{"id":1642,"date":"2013-04-19T10:03:36","date_gmt":"2013-04-19T08:03:36","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1642"},"modified":"2013-08-30T15:40:25","modified_gmt":"2013-08-30T13:40:25","slug":"lbj-generalversammlung-im-vitarium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1642","title":{"rendered":"LBJ-Generalversammlung im Vitarium"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"line-height: 1.4em;\">Am 11. April fand die Generalversammlung der L\u00ebtzebuerger Bauerejugend (LBJ) im Vitarium in Roost statt. Mit einer Begr\u00fc\u00dfungsansprache er\u00f6ffnete LBJ-Pr\u00e4sident Ren\u00e9 Ernst die Generalversammlung. In seiner Rede begr\u00fc\u00dfte er unter anderem die Herren Marc Fisch, Pr\u00e4sident und Romain Freichel, 1. Vize-Pr\u00e4sident der Bauernzentrale sowie Michael Eickermann, Gastredner vom Centre de Recherche Public Gabriel Lippmann, die sich die Zeit genommen haben, an der Generalversammlung der LBJ teilzunehmen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der LBJ-Pr\u00e4sident blickte zum einen auf die Aktivit\u00e4ten des vergangenen Jahres zur\u00fcck und zum anderen bot er eine kleine Vorschau auf die Aktivit\u00e4ten im laufenden Jahr. Dabei lie\u00df er es sich nicht nehmen, den vielen Helfern des Dag um Bauerenhaff und der Familie Weiler aus Roodt f\u00fcr ihren gro\u00dfen Einsatz zu danken. Au\u00dferdem blickte er auf ein f\u00fcr die Landwirtschaft nicht ganz einfaches Jahr 2012 zur\u00fcck, in welchem die LBJ an vielen Manifestationen teilnahm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Anschlu\u00df an die Begr\u00fc\u00dfung durch den Pr\u00e4sidenten ging Jules Mergen auf die Aktivit\u00e4ten der LBJ des Jahres 2012 ein. Als erstes fand bereits am 7. Januar 2012 der traditionelle Schn\u00e9ibal erstmals in Keispelt statt, wo wie gewohnt das Disco-Team \u201eThe Incredibles\u201c f\u00fcr Stimmung sorgte. Vom 23. bis 25. M\u00e4rz vergangenen Jahres f\u00fchrte die LBJ ihre traditionellen Theaterabende in Saeul auf. Am 5. April fand die Generalversammlung an gleicher Stelle statt. Als kleines Dankesch\u00f6n an die Helfer des Schn\u00e9ibal und der Theaterabende fand am 13. April ein Essen in Brouch\/Mersch statt. Am 14. April war es eine Gruppe von knapp 30 Leuten, welche sich die letztj\u00e4hrige Auff\u00fchrung der Revue in Gro\u00dfen Teater in Luxemburg angesehen hat. Weiter ging es mit den Vorbereitungen des Dag um Bauerenhaff, wo es letztes Jahr enorm schwierig war, einen Betrieb zu finden. Am 8. Juli fand dann der Dag um Bauerenhaff in Roodt\/Septfontaines auf dem Betrieb Weiler Raymond et Fils statt, wo ebenfalls am 20. Juli als Dankesch\u00f6n zu einem gem\u00fctlichen Essen f\u00fcr die freiwilligen Helfer eingeladen wurde. Am 1. September stand der traditionelle gemeinsame Besuch der Schueberfouer mit der obligatorischen Speise \u201egebaakene F\u00ebsch\u201c auf dem Programm. Am 6. Dezember fand erstmals in Br\u00fcssel der European Young Farmers\u2019 Congress statt, an dem ebenfalls eine Delegation der LBJ auf Einladung von Frau Lulling teilnahm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Aktivit\u00e4tsbericht stellte Schatzmeister Jo\u00e9 Biver den Kassenbericht vor, welcher von Jacques Berns, der auch im Namen von Jessica Gengler sprach, best\u00e4tigt wurde. Ebenfalls bat der Kassenrevisor die Generalversammlung, das LBJ-Comit\u00e9 zu entlasten, was auch einstimmig geschah.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Danach war es an Guy Wester, Bericht \u00fcber die Entwicklung der europ\u00e4ischen Agrarpolitik und die Position der LBJ in Sachen GAP zu erstatten. Er stellte nochmals die Position des SJ in den einzelnen Punkten vor, welche bereits in der Pressekonferenz vor kurzer Zeit ausgesprochen wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Anschlu\u00df an den politischen Teil war es Michael Eickermann vom Centre de Recherche Public Gabriel Lippmann, welcher \u00fcber den Pflanzen- und Bienenschutz im Raps referierte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das CRP f\u00fchrt Forschungsprojekte zum Pflanzen- und Bienenschutz durch, welche von der ASTA finanziert werden und die den Landwirten einen bestm\u00f6glichen Pflanzenschutz bei geringstm\u00f6glicher Umweltgef\u00e4hrdung erm\u00f6glichen sollen. Dies ist besonders im Hinblick auf die Bienen wichtig, immerhin sind auch sie zu einem gro\u00dfen Teil f\u00fcr die Ertr\u00e4ge der landwirtschaftlichen Kulturen mitverantwortlich. In diesem Zusammenhang ist es sehr bedrohlich, wenn man betrachtet, da\u00df die Zahl der Bienenv\u00f6lker in Luxemburg von etwa 8.000 im Jahr 2000 auf nur noch knapp unter 4.000 im vergangenen Jahr zur\u00fcckgegangen sind. Ursachen hierf\u00fcr sind in den Bereichen Ackerbau, Beratung, Verwaltung und Forschung, Imkerpraxis, Krankheiten und Parasiten, Pollenversorgung und Agrarstruktur zu suchen. Jedes einzelne St\u00fcck dieses Puzzles hat einen Einflu\u00df auf die Gesundheit der Bienen. Im Bereich Landwirtschaft hat insbesondere die Rapskultur einen gro\u00dfen Einflu\u00df auf die Bienen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich sollte man meinen, der Raps und die Biene sollten doch perfekt zusammenpassen. Der Raps ist zwar ein Windbest\u00e4uber, allerdings werden durch den zus\u00e4tzlichen Transport der Rapspollen durch die Bienen Ertragssteigerungen erzielt. Hier haben die Leute vom CRP in den letzten Jahren einige konkrete Vorteile der Bienen f\u00fcr den Raps ermittelt: Die Schotenbildung geht schneller vonstatten aufgrund der zus\u00e4tzlichen Best\u00e4ubung durch die Bienen, wodurch sich eine h\u00f6here Photosyntheseleistung ergibt, was wiederum eine gleichm\u00e4\u00dfigere Abreife zur Folge hat. Dies steigert den Rapsertrag um etwa 11%.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Gegenzug bietet die Rapsbl\u00fcte den Imkern einen sicheren Honigertrag, der sich gut vermarkten l\u00e4\u00dft. Allerdings ist der Raps durch seine vielen Sch\u00e4dlinge und die dadurch hohe Pflanzenschutzintensivit\u00e4t auch eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr die Imkerei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rapserdfloh, kleine Kohlfliege, Stengelsch\u00e4dlinge und Rapsglanzk\u00e4fer sowie die Schotensch\u00e4dlinge bilden eine riesige Gefahrenquelle im Rapsanbau, welche oft nur durch intensiven und vor allem gezielten Insektizideinsatz im Griff zu halten sind. Abh\u00e4ngig von Sch\u00e4dlingsaufkommen, Wetter- und Anbaubedingungen sind Ertragsreduktionen durch Rapssch\u00e4dlinge in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 11% bis 23% m\u00f6glich! Durch den Warndienst SENTINELLE seitens des CRP wird es den Landwirten erm\u00f6glicht, die Rapssch\u00e4dlinge sehr gezielt nach \u00dcberschreiten der Schadschwelle zu bek\u00e4mpfen. Hierf\u00fcr gibt es im ganzen Gro\u00dfherzogtum f\u00fcnf Referenzstandorte in Reuler, Oberkorn, Everlingen, Christnach und B\u00fcrmeringen, an denen eine \u00dcberwachung von Ende August bis Oktober und von Februar bis Ende Mai durch Michael Eickermann stattfindet. Hierbei werden zweimal pro Woche die aufgestellten Gelbschalen kontrolliert und die in ihnen gefangenen Schadinsekten bestimmt und ausgez\u00e4hlt. Dies zusammen mit Angaben des Zufluges, Entwicklung der Pflanzen und allgemeinen Hinweisen wird im Letzeburger Bauer, auf der Webseite der LWK und des LTA sowie auf AGRIMETEO publiziert und durch Warndienst-SMS vom LTA an Sch\u00fcler und Landwirte weitergeleitet, damit die Praxis immer aktuell informiert ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um dem Bienenschutz einfachstm\u00f6glich gerecht zu werden, sollten die Bauern in der Praxis die Prinzipien des integrierten Pflanzenschutzes, Anwendung der Insektizide gem\u00e4\u00df Bienenschutzauflagen, sowie Wetterbedingungen, Spritztechnik und eine sorgf\u00e4ltige Dokumentation ber\u00fccksichtigen. Resistenzmanagement ist ein wichtiges Schlagwort in der Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung im Raps, da es hier lediglich zwei Wirkstoffgruppen gibt, die Pyrethroide und die Neonikotinoide, die den drei Bienenschutzauflagen B1, B2 und B4 unterliegen, deren Angaben in der Beschreibung jedes einzelnen Insektizids zu finden sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Insektizide wirken auf die Bienen durch eine akute (einmalige Aufnahme eines Wirkstoffes) respektive chronische Toxizit\u00e4t (langanhaltende, mehrmalige Aufnahme eines Wirkstoffes in geringen Konzentrationen). Ersteres f\u00fchrt zum sofortigen Tod (letaler Effekt), was im Zulassungsverfahren gepr\u00fcft wird, w\u00e4hrend letzteres zu reduziertem Lernverhalten und Erinnerung, Orientierungslosigkeit, verminderter Abwehr von Krankheitserregern und zu einer reduzierten Lebenserwartung f\u00fchrt (subletale Effekte). Dies wird im Zulassungsverfahren bislang nicht gepr\u00fcft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wirkstoffgruppe der Neonikotinoide, welche seit den 1990er Jahren existieren, sind hochwirksam durch Blockierung und \u00dcberstimulierung der Reizweiterleitung im Insekt. Sie tauchen in den Kulturen Mais, Raps, Getreide und Sonnenblumen auf. In den Spritzmitteln Biscaya, Gazelle SG und Mospilan, sowie in den Beizmitteln Poncho\/Poncho Pro, Elado, Cruiser, Chinook und Gaucho sind sie enthalten. Die Neonikotinoide, eine sehr kritische Wirkstoffgruppe, wird direkt durch Spritzung oder \u00fcber Pollen und Nektar, durch Ausst\u00e4ubung und \u00fcber Guttationstropfen (bei Saatgutbeizung) aufgenommen. Die neonikotinoidhaltigen Spritzmittel sind f\u00fcr die Bienen in dem Sinn ungef\u00e4hrlicher als die Beizmittel, da die letale Dosis hierbei um das hundertfache geringer ist, allerdings mu\u00df die Anwendung bienenschutzgerecht erfolgen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die EU-Kommission hat die EFSA (European Food Safety Authority) damit beauftragt, eine Risikoabsch\u00e4tzung \u00fcber Neonikotinoide in Beizmitteln zu geben. Die Ausst\u00e4ubung bei der Saat stellt das gr\u00f6\u00dfte Problem f\u00fcr die Bienen in den Kulturen Mais, Getreide, Raps und Sonnenblumen dar. Des weiteren werden die Neonikotinoide in Raps und Sonnenblume durch Pollen \u00fcbertragen, w\u00e4hrend die \u00dcbertragung durch Guttationstropfen nur in Mais eine Rolle spielt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Raps ist durch eine konsequente Feldhygiene allerdings auch ein neonikotinoidfreier Anbau m\u00f6glich. Durch schnelles Entfernen des Ausfallrapses wird die \u201egr\u00fcne Br\u00fccke\u201c f\u00fcr die Sch\u00e4dlinge zerst\u00f6rt. Weitere Mittel hierzu sind eine lange Fruchtfolge, optimale Saatbettbereitung und der bestm\u00f6gliche Saattermin (nicht zu fr\u00fch s\u00e4en!!!).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der freien Aussprache wurde insbesondere \u00fcber die Zukunft des Tages der offenen T\u00fcr diskutiert. Das Schlu\u00dfwort kam von Christian Wester, welcher in seiner Rede verschiedene aktuelle Themen anschnitt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Anschlu\u00df an die Tagesordnung lud Christian Wester im Namen der LBJ zum Ausklang eines gelungenen Abends zu einem Glas in der Luxlounge ein, wo das Personal der Luxlait auch Schnittchen vorbereitet hatte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 11. April fand die Generalversammlung der L\u00ebtzebuerger Bauerejugend (LBJ) im Vitarium in Roost statt. 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