{"id":1582,"date":"2013-03-01T15:02:14","date_gmt":"2013-03-01T14:02:14","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1582"},"modified":"2013-08-30T15:47:21","modified_gmt":"2013-08-30T13:47:21","slug":"im-biogassektor-rumort-es","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1582","title":{"rendered":"Im Biogassektor rumort es"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"line-height: 1.4em;\">Biogaskonferenz in Ettelbr\u00fcck zu neuen Vermarktungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Biogasstrom<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um neue Wege bei der Stromvermarktung ging es bei der von der Biogas-Vereenegung veranstalteten Biogaskonferenz, die am vergangenen Dienstag in der Ackerbauschule in Ettelbr\u00fcck stattfand. Hierzu hatte man den renommierten Experten Professor Dr. Uwe Leprich von der Hochschule f\u00fcr Technik und Wirtschaft in Saarbr\u00fccken, der gleichzeitig das Institut f\u00fcr Zukunfts-Energie-Systeme (IZES) leitet, eingeladen. Er referierte \u00fcber den Strommarkt im Wandel und die M\u00f6glichkeiten, die sich daraus ergeben. Eine Podiumsdiskussion, bei der insbesondere wirtschaftliche Aspekte zur Sprache kamen, rundete die Veranstaltung ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir m\u00fcssen neue Wege suchen, um Kosten zu senken oder eventuell am Markt mehr herauszuschlagen,\u201c war die Kernaussage von Severin Boonen, dem Pr\u00e4sidenten der Biogas-Vereenegung. Er nannte diesbez\u00fcglich die Bereitstellung teureren Spitzenstroms als potentielle M\u00f6glichkeit. Als k\u00fcnftige potentielle Alternative zur klassischen KWK-Nutzung erw\u00e4hnte er die Vermarktung von Methan bzw. von CO<sub>2<\/sub>. Der Pr\u00e4sident bekannte, da\u00df es im Sektor rumort und die gravierenden Probleme so mancher Anlagenbetreiber meist finanzieller Natur sind: steigende Futtermittelpreise haben in den vergangenen Jahren auch die Substratkosten f\u00fcr Biogasanlagenbetreiber stark steigen lassen. Er machte deutlich, da\u00df f\u00fcr Anlagen, bei denen ein bestimmtes Soll erreicht werden mu\u00df wegen W\u00e4rmelieferungsvertr\u00e4gen oder um die Bedingungen des Reglements zu erf\u00fcllen, der Substratzukauf unumg\u00e4nglich ist. \u201eIm Durchschnitt verursachen die Inputs die H\u00e4lfte der Gesamtkosten unserer Anlagen\u201c, so der Pr\u00e4sident der heimischen Interessenvereinigung. Der Pr\u00e4sident machte zudem deutlich, da\u00df es im Gegensatz zu Photovoltaik und Windkraft nicht zu einer Verbilligung der Technik gekommen ist. Er bedauerte zudem, da\u00df vom Landwirtschaftsministerium weniger Unterst\u00fctzung kommt als erhofft, zum Beispiel in Sachen G\u00fcllebonus. Zum Teil werde der Sektor bei Neubauplanungen oder geplanten Um\u00e4nderungen sogar ausgebremst bzw. mit \u201eschweren Hypotheken\u201c belegt. Severin Boonen forderte diesbez\u00fcglich ein klares Bekenntnis des Landwirtschaftsministers zum Nationalen Aktionsplan in Sachen Erneuerbare Energien von 2007, der auch einen deutlichen Ausbau der Biomassenutzung mit einem Potential von 10.000 ha Energiepflanzen vorsah.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Professor Dr. Uwe Leprich, ein ausgewiesener Fachmann, der das Saarbr\u00fccker Institut f\u00fcr Zukunfts-Energie-Systeme (IZES) leitet, machte in seinem Vortrag zum Thema \u00abBedarfsgerechte Produktion und alternative Vermarktungswege f\u00fcr Biogasstrom in Luxemburg\u00bb deutlich, wie komplex der Strommarkt ist und wie deutlich sich die Voraussetzungen in Luxemburg und Deutschland unterscheiden. W\u00e4hrend in Deutschland im Zuge der Energiewende die kurzfristig einsetzbaren Energiesysteme, und somit auch der Biogasstrom, k\u00fcnftig ihre Nische finden m\u00fcssen, um die gro\u00dfen Schwankungen bei Wind und Photovoltaik mit ausgleichen zu helfen, hat man in Luxemburg die Situation, da\u00df Biogasstrom jahreszeiten- und witterungsunabh\u00e4ngig stets erw\u00fcnscht bleibt, um Stromimporte zu verringern und somit einen volkswirtschaftlichen Mehrwert zu schaffen. Auch sind die Tagesschwankungen bei den Stromlasten in Luxemburg viel ausgeglichener als in Deutschland, wo ausgesprochen starke Spitzen am Vormittag und am Nachmittag auftreten. Professor Leprich legte des weiteren ausf\u00fchrlich dar, da\u00df eine F\u00f6rderung der Erneuerbaren Energien (mit einem entsprechenden Umlagesystem) wegen langfristig anhaltenden und eher zunehmenden Preisdrucks unumg\u00e4nglich ist, wenn diese Energietr\u00e4ger konkurrenzf\u00e4hig bleiben sollen! Wie hoch die Umlage k\u00fcnftig sein mu\u00df, h\u00e4nge von der Preisentwicklung bei den fossilen Energietr\u00e4gern ab. Kurz- und mittelfristig sei bei letzterem nicht mit viel Bewegung zu rechnen. Des weiteren hob der Experte bei der F\u00f6rderung von Biogas die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen \u201eBegr\u00fcndungspakts\u201c hervor, da man bei dieser Energieform in puncto Substratkosten immer benachteiligt ist. In diesen Pakt m\u00fc\u00dften dann der \u00f6kologische, der \u00f6konomische und der volkswirtschaftliche Mehrwert einflie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bez\u00fcglich der Diskussionen um die Erh\u00f6hung der Umlagen und die damit verbundene Strompreiserh\u00f6hung stellte Professor Leprich klar, da\u00df die Stromkosten einen relativ geringen Teil der Energiekosten ausmachen und diese Diskussionen deshalb als politisch aufgebauscht anzusehen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Experte folgerte f\u00fcr Deutschland, da\u00df eine flexible Direktvermarktung von Strom zu Spitzenlastzeiten k\u00fcnftig interessanter wird. In Luxemburg best\u00fcnden hierf\u00fcr mittelfristig keine Perspektiven. Der Anschlu\u00df eines luxemburgischen Anbieters an eine deutsche Direktvermarktergemeinschaft sei aber rechtlich sicherlich schon jetzt m\u00f6glich, so der Experte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der anschlie\u00dfenden Podiumsdiskussion wurde mehr Mut bei der F\u00f6rderung der Erneuerbaren Energien im allgemeinen und des Biogassektors im speziellen eingefordert. Paul Kauten, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Eida (Anbieter von gr\u00fcnem Strom), forderte die Einf\u00fchrung ehrgeizigerer Stromf\u00f6rdertarife, um den Erneuerbaren Aufschwung zu verleihen. Beim derzeitigen Preisniveau w\u00fcrden sich auch Energiesparans\u00e4tze nicht rechnen. Es sei diesbez\u00fcglich eine ehrliche Diskussion n\u00f6tig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Georges Reding, der in der Direktion der Energieabteilung des Wirtschaftsministeriums die Erneuerbaren Energien vertritt, machte deutlich, da\u00df Luxemburg nicht die M\u00f6glichkeit wie Deutschland hat, ein nationales Beihilfesystem zu betreiben, sondern immer auf den Segen aus Br\u00fcssel angewiesen ist. Bez\u00fcglich der f\u00fcr 2014 anstehenden Novellierung des nationalen F\u00f6rderregimes nannte er folgende wichtige Punkte, die eingeplant sind, aber noch der Zustimmung aus Br\u00fcssel bed\u00fcrfen:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Die Einf\u00fchrung eines Restregimes nach Auslaufen des F\u00f6rderregimes.<\/li>\n<li>Die Einf\u00fchrung eines G\u00fcllebonus.<\/li>\n<li>Die Erh\u00f6hung der F\u00f6rdertarife f\u00fcr Biogasstrom bei Neuanlagen.<\/li>\n<li>Die Erh\u00f6hung der Umlage und der Staatsbeihilfe.<\/li>\n<li>Voller W\u00e4rmebonus, wenn mindestens 50% der W\u00e4rme effektiv genutzt werden, bei weniger als 50% nur reduzierter Bonus.<\/li>\n<li>Die bisherige Leistungsstaffelung (0-150 kW, 150-300 kW, 300-500 kW, \u00fcber 500 kW) soll erhalten bleiben.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diesbez\u00fcglich wurde von den Diskussionsteilnehmern angemerkt, da\u00df es beim nun auslaufenden F\u00f6rderregime von Seiten des Wirtschaftsministeriums g\u00e4nzlich falsche Annahmen bez\u00fcglich der Substratpreise gab. Au\u00dferdem wurde angeregt, ein ehrgeizigeres F\u00f6rderregime nach Br\u00fcssel zu \u00fcbermitteln und gegebenenfalls gegen die Kommission zu klagen, falls der Vorschlag verworfen werden sollte. Eine weitere Anregung war die Aufstockung des Kompensationsfonds. Severin Boonen sagte hierzu: \u201eEs kostet den einzelnen B\u00fcrger nicht viel, kann aber im Sektor viel bewirken. Dies mu\u00df als Botschaft an die \u00d6ffentlichkeit transportiert werden.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich wurde das Ziel des Wirtschaftsministeriums, bis 2020 einen Zuwachs von weiteren 100 Biogasanlagen zu erreichen, als illusorisch dargestellt. Hierzu sei angemerkt, da\u00df die fr\u00fchere Investitionsf\u00f6rderung des Landwirtschaftsministeriums von 50% auf die Anlagen seit August 2011 nicht mehr besteht und die k\u00fcnftige Investitionsf\u00f6rderung seitens des Wirtschaftsministeriums weitaus bescheidener ausfallen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abschlie\u00dfend erw\u00e4hnte Vizepr\u00e4sident Gaston Welbes, da\u00df man in Sachen Forderung nach einem G\u00fcllebonus im Mouvement Ecologique einen Verb\u00fcndeten gefunden hat. Zu den Vorschl\u00e4gen des Wirtschaftsministeriums bestehe noch Diskussionsbedarf, sagte der Vizepr\u00e4sident.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b style=\"line-height: 1.4em;\">Bildzeile:<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von links: Paul Kauten (Eida), Professor Dr. Uwe Leprich (IZES), Georges Reding (Wirtschaftsministerium).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Biogaskonferenz in Ettelbr\u00fcck zu neuen Vermarktungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Biogasstrom Um neue Wege bei der Stromvermarktung ging es bei der von der Biogas-Vereenegung veranstalteten Biogaskonferenz, die am vergangenen Dienstag in der Ackerbauschule in Ettelbr\u00fcck stattfand. Hierzu hatte man den renommierten Experten Professor Dr. Uwe Leprich von der Hochschule f\u00fcr Technik und Wirtschaft in Saarbr\u00fccken, der gleichzeitig das Institut f\u00fcr Zukunfts-Energie-Systeme (IZES) leitet, eingeladen. 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