{"id":1574,"date":"2013-03-01T14:35:25","date_gmt":"2013-03-01T13:35:25","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1574"},"modified":"2013-08-30T15:47:35","modified_gmt":"2013-08-30T13:47:35","slug":"5-letzebuerger-waibaudag-in-wormeldange","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1574","title":{"rendered":"5. L\u00ebtzebuerger W\u00e4ibaudag in Wormeldange"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: center;\"><i style=\"line-height: 1.4em;\">Fachveranstaltung stand diesmal im Zeichen von \u00d6notourismus und Agrarpolitik<\/i><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>Am 5. L\u00ebtzebuerger W\u00e4ibaudag, der am 20.02.2013 im Kulturzentrum von Wormeldange stattfand, nahmen wieder einmal viele G\u00e4ste aus Luxemburg und Deutschland teil. Wie im Vorjahr hatte der W\u00ebnzerverband als Veranstalter wieder f\u00fcr eine Kombination aus Fachvortr\u00e4gen und Podiumsdiskussionen gesorgt. Diesmal waren es gleich zwei Podiumsdiskussionen, und zwar zu den Themenbereichen \u00d6notourismus und Agrarpolitik. Den Abschlu\u00df bildete eine Verkostung von Rivanerweinen aus europ\u00e4ischen Anbaugebieten.<\/i><\/p>\n<p align=\"center\"><b>Ansprache von Veranstalterseite<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00e4sident des W\u00ebnzerverbands, Marc Weyer, machte in seiner einleitenden Ansprache auf zahlreiche Aspekte aufmerksam, die den Berufsstand an der Luxemburger Mosel direkt betreffen. Eingangs kam er auf die schlechte Ernte 2012 zu sprechen, die im Durchschnitt unter 70 hl pro ha blieb. \u201eManches Fa\u00df ist diesmal leergeblieben\u201c, res\u00fcmierte er die Situation. \u201eWenn man weniger Wein hat, braucht man h\u00f6here Preise, damit der Winzer weiter existieren kann\u201c, gab der Pr\u00e4sident der winzerlichen Berufsorganisation zu bedenken. Er sprach sich daf\u00fcr aus, mit neuen Konzepten beim in- und ausl\u00e4ndischen Absatz \u2013 u.a. unter Ausnutzung des Terroir-Gedankens \u2013 beim Marketing neue Wege zu beschreiten, um dieses Ziel zu erreichen. Marc Weyer sprach in diesem Kontext das Problem des schwindenden beruflichen Nachwuchses an, das nicht l\u00f6sgel\u00f6st von der finanziellen Situation in den Betrieben betrachtet werden kann. Derzeit w\u00fcrden rund 60% der Rebfl\u00e4che von Betriebsleitern jenseits der 50 bewirtschaftet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als weiteren Punkt schnitt er das Problem der Wildsch\u00e4den und deren Entsch\u00e4digung an, das den Winzern in der Gemeinde Schengen besonders zu schaffen macht. Er gab zu bedenken, da\u00df es nach wie vor an Experten fehlt, die in der Lage w\u00e4ren, den Schaden konkret zu beziffern, wie dies zum Beispiel bei Hagelsch\u00e4den praktiziert werde. Als Basis einer Entsch\u00e4digung m\u00fc\u00dfte eine Prozentangabe f\u00fcr den jeweiligen Schaden dienen, wie dies bei Hagelsch\u00e4den gemacht werde. Ziel m\u00fcsse es (neben der L\u00f6sung des Expertenproblems) sein, einen Entsch\u00e4digungsmodus zu finden, der von allen getragen werde. Au\u00dferdem m\u00fcsse der zu hohe Wildbestand reduziert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00e4sident kam dann auf die aktuelle Weinbaupolitik und die GAP-Reform zu sprechen. Er begr\u00fc\u00dfte die Entwarnung sowohl bei der von der Kommission geplanten Liberalisierung der Pflanzrechte wie bei der Einf\u00fchrung des Greenings, von der der Weinbau voraussichtlich verschont bleibt. In puncto l\u00e4ndliche Entwicklung sprach er die Erwartung der Winzer aus, die Mittelausstattung auf jetzigem Niveau beizubehalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abschlie\u00dfend res\u00fcmierte Marc Weyer kurz die 2013 auslaufende Leaderperiode. Eine Million Euro seien in touristische Projekte geflossen. Das erste Jahr des Projekts \u201e100 Prozent L\u00ebtzebuerg\u201c habe man erfolgreich abgeschlossen. Mit dieser Initiative habe man den Zeitgeist getroffen. Der Pr\u00e4sident erw\u00e4hnte abschlie\u00dfend die 100-Jahr-Feier des W\u00ebnzerverbands, die noch in diesem Fr\u00fchjahr in Grevenmacher stattfinden soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Luxemburger Mosel als \u00d6notourismusregion entwickeln<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es folgte die schon erw\u00e4hnte Podiumsveranstaltung in Sachen \u00d6notourismus, die mit mehreren Vortr\u00e4gen eingeleitet wurde. Olaf Gruppe, der Koordinator f\u00fcr das Leaderprojekt \u201eW\u00e4intourismus un der L\u00ebtzebuerger Musel\u201c, stellte zun\u00e4chst die Perspektiven durch \u00d6notourismus im Weinbau vor. Der Redner machte eingangs deutlich, da\u00df es eines professionellen \u00d6notourismus bedarf, um eine Weinregion weiterzuentwickeln und die Entwicklung des \u00d6notourimus eine besonders wichtige Investition in die Zukunft des Weinbaugebiets sei. Ziele einer solchen Entwicklung seien:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>die Aussch\u00f6pfung des touristischen Potentials,<\/li>\n<li>ein verbessertes Weinmarketing (h\u00f6here Ums\u00e4tze und Preise, st\u00e4rkere Wettbewerbssituation) und<\/li>\n<li>Weinbau und Tourismus gehen Hand in Hand.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als besonders wichtiges touristisches Medium nannte er hierbei das sogenannte \u201eWeinerlebnis\u201c. Weintouristen seien sowohl Kunden als auch Botschafter der Region. Sie seien heutzutage Individualisten, die das Besondere suchten, kaufkr\u00e4ftig, neugierig und anspruchsvoll, an Kultur und kulinarischem Angebot interessiert. Beispiele f\u00fcr Angebote seien Events, Erlebnisf\u00fchrungen, Seminare sowie die Kombination von Wein und Kunst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Handicaps bez\u00fcglich der weintouristischen Situation an der Luxemburger Mosel nannte der ORT-Koordinator:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>ein zu d\u00fcrftiges weintouristisches Angebot und die schlechte Visibilit\u00e4t des Angebots,<\/li>\n<li>die Weinregion ist zu wenig bekannt,<\/li>\n<li>\u201eKooperationskultur\u201c und \u201eServicementalit\u00e4t\u201c sind wenig entwickelt.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Weintourismus-Projekt will man Abhilfe schaffen. Die Luxemburger Mosel solle als Ganzes vermarktet werden, das Angebot zusammengefa\u00dft, pr\u00e4sentiert und erg\u00e4nzt werden. Au\u00dferdem will man die Kooperation vor Ort st\u00e4rken, indem man alle Akteure an einen Tisch holt. Als besonders wichtige Ma\u00dfnahmen nannte er die Etablierung eines gemeinsamen Weinevents in der Weinregion, eine einheitliche weintouristische Beschilderung sowie einen weintouristischen Eventkalender resp. eine weintouristische Karte f\u00fcr die gesamte Region. Zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt soll dies erg\u00e4nzt werden durch ein weintouristisches Marketingkonzept, ausgebildete Weing\u00e4stef\u00fchrer sowie Seminare f\u00fcr weintouristische Anbieter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Koordinator kam schlie\u00dflich auf den aktuellen Stand zu sprechen. Er stellte zun\u00e4chst das erstmalige gemeinsame Event \u201eOffene Weinkeller\u201c vor, mit dem sich die Region vom 14. bis 16. Juni als Ganzes pr\u00e4sentieren wird. Das Event beinhaltet F\u00fchrungen bei Winzern, Kellereien und Brennereien sowie ein Rahmenprogramm. Shuttlebusse sollen daf\u00fcr sorgen, da\u00df die Besucher aus der Gro\u00dfregion ohne Reue Wein bzw. Hochprozentiges genie\u00dfen k\u00f6nnen. Auch die in Luxemburg lebenden Ausl\u00e4nder sollen direkt beworben werden f\u00fcr dieses Event.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der erste Eventkalender liegt bereits vor und eine zweite Auflage ist in Vorbereitung. F\u00fcr die weintouristische Karte will man demn\u00e4chst Angebote von Graphikb\u00fcros einholen. Bei der weintouristischen Beschilderung ist man ebenfalls noch nicht so weit, aber die Vergabe des Konzepts ist in Vorbereitung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nathalie Reckinger von der \u201eCommission de Promotion des Vins et Cr\u00e9mants de Luxembourg\u201c kam auf einen speziellen Punkt zu sprechen, n\u00e4mlich den typischen Weintouristen von heute. Dieser suche den direkten Kontakt zum Winzer, will \u00fcber den Wein und seine Herstellung informiert werden und kommt bei Zufriedenheit immer wieder zur\u00fcck. F\u00fcr die Region sei ein positives Image wichtig und m\u00fcsse \u00fcber Werbung und Eventmarketing gef\u00f6rdert werden. Nathalie Reckinger stellte diesbez\u00fcglich heraus, da\u00df ein positives Image der Weinregion auch positiv auf das ganze Land ausstrahlt, also weit \u00fcber das Miselerland hinaus den Tourismus positiv beeinflu\u00dft. F\u00fcr den Winzer sei es wichtig, den Kunden zuzuh\u00f6ren und ein positives Erlebnis auf dem Betrieb, in der Kellerei oder im Weinberg zu erm\u00f6glichen. Dies sei Voraussetzung daf\u00fcr, da\u00df dieser Kunde, dieser Tourist wiederkehre. Sie erw\u00e4hnte eine franz\u00f6sische Studie, derzufolge der Direktabsatz im Keller bis zu 60% des Umsatzes erreichen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als n\u00e4chstes referierte Segol\u00e8ne Charvet von \u201eTerroir Moselle\u201c. Die Koordinatorin f\u00fcr das grenz\u00fcbergreifende Marketingprojekt hob eingangs hervor, da\u00df Terroir Moselle im Grunde dieselben Ziele verfolgt wie das luxemburgische Weintourismusprojekt: eine Langzeitkooperation der lokalen Akteure und die F\u00f6rderung des \u00d6notourismus. Sie nannte folgende aktuelle Ans\u00e4tze zur Kooperation: gemeinsame Messeauftritte oder Pr\u00e4sentationen zur Kostenreduzierung und zwecks besserem Zugang zu internationalen Werbestandorten (Br\u00fcssel, Paris, Berlin); des weiteren ein gemeinsamer Auftritt der Hoteliers sowie ein koordinierter gemeinsamer Veranstaltungskalender. Bei letzterem sei das Ziel, da\u00df entlang der Mosel keine zwei Veranstaltungen von weintouristischem Interesse am selben Tag stattfinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als weitere potentielle Projekte nannte sie ein Drei-L\u00e4nder-Weinschiff mit Exkursionen und Weinverkostungen, ein trinationales Drei-Weine-Paket in den Touristenb\u00fcros entlang der Mosel, eine gemeinsame touristische Veranstaltung von franz\u00f6sischer, luxemburgischer und deutscher Mosel und schlie\u00dflich Vinotheken mit Weinen aus s\u00e4mtlichen Anbauregionen an der Mosel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Beitrag des W\u00e4imus\u00e9e stellte Anne-Catherine Mondloch vor. Dieser geht weit \u00fcber die urspr\u00fcngliche Bedeutung der geschichtlichen Darstellung des heimischen Weinbaus hinaus. Heute steht das W\u00e4imus\u00e9e auch f\u00fcr Weinverkostungen, seit 2011 ebenso f\u00fcr den Bereich \u201eWeinerlebnis\u201c. Es werden Weinerlebnisf\u00fchrungen und Veranstaltungen mit verschiedenen Schwerpunkten (f\u00fcr Kinder, f\u00fcr Senioren, Geologie, Sensorik, Kulinarik usw.) in Zusammenarbeit mit den Akteuren vor Ort angeboten. Die Verantwortliche f\u00fcr das W\u00e4imus\u00e9e betonte, da\u00df die Geschm\u00e4cker und die Vorkenntnisse bei den Touristen sehr verschieden sind und man individuell auf die W\u00fcnsche eingehen sollte. Das k\u00fcnftige \u201eCentre Mosellan\u201c wird mit einer Weinerlebniswelt ein weiteres \u00f6notouristisches Angebot erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Podiumsdiskussion in Sachen \u00d6notourismus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im folgenden stellten eine Reihe von Akteuren der Luxemburger Mosel ihre Aktivit\u00e4ten bzw. ihre Sicht der Dinge in Sachen \u00d6notourismus und dessen Weiterentwicklung vor. Privatwinzer Henri Ruppert bestreitet 45% seines Umsatzes mit seiner Weinstube. Dreimal pro Jahr bietet er einen Tag der offenen T\u00fcr an. Hinzu kommen weitere Veranstaltungen. Als besonders n\u00fctzlich sieht er seinen Fundus mit rund 1.500 E-Mail-Adressen an, der u.a. f\u00fcr spontane Veranstaltungen und Werbeaktionen w\u00e4hrend \u201eSaure-Gurken-Phasen\u201c genutzt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Henri Ruppert bem\u00e4ngelte das heimische Angebot an Weinstuben. Pro Weindorf m\u00fc\u00dfte mindestens eine Weinstube mit regelm\u00e4\u00dfigen \u00d6ffnungszeiten existieren, war sein diesbez\u00fcglicher Vorschlag. Der Privatwinzer regte zudem eine Studienfahrt in die \u00f6sterreichische Wachau an, wo man bez\u00fcglich \u00d6notourismus schon wesentlich weiter sei als hierzulande.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Direktor von Domaines Vinsmoselle, Georges Schaaf, machte auf die Vorteile der direkten Kommunikation mit dem Weinkonsumenten aufmerksam, der etwas von der Herkunft des Weins und vom Terroir erfahren will. Hierdurch biete sich die M\u00f6glichkeit, auf die ganze Produktpalette und auch auf Nischenprodukte einzugehen. \u201eDas sch\u00f6nste Produkt hat man immer im Haus\u201c, betonte der Vinsmoselle-Direktor, der sich an einem Ausbau des Direktverkaufs interessiert zeigt. Vier Weinstuben hat Domaines Vinsmoselle entlang der Mosel. In Luxemburg-Stadt kommt nun eine weitere Vinothek hinzu. Georges Schaaf nannte den Service und den angemessenen Empfang von Neukunden als ganz wichtigen Punkt. Er betonte des weiteren, da\u00df neue, junge Kunden ein anderes Verst\u00e4ndnis von Wein h\u00e4tten als traditionelle Kunden. Hierauf m\u00fcsse man eingehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Georges Schaaf vertrat dar\u00fcber hinaus die Ansicht, da\u00df sich Luxemburg mit einer entsprechenden Kampagne als Ganzes vermarkten sollte. Wichtigster Anziehungspunkt f\u00fcr Touristen aus der Gro\u00dfregion und dar\u00fcber hinaus sei die Hauptstadt. Aber auch der inl\u00e4ndische Weinkonsument k\u00f6nne dort angesprochen werden. Als Idee brachte er das Projekt einer hauptst\u00e4dtischen \u201eMaison du Luxembourg\u201c ins Spiel, wo man als Winzerschaft vereint die Luxemburger Mosel bewerben und die Menschen dazu bringen k\u00f6nnte, zu den Winzern an die Mosel zu fahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Isabelle Gales sprach von individuellen Kunden mit individuellen Bed\u00fcrfnissen. Gew\u00fcnscht ist eine F\u00fchrung mit dem Fachmann, eine umfangreiche Verkostung, allgemein ein Weinerlebnis. Hierf\u00fcr greift man auch auf die Zusammenarbeit mit Gastronomen und Hotels zur\u00fcck. Zur Kommunikation wird das Internet intensiv genutzt. Die Weinfachfrau sprach sich daf\u00fcr aus, die Hauptstadt quasi als weintouristische Marketingplattform zu optimieren, um mehr Touristen zu einem Aufenthalt an der Luxemburger Mosel zu bewegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir haben Superprodukte. Wir sind nur zu bescheiden, um sie richtig zu bewerben\u201c, zeigte sich D\u00e9sir\u00e9e Albert, die die Hotelierseite vertrat, \u00fcberzeugt. Sie machte insbesondere deutlich, da\u00df von Touristenseite ein immenses Interesse an kommentierten Degustationsveranstaltungen, wo Winzer ihre eigenen Produkte vorstellen, besteht. Deshalb wolle man gerne entsprechende Soir\u00e9es im eigenen Hause anbieten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weinerlebnisf\u00fchrerin Marie-Ther\u00e8se Sibenaler machte deutlich, da\u00df bei Touristen Weinverkostungen im Weinberg immer sehr hoch im Kurs stehen und man sich hierbei idealerweise jeweils zum passenden Weinberg begibt, wo die verkostete Rebsorte w\u00e4chst. Mit Wein verbinde man allgemein Geselligkeit und sch\u00f6ne, gem\u00fctliche Stunden. Der \u00d6notourismus k\u00f6nne ohne weiteres an Bedeutung gewinnen, weil man mit Wein und Cr\u00e9mant ein \u201eWohlf\u00fchlklima\u201c vermitteln k\u00f6nne, war das Fazit der Weinerlebnisf\u00fchrerin. Wenn diese sch\u00f6nen Erlebnisse mit nach Hause genommen und weitererz\u00e4hlt w\u00fcrden, w\u00e4re dies auch im Interesse der heimischen Winzer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Marc Kuhn, der Gro\u00dfmeister der Weinbruderschaft St Cunibert, hob hervor, da\u00df Weintourismus hierzulande nichts Neues, aber man nun im Gange sei, ihn zu perfektionieren. Die 2012 neu konstituierte Weinbruderschaft unterst\u00fctze alle weinkulturellen und touristischen Initiativen. Auf dem Programm st\u00fcnde u.a. eine Ausbildung in Sachen Verkostung. Auch von Luxemburg ausgehende Weinverkostungsveranstaltungen in der Gro\u00dfregion wolle man konkret unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ministerin Fran\u00e7oise Hetto-Gaasch betonte eingangs, da\u00df ein qualitativ hochwertiges Angebot an der Luxemburger Mosel vorhanden sei, es aber mehr Kooperation unter den einzelnen Akteuren bed\u00fcrfe. Auch die Ministerin hob die Bedeutung der Hauptstadt als touristische Plattform hervor. Sie warb f\u00fcr den neuen Internetauftritt <a href=\"http:\/\/www.visitluxemburg.com\/\">www.visitluxemburg.com<\/a>, wo das vorhandene touristische Angebot zusammengefa\u00dft wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ministerin kam auch auf das Projekt Centre Mosellan zu sprechen, das den Akteuren dieser Tage vorgestellt worden ist. Dieses werde als Anlaufstelle f\u00fcr \u00d6notouristen gebraucht, zeigte sich die Ministerin \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Des weiteren sprach sie von der Beschilderung in der Region. Schilder entlang der Stra\u00dfen, in den Orten und an den Radwegen sollen die Touristen k\u00fcnftig auf das Angebot aufmerksam machen. Die Genehmigung sei hierf\u00fcr bereits vorhanden. Gepr\u00fcft werde auch, ob die Weinlagen beschildert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kulturministerin Octavie Modert mahnte mehr interne Kommunikation und mehr Zusammenarbeit der touristischen Akteure an und sprach gleichzeitig von der Notwendigkeit, das vorhandene \u00f6notouristische Angebot zu verbessern. Wein sollte als Alleinstellungsmerkmal hervorgestrichen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Octavie Modert machte zudem deutlich, da\u00df Weintourismus auch bedeutet, sich um die Gestaltung der Landschaft und der D\u00f6rfer zu k\u00fcmmern, letzteres u.a. mit einer koh\u00e4renten Bautenpolitik und Denkmalschutz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich kam die Ministerin auf die Notwendigkeit zu sprechen, neue Kundschaft, neue Zielgruppen zu gewinnen und hierzu den \u201eInnen- und Au\u00dfentourismus\u201c zu f\u00f6rdern. Zu den Zielgruppen sollten auch die Luxemburger jenseits der Moselregion sowie die hier lebenden Ausl\u00e4nder z\u00e4hlen. Sie stellte diesbez\u00fcglich die \u00fcberragende Bedeutung der Kultur heraus und warb f\u00fcr den alternativen Begriff \u201e\u00d6nokultur\u201c. Tourismus und Kultur seien zwei Seiten einer Medaille, so die Ministerin.<\/p>\n<p align=\"center\"><b>Podiumsdiskussion zur Reform der Agrarpolitik<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Nachmittag fand eine Podiumsdiskussion mit Weinbauminister Romain Schneider sowie Vertretern des heimischen Weinbaus statt. Moderiert wurde die Diskussion vom IVV-Weinbauberater Serge Fischer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch die Erl\u00e4uterungen von SER-Direktor Pierre Treinen und von Regierungsrat Andr\u00e9 Loos. Pierre Treinen kam zun\u00e4chst auf die Themen <b>Betriebspr\u00e4mie und Modulation<\/b> zu sprechen. Er erw\u00e4hnte, da\u00df im Weinbau auf Antrag von 243 Winzern etwas \u00fcber 1.130 Jetons zu je 518,40 Euro zugeteilt wurden, was in der Summe ca. 588.000 Euro ergibt. Von der Modulation seien nur die Betriebe ab rund 10 ha betroffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00e4sident des Fonds de Solidarit\u00e9 Viticole, Aly Leonardy, sagte in der Diskussion, da\u00df die Betriebspr\u00e4mie eines der weinbaupolitischen Hauptthemen ist. Wenn die Konvergenz Wirklichkeit werde, dann werde f\u00fcr Landwirtschaft und Weinbau ein Durchschnitt f\u00fcr die Betriebspr\u00e4mie gerechnet. Die Betriebspr\u00e4mie werde demzufolge sehr stark sinken, und zwar bis zu 50%. Der Pr\u00e4sident betonte, da\u00df die seit nunmehr vier Jahren ausbezahlte Betriebspr\u00e4mie als Unterst\u00fctzung der Winzer bittern\u00f6tig sei und forderte deshalb, da\u00df die Auszahlung dieser Gelder, die den Winzern seinerzeit versprochen worden seien, in voller H\u00f6he fortgesetzt werde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00e4sident der Privatwinzervereinigung, Erny Schumacher, machte ebenfalls deutlich, da\u00df es bei diesen fl\u00e4chengebundenen Zahlungen nicht angehen kann, den Weinbau mit der Landwirtschaft gleichzusetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00e4sident des W\u00ebnzerverbands, Marc Weyer, sprach in diesem Kontext von einem Ungerechtigkeitsgef\u00fchl seitens der Winzer, weil eine weinbaubezogene Pr\u00e4mie nun gek\u00fcrzt werden soll und den Winzern somit versprochene Gelder entzogen werden. Er hob zudem hervor, da\u00df nicht technisch-administrative Gr\u00fcnde vorgeschoben werden d\u00fcrften, um hierzulande eine nivellierte Einheitspr\u00e4mie einzuf\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weinbauminister Romain Schneider sprach in seinen Ausf\u00fchrungen von sehr gro\u00dfen Unterschieden, die im Agrarsektor hierzulande bei der Betriebspr\u00e4mie bestehen. Der Ressortchef betonte, da\u00df man derzeit noch in einer fr\u00fchen Phase ist bez\u00fcglich der konkreten Ausgestaltung der Agrarpolitik. Derzeit werde in Br\u00fcssel vorgeschlagen, da\u00df das Greening f\u00fcr den Weinbau entfallen soll. Die Bedingungen bei der Konvergenz zwischen den Mitgliedstaaten und auch intern seien noch nicht klar. Nach der Festsetzung des Budgets w\u00fcrden die Bedingungen f\u00fcr die k\u00fcnftige GAP noch im Trilogverfahren verhandelt, was m\u00f6glichst bis Juni abgeschlossen werden k\u00f6nnte. Erst dann k\u00f6nne ein PDR ausgearbeitet werden, der als Basis f\u00fcr die Ausarbeitung des Agrargesetzes diene. Der Minister erw\u00e4hnte, da\u00df Luxemburg in Br\u00fcssel bereits eine Anfrage f\u00fcr eine Interimsphase gemacht hat, um die Umsetzung der GAP-Reform und die Ausarbeitung des Agrargesetzes gegen\u00fcber der urspr\u00fcnglichen Planung etwas nach hinten schieben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der zweite Punkt der Podiumsdiskussion war der <b>l\u00e4ndliche Entwicklungsplan<\/b> (PDR) und das Agrargesetz. Regierungsrat Andr\u00e9 Loos informierte eingangs das Procedere, das einzuhalten ist. Der Regierungsrat nannte sechs von Br\u00fcssel vorgegebene Priorit\u00e4ten: Weiterbildung und Beratung, Verbesserung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit, die Organisation der Ch\u00e8ne alimentaire, der Umweltbereich, der Klimabereich sowie als letzten Punkt der soziale Kontext bei der l\u00e4ndlichen Entwicklung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Derzeit arbeite man im Ministerium eine St\u00e4rke-Schw\u00e4chen-Analyse aus. Auf deren Basis werde dann der Bedarf festgestellt und anschlie\u00dfend die geeigneten Ma\u00dfnahmen definiert, um diesem Bedarf gerecht zu werden. Der l\u00e4ndliche Entwicklungsplan werde schlie\u00dflich nach Br\u00fcssel \u00fcbermittelt und nach mehrmonatigen Verhandlungen der endg\u00fcltige Text festgelegt. Mit dem k\u00fcnftigen Agrargesetz werde das Programm schlie\u00dflich umgesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als allgemeine Leitmotive von Br\u00fcsseler Seite erw\u00e4hnte er:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Alle Ma\u00dfnahmen m\u00fcssen zielgerichtet sein.<\/li>\n<li>Ein sehr selektives Vorgehen wird vorgeschrieben.<\/li>\n<li>Alle Ma\u00dfnahmen m\u00fcssen zu kontrollieren sein.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andr\u00e9 Loos erw\u00e4hnte den Umfang des 2013 auslaufenden PDR. 400 Millionen Euro wurden vorgesehen, von denen 94 Mio. Euro aus Br\u00fcssel flossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Des weiteren machte Andr\u00e9 Loos deutlich, da\u00df die Kommission nach einem entsprechenden Bericht des Europ\u00e4ischen Rechnungshofs eine Nachbesserung bei den luxemburgischen Investitionsbeihilfen gefordert hat, damit diese zielgerichtet erfolgen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der anschlie\u00dfenden Diskussion wurde von Akteuren des Weinbaus Stellung zu spezifischen Fragen bezogen. In puncto <b>Umwelt und Nachhaltigkeit <\/b>sprach IVV-Direktor Roby Ley von der Notwendigkeit, weitere Fortschritte hinsichtlich eines umweltfreundlichen, nachhaltigen Weinbaus zu erzielen. Man habe in den letzten Jahren schon so manches erreicht und der Konsument werde immer sensibler zu diesen Themen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Marc Desom als Vertreter des Weinhandels sprach davon, da\u00df der Konsument immer mehr wissen wolle \u00fcber die Produktion und Pflanzenschutzmittelr\u00fcckst\u00e4nde. Bio sei im Trend und man begr\u00fc\u00dfe, da\u00df das IVV Betriebe begleite, um in Richtung Bio gehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Privatwinzer Erny Schumacher machte auf den Insektizidverzicht aufmerksam und forderte die Beibehaltung der RAK-Subventionen. Zudem sprach er sich daf\u00fcr aus, Versuche mit Bioherbiziden zu machen, um auch in diesem Bereich praxisgerechte L\u00f6sungen zu finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Josy Gloden, Jungwinzer von Domaines Vinsmoselle, wies auf die Vorz\u00fcge des integrierten Weinbaus hin. Der Jungwinzer forderte die Beibehaltung der Helikopterspritzungen, bei denen die umweltgerechte Entsorgung der Spritzmittelreste garantiert sei. 90% der Rebfl\u00e4che w\u00fcrden derzeit mit dem Helikopter abgedeckt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aly Leonardy sprach sich daf\u00fcr aus, Fl\u00e4chen, die hierzulande von ausl\u00e4ndischen Winzern bewirtschaftet werden, in die RAK-F\u00f6rderung aufzunehmen, um fl\u00e4chendeckende Ma\u00dfnahmen zu erm\u00f6glichen. Des weiteren forderte der Pr\u00e4sident des Fonds de Solidarit\u00e9 Viticole, bei der Landschaftspflegepr\u00e4mie auch f\u00fcr Fl\u00e4chen mit weniger als 15% Steigung eine F\u00f6rderung vorzusehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Marc Weyer \u00e4u\u00dferte die \u00dcberzeugung, da\u00df mehr in die zeitnahe und den lokalen Gegebenheiten eher Rechnung tragende Prognose von Krankheiten auf der Basis lokaler Klimadaten investiert werden sollte, um nachhaltigen Pflanzenschutz zu erm\u00f6glichen. Au\u00dferdem sprach er sich f\u00fcr staatliche Forschung in Sachen Bioherbizide sowie f\u00fcr die verst\u00e4rkte F\u00f6rderung von innovativen Techniken zur Verbesserung der Nachhaltigkeit im Pflanzenschutz aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weinbauminister Romain Schneider versicherte, da\u00df man den eingeschlagenen Weg in Richtung Nachhaltigkeit fortsetzen wird. Wichtig sei, da\u00df man bei Forschung und Beratung dranbleibe und das Weinbauinstitut als Anlaufstelle f\u00fcr die Beratung ausgebaut werde. Der Ressortchef kam zudem auf die Pestizidrichtlinie und den diesbez\u00fcglichen Aktionsplan zu sprechen. Er hob hervor, da\u00df man einen sinnvollen, praxisgerechten \u00dcbergang schaffen m\u00fcsse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Sachen <b>Investitionsbeihilfen bzw. Neuinstallationen<\/b> gab Josy Gloden zu bedenken, da\u00df die jeweilige Obergrenze wegen der Inflation im Laufe der Jahre innerhalb der G\u00fcltigkeitsperiode des Agrargesetzes real sinkt. Er \u00e4u\u00dferte zudem die \u00dcberzeugung, da\u00df weitere Maschinen f\u00f6rderf\u00e4hig sein sollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erny Schumacher nannte die Aufhebung des Plafonds, f\u00fcr den der Beruf lange gek\u00e4mpft habe, als gro\u00dfen Vorteil. Eine Aussiedlung sei heute sehr teuer und die Betriebe w\u00fcrden immer gr\u00f6\u00dfer werden. Ohne staatliche Unterst\u00fctzung gehe es nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4hnlich argumentierte Jungwinzer Ben Duhr, der sich momentan installieren will. Der Jungwinzer sprach bez\u00fcglich der Verschiebung des neuen Agrargesetzes von einer Hiobsbotschaft. Viele Investitionen seien momentan nicht zu machen. Er machte deutlich, da\u00df es ohne Subventionen schwer ist, Fu\u00df zu fassen und die Voraussetzungen f\u00fcr nachhaltige Bewirtschaftung zu schaffen. Ben Duhr kritisierte zudem, da\u00df es im IVV keinen Ansprechpartner f\u00fcr die Installation gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Weinbauminister sagte hierzu, da\u00df f\u00fcr das aktuelle Agrargesetz 400.000 Euro nachgeschossen wurden, irgendwann aber der Topf leer sei. F\u00fcr Jungwinzer seien zus\u00e4tzliche Unterst\u00fctzungen geplant, aber die entsprechenden Betr\u00e4ge bzw. Prozents\u00e4tze st\u00fcnden noch nicht fest.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als vorletzter Punkt wurde der <b>Strukturwandel<\/b> angesprochen. IVV-Direktor Roby Ley betonte hierzu, da\u00df eine fl\u00e4chendeckende Bewirtschaftung im Hinblick auf die gew\u00fcnschte \u00f6notouristische Ausrichtung unabdingbar ist. Er rechnete vor, da\u00df derzeit \u00fcber 60% der Rebfl\u00e4che von Winzern bewirtschaftet werden, die mindestens 50 Jahre alt sind. Die Altersgruppe \u00fcber 65 bewirtschaftet 14% der Rebfl\u00e4che. Roby Ley machte deutlich, da\u00df der Strukturwandel ein ganz ernstes Thema ist. F\u00fcr viele Betriebe ist zu bef\u00fcrchten, da\u00df es keine Betriebsnachfolge gibt und dann stellt sich die Frage, wer die Bewirtschaftung der frei werdenden Fl\u00e4chen \u00fcbernehmen soll. Die Kategorie unter 35 Jahre z\u00e4hlt momentan nur 22 der insgesamt 375 Betriebe. \u201eDen k\u00fcnftigen Betriebsnachfolgern mu\u00df also jede m\u00f6gliche Unterst\u00fctzung zukommen\u201c, war die Schlu\u00dffolgerung des IVV-Direktors.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aly Leonardy hob die Bedeutung des Einkommens und des \u00f6konomischen Umfelds hervor. Wenn ein \u00e4hnlich gutes Einkommen wie in vergleichbaren Branchen m\u00f6glich sei, dann w\u00fcrden sich junge Leute installieren. Er sprach diesbez\u00fcglich \u2013 auch im Hinblick auf die Einf\u00fchrung der AOP \u2013 die Hoffnung aus, da\u00df das Image der Luxemburger Mosel als Weinbaugebiet besser werde und dann bessere Preise zu erzielen seien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erny Schumacher kritisierte, da\u00df man als junger Betriebsleiter lange warten mu\u00df, bis man die zweite H\u00e4lfte der Erstinstallierungspr\u00e4mie erh\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bez\u00fcglich der Aussiedlung und Neubauten sagte Weinbauminister Schneider, da\u00df ein neuer Leitfaden ausgearbeitet wird. In Sachen <i>Simplification administratif<\/i> wolle man weiterkommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich wurde das Thema <b>Nebenerwerbs(NE)-Weinbau <\/b>angesprochen. Roby Ley erw\u00e4hnte, da\u00df der NE-Weinbau an der Luxemburger Mosel eine lange Tradition habe und immer gewollt war. Derzeit seien es 170 NE-Winzer. Diese betrieben Weinbau aus Passion. Auch in Zukunft werde der Nebenerwerb seine Rolle spielen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Marc Weyer vertrat die Ansicht, da\u00df es den klassischen Feierabendwinzer nicht mehr gibt. Heute gebe es so manchen NE-Winzer mit mehreren ha Rebfl\u00e4che. Es sei nun die Frage, welche Kriterien anzulegen seien, wenn man bei der F\u00f6rderung differenzieren wolle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erny Schumacher sagte hierzu, da\u00df man unterscheiden m\u00fcsse zwischen hauptberuflichen Winzern und Hobbywinzern. Der kleine Hobbywinzer sollte keine staatliche F\u00f6rderung bekommen, w\u00e4hrend ein nebenberuflicher Betrieb, der als weinbauliches Unternehmen zu sehen sei, ebenso unterst\u00fctzt werden sollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aly Leonardy sprach davon, da\u00df man schlecht damit leben k\u00f6nne, wenn kapitaltr\u00e4chtige Quereinsteiger dasselbe bekommen sollen wie der Winzer vor Ort.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch der Weinbauminister stellte heraus, da\u00df man klar unterscheiden m\u00fcsse zwischen dem Haupterwerbswinzer, dem NE-Winzer und dem Hobbywinzer. Luxemburg sei das einzige Land, das hier einen klaren Unterschied mache; diese Differenzierung solle auch in Zukunft so bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bez\u00fcglich <b>Leader<\/b> sagte Andr\u00e9 Loos, da\u00df es Anfang 2014 einen Aufruf zur Fortf\u00fchrung der Leader-Initiativen geben wird. Es sei an den Regionen, ihr Interesse hierf\u00fcr anzumelden. Erst dann werde das Ministerium aktiv.<\/p>\n<p align=\"center\"><b>Vitisol-Projekt <\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Vormittag standen bei Fachvortr\u00e4gen drei Forschungsprojekte im Mittelpunkt, die sich zum einen mit der Beeinflussung der Reb- und Traubenversorgung via Bodenpflege bzw. der Detektierung einer mangelhaften Rebversorgung, zum anderen mit dem Faktor Terroir auseinandersetzten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst war es an Dr. Daniel Molitor vom CRP G. Lippmann, der \u00fcber die Ergebnisse des dreij\u00e4hrigen Forschungsprojekts Vitisol referierte. In diesem Projekt wurde von einem Team von sechs Wissenschaftlern der Einflu\u00df unterschiedlicher Bodenpflegema\u00dfnahmen auf den Boden selbst, auf W\u00fcchsigkeit, Rebversorgung (Wasser und N\u00e4hrstoffe), Traubengesundheit, G\u00e4rung und Weinqualit\u00e4t untersucht. Der Referent konzentrierte sich in seinen Ausf\u00fchrungen auf den Versuchsweinberg A1, wo Bodenpflegevarianten verglichen wurden. Auf zwei weiteren Fl\u00e4chen wurde der Einflu\u00df von Unterstockpflege (A2) und Einsaaten (A3) getestet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei A1 handelte es sich um eine Fl\u00e4che mit der Sorte Pinot Blanc in Grevenmacher. Vier Varianten wurden verglichen: Einsaat mit Wolff-Mischung, Einsaat Dauerbegr\u00fcnung, Einsaat mit Wintermischung (im Sommer offen) sowie Einsaat Dauerbegr\u00fcnung mit St\u00f6ren (mittels Kreiselegge). Bei der Winterbegr\u00fcnung erfolgte jeweils im August die Einsaat. W\u00e4hrend sich die vier Versuchsglieder im Ausgangsjahr 2010 noch recht gleichm\u00e4\u00dfig pr\u00e4sentierten, kam es mit zunehmender Versuchsdauer zu einer st\u00e4rkeren Ausdifferenzierung bei manchen der untersuchten Parameter. Erh\u00f6hte N<sub>min<\/sub>-Gehalte jenseits von 20 kg pro ha wurden nur in der Variante Winterbegr\u00fcnung festgestellt, wo die fr\u00fche Bodenbearbeitung zu einem Mineralisierungsschub f\u00fchrte. Beim Parameter W\u00fcchsigkeit \u2013 festgestellt anhand des Chlorophyllgehalts im Blatt, des Schnittholzgewichts pro Rebe und des Traubenertrags pro Rebe \u2013 verhielt es sich \u00e4hnlich: nur die Winterbegr\u00fcnungs-Variante ergab ab dem zweiten Versuchsjahr deutlich h\u00f6here Werte. Die anderen Varianten ergaben bei der Blattgr\u00fcn-Bewertung eher gelbgr\u00fcne Bl\u00e4tter, die zudem im Herbst fr\u00fcher verf\u00e4rbten. Beim Schnittholz kam es im dritten Jahr zu einem deutlichen Vorsprung der Variante 3, w\u00e4hrend bei den Varianten Dauerbegr\u00fcnung und Wolff-Mischung die Werte zu niedrig waren. Beim Ertrag war bereits im 2. Versuchsjahr eine starke Variation zu beobachten. Der Ertrag in der Variante Winterbegr\u00fcnung war fast 50% h\u00f6her als bei Dauerbegr\u00fcnung ohne St\u00f6rung. Letztere erreichte 2012 nur noch knapp 2 kg Ertrag pro Stock.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Traubenstruktur zeigte sich anfangs noch recht gleichm\u00e4\u00dfig. 2012 waren die Unterschiede gro\u00df. Bei der Dauerbegr\u00fcnung war die Struktur locker, bei der Winterbegr\u00fcnung kompakt. Dies wirkte sich nat\u00fcrlich auch auf den Botrytisbefall aus, der bei Winterbegr\u00fcnung am schlechtesten war, gefolgt von der Variante Wolff-Mischung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Parameter Wasserversorgung wurde festgestellt, das es keinen Trockenstre\u00df gab, nicht einmal im Trockenjahr 2011. Anders verhielt es sich bei der N\u00e4hrstoffversorgung im Most: diese war 2011 schlecht, 2012 wieder viel besser, wobei die Winterbegr\u00fcnung jeweils die h\u00f6chsten Werte aufwies.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der G\u00e4rverlauf war 2010 noch einheitlich, w\u00e4hrend in den beiden Folgejahren die G\u00e4rung bei der Winterbegr\u00fcnungs-Variante deutlich schneller war als bei den drei anderen Varianten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Verkostung der 2011er-Weine zeigte sich, da\u00df die Winterbegr\u00fcnungs-Variante deutlich besser bewertet wurde: die Weine waren frischer, fruchtiger und k\u00f6rperreicher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Molitor ging abschlie\u00dfend noch auf die beiden anderen Versuchsfl\u00e4chen ein. Auf A2 wurden bei der Unterstock-Bodenpflege die Varianten Motorsense, Kreiselegge und Herbizid verglichen. Es zeigte sich ein deutlich negativer Einflu\u00df durch die Motorsense bei Ertrag und N\u00e4hrstoffen im Most, ein positiver bei F\u00e4ulnis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Versuchsweinberg A3 wurden die Varianten Naturbegr\u00fcnung, Gras, Klee, Wolff-Mischung und Rummel-Mischung miteinander verglichen. Die Kleevariante hat als einzige einen deutlich ertragssteigernden Einflu\u00df, aber auch einen negativen Effekt auf die Parameter Traubenstruktur und F\u00e4ulnis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Fazit des Wissenschaftlers vom CRP G. Lippmann war, da\u00df man mit Bodenpflegesystemen die W\u00fcchsigkeit steuern kann, ein mittlerer Wuchs hierbei das Ziel sein sollte. Eine Begr\u00fcnungsmischung mit vielen Arten wird hierbei als Kompromi\u00df angesehen. Standort-, produktionsziel- und Weinjahr-abh\u00e4ngig sollte man bei der Bearbeitung variieren, z.B. durch eine Bodenbearbeitung in jeder zweiten Reihe, wenn es an W\u00fcchsigkeit mangelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Fernerkundung und Terroir-Projekt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fernerkundung ist im Weinbau noch ein ganz frisches Thema und es gibt keine praxisreifen L\u00f6sungen. Dennoch ist es von wissenschaftlichem Interesse, ob man auch im Weinbau die Versorgung der Rebpflanzen mit solchen Methoden beurteilen kann. Dieser Frage ging ein Geographenteam von der Universit\u00e4t Trier und dem CRP G. Lippmann nach. Die beiden wissenschaftlichen Einrichtungen betreiben gemeinsam ein Fernerkundungslabor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Professor Thomas Udelhoven stellte das Projekt vor, das auf der Fernerkundung mittels Multispektral- und Thermalkameras beruht. Diese wurden mit kleinen, unbemannten Flugobjekten, sogenannten Drohnen, in geringer Flugh\u00f6he \u00fcber den Weinbergen eingesetzt, um Spektralprofile der Vegetation zu erstellen. Die sechs Einzelkameras sind zu gleichen Teilen mit Filtern im sichtbaren Bereich bzw. im Nahinfrarotbereich best\u00fcckt. Man erh\u00e4lt schlie\u00dflich einen \u201espektralen Fingerabdruck\u201c von der Vegetation. Weitere Einsatzm\u00f6glichkeiten solcher Spektralanalysen sind laut Referent u.a. die Erfassung von organisch gebundenem Kohlenstoff im Oberboden oder die Absch\u00e4tzung des Energiewerts von Biogasmais.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im konkreten Fall ging es darum, Aufschlu\u00df \u00fcber Proteine, Lipide, Chlorophyll und die Wasserversorgung in Rebpflanzen zu erhalten. Professor Udelhoven betonte, da\u00df erst ein Referenzsystem erstellt werden mu\u00df. Testgebiet war die Versuchsfl\u00e4che A1 aus dem Vitisol-Projekt. F\u00fcr die Referenz m\u00fcssen Spektralanalysen im Weinberg gemacht und weitere Daten zu den Rebpflanzen herangezogen werden, wie zum Beispiel Chlorophyllgehalt, Blattfl\u00e4chenindex, Belaubungsgrad und N-Gehalt in den Bl\u00e4ttern. Aus den Daten werden sog. Vegetationsindizes abgeleitet, die Aufschlu\u00df geben \u00fcber physiologische Aktivit\u00e4t und Photosyntheseleistung. Saisonale Effekte m\u00fcssen ebenfalls in der Referenz Ber\u00fccksichtigung finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele technische Schritte sind deshalb erforderlich, bis die aus der Fernerkundung gewonnenen Spektraldaten so ausgewertet werden k\u00f6nnen, da\u00df ein realistisches Bild vom physiologischen Zustand der Rebe sowie ihrer Entwicklung m\u00f6glich ist. F\u00fcr Chlorophyll, Blattfl\u00e4chenindex, Dichteindex und Ertrag wurden bei der Auswertung der Spektraldaten schlie\u00dflich lineare Zusammenh\u00e4nge gefunden. Professor Udelhoven machte deutlich, da\u00df mit der vorhandenen Datenbasis auch in anderen Weinbergen Untersuchungen gemacht werden k\u00f6nnen. Der Wissenschaftler zeigte abschlie\u00dfend eine m\u00f6gliche k\u00fcnftige Anwendung auf: Die Feststellung von Pflanzenstre\u00df (respektive N-Mangel), noch bevor er optisch sichtbar wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Pr\u00e4sentation des laufenden Forschungsprojekts Terroir<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um Pionierarbeit handelt es sich auch beim Forschungsprojekt Terroir, an dem f\u00fcnf Wissenschaftler vom CRP G. Lippmann beteiligt sind. Hier\u00fcber referierten Dr. C\u00e9dric Guillard und Dr. Dani\u00e8le Evers. Unter Terroir versteht man hier die an den Boden gebundene Standortauspr\u00e4gung bez\u00fcglich des Produkts Wein, wobei neben dem Boden selbst die Faktoren Topographie und Mikroklima eingehen. Ziel des bis 2015 laufenden Forschungsprojekts ist, zu untersuchen, ob Terroir durch eine Kombination von physiko-chemischen Eigenschaften charakterisiert werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die bislang stattgefundene Vorstudie hat man 40 Parzellen der Sorte Riesling zwischen Schengen und Grevenmacher ausgew\u00e4hlt, die in sechs geographische Zonen eingeteilt wurden. Die Rebst\u00f6cke in diesen Anlagen sind zwischen 10 und 25 Jahre alt. Variationen gibt es bez\u00fcglich B\u00f6den, Hangneigung und Mikroklima. In den letzten Tagen vor der Lese wurden jeweils ca. zehn Trauben entnommen, aus denen rund ein halber Liter Most gewonnen wurde. Diese Mostproben wurden eingefroren bei -20\u00b0C. Chemisch wurden zum einen 40 mineralische Elemente analysiert, darunter auch Spurenn\u00e4hrstoffe. Bei ersten Untersuchungen ergaben sich relativ geringe Unterschiede bei den Hauptn\u00e4hrstoffen und keine Korrelationen mit der jeweiligen geographischen Zone. Bei den Mikron\u00e4hrstoffen und seltenen Erden waren die Unterschiede viel st\u00e4rker, die Korrelationen mit der jeweiligen geographischen Zone aber gering.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weitere Untersuchungsgegenst\u00e4nde waren fl\u00fcchtige organische Verbindungen und sekund\u00e4re Pflanzeninhaltsstoffe. Die gewonnenen Daten, zusammen mit topographischen und eventuell noch meteorologischen Daten, sollen zum Abschlu\u00df umfassend statistisch ausgewertet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Fortf\u00fchrung des Projekts wird man sich auf 20 Parzellen beschr\u00e4nken und das Augenmerk viel st\u00e4rker auf den Weinberg (Kulturf\u00fchrung, Laubwandstruktur, Mikroklima, Infektionsgrad von Botrytis, Lesezeitpunkt, Ertrag) sowie den Bodeneinflu\u00df richten. Zudem soll in kleinem Stil Wein ausgebaut werden, der untersucht werden soll bzgl. biochemischer Eigenschaften und rieslingspezifischer Aromatik. Schlie\u00dflich sollen Zusammenh\u00e4nge von Most und Wein untersucht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Was tun bei Fehlt\u00f6nen im Wein?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber Fehlt\u00f6ne im Wein und den Umgang mit Fehlt\u00f6nen referierte der Wissenschaftler Marc Behr vom CRP G. Lippmann. Als Quellen dieser Fehlt\u00f6ne nannte er Substanzen, die f\u00fcr Erd- bzw. Staubt\u00f6ne (Geosmin, IPMP, ICP) sowie f\u00fcr Pilzt\u00f6ne (Octenon, Octenol, Nonenon) verantwortlich sind. Die Wahrnehmungsschwelle ist bei diesen Substanzen sehr niedrig, insbesondere bei ICP und Nonenon, wo sie nur wenige Milliardstel Gramm pro Liter betr\u00e4gt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Redner machte deutlich, da\u00df man erst die Kontaminationsquelle und somit die verantwortlichen Substanzen kennen sollte, um Gegenma\u00dfnahmen ergreifen zu k\u00f6nnen. Im zweiten Schritt sollte man verschiedenste Substanzen in unterschiedlich hohen Konzentrationen testen, um bei der Behandlung das Optimum erzielen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im entsprechenden Versuch am CRP G. Lippmann wurde die Wirkung von verschiedenen Substanzen zur Beseitigung von Geosmin bzw. Octenon verglichen. 200 Milliardstel Gramm pro Liter wurden jeweils dem Versuchswein zugegeben. Bei Geosmin (Erdton) waren verschiedene Aktivkohletypen, Chitosan (aus Pilzen gewonnen), Zeolithe (Aluminiumsilikate) sowie verschiedene Filtermaterialien im Einsatz. Mit dem geruchsbindenden Aktivkohletyp Gota wurden bei einer Aufwandmenge von 40 g\/l immerhin 92% des Geosmins herausgefiltert. Bei anderen geruchsbindenden Typen ergaben sich bei dieser Aufwandmenge zwischen 31 und 75 Prozent Reduktion. F\u00fcr entf\u00e4rbende Aktivkohletypen lagen die Werte bei einer Aufwandmenge von 30 g\/l zwischen 68 und 88 Prozent.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Chitosan und die Zeolithe erwiesen sich als nicht geeignet zum Herausfiltern von Geosmin. Ganz anders hingegen das Filtersystem Filtrox TX-R. Es konnte 97% des Geosmins herausfiltern. Bei Folgeuntersuchungen zeigte sich, da\u00df bei entsprechender Auslegung bis 100% herausgefiltert werden k\u00f6nnen. Unklar blieb, wie hoch die S\u00e4ttigungsgrenze f\u00fcr dieses Filtersystem ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Octenon wurden nur zwei Aktivkohletypen mit Chitosan verglichen. Wiederum war die Aktivkohle Gota am effizientesten mit 73% Reduktion bei einer Aufwandmenge von 40 g\/l, w\u00e4hrend Chitosan ungeeignet war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abschlie\u00dfend gab Marc Behr einige Empfehlungen. Man sollte bei Fehlt\u00f6nen eigene Versuche anstellen bez\u00fcglich der Behandlung. Wenn m\u00f6glich, sollte man die Fehlt\u00f6ne durch eine Analyse bestimmen und die Dosierung der Gegenmittel an die St\u00e4rke des Fehltons anpassen. Beim Herausfiltern werden allerdings nicht nur Fehltonsubstanzen herausgefiltert, sondern auch die Qualit\u00e4t des Weins wird beeintr\u00e4chtigt. Auf keinen Fall sollten Fehlton-Weine ohne vorherige Behandlung mit anderen, \u201egesunden\u201c Weinen gemischt werden. Und schlie\u00dflich das Verfahren nach dem Motto \u201eVorbeugen ist besser als heilen\u201c: besser alle M\u00f6glichkeiten im Vorfeld aussch\u00f6pfen, um Fehlt\u00f6ne im Wein erst gar nicht entstehen zu lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Flavascence dor\u00e9e &#8211; Vergilbungskrankheit mit hohem Schadpotential<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><\/strong><span style=\"font-weight: 300; color: #444444; font-size: 16px; line-height: 1.4em;\">Am Nachmittag ging es abschlie\u00dfend um die gef\u00fcrchtete Pilzkrankheit <\/span><i style=\"font-weight: 300; color: #444444; font-size: 16px; line-height: 1.4em;\">Flavescence dor\u00e9e<\/i><span style=\"font-weight: 300; color: #444444; font-size: 16px; line-height: 1.4em;\"> (K\u00fcrzel: FD), die mit der Schwarzholzkrankheit (Bois Noir, K\u00fcrzel: BN) verwandt ist. Im Gegensatz zu letzterer tritt sie jedoch epidemisch auf und kann sich binnen weniger Jahre auf die ganze Anlage ausbreiten und sehr gro\u00dfe Sch\u00e4den anrichten. Hier\u00fcber referierte Dr. Michael Maixner vom Julius K\u00fchn-Institut (Bundesforschungsanstalt f\u00fcr Kulturpflanzen \u2013 Institut f\u00fcr Pflanzenschutz in Obst- und Weinbau, Siebeldingen).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">FD ist eine Vergilbungskrankheit, die von Phytoplasmen verursacht wird. Es handelt sich beim Erreger um sehr einfach gebaute, parasitisch lebende zellwandlose Bakterien, die die Siebr\u00f6hren im Phloem besiedeln. Erst in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts konnten FD und BN molekularbiologisch unterschieden werden, galten zuvor als identisch. Bislang tritt FD in Frankreich, Italien, \u00d6sterreich, Portugal, der Schweiz, Serbien, Slowenien und Spanien auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Erreger wird in der Natur spezifisch von der Amerikanischen Rebzikade <i>(Scaphoideus titanus)<\/i> \u00fcbertragen. Er ist zudem Pfropfgut-\u00fcbertragbar. Vom nat\u00fcrlichen Vektor werden die Eier bevorzugt am zweij\u00e4hrigen Rebholz abgelegt. Die Larven besiedeln die unteren Bl\u00e4tter. Symptome treten nach und nach an Bl\u00e4ttern, Trieben (Trauertracht), Gescheinen und Trauben auf. Die Beeren bleiben klein und haben einen bitteren Geschmack. Die \u00dcbertragung geschieht von Stock zu Stock, was bei der BN sehr unwahrscheinlich ist. Bei der Erstinfektion ist sofort der ganze Stock betroffen, dies im Gegensatz zur BN, wo zun\u00e4chst nur einzelne Bereiche betroffen sind. Wie aus Frankreich bekannt wurde, reicht ein einziger infizierter Rebstock, um binnen vier Jahren fast die kompletten Rebst\u00f6cke einer Parzelle zu infizieren. Im franz\u00f6sischen Anbaugebiet Poitou-Charentes hat sich die durch FD gef\u00e4hrdete Rebfl\u00e4che binnen acht Jahren versechsfacht. Das Schadensrisiko durch eine Einschleppung von FD ist enorm hoch. Man hat herausgefunden, da\u00df es nach dem Erstauftreten des Vektors binnen f\u00fcnf Jahren zum epidemischen Ausbruch der FD kommen kann. Der Vektor ist viel weiter verbreitet als die Krankheit selbst und tritt seit 2011 auch in der Champagne auf. Das Verbreitungsgebiet der FD reicht im Norden bis in die Steiermark.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bislang ist kein resistenter Rebstamm bekannt. Die Verbreitung geschieht h\u00e4ufig mit infiziertem Pflanzmaterial, womit der Erreger in bislang FD-freie Gebiete eingeschleppt wird. Sowohl die Unterlage als auch Vitis vinifera k\u00f6nnen infiziert werden. Erschwerend kommt hinzu, da\u00df eine Latenzzeit besteht und im ersten Jahr keine Symptome zu sehen sind. Auch in den Folgejahren sind bei vielen Rebsorten nur undeutliche oder keine Symptome sichtbar. Die Unterlagen zeigen keine oder nur undeutliche Symptome. Jedenfalls kann in den Rebschulen infiziertes Material nicht sicher ausgeschlossen werden. Bei Untersuchungen im norditalienischen Veneto zeigte sich in Rebschulen ein Prozentsatz infizierten Materials von 0,005%, bei ein- bis zweij\u00e4hrigen Reben von 0,001%.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">FD gilt in der EU als Quarant\u00e4nekrankheit. Beim Auftreten treten Schutzgebietsregelungen in Kraft. Ein Pflanzenpa\u00df soll daf\u00fcr sorgen, da\u00df nur gesundes Pflanzmaterial in Umlauf kommt. Vermehrungsfl\u00e4chen m\u00fcssen mindestens w\u00e4hrend zwei Vegetationsperioden symptomfrei sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nationale Verordnungen k\u00f6nnen dar\u00fcber hinausgehen. So kann die Vernichtung kranker Rebst\u00f6cke und die Produktion von gesundem Pflanzgut verf\u00fcgt werden. Au\u00dferdem kann die Bek\u00e4mpfung des Vektors angeordnet werden, um den Infektionszyklus zu unterbrechen. In Frankreich m\u00fcssen Anlagen gerodet werden, wenn der Befall \u00fcber 20% liegt. Im Umkreis von Zwangsrodungsfl\u00e4chen mu\u00df von Vermehrern das komplette Pflanzmaterial einer Hei\u00dfwasserbehandlung unterzogen werden. Schutzgebiete in Frankreich sind Champagne, Lothringen und Elsa\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Direkte Sch\u00e4den entstehen \u00fcber Ertragsverluste und Stockausf\u00e4lle, Folgekosten durch Monitoring und Bek\u00e4mpfung des Vektors. Hinzu kommen Kosten durch Raubmilbensch\u00e4digung infolge dreimaliger Insektizidgaben und durch schwindende Akzeptanz bei der Pheromonbek\u00e4mpfung des Traubenwicklers.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Maixner nannte das positive Beispiel Katalonien. Dort konnte die Krankheit durch die Bek\u00e4mpfung des Vektors und durch Rodungsma\u00dfnahmen erfolgreich einged\u00e4mmt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Wissenschaftler sprach schlie\u00dflich von Pl\u00e4nen zur Pr\u00e4vention und Eind\u00e4mmung in Deutschland. So soll es zum einen ein Monitoring f\u00fcr den Vektor an m\u00f6glichen Eintrittspforten und g\u00fcnstigen Lebensr\u00e4umen geben. Zudem soll ein Pr\u00e4ventions- und Notfallprogramm erarbeitet werden, das folgende Punkte beinhaltet: Monitoringprogramm, Bek\u00e4mpfungsstrategien f\u00fcr erste Befallsherde des Vektors und Ma\u00dfnahmen beim Auftreten der FD (Schaffung von Befalls- und Pufferzonen, Strategien zur Eind\u00e4mmung und Bek\u00e4mpfung).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abschlie\u00dfend sprach der Redner davon, da\u00df Luxemburg ebenso gef\u00e4hrdet sei wie Deutschland.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">IVV-Weinbauberater Serge Fischer erg\u00e4nzte, da\u00df sp\u00e4testens 2014 ein Monitoring f\u00fcr den Vektor eingef\u00fchrt werden soll. Au\u00dferdem gibt es \u00dcberlegungen, f\u00fcr die Luxemburger Mosel den Schutzgebietsstatus zu beantragen. Dies w\u00fcrde zu erh\u00f6hten Anforderungen beim Import von Unterlagenmaterial f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Abschlu\u00df der Veranstaltung bildete die Verkostung von 16 Rivanerweinen aus Luxemburg, Deutschland, \u00d6sterreich, Italien und Ungarn. Josy Gloden machte darauf aufmerksam, da\u00df es sich beim Rivaner um eine international sehr stark verbreitete Wei\u00dfweinsorte mit einer Anbaufl\u00e4che von 42.000 ha handelt. Die 1882 in Geisenheim gez\u00fcchtete Sorte entstammt jedoch nicht einer Kreuzung von Riesling und Silvaner, wie lange vermutet wurde. Bei der Muttersorte handelt es sich vielmehr um Madeleine Royale, wie man 1998 mit molekularbiologischen Methoden nachweisen konnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fachveranstaltung stand diesmal im Zeichen von \u00d6notourismus und Agrarpolitik Am 5. L\u00ebtzebuerger W\u00e4ibaudag, der am 20.02.2013 im Kulturzentrum von Wormeldange stattfand, nahmen wieder einmal viele G\u00e4ste aus Luxemburg und Deutschland teil. Wie im Vorjahr hatte der W\u00ebnzerverband als Veranstalter wieder f\u00fcr eine Kombination aus Fachvortr\u00e4gen und Podiumsdiskussionen gesorgt. Diesmal waren es gleich zwei Podiumsdiskussionen, und zwar zu den Themenbereichen \u00d6notourismus und Agrarpolitik. Den Abschlu\u00df bildete eine Verkostung von Rivanerweinen aus europ\u00e4ischen Anbaugebieten. 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