission schwierig wird, den gemeinsamen Nenner zu finden\u201c, zeigte sich der Pr\u00e4sident des BWV Rheinland-Nassau \u00fcberzeugt. Hauptziel der Veranstaltung sei, ein Signal an die Politik, die Trilog-Akteure Agrarrat, EU-Kommission und EU-Parlament zu senden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leo Blum lobte die Fortschritte in der europ\u00e4ischen Einigung und der grenz\u00fcberschreitenden Zusammenarbeit mit den heutigen gutnachbarschaftlichen Beziehungen und erinnerte an Zeiten, als dies noch ganz anders war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00e4sident \u00fcbte anschlie\u00dfend Kritik an der ausufernden B\u00fcrokratie. Er hob hervor, da\u00df die Bauern ihren Beitrag bez\u00fcglich der gesellschaftlichen Anspr\u00fcche an die Landwirtschaft leisteten und der Berufsstand nicht unter Kontrollen zu leiden haben sollte. \u201eUnseren Nutztieren ging es noch nie so gut wie heute. Das m\u00fcssen wir der Politik deutlich sagen\u201c, stellte der Landwirtschaftsmeister unter anderem heraus, betonte zudem, da\u00df in der Produktion tierischer Lebensmittel mehr Kontrollen n\u00f6tig seien, allerdings in den vor- und nachgelagerten Bereichen und somit au\u00dferhalb der Landwirtschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Des weiteren warf der Pr\u00e4sident vielen Politikern vor, von einer nostalgischen Landwirtschaft \u201evon fr\u00fcher\u201c zu tr\u00e4umen und stellte das eigene, realistische Leitbild gegen\u00fcber: \u201eEine Landwirtschaft, die mit modernen Methoden hochwertige und bezahlbare Lebensmittel herstellt, wird gebraucht \u2013 und die gilt es zu unterst\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Au\u00dferdem stellte Leo Blum, der einen Milchviehbetrieb mit Biogasanlage f\u00fchrt, klar, da\u00df die wundersch\u00f6ne Landschaft drau\u00dfen nicht durch b\u00fcrokratische oder politische Vorgaben entstanden sei, sondern durch Bauernhand. \u201eSie wird sich auch k\u00fcnftig \u00e4ndern und weiterentwickeln\u201c \u2013 eine Anspielung auf nostalgische Vorstellungen so mancher Zeitgenossen, wonach alles so bleiben sollte \u201ewie fr\u00fcher\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bez\u00fcglich des Greenings forderte der \u00d6konomierat, da\u00df die in der Region vorhandenen Strukturelemente ausreichend sein m\u00fc\u00dften (\u201ekein zus\u00e4tzliches drangsalieren und kontrollieren\u201c).<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><b>Rolle r\u00fcckw\u00e4rts in Richtung Kopplung und permanente Marktmechanismen?<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erster Gastredner war Dr. Dietrich Guth, Ministerialdirektor im deutschen Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und dort f\u00fcr die Abteilung <i>EU-Politik, Internationale Zusammenarbeit, Fischerei<\/i> zust\u00e4ndig<i>.<\/i> Dr. Guth machte eingangs die Position der deutschen Regierung deutlich, derzufolge es gilt, den EU-Haushalt f\u00fcr die kommende Periode 2014-20 auf ein Prozent des EU-Bruttonationaleinkommens zu begrenzen. Von den K\u00fcrzungen um 100 Milliarden Euro sei nun auch das Agrarbudget betroffen. Die Verluste in der 2. S\u00e4ule bezifferte er auf 9%.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Ministerialdirektor zeigte anhand einer Graphik die historische Entwicklung des Agrarbudgets seit 1980 auf. Waren es zu Beginn der Periode noch Marktma\u00dfnahmen, die den L\u00f6wenanteil verschlangen, so wurde 1992\/93 mit der Einf\u00fchrung der Direktzahlungen erstmals ein Schnitt vollzogen. Die anfangs an die Produktion gekoppelten Zahlungen wurden seit 2005\/06 in Deutschland schrittweise entkoppelt. Der Redner nannte als ein wichtiges Anliegen seiner Regierung, bis 2020 eine vollst\u00e4ndige Entkopplung in der gesamten EU zu erreichen. Er kritisierte, da\u00df es seitens drei gro\u00dfer Mitgliedstaaten (Frankreich, Italien, Spanien) nun Bestrebungen gebe, wieder r\u00fcckw\u00e4rtsgewandt in Richtung st\u00e4rker gekoppelte Zahlungen gehen zu wollen. Bei der geplanten Konvergenz der Direktzahlungen auf EU-Ebene zeigte er die Gewinner und Verlierer auf. Alle drei bei der Konferenz beteiligten L\u00e4nder sind zwar auf der Verliererseite, aber in unterschiedlichem Ma\u00dfe: Belgien schneidet laut Dr. Guth mit einem Minus von 12,5% am schlechtesten ab, Deutschland liegt mit minus 7,7% in der Mitte, w\u00e4hrend Luxemburg mit minus 4,9% <i>(Anmerkung der Redaktion: von Landwirtschaftsminister Schneider werden 3% angegeben)<\/i> bei den Direktzahlungen am wenigsten Federn l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bez\u00fcglich der geplanten internen Konvergenz innerhalb der Mitgliedstaaten sprach der Redner von fakultativen Sonderregelungen f\u00fcr Junglandwirte, benachteiligte Gebiete und Kleinerzeuger. Wer \u00fcberhaupt als \u201eaktiver Landwirt\u201c in den Genu\u00df von Direktzahlungen kommen sollte, ist nach Ansicht von Dr. Guth derjenige, der den Boden bewirtschaftet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Thema Greening wies Dr. Guth darauf hin, da\u00df die Vorstellungen bez\u00fcglich der \u00f6kologischen Vorrangfl\u00e4chen und die Sonderregelungen hierzu sehr umstritten sind. Die vom Agrarrat beschlossene Sanktionsobergrenze betrage 125% der an das Greening gebundenen Direktzahlungen. Zu den Sonderregelungen zwecks Freistellung von den Greening-Verflichtungen, die im Gespr\u00e4ch sind, z\u00e4hlen ein Mindestanteil von 75% Agrarumweltma\u00dfnahmen sowie ein Mindestanteil von 75% Dauergr\u00fcnland.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der deutsche Ministerialdirektor und Experte f\u00fcr EU-Agrarpolitik sprach schlie\u00dflich die Marktma\u00dfnahmen an. Auch hier werde eine \u201eRolle r\u00fcckw\u00e4rts\u201c bef\u00fcrchtet. Als Position der Bundesregierung nannte er die Benennung klarer Bedingungen, die f\u00fcr die Nutzung des Instrumentariums Marktintervention gegeben sein m\u00fcssen, und eine Absage an permanente Mechanismen. \u201eJede Ma\u00dfnahme im Marktbereich f\u00fchrt zu K\u00fcrzungen bei den Direktzahlungen\u201c, warnte der Fachmann.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><b>Nicht am Auslaufen der Milchquotenregelung r\u00fctteln<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Anschlu\u00df machte die EU-Parlamentariern Christa Kla\u00df deutlich, da\u00df das EU-Parlament das erstmals zugestandene Mitentscheidungsrecht bei der anstehenden GAP-Reform nutzen wird, versicherte aber, da\u00df man trotz der unterschiedlichen Vorstellungen im Agrarausschu\u00df eine hohe Bereitschaft zeige, Kompromisse einzugehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christa Kla\u00df bem\u00e4ngelte zun\u00e4chst, da\u00df die verpflichtenden Greening-Ma\u00dfnahmen den Unterschieden in der EU nicht gerecht werden und nicht in das grenz\u00fcberschreitende Gr\u00fcnlandgebiet passen. Auch kritisierte sie die Tendenz, nun in Richtung Bestrafung der Landwirte gehen zu wollen. Das EU-Parlament habe bei Versto\u00df gegen die Greening-Auflagen nur die K\u00fcrzung des Greening-Anteils an den Direktzahlungen, d.h. 30% vorgeschlagen. Der Agrarrat hat seinerseits als Sanktion 125% des Greening-Anteils vorgeschlagen, d.h. konkret 37,5% des gesamten Zahlungsanspruchs. Sie sprach sich daf\u00fcr aus, den Anteil der \u00f6kologischen Vorrangfl\u00e4chen so gering wie m\u00f6glich zu halten und verteidigte die Position des Parlaments, zun\u00e4chst nur 3% vorzusehen. Vom diesbez\u00fcglichen Beschlu\u00df des Agrarrats sei man sehr entt\u00e4uscht. \u201eWir brauchen unseren Acker\u201c, konstatierte sie. Au\u00dferdem forderte sie mehr Anrechnungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr bereits bestehende Elemente, wof\u00fcr sie im Saal Applaus erntete.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In puncto benachteiligte Gebiete sagte sie: \u201eWir wollen nicht diese gro\u00dfen Verschiebungen in den Regionen, wie der Agrarrat sie ab 2016 vorschl\u00e4gt. Diesen Schub h\u00e4tten wir jetzt nicht gebraucht.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die EU-Parlamentarierin kam dann auf das Procedere der Kompromi\u00dffindung im Trilogverfahren zu sprechen. Von Seiten des Parlaments sind die vier Wortf\u00fchrer der Fraktionen beteiligt. Innerhalb der EVP-Fraktion habe sich der Franzose Michel Dantin mit seiner \u201es\u00fcdeurop\u00e4ischen\u201c Position durchgesetzt, n\u00e4mlich weniger freier Markt, stattdessen mehr \u201eDirigismus und Absicherung\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Milchmarkt sprach sich Christa Kla\u00df daf\u00fcr aus, am Auslaufen des Quotensystems nicht zu r\u00fctteln und auch keine neuen Alternativen auf regionaler Ebene einzuf\u00fchren. Das fr\u00fchere regionale Denken im Milchmarkt sei nicht mehr zur\u00fcckzuholen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abschlie\u00dfend sprach die Politikerin, die als Winzerin auch Vorstandsmitglied der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz ist, davon, da\u00df die absehbaren K\u00fcrzungen gestaltet werden m\u00fcssen, es aber \u201ein der Regel nicht unsere Landschaften sind, die von Br\u00fcsseler Zahlungen profitieren\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><b>Stillegung f\u00fcr das Greening nur ein Mi\u00dfverst\u00e4ndnis?<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die nachfolgende Referentin war Silke Obst, Mitglied des Kabinetts von Agrarkommissar Dacian Ciolos. Die Referentin ohne landwirtschaftlichen Hintergrund, man k\u00f6nnte auch sagen \u201eohne Stallgeruch\u201c, war sichtlich bem\u00fcht, die EU-Kommission in einem positiven Licht erscheinen zu lassen. So merkte sie eingangs an, da\u00df der Kommissionsvorschlag zum EU-Haushalt 2014-20 gek\u00fcrzt worden sei und die Landwirtschaft im Zuge der GAP-Reform je nach Berechnung mit ganz erheblichen Einschnitten im Agrarbudget von 18-19% zu rechnen habe. Dieses Ergebnis sei aber nicht das, was man sich in der Generaldirektion Landwirtschaft vorgestellt habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Stand der Trilog-Verhandlungen sagte die Referentin, da\u00df man noch am Anfang stehe, dennoch hoffe, bis Juni die n\u00f6tigen Kompromisse zu finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Sachen Definition aktiver Landwirt merkte sie an, da\u00df es Bewegung in Richtung einer Negativliste gebe. Man sei eher auf der Linie des EP und es werde seitens der Kommission eine europ\u00e4ische L\u00f6sung angestrebt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bez\u00fcglich der Kleinlandwirte sei man f\u00fcr Vereinfachungen. Sonderregelungen f\u00fcr Kleinlandwirte w\u00fcrden beim Greening 33% der EU-Landwirte betreffen, aber nur 3% der Fl\u00e4chen. Das EP und der Agrarrat h\u00e4tten beschlossen, dies den Mitgliedstaaten zu \u00fcberlassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Anschlu\u00df wagte die Kommissionsmitarbeiterin die Behauptung, da\u00df die \u00f6kologischen Vorrangfl\u00e4chen nie als Fl\u00e4chenstillegung gedacht waren. Auch die Nichtankennung von Extraelementen in der Landschaft im Rahmen des Greenings stellte sie als frei erfunden dar. Des weiteren versicherte sie, da\u00df Agrarumweltma\u00dfnahmen anerkannt werden sollen. Vom Tisch sei lediglich, da\u00df jede AUM anerkannt werden sollte. Silke Obst legte dar, da\u00df man beispielsweise in Deutschland bereits jetzt \u00fcber 4-5% \u00f6kologische Vorrangfl\u00e4chen verf\u00fcgt. Zum Teil seien noch \u00c4quivalenzpr\u00fcfungen n\u00f6tig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abschlie\u00dfend sprach Silke Obst von der Notwendigkeit von Pauschalberechnungen, um Doppelfinanzierungen aus 1. und 2. S\u00e4ule zu verhindern.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Rheinland-Pfalz mu\u00df mit starken Einbu\u00dfen rechnen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die rheinland-pf\u00e4lzische Landwirtschaftsministerin Ulrike H\u00f6fken zeigte im folgenden auf, da\u00df es auch innerhalb Deutschlands erhebliche Unterschiede gibt. Sie sprach f\u00fcr ihr Bundesland von enormen K\u00fcrzungen von mindestens 15% in der 2. S\u00e4ule und von 30% insgesamt. Bei den entkoppelten Hektarzahlungen sei Rheinland-Pfalz Schlu\u00dflicht in Deutschland. \u201eF\u00fcr uns ist die 2. S\u00e4ule sehr wichtig\u201c, merkte die Ministerin an. Entgegen der Kommissionsbeamtin sprach sie sich in bestimmten F\u00e4llen f\u00fcr die M\u00f6glichkeit der Doppelf\u00f6rderung aus 1. und 2. S\u00e4ule aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gr\u00fcnen-Politikerin wandte sich gegen eine v\u00f6llige Liberalisierung des Milchmarkts. Als \u201evern\u00fcnftigen Ansatz\u201c sprach sie sich daf\u00fcr aus, Angebot und Nachfrage in der Hand zu behalten. Bereits jetzt sei Kostendeckung sehr schwierig und es bestehe die Gefahr f\u00fcr ein Aus der Milchviehhaltung in der Region. Abschlie\u00dfend forderte sie Solidarit\u00e4t seitens der Gunstregionen ein. Diesbez\u00fcglich sprach sie sich schlie\u00dflich f\u00fcr eine national einheitliche Fl\u00e4chenpr\u00e4mie aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Diskussion und Pressekonferenz<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der anschlie\u00dfenden Diskussion wurden von Praxisseite vor allem Fragen zum Greening, dem geltenden Umbruchverbot f\u00fcr Dauergr\u00fcnland und dem Verlust von Fl\u00e4chen f\u00fcr die Produktion aufgeworfen. Christa Kla\u00df lehnte den Kommissionsvorschlag ab, Kleinlandwirte von den Greening-Verpflichtungen auszunehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Dietrich Guth machte deutlich, da\u00df es in der Praxis schwierig sein wird, Verst\u00f6\u00dfe gegen Greeningauflagen zu sanktionieren. Man wolle erreichen, da\u00df im Basisrechtsakt zur GAP-Reform eine Stillegung von Ackerfl\u00e4chen im Rahmen des Greenings ausgeschlossen werde, merkte der Ministerialdirektor des weiteren an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einer Pressekonferenz betonten die Vertreter der Bauernverb\u00e4nde ihre gemeinsamen Standpunkte. So wurde u.a. die wichtige Frage nach der Junglandwirtef\u00f6rderung aufgeworfen. Der Pr\u00e4sident der Bauernzentrale, Marc Fisch, gab zu bedenken, da\u00df die Rahmenbedingungen f\u00fcr den Neueinstieg schon jetzt nicht mehr stimmen und man auf die GAP-Reform eigentlich die Zukunft der Landwirtschaft aufbauen mu\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Vizepr\u00e4sident des BWV Rheinland-Nassau, Michael Horper, kritisierte, da\u00df von Kommissionsseite immer mehr Ma\u00dfnahmen mit Auflagen und Kontrollen erfunden werden, um EU-Zahlungen zu rechtfertigen. Erstaunt zeigte er sich bzgl. der \u00c4u\u00dferungen der Kommissionsmitarbeiterin in Sachen Greening. Die urspr\u00fcnglichen Vorschl\u00e4ge zur Anrechnung von Greeningfl\u00e4chen seien von den Agrarministern aufgeweicht worden, w\u00e4hrend sich die Kommission nicht bewegt habe, so der BWV-Vize. Er merkte schlie\u00dflich an, da\u00df der Anbau von Eiwei\u00dfpflanzen unter AUM-Bedingungen, also ohne Pflanzenschutz, in der Region nicht funktionieren kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Raymond Geiben, Vorsitzender der belgischen VDL, machte auf den sehr hohen Anteil von Dauergr\u00fcnland in der grenz\u00fcberschreitenden Region aufmerksam und fragte deshalb: \u201eWarum sollen wir noch gepiesackt werden mit Fruchtfolge-Vorschriften und Gr\u00fcnland-Umbruchverbot?\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht von der Internationalen Tagung der Bauernverb\u00e4nde Belgiens, Deutschlands und Luxemburgs Die anstehende GAP-Reform, die erstmals seit Bestehen der Gemeinsamen Agrarpolitik mit einer K\u00fcrzung des Br\u00fcsseler Agraretats einhergeht, war Anla\u00df f\u00fcr eine internationale Tagung der Bauernverb\u00e4nde der Grenzregion Belgien, Luxemburg und Deutschland, die am 22.04.2013 im Kulturzentrum Triangel in St. Vith stattfand. 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