{"id":1530,"date":"2012-10-05T16:35:59","date_gmt":"2012-10-05T14:35:59","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1530"},"modified":"2013-08-30T16:02:26","modified_gmt":"2013-08-30T14:02:26","slug":"amtliche-mitteilung-an-alle-landwirte-abanderung-des-grosherzoglichen-nitratreglements","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1530","title":{"rendered":"Amtliche Mitteilung an alle Landwirte:  Ab\u00e4nderung des gro\u00dfherzoglichen Nitratreglements"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Am 29. Juni 2010 wurde das Gro\u00dfherzogtum Luxemburg vom Europ\u00e4ischen Gerichtshof verurteilt, da es vers\u00e4umt hat, alle Rechts- und Verwaltungsvorschriften zu erlassen, die erforderlich sind, um den Verpflichtungen die sich aus den Artikeln 4 und 5, in Verbindung mit Teilen der Anh\u00e4nge II und III, der Richtlinie 91\/676\/EWG des Rates vom 12. Dezember 1991 zum Schutz der Gew\u00e4sser vor Verunreinigung durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen nachzukommen. Daraufhin wurde das gro\u00dfherzogliche Reglement vom 24. November 2000 durch das gro\u00dfherzogliche Reglement vom 30. Dezember 2010 abge\u00e4ndert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach weiteren Unterredungen mit der Europ\u00e4ischen Kommission wurde dieses durch \u00a0das gro\u00dfherzogliche Reglement vom 21. M\u00e4rz 2012 nochmals \u00fcberarbeitet. Wesentliche \u00c4nderungen betreffen vor allem die Ausbringung von stickstoffhaltigen D\u00fcngemitteln (Verfahren, Bedingungen und Zeitr\u00e4ume), sowie die Mindestkapazit\u00e4t f\u00fcr die Lagerung von G\u00fclle und Jauche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben dem bereits bestehenden Ausbringungsverbot von organischem Fl\u00fcssigd\u00fcnger auf Ackerland (bedeckte\/nicht bedeckte B\u00f6den) (15.10.-15.2.\/28.2.), ist die Sperre jetzt auch auf Gr\u00fcnland ausgedehnt worden (16. November-15. Februar) und bezieht sich ebenfalls auf Fl\u00fcssigmist (&lt; 14% TS), Gefl\u00fcgelmist und Gefl\u00fcgelkot. Ferner mu\u00df jeder Betrieb f\u00fcr die Lagerung von Fl\u00fcssigd\u00fcnger \u00fcber eine Lagerkapazit\u00e4t je nach Sperrfrist von bis zu 4,5 Monaten verf\u00fcgen, entweder auf dem eigenen Betrieb oder \u00fcber anderweitige Absprachen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Die wichtigsten Neuerungen des gro\u00dfherzoglichen Reglements sind:<\/b><\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<ul>\n<li><b>ein landesweites Ausbringungsverbot f\u00fcr G\u00fclle, Jauche und Fl\u00fcssigkl\u00e4rschlamm vom 16. November bis 15. Februar;<\/b><\/li>\n<li><b>ein landesweites Ausbringungsverbot f\u00fcr Fl\u00fcssigmist (&lt;14% TS), Gefl\u00fcgelmist und Gefl\u00fcgelkot vom 16. November bis 15. Februar auf Gr\u00fcnlandfl\u00e4chen;<\/b><\/li>\n<li><b>ein landesweites Ausbringungsverbot f\u00fcr stickstoffhaltige Minerald\u00fcnger vom 16. November bis 15. Februar;<\/b><\/li>\n<li><b>eine Mindestkapazit\u00e4t f\u00fcr die Lagerung von G\u00fclle und Jauche von bis zu 4,5 Monaten (bei Neubauten wird weiterhin eine Mindestkapazit\u00e4t f\u00fcr die Lagerung von G\u00fclle, Jauche und Biogasg\u00fclle von 6 Monaten gefordert);<\/b><\/li>\n<li><b>eine Pr\u00e4zisierung bez\u00fcglich der Ausnahmegenehmigungen<\/b>.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u00a0Verhalten bei Frost und Schnee sowie bei Staun\u00e4sse<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Laut Nitratreglement besteht ein Ausbringungsverbot von organischen und mineralischen Stickstoffd\u00fcngern (G\u00fclle, Jauche, Mist, Kompost, Kl\u00e4rschlamm, Kalkammonsalpeter (KAS), AHL, alle stickstoffhaltigen Mehrn\u00e4hrstoff-Minerald\u00fcnger (NP- und NPK-Sorten), usw.):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<b><i>1)<\/i><\/b><i> auf B\u00f6den, die tiefgr\u00fcndig gefroren sind, so da\u00df die Gefahr von oberfl\u00e4chlichen Abschwemmungen au\u00dferhalb der Ausbringungszone besteht,<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>\u00a0<\/i><b><i>2)<\/i><\/b><i> auf durchn\u00e4\u00dften, \u00fcberschwemmten oder mit Schnee bedeckten B\u00f6den, insbesondere wenn deren Aufnahmekapazit\u00e4t \u00fcberschritten ist.<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0<b>Zu Punkt 1<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf tief(gr\u00fcndig) gefrorenen B\u00f6den d\u00fcrfen die genannten D\u00fcngemittel nicht ausgebracht werden. In F\u00e4llen, in denen der Boden z.T. nachts und am Morgen oberfl\u00e4chlich gefroren ist, die d\u00fcnne oberfl\u00e4chliche Gefrierschicht tags\u00fcber bei Sonneneinstrahlung jedoch wieder auftaut und der Boden daher aufnahmef\u00e4hig ist, handelt es sich nicht um einen tief gefrorenen Boden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um das Risiko eines Versto\u00dfes m\u00f6glichst gering zu halten und um Mi\u00dfverst\u00e4ndnissen vorzubeugen, wird von der Ausbringung von Stickstoffd\u00fcnger abgeraten, wenn ein Boden oberfl\u00e4chlich oder in der Tiefe gefroren ist (Temperatur ganzt\u00e4gig unter 0 Grad C). Des weiteren wird dringend geraten, sich nach der Wettervorhersage zu richten, z.B. das Angebot des MBR (Wetterfax) zu nutzen. Hier werden Daten f\u00fcr Luxemburg \u00fcber Frosteindringtiefen und Auftautiefen ver\u00f6ffentlicht. Zudem liefert die Internetseite der Ackerbauverwaltung\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.asta.etat.lu\/\">http:\/\/www.asta.etat.lu<\/a> aktualisierte Klimadaten f\u00fcr die verschiedenen Regionen Luxemburgs. 12 automatische Klimastationen beinhalten u.a. interessante Informationen \u00fcber die Frosttiefe im Boden, insbesondere die Messungen bei -5 und bei -15 cm, 7 weitere Stationen werden im Laufe des Jahres folgen. Insbesondere bei Voraussage von Starkregenereignissen sowie von Schneeschmelze ist von der Ausbringung von Stickstoffd\u00fcngern abzusehen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><b>Zu Punkt 2<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei durchn\u00e4\u00dften und \u00fcberschwemmten B\u00f6den ist das Ausbringen stickstoffhaltiger D\u00fcnger verboten. Die Entscheidung, ob die Befahrbarkeit einer Nutzfl\u00e4che noch gegeben ist, obliegt dem Landwirt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch auf schneebedeckten B\u00f6den ist das Ausbringen stickstoffhaltiger D\u00fcnger verboten. Da es bei \u201eschneebedeckten B\u00f6den\u201c immer wieder zu Diskussionen kommt, kann folgende Leitlinie dienen: Eine \u201egeschlossene\u201c Schneedecke liegt vor, wenn keine Bodenteile im Ackerland bzw. im Gr\u00fcnland mehr sichtbar sind bzw. die Schneedecke eine Mindesth\u00f6he von \u00fcber 5 cm aufweist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Falle einer leichten Schneedecke (leicht angezuckerte B\u00f6den) oder bei teilweise schneebedeckten Nutzfl\u00e4chen sollte die Wettervorhersage der nachfolgenden Tage unbedingt in Betracht gezogen werden. Wird Niederschlag vorausgesagt, sollte auf eine D\u00fcngung verzichtet werden. Im Zweifelsfall raten wir dem Landwirt, die Wettervorhersage aufzubewahren und die Wetterlage vor Ort fotografisch festzuhalten, da die Fotos bei einer m\u00f6glichen Vor-Ort-Kontrolle als Argument dienen k\u00f6nnten. Achtung: Bei leichter Schneedecke oder bei teilweise schneebedeckten Nutzfl\u00e4chen kann der Boden tiefgr\u00fcndig gefroren sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In beiden Punkten mu\u00df der Landwirt absch\u00e4tzen, wie hoch das Auswaschungs- bzw. das Abschwemmungsrisiko auf einer bestimmten Fl\u00e4che ist. Bei zweifelhaften Entscheidungen und im Falle einer vollen G\u00fcllegrube sollten risikoreiche Fl\u00e4chen (z.B. Fl\u00e4chen mit mehr oder minder starkem Gef\u00e4lle, Fl\u00e4chen in der N\u00e4he von Gew\u00e4ssern) gemieden werden und die Ausbringung auf weniger risikoreiche Fl\u00e4chen (z.B. ebene Fl\u00e4chen, Fl\u00e4chen mit ausreichender Vegetation als R\u00fcckhalt) erfolgen. Es ist auch ratsam, einen gewissen Abstand von Wegegr\u00e4ben zu halten. Zudem sollte unterschieden werden, um welche Art von organischem D\u00fcnger es sich handelt; beispielsweise ist die Abschwemmungsgefahr bei fl\u00fcssigen organischen D\u00fcngern (G\u00fclle, Jauche, Fl\u00fcssigkl\u00e4rschlamm) gr\u00f6\u00dfer als zum Beispiel bei Stallmist oder Kompost.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei Nutzfl\u00e4chen ohne Bewuchs und mit mehr als 8% Hangneigung ist das Ausbringen von stickstoffhaltigen Minerald\u00fcngern, G\u00fclle, Jauche und Fl\u00fcssigkl\u00e4rschlamm verboten, au\u00dfer diese D\u00fcnger werden baldm\u00f6glichst und sp\u00e4testens innerhalb 48 Stunden (bei Teilnahme an der Landschaftspflegepr\u00e4mie: innerhalb 24 Stunden) eingearbeitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei Fragen stehen Ihnen die Wasserwirtschaftsverwaltung (Tel.: 26 02 86 \u2013 48) sowie die ASTA (Service agri-environnement) (Tel.: 45 71 72-311, -240, -226) zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><i>Mitgeteilt vom Ministerium f\u00fcr Inneres und f\u00fcr die Gro\u00dfregion und vom Ministerium f\u00fcr Landwirtschaft, Weinbau und die Entwicklung des l\u00e4ndlichen Raumes.<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 29. 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