{"id":1561,"date":"2013-02-08T13:48:46","date_gmt":"2013-02-08T12:48:46","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1561"},"modified":"2013-08-30T15:49:37","modified_gmt":"2013-08-30T13:49:37","slug":"konsequenzen-eines-moglichen-verbotes-der-neonikotinoidbeizen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1561","title":{"rendered":"Konsequenzen eines m\u00f6glichen Verbotes der Neonikotinoidbeizen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-weight: 300; color: #444444; font-size: 16px; line-height: 1.4em;\">Die Europ\u00e4ische Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Authority, EFSA) hat vor kurzem in einem Fachbericht dargestellt, da\u00df von den insektiziden Wirkstoffen Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid aus der Gruppe der Neonikotinoide als Zusatz in den Beizmitteln akute Gefahren f\u00fcr die Gesundheit der Honigbienen ausgehen<\/span><span style=\"font-weight: 300; color: #444444; font-size: 16px; line-height: 1.4em;\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"line-height: 1.4em;\">Im Focus der Kritik stehen dabei die Saatgutbeizen Poncho und Elado (Wirkstoff Clothianidin), Cruiser (Wirkstoff Thiamethoxam) und Gaucho und Chinook (Wirkstoff Imidacloprid). Auch wenn der EFSA-Bericht keine neuen Erkenntnisse gebracht hat, so hat er doch die politischen Entscheidungstr\u00e4ger aufger\u00fcttelt. Die M\u00f6glichkeit eines wie auch immer gearteten Verbots oder eines Aussetzens der Zulassung dieser Beizmittel besteht. Es ist Sinn einer Saatgutbeize, den Feldaufgang und die fr\u00fchen Entwicklungsstadien der Pflanzen gegen\u00fcber Schadpilzen und Sch\u00e4dlingen zu sch\u00fctzen, bzw. die Virus\u00fcbertragung von Sch\u00e4dlingen zu verhindern. Es gibt in Luxemburg drei ackerbauliche Kulturen, in denen die Neonikotinoidbeizen eine Rolle spielen: Mais, Raps und Gerste. Im folgenden soll kurz dargestellt werden, welche Folgen sich durch den Verzicht auf diese Beizmittel ergeben und wie die Praxis reagieren mu\u00df, um Schaden von den Kulturpflanzen abzuwenden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Pflanzenschutz in der Wintergerste<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Gerste richtet sich die Neonikotinoidbeize in erster Linie gegen die <b>Getreideblattl\u00e4use<\/b>, die das Gerstengelbverzwergungsvirus (BYDV) \u00fcbertragen. Bei einem Verzicht auf diese Beize sollte darauf geachtet werden, die Saat nicht vor dem 25. September vorzunehmen, da Fr\u00fchsaaten bevorzugt durch die Haferblattlaus (<i>Rhopalosiphum padi<\/i>), die Gro\u00dfe Getreideblattlaus (<i>Sitobion avenae<\/i>) und die Bleiche Getreideblattlaus (<i>Metopolophium avenae<\/i>) befallen werden. Allerdings schlie\u00dft das die Gefahr eines Lausbefalls nicht g\u00e4nzlich aus, weil der Saattermin immer noch in den Aktivit\u00e4tszeitraum der L\u00e4use f\u00e4llt. Bei Winterweizen ist das weniger ein Problem. Der Landwirt mu\u00df hier deutlich intensiver auf die Blattl\u00e4use im Herbst und auf das Erreichen der wirtschaftlichen Schadensschwelle \u2013 10% befallene Pflanzen bei Fr\u00fchsaaten (Auflauf vor dem 25. September) und 25% bei Normalsaat (Auflauf nach dem 25. September) \u2013 achten. Eine Feldapplikation mit Pyrethroiden ist m\u00f6glich, sollte allerdings mit einer Herbizidma\u00dfnahme verbunden werden, um \u00dcberfahrtkosten zu vermindern. Der Applikationstermin ist von entscheidender Bedeutung, weil der L\u00e4usezuflug im Herbst eher verzettelt stattfindet. Es sollte daher \u00fcberlegt werden, von Seiten der Forschung und Beratung einen Warndienst f\u00fcr Getreideblattl\u00e4use zu etablieren, der nicht nur den Zuflug der einzelnen Arten, sondern auch die potentielle Viruslast erfa\u00dft. Die Saat neben sp\u00e4treifen Maissorten sollte ebenso vermieden werden, wie ungepflegte Feldr\u00e4nder mit hohem Grasanteil, Ausfallgetreide oder das Aufkommen von Quecke, weil dort vielfach ein hohes L\u00e4usepotential vorliegt. Im \u00fcbrigen k\u00f6nnten auch die etablierten Beizen auf der Basis der Pyrethroide immer noch eingesetzt werden, um die Jungpflanzenbest\u00e4nde vor L\u00e4usen effektiv zu sch\u00fctzen. Es m\u00fc\u00dfte dann nur langfristig darauf geachtet werden, da\u00df Herbstspritzungen gegen die L\u00e4use nicht \u201ezur schlechten Angewohnheit\u201c werden, weil sonst Resistenzprobleme bei den Pyrethroiden zu erwarten sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die <b>Zwergzikade<\/b> (<i>Psammotettix alienus<\/i>) kann zwar das Weizenverzwergungsvirus (WDV) auch auf die Gerste \u00fcbertragen, allerdings ist die Schadwirkung in der Gerste deutlich reduziert. Im \u00fcbrigen haben weder die systemischen (Neonikotinoide) noch die Kontaktwirkstoffe (Pyrethroide) in der Beize einen ausreichenden Schutz gegen die Zwergzikade bewirkt. <b>Drahtw\u00fcrmer<\/b> spielen im Getreide bisher in Luxemburg keine Rolle.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b>Fazit:<\/b><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Saatzeitpunkt der Wintergerste nicht vor dem 25. September.<\/li>\n<li><span style=\"line-height: 1.5em;\">D\u00fcnnsaaten vermeiden, da sie von den L\u00e4usen besser wahrgenommen werden.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"line-height: 1.5em;\">Feldstoppel <\/span><span style=\"text-decoration: underline;\">umgehend<\/span><span style=\"line-height: 1.5em;\"> bearbeiten, Ausfallgetreide bek\u00e4mpfen (Feldhygiene).<\/span><\/li>\n<li><span style=\"line-height: 1.5em;\">Am Feldrand Gr\u00e4ser abm\u00e4hen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"line-height: 1.5em;\">Wintergerste m\u00f6glichst nicht in Nachbarschaft zu sp\u00e4treifen Maissorten.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"line-height: 1.5em;\">Bedarfsgerechte N-Gabe zum Herbst und ausreichende Stickstoffverf\u00fcgbarkeit im Fr\u00fchjahr zur Regeneration der durch Viren gesch\u00e4digten Wurzeln.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Pflanzenschutz im Winterraps<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Winterraps kennt zwei Herbstsch\u00e4dlinge: die Kleine Kohlfliege und den Gro\u00dfen Rapserdfloh. Daneben tauchen gelegentlich noch weniger bedeutende Sch\u00e4dlinge auf, wie z.B. Kohlmotte, Schwarzer Kohltriebr\u00fc\u00dfler oder auch die R\u00fcbsenblattwespe. Aber diese Arten haben nur in Extremjahren an wenigen Standorten eine wirtschaftliche Bedeutung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Aufkommen des <b>Rapserdflohs<\/b> ist seit 2007 in Luxemburg stark r\u00fcckl\u00e4ufig. Nur an wenigen, intensiven Rapsstandorten wurde der Bek\u00e4mpfungsrichtwert von 50 K\u00e4fern pro Gelbschale innerhalb von zehn Tagen noch erreicht. Der R\u00fcckgang der Sch\u00e4dlingspopulation in den letzten Jahren kann ein Effekt der Neonikotinoidbeizen gewesen sein; deswegen w\u00e4re bei einer Aussetzung der Zulassung dieser Wirkstoffe ein st\u00e4rkeres Aufkommen des Rapserdflohs zu erwarten. Der Landwirt kann durch Aufstellen von Gelbschalen, aber auch durch regelm\u00e4\u00dfige Kontrolle von Jungpflanzen auf starken Lochfra\u00df (<b>Bild 2<\/b>) den Sch\u00e4dlingsdruck erfassen und bei Erreichen des Bek\u00e4mpfungsrichtwertes eine Feldspritzung mit Pyrethroiden vornehmen, die eventuell mit einer Eink\u00fcrzung verbunden werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bild 2: Fra\u00dfsch\u00e4den durch Erdfl\u00f6he absch\u00e4tzen (Foto: Eickermann).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Raps ist bisher noch die Mesurolbeize zugelassen, die auf dem insektiziden Zusatz von Methiocarb beruht, so da\u00df es bei Feldspritzungen mit Pyrethroiden (z.B. Decis oder Karate) auch keine Gefahr einer Resistenzentwicklung geben d\u00fcrfte. Eine rasche Pflanzenentwicklung beg\u00fcnstigt die Kompensation von Fra\u00dfsch\u00e4den. Sobald zehn Bl\u00e4tter an den Rapspflanzen zu finden sind, richtet der Rapserdfloh keinen Schaden mehr an, au\u00dfer in extrem warmen Wintern, in denen die Eiablage fortgesetzt werden kann (z.B. in 2006\/07). Nicht abzusch\u00e4tzen ist das Aufkommen der <b>Kohlerdfl\u00f6he<\/b>, das sind die \u201ekleinen Br\u00fcder\u201c des Rapserdflohs, die insbesondere an Feldr\u00e4ndern von jungen Best\u00e4nden zu finden sind. Da sie meist aus Altrapsbest\u00e4nden einwandern, kann durch die fr\u00fchzeitige Entfernung dieser \u201eGr\u00fcnen Br\u00fccken\u201c die Anh\u00e4ufung und Zuwanderung dieser Sch\u00e4dlinge deutlich erschwert werden (<b>Bild 3<\/b>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bild 3: Ausfallraps mu\u00df entfernt werden (Foto: Eickermann).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die <b>Kohlfliege<\/b> ist der wichtigste Sch\u00e4dling in jungen Winterraps-Best\u00e4nden. Seine Bedeutung ist durch h\u00f6here Anbaudichten in den letzten 15 Jahren gestiegen. Die bisher verwendeten Neonikotinoidbeizen sch\u00fctzten bisher vor einem Starkbefall, ein vollst\u00e4ndiger Schutz waren diese Wirkstoffe jedoch nicht. Die Mesurol-Beize wirkt nur bedingt gegen Kohlfliegenbefall, so da\u00df hier auf klassische, ackerbauliche Methoden zur\u00fcckgegriffen werden mu\u00df, um Sch\u00e4den zu vermeiden. Insbesondere Fr\u00fchsaaten um den 15. August werden bevorzugt von der Fliege zur Eiablage genutzt. Der Saattermin ist daher entsprechend anzupassen. Ein bevorzugtes R\u00fcckzugsgebiet (\u201egr\u00fcne Br\u00fccke\u201c) f\u00fcr die Kohlfliege sind ferner Best\u00e4nde von Ausfallraps. Diese Altpflanzen m\u00fcssen fr\u00fchzeitig beseitigt werden, insbesondere wenn junge Rapsbest\u00e4nde nicht weit entfernt liegen. Auch sollte in sehr engen Fruchtfolgen auf \u00d6lrettich oder Senf verzichtet werden, da sie Wirtspflanzen der Kohlfliege sind. Eine reduzierte Bodenbearbeitung vermindert zus\u00e4tzlich die Eiablage der Kohlfliege und f\u00f6rdert Laufk\u00e4fer als Gegenspieler der Fliegenlarven.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b>Fazit:<\/b><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Saatzeitpunkt des Winterraps nicht vor 25. August.<\/li>\n<li>F\u00f6rderung einer raschen Pflanzenentwicklung.<\/li>\n<li>Gr\u00fcne Br\u00fccken vermeiden (Ausfallraps umgehend beseitigen durch Unterpfl\u00fcgen, Verzicht auf \u00d6lrettich oder Senf als Gr\u00fcnd\u00fcngung neben jungen Rapssaaten).<\/li>\n<li>Pfluglose Bodenbearbeitung\/Mulchsaat bevorzugen.<\/li>\n<li>Weite Fruchtfolge bevorzugen (mindestens 3-4gliedrig).<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong style=\"line-height: 1.4em;\">Pflanzenschutz im Mais<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Maisanbau wird insbesondere der <b>Drahtwurm<\/b> (die Larve des Saatschnellk\u00e4fers) durch die Neonikotinoidbeize in Schach gehalten (<b>Bild 4<\/b>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bild 4: Drahtwurm nimmt an Bedeutung zu\u00a0(Foto: Parisot).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die H\u00e4ufigkeit des Drahtwurms hat in den letzten Jahren wieder deutlich zugenommen, insbesondere auf Gr\u00fcnland mit hohem Anteil an mehrj\u00e4hrigem Kleegras. Die Schadschwelle liegt bei 1-2 Larven\/m<sup>2<\/sup>. Hier k\u00f6nnte Abhilfe schaffen, nach dem Gr\u00fcnlandumbruch zun\u00e4chst auf den Anbau von Mais auf der gleichen Fl\u00e4che zu verzichten. Auch auf Starkbefallsfl\u00e4chen w\u00e4re der Maisanbau eher zu unterlassen, stattdessen sollte man verst\u00e4rkt Leguminosen (Ackerbohne, K\u00f6rnererbse) in die Fruchtfolge einplanen. Getreide wirkt durch die intensive Wurzelatmung (CO<sub>2<\/sub> lockt die Larven an) eher f\u00f6rdernd. Zwischenfr\u00fcchte (Gelbsenf) oder Untersaaten (Weidelgras) zeigen meist nur ungen\u00fcgende Wirkungen gegen den Drahtwurm. Eine weite Fruchtfolge k\u00f6nnte allerdings bei einigen Landwirten Probleme mit der Verf\u00fcgbarkeit der Felder hervorrufen. Hier sollte sehr sorgsam die Befallssituation auf den Fl\u00e4chen im Vorfeld abgesch\u00e4tzt und auch \u00fcberwacht werden, z.B. durch Pheromonfallen oder K\u00f6derfallen (Weizenkeimlinge oder Kartoffelscheiben). Letztere sind etwas ungenau, und es sollte die Hilfe der Beratung in Anspruch genommen werden. Gelegentlich findet man den Hinweis auf Einsatz von Kalkstickstoff als Unterfu\u00dfd\u00fcngung, da\u00df in Kontakt mit Bodenfeuchte ein larvensch\u00e4dliches Zyanid entwickelt. Davon ist eher abzuraten, da es oft zu Sch\u00e4digungen an der Pflanze kommen kann, insbesondere bei ungenauer Plazierung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es sollte auf eine gute Unkrautbek\u00e4mpfung geachtet werden, da Weibchen des Saatschnellk\u00e4fers dichte, feuchte Pflanzenbest\u00e4nde zur Eiablage bevorzugen. In der Literatur werden Bodenbearbeitungsma\u00dfnahmen gegen den Drahtwurm diskutiert. Insbesondere die Junglarven sind sehr empfindlich gegen\u00fcber Trockenheit. Eine Bearbeitung der Fl\u00e4che im April\/Mai und August\/September mit Pflug, Fr\u00e4se oder Striegel w\u00fcrde diese Jungstadien des Drahtwurms erfassen. Andere Bek\u00e4mpfungsm\u00f6glichkeiten des Drahtwurms wie Einsatz von Nematoden, entomopathogenen Pilzen oder auch Biofumigation sind derzeit nicht praxisrelevant. Sollten die Neonikotinoidbeizen wegfallen, dann bliebe noch die Mesurol-Beize, die eine gen\u00fcgende Wirksamkeit gegen den Drahtwurm zeigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bek\u00e4mpfung der <b>Fritfliege<\/b> kann ebenfalls mit der Mesurol-Beize erfolgen. Hier ist noch eine gute Wirksamkeit gegeben. Auch eine schnelle Pflanzenentwicklung vermindert den Befall, da ab dem 4-Blattstadium die Fritfliege keine Eier mehr am Mais ablegt. Schlecht auflaufende Sp\u00e4tsaaten im 2- bis 3-Blattstadium sind extrem gef\u00e4hrdet und sollten vermieden werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der <b>Maisz\u00fcnsler<\/b> wird grunds\u00e4tzlich nicht mit einer Beize erfa\u00dft, weil er zu sp\u00e4t im Jahr auftritt. Hier hilft eher eine ordentliche Stoppelbearbeitung bis Mai, da die Larven des Maisz\u00fcnslers, die in und um den 1. Knoten sitzen und in der Stoppel \u00fcberwintert haben, sich nicht mehr verpuppen k\u00f6nnen (das ist sonst die Generation, die im Juni zum Neubefall f\u00fchrt). Auch eine tiefgr\u00fcndige Bodenbearbeitung kann helfen. Da der Maisz\u00fcnsler als kleiner Falter hochmobil ist, sollten die Landwirte hier regionale Strategien entwickeln, um eine Neubesiedlung zu vermeiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><b>Fazit:<\/b><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>F\u00fcr die Bek\u00e4mpfung des Drahtwurms weite Fruchtfolgen einhalten, Leguminosen einplanen, empfindliche Stadien durch Bodenbearbeitung bek\u00e4mpfen, Unkraut sorgsam bek\u00e4mpfen und Befallssituation feldspezifisch beobachten.<\/li>\n<li>F\u00fcr die Bek\u00e4mpfung des Maisz\u00fcnslers Stoppelbearbeitung beachten, regional absprechen mit anderen Landwirten, um eine Neubesiedlung zu vermeiden.<\/li>\n<li>F\u00fcr die Bek\u00e4mpfung der Fritfliege eine schnelle Pflanzenentwicklung gew\u00e4hrleisten und auf Sp\u00e4tsaaten eher verzichten.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>\u00a0Probleme sind l\u00f6sbar<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Industrie hat bereits gewarnt, da\u00df sich Kosten von 900 Millionen Euro pro Jahr f\u00fcr Anbauer und Verbraucher durch ein Verbot der Neonikotinoide ergeben k\u00f6nnten. Bei genauerer Hinsicht kommt man aber zu dem Schlu\u00df, da\u00df die Sch\u00e4dlinge auch ohne die Neonikotinoide bek\u00e4mpfbar sind. Sollte es zum Einsatz anderer Saatgutbeizen kommen, z.B. auf der Basis der Pyrethroide oder auch Mesurol-Beize, so sollte immer auf den Einsatz der pneumatischen S\u00e4maschinen geachtet werden, um ein unn\u00f6tiges Ausst\u00e4uben von Wirkstoffpartikeln auf Trachtpflanzen von Best\u00e4ubern zu verhindern. Mechanische oder mit Saugluft arbeitende S\u00e4maschinen m\u00fcssen umger\u00fcstet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie so oft sind die Probleme im Pflanzenschutz \u201ehausgemacht\u201c und in der Landwirtschaft haben wir uns angew\u00f6hnt, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln als erstes Mittel der Wahl zu bevorzugen. Im Sinne eines integrierten Pflanzenschutzes m\u00fcssen wir uns nun wieder auf die ackerbaulichen Ma\u00dfnahmen konzentrieren: Fruchtfolge, Saattermin, Bodenbearbeitung und Feldhygiene. Die Hauptstrategie mu\u00df sein, die Zuwanderung der Sch\u00e4dlinge in die Felder zu verhindern oder zu erschweren, bzw. das Sch\u00e4dlingspotential langfristig zu vermindern. Grunds\u00e4tzlich wirken ackerbauliche Ma\u00dfnahmen nur dann sch\u00e4dlingsregulierend, wenn sie dauerhaft und konsequent umgesetzt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>Gilles Parisot (Chambre d\u2019Agriculture)<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"right\"><i>Dr. Michael Eickermann (CRP-Gabriel Lippmann)<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Europ\u00e4ische Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Authority, EFSA) hat vor kurzem in einem Fachbericht dargestellt, da\u00df von den insektiziden Wirkstoffen Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid aus der Gruppe der Neonikotinoide als Zusatz in den Beizmitteln akute Gefahren f\u00fcr die Gesundheit der Honigbienen ausgehen. Im Focus der Kritik stehen dabei die Saatgutbeizen Poncho und Elado (Wirkstoff Clothianidin), Cruiser (Wirkstoff Thiamethoxam) und Gaucho und Chinook (Wirkstoff Imidacloprid). Auch wenn der EFSA-Bericht keine neuen Erkenntnisse gebracht hat, so hat er doch die politischen Entscheidungstr\u00e4ger aufger\u00fcttelt. 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