{"id":160,"date":"2012-02-17T11:11:47","date_gmt":"2012-02-17T10:11:47","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=160"},"modified":"2013-09-02T11:01:54","modified_gmt":"2013-09-02T09:01:54","slug":"wieviele-betriebe-werden-wohl-noch-zubetoniert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=160","title":{"rendered":"Wieviele Betriebe werden wohl noch zubetoniert?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 18px;\"><em><strong><a href=\"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/stopptLandfrass.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-412 alignright\" title=\"stopptLandfrass\" alt=\"\" src=\"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/stopptLandfrass-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Bauernzentrale fordert Schutz der landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4chen.<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWas den Fl\u00e4chenverbrauch angeht, stellt man fest, da\u00df zwischen 1990 und 2006 (letztes verf\u00fcgbares Jahr) der Anteil an nicht bebauten Fl\u00e4chen (landwirtschaftlich genutzte Fl\u00e4chen, W\u00e4lder und Wasserl\u00e4ufe) von 92,3% auf 87% des Territoriums zur\u00fcckgegangen ist. Dies bedeutet einen R\u00fcckgang von etwas mehr als 137 km2 (oder 5,3% des nationalen Territoriums). Diese 5,3% setzen sich folgenderma\u00dfen zusammen:<\/p>\n<ol>\n<li>bebaute Fl\u00e4chen (Wohnungen, Gesch\u00e4fts- und Industriebauten, Urbanisation): +116 km2, d.h. 4,5% des Territoriums;<\/li>\n<li>Transportinfrastrukturen : +21 km2, d.h. 0,8% des Territoriums.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allerdings hat sich das Tempo des Verbrauchs der unbebauten Fl\u00e4chen durch Konstruktionen und Infrastrukturen in den letzten Jahren gedrosselt. Zwischen 1990 und 2000 sind 11 km2 (oder 0,43% des Territoriums) pro Jahr unbebaute in bebaute Fl\u00e4che verwandelt worden. Dies stellt einen t\u00e4glichen Verbrauch von 3 ha dar. Zwischen 2000 und 2006 vermindert sich der Verbrauch pro Jahr auf 4,3 km2 (oder 0,17% des Territoriums), was einen t\u00e4glichen Verbrauch von 1,3 ha bedeutet.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Ausf\u00fchrungen, die den Fl\u00e4chenverbrauch hierzulande beschreiben, sind dem 2010 verabschiedeten Regierungsdokument \u201ePNDD Luxemburg \u2013 Ein nachhaltiges Luxemburg f\u00fcr mehr Lebensqualit\u00e4t\u201c entnommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zahlen belegen deutlich die Problematik, mit welcher die hiesige Landwirtschaft konfrontiert ist: Derzeit verschwinden t\u00e4glich 1,3 ha bzw. j\u00e4hrlich rund 450 ha an unbebauter Fl\u00e4che, d.h. zum allergr\u00f6\u00dften Teil landwirtschaftliche Nutzfl\u00e4che, sei es durch Infrastruktur- und Wohnungsbau oder durch Industrieansiedlung. Von 1990 bis 2006 wurden 13.700 ha neu versiegelt \u2013 11.600 ha wurden verbaut und 2.100 ha wurden f\u00fcr Transportwege verbraucht, dies sozusagen ausschlie\u00dflich auf Kosten der landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4che. In anderen Worten, j\u00e4hrlich werden derzeit mindestens 5 bis 7 durchschnittlich gro\u00dfe, landwirtschaftliche Betriebe zubetoniert \u2013 auf die letzten 20 Jahre, seit 1990, umgerechnet sind es weit \u00fcber 200.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinzu kommen die Kompensierungsfl\u00e4chen: Bei jedem Bauvorhaben werden hierzulande bekanntlich mehr oder weniger weitreichende Kompensierungsma\u00dfnahmen eingefordert \u2013 zur Durchf\u00fchrung derselben m\u00fcssen wiederumpraktisch ausschlie\u00dflich landwirtschaftlich genutzte Fl\u00e4chen herhalten. Der Wald ist gesch\u00fctzt und bei Abholzung im Rahmen eines Bauprojektes, und seien es auch nur ein paar B\u00e4ume, werden Kompensierungsma\u00dfnahmen erlassen \u2026 auf landwirtschaftlichem Boden. Diese Kompensierungsfl\u00e4chen werden wohl nicht versiegelt; sie werden jedoch weitestgehend bzw. g\u00e4nzlich einer produktiven landwirtschaftlichen Nutzung entzogen, womit j\u00e4hrlich noch einigen weiteren landwirtschaftlichen Betrieben die Lebensgrundlage entzogen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Deutsche Bauernverband veranschlagt den Verlust an landwirtschaftlicher Fl\u00e4che in Deutschland auf t\u00e4glich rund 95 ha und im Rahmen der gestarteten Aktion \u201eStopp dem Fl\u00e4chenfra\u00df \u2013 Rettet den Boden f\u00fcr die Landwirtschaft\u201c wurde folgende \u00dcberlegung aufgestellt: \u201eBei einem Durchschnittsertrag von 76 Dezitonnen Getreide pro Hektar lassen sich 9.500 Brote \u00e0 ein Kilogramm erzeugen. Bei einem Durchschnittsverzehr von 84 Kilogramm Brot pro B\u00fcrger und Jahr in Deutschland geht durch den t\u00e4glichen Fl\u00e4chenverbrauch der Jahresbedarf am Grundnahrungsmittel Brot f\u00fcr 10.735 Menschen verloren.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Legen wir diese Zahlen auf Luxemburg um: Durch den von der Regierung im PNDD angegebenen t\u00e4glichen Fl\u00e4chenverbrauch von 1,3 ha geht der Jahresbedarf am Grundnahrungsmittel Brot f\u00fcr 147 Menschen\/Tag hierzulande verloren. Bei einer Hochrechnung \u00fcber ein oder gar mehrere Jahre kommt man dabei auf erschreckende Zahlen&#8230; Und die Analyse ergibt ein weiteres erschreckendes Ergebnis: Wenn in Deutschland bei einer Landesfl\u00e4che von 357.022 km2 t\u00e4glich 95 ha versiegelt werden, so ist, relativ gesehen, in Luxemburg bei einer Gesamtfl\u00e4che von2.586 km2 die Versiegelung mit t\u00e4glich 1,3 ha fast doppelt so hoch wie in Deutschland. Auch im Vergleich zu anderen Nachbarstaaten zeigt sich hierzulande ein \u00fcberproportional hoher Landverbrauch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dennoch findet ein jeder es normal, da\u00df weiterhin nicht nur weitl\u00e4ufige Wohngebiete und Verkehrswege, sondern auch gro\u00dfe Einkaufszentren, Fu\u00dfballstadion, Velodrom, usw. auf die \u201egr\u00fcne Wiese\u201c gebaut werden und damit Fl\u00e4chen, die heute landwirtschaftlich genutzt sind, versiegelt werden. Und anscheinend findet es dann auch noch jeder normal, da\u00df bei solchen Projekten gro\u00dfz\u00fcgige Kompensierungsma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt werden und die Landwirtschaft dann doppelt zur Kasse gebeten wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bauernzentrale bzw. die Landwirtschaft mu\u00df diese Entwicklung sehr kritisch bewerten \u2013 Boden stellt die Grundlage f\u00fcr den Agrarsektor und f\u00fcr die Lebensmittelproduktion dar; Boden ist ein nicht ausdehnbarer, auch nicht delokalisierbarer, jedoch unabdingbarer Produktionsfaktor. Umso dringender ist es, die noch vorhandene landwirtschaftliche Nutzfl\u00e4che zu sch\u00fctzen, indem zun\u00e4chst der leichtfertigen Versiegelung ein Riegel vorgeschoben und sparsam mit dem Faktor Boden bei allen Vorhaben umgegangen wird, indem auch Abstand von den bisherigen, oftmals \u00fcberzogenen Kompensierungsma\u00dfnahmen genommen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Landwirtschaftlicher Boden, als Grundlage der Lebensmittelherstellung, verdient den gleichen Schutz wie W\u00e4lder oder sonstige nicht bebaute Fl\u00e4chen! Und landwirtschaftliche Nutzung des Bodens verdient den gleichen Stellenwert wie alle sonstigen Nutzungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Erhalt der landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4che \u2013 als wesentlicher Faktor der Nachhaltigkeit und der Lebensqualit\u00e4t\u00a0 &#8211; mu\u00df demnach zu einer politischen Priorit\u00e4t werden und gleichrangig mit allen sonstigen Anliegen, auch im Bereich der Umwelt, gestellt werden. Dem sollte nicht nur im Rahmen des Naturschutzgesetzes oder der Fertigstellung des Landschaftsplanes Rechnung getragen werden, sondern auch in allen anderen Bereichen und Politiken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bauernzentrale fordert Schutz der landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4chen. \u201eWas den Fl\u00e4chenverbrauch angeht, stellt man fest, da\u00df zwischen 1990 und 2006 (letztes verf\u00fcgbares Jahr) der Anteil an nicht bebauten Fl\u00e4chen (landwirtschaftlich genutzte Fl\u00e4chen, W\u00e4lder und Wasserl\u00e4ufe) von 92,3% auf 87% des Territoriums zur\u00fcckgegangen ist. Dies bedeutet einen R\u00fcckgang von etwas mehr als 137 km2 (oder 5,3% des nationalen Territoriums). Diese 5,3% setzen sich folgenderma\u00dfen zusammen: bebaute Fl\u00e4chen (Wohnungen, Gesch\u00e4fts- und Industriebauten, Urbanisation): +116 km2, d.h. 4,5% des Territoriums; Transportinfrastrukturen : +21 km2, d.h. 0,8% des Territoriums. 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