{"id":1591,"date":"2013-03-08T15:36:57","date_gmt":"2013-03-08T14:36:57","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1591"},"modified":"2013-08-30T15:46:23","modified_gmt":"2013-08-30T13:46:23","slug":"pflanzenbau-aktuell-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1591","title":{"rendered":"Pflanzenbau aktuell"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Stickstoffd\u00fcngung &amp; Stickstoffd\u00fcnger<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ziel der Stickstoffd\u00fcngung ist es, m\u00f6glichst genau die Differenz zwischen dem Bedarf der Pflanze (Ertragserwartung) und dem N-Angebot aus dem Boden auszugleichen. Weit mehr als bei den anderen N\u00e4hrstoffen bewirkt ein Zuviel und ein \u201enicht-genug\u201c an Stickstoff Minderertr\u00e4ge und Qualit\u00e4tseinbu\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geh\u00f6rt zur guten fachlichen Praxis bei Getreide, den Stickstoff auf zwei Gaben (Bestockungs- und Schossergabe) zu verteilen. Qualit\u00e4tsweizen bekommt nat\u00fcrlich zu einem sp\u00e4teren Termin eine N-Qualit\u00e4tsgabe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kulturpflanzen ben\u00f6tigen Stickstoff in verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gro\u00dfen Mengen. Stickstoff hat gro\u00dfen Einflu\u00df auf Ertrag, Qualit\u00e4t und Umwelt. Es kommt deshalb sowohl auf die richtige Mengenbemessung und die zeitlich richtige Verteilung als auch auf die passende D\u00fcngerform an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Pflanzenbestand deckt seinen Stickstoffbedarf im wesentlichen<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"line-height: 1.4em;\">aus dem zu Vegetationsbeginn in der Wurzelzone vorhandenen mineralischen Stickstoff (Nmin),<\/span><\/li>\n<li><span style=\"line-height: 1.4em;\">aus dem w\u00e4hrend der Vegetationsperiode durch Abbau organischer Stoffe (Humus) freiwerdenden Stickstoff und<\/span><\/li>\n<li><span style=\"line-height: 1.4em;\">aus dem mit D\u00fcngemitteln zugef\u00fchrten Stickstoff.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leguminosen nutzen au\u00dferdem den durch Kn\u00f6llchenbakterien gebundenen Luftstickstoff.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die handels\u00fcblichen D\u00fcngerformen sind:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><b>SSA<\/b> (schwefelsaures Ammoniak). Eine weitere Handelsbezeichnung ist \u201eGranammon\u201c.<\/li>\n<li><b style=\"line-height: 1.4em;\">SSA <\/b><span style=\"line-height: 1.4em;\">wirkt <\/span><span style=\"text-decoration: underline;\">langsamer<\/span><span style=\"line-height: 1.4em;\"> als ASS (Ammonsulfatsalpeter), enth\u00e4lt aber <\/span><b style=\"line-height: 1.4em;\">24% S<\/b><span style=\"line-height: 1.4em;\">. Der Stickstoff im SSA besteht zu vollem Anteil aus Ammoniumstickstoff (langsam wirkende 21% N).<\/span><\/li>\n<li><b>ASS<\/b> (Ammonsulfatsalpeter enth\u00e4lt <b>13% S<\/b>). Der Stickstoff im ASS setzt sich zusammen aus 19% Ammoniumstickstoff &amp; 7% Nitratstickstoff. (ein \u00e4hnlicher D\u00fcnger ist \u201eSecostar 26-21\u201c. Dieser enth\u00e4lt allerdings 18,5% Ammoniumstickstoff, 7,5% Nitratstickstoff und 8,4% S)<\/li>\n<li><b>AHL<\/b> (Ammoniumnitrat-Harnstoff-L\u00f6sung) besteht aus 15% Amidstickstoff, 8% Ammoniumstickstoff &amp; 7% schnell wirkendem Nitratstickstoff. AHL enth\u00e4lt keinen Schwefel. <b><\/b><\/li>\n<li><b>ATS<\/b> (Ammoniumthiosulfat) enth\u00e4lt 12% Ammonium und 26% S.<\/li>\n<li><b>Kalkammonsalpeter<\/b> (KAS) besteht aus 13,5% Ammoniumstickstoff und 13,5% Nitratstickstoff und ist somit der schnellwirkenste N-D\u00fcnger.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">NO<sub>3<\/sub> (Nitrat) wird im Boden nicht gebunden und kann dadurch ausgewaschen werden, gelangt daher aber schnell zu den Pflanzenwurzeln. NH<sub>4<\/sub> (Ammonium) kann von den Pflanzen nach einer Umwandlung zu Nitrat in gr\u00f6\u00dferem Umfang aufgenommen werden. Durch seine feste Bindung an den Boden kann Ammonium nicht ausgewaschen werden. Amidstickstoff (Harnstoff) kann, fl\u00fcssig ausgebracht, in gewissem Ma\u00df \u00fcber die Bl\u00e4tter aufgenommen werden. Harnstoff kann nicht ausgewaschen werden und wird je nach Temperatur mehr oder weniger schnell zuerst in NH<sub>4<\/sub> und dann in Nitrat umgewandelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wintergetreidebest\u00e4nde sollten \u2013 sobald die Schl\u00e4ge befahrbar werden \u2013 anged\u00fcngt werden (Bestockungsgabe nicht zum Ende der Bestockung). In der Regel beginnt die Scho\u00dfphase im S\u00fcden des Landes beim Winterweizen Anfang April.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Wintergerste<\/b>, die in der zweiten Septemberdekade ausges\u00e4t wurde, ausreichend Nebentriebe gebildet hat und jetzt leicht vergilbt auf dem Acker steht, sollte mit 30-40 N\/ha anged\u00fcngt werden. Dies entspricht 100-150 kg\/ha KAS oder ASS. Es macht keinen Sinn, zuviele Nebentriebe, die sich durch die eventuell leicht zu fr\u00fche Saat gebildet haben, mit aufzuziehen. Schw\u00e4cher entwickelte Gerstenbest\u00e4nde k\u00f6nnen mit 200-250 kg KAS\/ha anged\u00fcngt werden. Die Niederschlagsmenge im sp\u00e4ten Fr\u00fchjahr mu\u00df f\u00fcr alle Triebe reichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Normal entwickelte <b>Triticale<\/b> sollte in der Bestockungsphase mit 60-70 kg\/ha N anged\u00fcngt werden. Das entspricht 220 \u2013 260 kg KAS.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Winterroggen<\/b> sollte in der ersten H\u00e4lfte Oktober mit 70-90 kg Saatgut einges\u00e4t worden sein. Der Bestand wird in der Bestockung mit etwa 50 kg\/ha N (ca. 2 dt\/ha KAS) anged\u00fcngt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein normal entwickelter <b>Winterweizen<\/b>-Bestand (2 \u2013 3 Triebe) sollte mit 65 kg\/ha N anged\u00fcngt werden (240 kg\/ha KAS). Ein sp\u00e4t einges\u00e4ter Winterweizen mit momentan h\u00f6chstens einem Nebentrieb sollte mit 85 kg\/ha N (300 kg\/ha KAS) anged\u00fcngt werden. Ein stark entwickelter Bestand (&gt; 4 &#8211; 5 Triebe) ist schwieriger zu steuern und bekommt jetzt als Startgabe etwa 170 kg\/ha KAS 27% N (45 kg\/ha N).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der And\u00fcngung wird\/wurde die Dichte des Bestandes geregelt; man motiviert die Pflanzen, Triebe zu entwickeln oder aber auch Triebe zur\u00fcckzubilden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Ende M\u00e4rz bis Anfang April beginnt in der Regel die Scho\u00dfphase<\/b> vom Wintergetreide. Als Schossergabe sollten die Best\u00e4nde, egal wie und wie hoch sie anged\u00fcngt wurden, in etwa 80 kg N erhalten. Mit dieser D\u00fcngergabe ern\u00e4hrt man die Triebe, die man mit der Startgabe herangezogen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Wuchsregulierung verst\u00e4rkt oder k\u00fcrzt man am Anfang oder w\u00e4hrend der Scho\u00dfphase (also etwa Anfang April) die gebildeten Halme. Eine chemische Wuchsregulierung ist nicht abh\u00e4ngig von der N-Gabe in der Bestockungsphase (Startgabe). <b><\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Die Pflanzenbauberatung der Landwirtschaftskammer<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"right\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stickstoffd\u00fcngung &amp; Stickstoffd\u00fcnger Ziel der Stickstoffd\u00fcngung ist es, m\u00f6glichst genau die Differenz zwischen dem Bedarf der Pflanze (Ertragserwartung) und dem N-Angebot aus dem Boden auszugleichen. Weit mehr als bei den anderen N\u00e4hrstoffen bewirkt ein Zuviel und ein \u201enicht-genug\u201c an Stickstoff Minderertr\u00e4ge und Qualit\u00e4tseinbu\u00dfen. Es geh\u00f6rt zur guten fachlichen Praxis bei Getreide, den Stickstoff auf zwei Gaben (Bestockungs- und Schossergabe) zu verteilen. Qualit\u00e4tsweizen bekommt nat\u00fcrlich zu einem sp\u00e4teren Termin eine N-Qualit\u00e4tsgabe. 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