{"id":1650,"date":"2013-04-26T10:21:29","date_gmt":"2013-04-26T08:21:29","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1650"},"modified":"2013-08-30T15:39:48","modified_gmt":"2013-08-30T13:39:48","slug":"gap-reform-was-kommt-auf-die-luxemburger-landwirtschaft-und-den-weinbau-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1650","title":{"rendered":"GAP-Reform: Was kommt auf die Luxemburger Landwirtschaft und den Weinbau zu?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\" align=\"center\"><span style=\"line-height: 1.4em;\">Zusammen mit dem Informationsb\u00fcro des Europ\u00e4ischen Parlamentes hatte Frau Astrid Lulling, Europaabgeordnete, am 19. April, Vertreter aus Landwirtschaft, Weinbau und Gartenbau zu einer Konferenz zum \u00e4u\u00dferst wichtigen und brennenden Thema \u201eGAP-Reform: Was kommt auf die Luxemburger Landwirtschaft und den Weinbau zu?\u201c eingeladen. Bei der Konferenz zugegen waren auch Landwirtschaftsminister Schneider sowie die Direktoren von ASTA und SER, die Herren Wietor und Treinen. Gastreferent bei der Konferenz war Herbert Dorfmann, Europaabgeordneter aus S\u00fcdtirol und Mitglied des Agrarausschusses im Europaparlament.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Die jeweils f\u00fcr die Landwirte g\u00fcnstigsten Ma\u00dfnahmen im Trilog zur\u00fcckbehalten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eingangs der Konferenz wies Frau Lulling auf die Trilog-Verhandlungen hin, die seit dem 11. April zwischen Kommission, Europaparlament und Agrarrat laufen \u2013 mehr als 30 Treffen sind geplant mit dem Ziel, bis Ende Juni eine politische Einigung erreicht zu haben. F\u00fcr Astrid Lulling tragen dabei die vom Europaparlament zu wesentlichen Punkten vertretenen Positionen st\u00e4rker den Sorgen und Bed\u00fcrfnissen der Landwirte Rechnung als die Positionen, die im Agrarministerrat als Kompromi\u00df festgehalten wurden. \u201eWir brauchen die Landwirtschaft, um die Lebensmittelversorgung zu gew\u00e4hrleisten und es w\u00e4re falsch, mit unangemessenen Ma\u00dfnahmen die Landwirte gegen Europa aufzubringen\u201c, so Astrid Lulling. Sie pl\u00e4diert denn auch daf\u00fcr, da\u00df im Trilog die jeweils f\u00fcr die Landwirte g\u00fcnstigsten Ma\u00dfnahmen zur\u00fcckbehalten werden, eine Haltung, die man nur begr\u00fc\u00dfen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b>Mit blauem Auge davongekommen &#8230;?<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seinen Ausf\u00fchrungen ging Landwirtschaftsminister Schneider zun\u00e4chst auf die Haushaltsaspekte ein. Gem\u00e4\u00df dem vorliegenden Haushaltsentwurf k\u00e4men Luxemburg rund 33 Mio. Euro j\u00e4hrlich f\u00fcr die erste S\u00e4ule zu. F\u00fcr den Zeitraum 2014 bis 2020 st\u00fcnden in der 2. S\u00e4ule circa 100 Mio. Euro zur Verf\u00fcgung, wovon 25% f\u00fcr Umweltma\u00dfnahmen zu verwenden sind. Konkret bedeutet dies wohl ein Minus, welches sich jedoch, unter Ber\u00fccksichtigung der Inflationsanpassungen, auf etwa 3% beschr\u00e4nken d\u00fcrfte. Damit w\u00e4re Luxemburg mit einem blauen Auge davongekommen, so Minister Scneider, der gleichzeitig den hohen Stellenwert unterstrich, den die hiesige Regierung der Landwirtschaft zuerkennt, so wie Premier Juncker dies noch k\u00fcrzlich in der Regierungserkl\u00e4rung zur Lage der Nation unterstrichen habe. Ob Luxemburg tats\u00e4chlich mit einem blauen Augen davonkommt, bleibt abzuwarten&#8230;; manches deutet n\u00e4mlich trotz andersorientierter Beteuerungen auf tiefgreifende Einschnitte hin&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Greening und Konvergenz bezeichnete der Minister als die Hauptherausforderungen dieser Reform. W\u00e4hrend die bis 2019 angestrebte externe Konvergenz keine gro\u00dfen Probleme f\u00fcr unsere Landwirtschaft mit sich bringt, ist dem nicht so bei der internen Konvergenz. Deshalb sei eine m\u00f6glichst gro\u00dfe Flexibilit\u00e4t notwendig und mit den Ma\u00dfnahmen, die im Kompromi\u00dfpapier im Ministerrat dem Land zugestanden wurden, d\u00fcrfte eine \u201eSoft landing\u201c m\u00f6glich sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Greening mu\u00df f\u00fcr Minister Schneider die M\u00f6glichkeit des Anbaus von Eiwei\u00dfpflanzen auf den Vorrangfl\u00e4chen als besonderes wichtig bewertet werden. Zudem wurden vom Agrarrat die Kriterien bez\u00fcglich der anrechenbaren Fl\u00e4chen sehr viel breiter als urspr\u00fcnglich vorgeschlagen aufgestellt. Laut bislang get\u00e4tigten Berechnungen w\u00e4ren bereits heute, so Minister Schneider, hierzulande 2% Vorrangfl\u00e4chen in den Betrieben zugegen \u2013 es gehe demnach noch um 3%, die die Betriebe zus\u00e4tzlich erf\u00fcllen m\u00fcssen, was allerdings nach Einsch\u00e4tzung des Landwirtschaftsministeriums f\u00fcr die hiesige Landwirtschaft erreichbar sein d\u00fcrfte. Die vorgesehenen Sanktionen bei Nicht-Erf\u00fcllen der Greening-Auflagen seien eine Kompromi\u00dfl\u00f6sung, betonte der Minister.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Luxemburg habe immer besonderen Wert auf die spezifische Junglandwirtef\u00f6rderung gelegt, und in dem Sinn die M\u00f6glichkeit erhalten, auch k\u00fcnftig einen Pauschbetrag an alle Junglandwirte zu gew\u00e4hren \u2013 derselbe d\u00fcrfte etwas h\u00f6her liegen als dies zur Zeit der Fall ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den Ma\u00dfnahmen im Bereich der Marktordnung erw\u00e4hnte Minister Schneider das Thema der Pflanzenrechte im Weinbau, wobei er meinte, mit der zur\u00fcckbehaltenen L\u00f6sung d\u00fcrfte es hierzulande keine besonderen Probleme geben. Ablehnen tut Luxemburg den vom Berichterstatter Dantin im Europaparlament in die Diskussion gebrachten Vorschlag einer Nachfolgeregelung bei den Milchquoten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b>Es wird mit Sicherheit nicht mehr dasselbe sein wie jetzt,&#8230;<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Zusammenhang mit der Politik zur l\u00e4ndlichen Entwicklung ging Minister Schneider insbesondere auf die Problematik der Neudefinition der benachteiligten Gebiete auf Basis der acht von der Kommission festgelegten biophysikalischen Kriterien ein. Die Ausgleichzulage f\u00fcr benachteiligte Gebiete ist mit einem Betrag von etwa 15,5 Mio. Euro eine f\u00fcr die hiesige Landwirtschaft besonders wichtige Unterst\u00fctzung. Auf Agrarratsebene wurde im M\u00e4rz festgehalten, da\u00df die urspr\u00fcngliche Schwelle von 66% der Fl\u00e4chen, die eines der erw\u00e4hnten acht Kriterien erf\u00fcllen m\u00fcssen, auf 60% heruntergesetzt. Luxemburg hatte dazu eine Schwelle von 55% beantragt, eine Forderung, die jedoch keine Zustimmung im Rat fand. Auch wurde festgehalten, da\u00df eine Kombination von zwei Kriterien m\u00f6glich ist, wobei die zu erreichende Marke dann bei jeweils 80% liegt. Derzeit wird \u00fcberpr\u00fcft, inwieweit diese Kriterien hierzulande erf\u00fcllt sind. Minister Schneider zeigte sich wohl zuversichtlich, meinte aber gleichzeitig, was dies auch immer bedeuten oder andeuten mag, da\u00df es nachher (nach der Neudefinition) mit Sicherheit nicht mehr dasselbe sein wird wie jetzt, selbst wenn es immer noch die Hintert\u00fcr der 10% gebe. Die Neudefinition der benachteiligten Gebiete wird erst 2016 in Kraft treten, so da\u00df es 2014 und 2015 keine \u00c4nderungen geben wird. Dies ist allerdings aus Sicht der Landwirtschaft kaum ein Trost, wenn es sich herausstellen sollte, da\u00df tats\u00e4chlich nicht mehr alle Fl\u00e4chen als benachteiligt gelten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht einverstanden ist Luxemburg mit der namentlichen Ver\u00f6ffentlichung all derjenigen, die Gelder aus dem europ\u00e4ischen Agrarfonds erhalten. Transparenz sei wohl wichtig und richtig und deshalb sollte auch klar gesagt werden, welche Gelder f\u00fcr welche Ma\u00dfnahmen verwendet werden \u2013 nicht zul\u00e4ssig und fragw\u00fcrdig in bezug auf die Menschenrechte sei jedoch die namentliche Ver\u00f6ffentlichung aller Landwirte mit Angabe der dem Betrieb zustehenden F\u00f6rdergelder im Internet. Wahrscheinlich wird Luxemburg allerdings keine Mehrheit im Rat f\u00fcr dieses Anliegen finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf nationaler Ebene wolle er, so Landwirtschaftsminister Schneider, den Nationalen Plan zur l\u00e4ndlichen Entwicklung, bevor er zwecks Genehmigung den Kommissionsstellen \u00fcbermittelt wird, mit allen betroffenen Akteuren diskutieren \u2013 der Agrarkommission, der Abgeordnetenkammer, der Landwirtschaftskammer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht erw\u00e4hnt hat Minister Schneider die landwirtschaftlichen Gewerkschaften&#8230; \u2013 ob sie wohl einmal mehr von den Diskussionen ausgeschlossen bleiben??<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Die Agrarpolitik im Lichte des Marktgeschehens sehen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gastreferent bei dieser Konferenz war Herbert Dorfmann \u2013 italienischer Europaabgeordneter aus S\u00fcdtirol. In seinen Ausf\u00fchrungen beleuchtete er die GAP-Reform haupts\u00e4chlich aus europ\u00e4ischer Sicht, erw\u00e4hnte dabei jedoch auch nationale Probleme, die sich in dem einen oder anderen Land stellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eingangs seiner Ausf\u00fchrungen ging Herbert Dorfmann auf Fragen im Zusammenhang mit dem europ\u00e4ischen Haushalt ein. Das Europaparlament sei diesbez\u00fcglich auf Kriegsfu\u00df mit der Kommission und dem Rat \u2013 dabei gehe es nicht so sehr um die H\u00f6he des Budgets, sondern um mehr Flexibilit\u00e4t. Das Europaparlament fordert nachdr\u00fccklich, da\u00df \u00dcbertragungen von einem Jahr auf das andere m\u00f6glich sein m\u00fcssen, auch von einem Budgetposten auf den anderen, anstatt da\u00df nicht direkt verwendete Gelder an die Mitgliedstaaten zur\u00fcckflie\u00dfen und im Nachhinein dann doch im Haushalt fehlen, oftmals weil sie zuvor bereits engagiert waren. Zu diesen Punkten m\u00fcsse der Rat und die Kommission sich deutlich bewegen, ansonsten das Parlament dem Haushalt nicht zustimmen werde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Dorfmann ist Agrarpolitik Wirtschaftspolitik; sie kann demnach nicht unabh\u00e4ngig von dem Marktgeschehen konzipiert werden. F\u00fcr die Wirtschaftsexperten ist n\u00e4mlich eine \u201ekopernikanische Wende\u201c zu erwarten, dies im Zusammenhang mit der Lebensmittelnachfrage, die sich in den kommenden Jahrzehnten praktisch verdoppeln d\u00fcrfte. Ein besonderes Augenmerk mu\u00df dabei den BRICS-Staaten (Brasilien, Ru\u00dfland, Indien, China und S\u00fcdafrika) zukommen \u2013 in den Staaten lebt mehr als die H\u00e4lfte der Weltbev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1962 wurde die GAP eingef\u00fchrt, insbesondere weil die Lebensmittelversorgung sich durch eine Mangelsituation kennzeichnete. Mit der Gemeinsamen Agrarpolitik kam der \u00dcberflu\u00df \u2013 damit auch der \u00dcbergang von einem Nachfragemarkt zu einem Angebotsmarkt, mit Produktions\u00fcbersch\u00fcssen, verst\u00e4rkter Konkurrenz sowie erh\u00f6htem Preisdruck. Ein wesentlicher Teil der GAP war bislang auf die Bew\u00e4ltigung des \u00dcberflusses ausgerichtet. Laut Wirtschaftsexperten werden wir allerdings bei den derzeitigen Entwicklungen wiederum in einem Nachfragemarkt landen mit einem Angebot, welches hinter der Nachfrage bleibt und mit Preisen, die tendentiell steigen. Diese \u00dcberlegungen sind insbesondere in bezug auf die Ausgestaltung der ersten S\u00e4ule der GAP zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Wir m\u00fcssen die Konvergenz hinkriegen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Herbert Dorfmann stellt die Konvergenz der Direktzahlungen \u2013 sowohl die externe als auch die interne Konvergenz \u2013 die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung dar, dies auch weil die GAP, wie angek\u00fcndigt, nicht nur gr\u00fcner werden soll, sondern vor allem auch gerechter. Gerechter kann sie aber nur werden, wenn die teilweise riesigen Unterschiede bei den f\u00fcr die gleichen Leistungen gew\u00e4hrten Ausgleichszahlungen abgebaut werden. In den Diskussionen im Europaparlament hat sich zwischen den Mitgliedstaaten eine gro\u00dfe Solidarit\u00e4t zur Neuverteilung der Gelder gezeigt und es wurde versucht, einen konstruktiven, gangbaren Weg zu finden, um den L\u00e4ndern, die sehr niedrige Pr\u00e4mien haben, entgegenzukommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Hauptproblem liegt damit, so Herbert Dorfmann, nicht in der externen Konvergenz, sondern in der internen Konvergenz. Sicherlich sind die Situationen in den einzelnen L\u00e4ndern in diesem Punkt sehr unterschiedlich: In Deutschland mit seinem 2005 gew\u00e4hlten Regionalmodell stellt sich die Frage nicht. Auch in Luxemburg sind die Unterschiede nicht so markant. Demgegen\u00fcber ist es jedoch ein gro\u00dfes Problem in L\u00e4ndern wie Italien, Spanien oder Frankreich, die 2005 das historische Modell gew\u00e4hlt haben und die Entkopplung noch nicht voll durchgezogen haben. Als Beispiel nannte Herbert Dorfmann Italien: W\u00e4hrend in S\u00fcdtirol die Direktzahlungen bei durchschnittlich 50 Euro pro Hektar liegen, gibt es rund 130.000 Zahlungsanspr\u00fcche von 5.000 Euro \u2013 es sind dies die Zahlungsanspr\u00fcche, die urspr\u00fcnglich der Tabakerzeugung zugeteilt wurden. Inzwischen wird aber auf 70.000 der rund 130.000 Hektar \u00fcberhaupt kein Tabak mehr angebaut, sondern Mais oder Weizen. Riesige Unterschiede gibt es auch bei Oliven oder Reis. \u201eDas kann nicht funktionieren \u2013 wenn das Problem der Konvergenz nicht gel\u00f6st wird, fliegt die erste S\u00e4ule in die Luft\u201c, so die nachdr\u00fcckliche Warnung von Herbert Dorfmann. Deshalb mu\u00df nach einem vern\u00fcnftigen Weg gesucht werden, in einem ersten Schritt eine sofortige Ann\u00e4herung zu erreichen, um dann progressiv \u00fcber sieben Jahre der Konvergenz nahezukommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Der Unsinn des Greenings<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAm Beispiel Luxemburgs zeigt sich dramatisch der Unsinn des Greenings!\u201c Mit dieser Aussage kritisiert Herbert Dorfmann die Bestrebungen der Kommission, mit den Greening-Ma\u00dfnahmen, ungeachtet der Ausgangsposition, der gesamten Landwirtschaft in der Union das gleiche Modell \u00fcberst\u00fclpen zu wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich habe die Kommission den Vorschlag einer 7%igen \u00f6kologischen Vorrangfl\u00e4che von der Schweiz abgeschrieben \u2013 aber auch dort habe das Modell nicht wirklich funktioniert. Es mache jedenfalls wenig Sinn, einfach Fl\u00e4chen aus der Produktion zu nehmen, selbst wenn in ausger\u00e4umten Landschaften, wie es deren in der einen oder anderen Region Europas gibt, Landschaftselemente Sinn machen w\u00fcrden, auch um den Erosionsproblemen zu begegnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Luxemburg beteiligen sich 90% der Landwirte an einer Agrarumweltma\u00dfnahme (einschlie\u00dflich der Landschaftspflegepr\u00e4mie), in \u00d6sterreich sind es 70%, in Belgien 25%. In den Niederlanden sind es nur 10%; dort werden lediglich 1,5% des Agrarhaushaltes f\u00fcr Agrarumweltma\u00dfnahmen aufgewendet. Der Ansatz beim Greening h\u00e4tte anders sein m\u00fcssen; vor allem h\u00e4tte die Ausgangssituation viel st\u00e4rker ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen. In dem Sinn hatte der Agrarausschu\u00df im Europaparlament gefordert, da\u00df die Beteiligung an den Agrarumweltprogrammen beim Greening anerkannt wird, eine Ma\u00dfnahme, die leider im Plenum des Parlamentes keine Zustimmung fand. Zu hoffen bleibt nun, da\u00df der Agrarrat sich mit dieser Forderung durchsetzen wird. Der Rat hat die beim Greening anrechenbaren Fl\u00e4chen erweitert. Die Notion \u201eGreening by Definition\u201c wurde gepr\u00e4gt \u2013 diese Notion mu\u00df eine m\u00f6glichst flexible und breite Anwendung finden, so da\u00df nicht nur Biobetriebe automatisch als gr\u00fcn gelten, sondern auch Betriebe mit hohem Gr\u00fcnlandanteil oder Betriebe, die sich an Agrarumweltprogrammen beteiligen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den benachteiligten Gebieten meinte schlie\u00dflich Herbert Dorfmann, da\u00df eine Neudefinition nur Sinn macht, wenn man es besser macht als bisher, wenn sie f\u00fcr die Landwirte nachvollziehbar ist, was aber mit den jetzigen Kriterien nicht der Fall ist. Deshalb habe das Europaparlament sich daf\u00fcr ausgesprochen, die Neuabgrenzung aufzuschieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b><i>Fazit: Es bedarf einer aktiveren Agrarpolitik&#8230;<\/i><\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ausf\u00fchrungen und Diskussionen bei dieser von Frau Lulling mit dem Informationsb\u00fcro des Europaparlamentes initiierten Konferenz zeigen allemal die Vielf\u00e4ltigkeit und Komplexit\u00e4t der Themen auf. Klar dabei unterstrichen wurde aber auch die unersetzliche Rolle der Landwirtschaft in bezug auf die Sicherstellung der Lebensmittelversorgung, dies neben allen Aufgaben, die der Landwirtschaft im Bereich der Umwelt und der Landschaftspflege aufgetragen werden, Aufgaben, zu denen sich k\u00fcnftig Wasserschutz und Klimaschutz gesellen, um nur diese zu nennen. Umso wichtiger ist es, es kann aus Sicht der Bauernzentrale nicht oft genug unterstrichen werden, der Landwirtschaft die Mittel zu geben bzw. zu lassen, diesen Aufgaben gerecht zu werden. Dies wird sicherlich nicht gelingen mit immer mehr Auflagen und Restriktionen. Vielmehr bedarf es einer aktiveren, einer zukunftsorientierten Agrarpolitik, einer Politik, die die Landwirtschaft als Wirtschaftssektor mit all ihren bereits jetzt erbrachten Leistungen voll anerkennt, unterst\u00fctzt und st\u00e4rkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>Abschlie\u00dfend legt die Bauernzentrale besonderen Wert darauf, Frau Lulling f\u00fcr die Organisation dieser Konferenz herzlich zu danken.\u00a0<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zusammen mit dem Informationsb\u00fcro des Europ\u00e4ischen Parlamentes hatte Frau Astrid Lulling, Europaabgeordnete, am 19. 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