{"id":1468,"date":"2013-01-04T16:34:41","date_gmt":"2013-01-04T15:34:41","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1468"},"modified":"2013-08-30T15:54:14","modified_gmt":"2013-08-30T13:54:14","slug":"vereinigte-hagel-in-luxemburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1468","title":{"rendered":"Vereinigte Hagel in Luxemburg"},"content":{"rendered":"<h4 align=\"center\"><em><b>Bezirksverein Luxemburg h\u00e4lt seine erste Generalversammlung ab<\/b><\/em><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Aufruf zur Gr\u00fcndung eines Bezirksvereins Luxemburg der Vereinigten Hagel im M\u00e4rz dieses Jahres folgte am 28. Dezember die erste Generalversammlung des neuen Vereins, die in der Festscheune A Guddesch in Beringen\/Mersch stattfand.<\/p>\n<h3 align=\"center\"><b>Spezialversicherer mit europ\u00e4ischer Marktf\u00fchrerschaft<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Vorstandsvorsitzende der Vereinigten Hagel, Dr. Rainer Langner, kam kurz auf die Historie und die heutige Konzernstruktur der Vereinigten Hagel zu sprechen, die auf eine mehr als 180j\u00e4hrige Tradition als Spezialversicherer zur\u00fcckblicken kann und als solcher heute Marktf\u00fchrer in Europa ist. Die Vereinigte Hagel ging 1993 aus der bereits 1824 gegr\u00fcndeten Leipziger Hagelversicherung und der Norddeutschen Hagel hervor. 100%ige T\u00f6chter der Vereinigten Hagel sind die heute noch rechtlich selbst\u00e4ndige K\u00f6lnische Hagel sowie die Agro EDV Rechenzentrum GmbH. Daneben gibt es die Niederlassung VH Italia in Verona und eine Beteiligung an der Concordia Polska. Die Vereinigte Hagel ist des weiteren in den Benelux-L\u00e4ndern, D\u00e4nemark und Litauen als Spezialversicherer aktiv, wobei das Gesch\u00e4ft in Belgien jetzt erst starten kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Langner wies auf den Gegenseitigkeitsgedanken des genossenschaftlich organisierten Versicherungsvereins hin, der nicht gewinnorientiert ist. Die Mitglieder sind gleichzeitig Eigent\u00fcmer und Versicherte und als Eigent\u00fcmer tragen sie sich gegenseitig nach dem Motto <i>Alle f\u00fcr einen, einer f\u00fcr alle<\/i>. Der Vorstandsvorsitzende wies diesbez\u00fcglich auf zwei Vorteile gegen\u00fcber Kapitalgesellschaften hin, n\u00e4mlich die Selbst\u00e4ndigkeit und die Unabh\u00e4ngigkeit der Versicherung und ihrer Mitglieder. Des weiteren betonte er die starke vereinsm\u00e4\u00dfige Verbundenheit der Mitglieder sowie den sehr stark ehrenamtlichen Charakter innerhalb der Vereinigten Hagel. \u201eEs kommen viele Ideen aus der Praxis heraus. Ich glaube, das macht auch die St\u00e4rke eines solchen Unternehmens aus\u201c, versicherte Dr. Langner. Als weitere Aspekte nannte er die gemeinsame verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Risikotragung sowie die Nachschu\u00dfpflicht durch die Mitglieder. Letztere sei bislang nur einmal zur Anwendung gekommen. Diesbez\u00fcglich machte der Vorstandsvorsitzende im folgenden deutlich, da\u00df durch das Wachstum der Versicherung im Ausland eine viel bessere Risikostreuung erreicht wurde, somit die gro\u00dfen j\u00e4hrlichen Schwankungen bei der Schadensquote allein schon durch die geographische Variabilit\u00e4t wesentlich besser als fr\u00fcher aufgefangen werden k\u00f6nnen. Mittlerweile sind inclusive Italien und Litauen 6,5-7 Mio. ha versichert. Durch die Produktausdehnung, verbunden mit wachsender Haftung, ist die Beitragsentwicklung sehr stark nach oben gegangen und betr\u00e4gt fast 150 Mio. Euro. Der Vorstandsvorsitzende machte auf die schlanken Strukturen in der Vereinigten Hagel aufmerksam, die es erlauben, die Kostenquote der Versicherung mit knapp 15% niedrig zu halten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Langner zeigte f\u00fcr das Beispiel Luxemburg auf, wie gro\u00df die Schwankungen bei der Schadensquote allein hierzulande waren (30% bis 600%). Es wurde f\u00fcr Luxemburg also bis zum sechsfachen der Pr\u00e4mien zur Schadensbehebung ausbezahlt. Dieses Jahr ergaben sich f\u00fcr Luxemburg 75,5%, w\u00e4hrend in Litauen nur 23,5% herauskamen. Insgesamt kam die Gruppe auf einen Durchschnitt von 63%, so da\u00df R\u00fccklagen gebildet werden konnten (Unterschadensjahr). Dr. Langner zeigte auf, da\u00df sich in den letzten zehn Jahren \u00dcberschadens- und Unterschadensjahre die Waage hielten, da\u00df aber aufgrund der besseren Risikostreuung die Spitzen flacher, damit gleichzeitig auch die R\u00fcckversicherungsquoten g\u00fcnstiger werden. Die derzeit 1.300 Sachverst\u00e4ndigen haben 2012 knapp 13.000 Einsatztage gehabt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Vorstandsvorsitzende zeigte anschlie\u00dfend die Struktur der beschlu\u00dff\u00e4higen Organe anhand einer Pyramide auf: in 63 Bezirksvereinen sind die mehr als 100.000 Mitglieder organisiert. Diese sind in der j\u00e4hrlichen Mitgliederhauptversammlung \u00fcber ihre Vorsitzenden vertreten. Dar\u00fcber stehen als st\u00e4ndige Organe der Aufsichtsrat und der Vorstand.<\/p>\n<h3 align=\"center\"><b>Luxemburg wird von Alzey aus betreut<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-align: justify; line-height: 1.4em;\">Als nachfolgender Redner kam Dr. Heinzbert Hurtmanns, Bezirksdirektor in Alzey, auf das Gesch\u00e4ftsergebnis seines Bezirks zu sprechen. Der Redner erl\u00e4uterte zun\u00e4chst, da\u00df von Alzey aus Rheinland-Pfalz, S\u00fcdhessen, das Saarland und Luxemburg betreut werden. Die Alzeyer Bezirksdirektion ist f\u00fcr die Vertragsbetreuung und Schadenbearbeitung zust\u00e4ndig. Acht Au\u00dfendienstmitarbeiter der Bezirksdirektion betreuen insgesamt 7.004 Betriebe, wovon sich 1.184 in Luxemburg befinden. Die Mitglieder sind in nunmehr sechs Bezirksvereinen organisiert.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Hurtmanns f\u00fchrte aus, da\u00df man mittlerweile 231.146 ha versicherte Fl\u00e4che betreut. Bei der Versicherungssumme wurde gegen\u00fcber dem Vorjahr ein Plus von 3,9% erzielt, bei den Pr\u00e4mien ein Plus von 5,8%. Binnen zehn Jahren wurde quasi eine Verdopplung der Pr\u00e4mien realisiert. Die Schadensquote lag 2012 insgesamt nur bei 30%, also im Durchschnitt deutlich niedriger als in Luxemburg. Dr. Hurtmanns fand lobende Worte f\u00fcr das Schadenssch\u00e4tzerteam: \u201eWir sind stolz, da\u00df wir das Luxemburger Expertenteam haben.\u201c<\/p>\n<h3 align=\"center\"><b>Aufw\u00e4rtstrend auch in Luxemburg<\/b><\/h3>\n<p>Die besagten 75,5% f\u00fcr Luxemburg sind noch niedrig im Vergleich zu einem verhagelten Jahr, wie der Mandataire g\u00e9n\u00e9ral f\u00fcr Luxemburg, Toni Esch, im folgenden ausf\u00fchrte. Im Jahr 2000 mit seinen verbreiteten Hagelsch\u00e4den wurde die bislang h\u00f6chste Schadensquote von 600% registriert, damals noch mit einer fast reinen Hagelversicherung \u2013 sieht man von der 1999 eingef\u00fchrten Frostschaden-Versicherung im Weinbau ab. Kooperiert wurde seit 1999 mit Le Foyer, ab 2001 auch mit La Luxembourgeoise.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2004 wurde die Mehrgefahrenversicherung f\u00fcr den Ackerbau eingef\u00fchrt, die ein Jahr sp\u00e4ter noch einmal \u00fcberarbeitet wurde. Im vergangenen Jahr dann wurde im Zuge einer europaweiten Harmonisierung aus der fr\u00fcheren MGV die st\u00e4rker ausdifferenzierte Secufarm mit f\u00fcnf verschiedenen \u201ePackages\u201c, die in unterschiedlichem Ma\u00dfe Risiken abdecken und ein individuelles, kulturartenspezifisches und somit angepa\u00dftes Risikomanagement im Acker- und Weinbau erlauben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Toni Esch kam dann auf die Gesch\u00e4ftsentwicklung im Gro\u00dfherzogtum zu sprechen. Binnen zehn Jahren (2003-12) wurde die versicherte Fl\u00e4che von 20.800 ha auf 31.200 ha gesteigert. Die Pr\u00e4mien wurden in diesem Zeitraum nahezu verdoppelt. Das Jahr 2012 hat einen deutlichen Zuwachs bei den Pr\u00e4mien von 11,8% (auf 2,23 Mio. Euro) bei einer nur geringen Fl\u00e4chensteigerung von knapp 0,8% gebracht, was Toni Esch auf eine Kombination von zwei Effekten erkl\u00e4rte: zum einen die Abschw\u00e4chung des Gesch\u00e4fts im Kulturjahr 2009\/10 und zum anderen die Einf\u00fchrung von Secufarm im Herbst 2011, die einen deutlichen Aufschwung bei der Mehrgefahrenversicherung bedeutete, weswegen hierzulande inzwischen auf fast 30% der versicherten Fl\u00e4che zus\u00e4tzliche Risiken abgedeckt werden. Mittlerweile entfallen 60% der Pr\u00e4mien auf den Ackerbau, w\u00e4hrend vor zehn Jahren noch der Weinbau das Gros ausmachte. Besonders stark war die Steigerung im Segment Getreide\/H\u00fclsenfr\u00fchte, wo 2012 rund zweieinhalbfach mehr zusammenkam als im Vorjahr. Die Versicherungssumme wurde 2012 um 4,9% auf 75,2 Mio. Euro gesteigert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Toni Esch lie\u00df dann die Schadenssaison 2012 Revue passieren. Er zeigte Bilder von den Sp\u00e4tfrostsch\u00e4den in Wein und Getreide sowie Verschl\u00e4mmungs-, Sturm- und Fr\u00fchfrostsch\u00e4den im Mais. Hinzu kamen Sch\u00e4den von einem Hagelzug an der Mosel. Von den 1,6 Mio. Euro, die an Versicherte in Luxemburg geflossen sind, entfielen allein 1,25 Mio. Euro auf Wein.<\/p>\n<h3 align=\"center\"><b>Wahlen zum Vorsitz<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als n\u00e4chstes standen die Wahlen f\u00fcr den Vorsitz des neuen Bezirksverein auf der Tagesordnung. Die Wahlkommission schlug Nico Eischen aus Oberwampach f\u00fcr den Vorsitz vor. Er wurde mit nur einer Enthaltung zum neuen Vorsitzenden gew\u00e4hlt. Zum Stellvertreter wurde Tom Schumacher aus Wormeldange gew\u00e4hlt. Des weiteren wurden die drei Delegierten f\u00fcr die Jahreshauptversammlung bestimmt. Dem Vorschlag, die beiden Vorsitzenden zum Delegierten bzw. ersten Stellvertreter zu machen, wurde von der Versammlung stattgegeben. Zum zweiten Stellvertreter wurde Guy Noesen aus Cruchten gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Sachverst\u00e4ndigen f\u00fcr die Schadenssch\u00e4tzung wurden einstimmig gew\u00e4hlt: Dies sind Jean Berns aus Feulen, Guy Boentges aus Gruemmelscheid, Jos Flammang aus Kehlen, Ed Hansen aus Hellange, Pierre Hentzen aus Wellenstein, Jean-Pierre Kirsch aus Clemency, Marc Malget aus Hachiville, Pierre Neser aus Hamiville, Henri Reding aus Eschette, Ad Sprangers aus Weiler, Pierre Theisen aus Schuttrange und Pol Weckering aus Medernach.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Licht- und Schattenseiten des Klimawandels<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Anschlu\u00df referierte ZDF-Wetterexperte Dr. Gunther Tiersch \u00fcber den Klimawandel und seine potentiellen Auswirkungen bis zum Ende des 21. Jahrhunderts. Mit seinem kurzweiligen Vortrag gab der deutsche \u201eTV-Wetterfrosch\u201c so manche neue Anregung bez\u00fcglich der Wetterk\u00fcche und was diese uns k\u00fcnftig an Extras bereithalten wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Tiersch holte zun\u00e4chst ganz weit aus und zeigte anhand der Weltkarte, was die Wetterk\u00fcche weltweit am laufen h\u00e4lt. Zwischen dem (laut bisherigen Messungen) hei\u00dfesten Ort im Iran mit 70,7\u00b0C und dem k\u00e4ltesten in der Antarktis mit -89\u00b0C liegen potentiell immerhin ca. 160 Grad Unterschied. F\u00fcr einen weltweiten Ausgleich des Klimas sorgen die Ozeane, denn das Klima ist stark abh\u00e4ngig von Meeresstr\u00f6mungen. Diese Str\u00f6mungen, die in allen Weltmeeren stetig funktionieren, sorgen f\u00fcr den Transport kalten Wasser in Richtung warme Breiten und umgekehrt. Wir sind Profiteure des Golfstroms, der warmes Meerwasser bis nach Nordeuropa transportiert. Doch f\u00fcr tropische Wirbelst\u00fcrme reicht die Wassertemperatur nach dem Transport auf die andere Seite des Atlantiks bei weitem nicht mehr aus. Hierf\u00fcr sind mindestens 28\u00b0C erforderlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Troposph\u00e4re, bis in maximal 20 km H\u00f6he, spielt sich unser Wetter ab. Dank des nat\u00fcrlichen Treibhauseffekts, der daf\u00fcr sorgt, da\u00df die Abstrahlung von W\u00e4rme ins All teilweise verhindert wird, haben wir auf der Erde anstatt durchschnittlichen minus 18\u00b0C (wie auf einem Planeten ohne Atmosph\u00e4re zu messen w\u00e4re) plus 15\u00b0C. Kohlendioxid, Wasserdampf und Methan sind die nat\u00fcrlichen Treibhausgase, die am st\u00e4rksten wiegen. Hinzu kommen die menschengemachten Belastungen, die bez\u00fcglich Verbindungen gro\u00dfteils identisch mit den nat\u00fcrlichen Verbindungen sind. Dr. Tiersch bezifferte diesen Teil auf 33 Mrd. Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Spitzenreiter seien China und die USA. Er zeigte das krasse Beispiel China auf. 70% des Energiebedarf Chinas wird mit Kohle gedeckt, pro Woche kommen ein bis zwei neue Kohlekraftwerke hinzu. Hinzu kommen gigantische Mengen an Schwefel und Ru\u00df aus Hausbrand und Kraftwerken ohne Filtertechnik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und sowohl die Klimagasemissionen als auch andere Gas- oder Partikelemissionen scheren sich nicht an nationalen Grenzen. Der Wetterexperte zeigte Aufnahmen der US-Weltraumbeh\u00f6rde NASA vom gesamten Planeten, wo man deutlich erkennen konnte, wie Saharasand nach Sandst\u00fcrmen bis in die Karibik und europ\u00e4ische Schwefelemissionen bei der in unseren Breiten \u00fcblichen Westdrift bis weit nach Sibirien verfrachtet werden. Chinas gigantische Schwefelemissionen scheinen sich eher \u201eim Kreise zu drehen\u201c, bleiben dank der atmosph\u00e4rischen Str\u00f6mungen der Region dem Reich der Mitte deshalb gro\u00dfteils erhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Binnen 50 Jahren ist der Kohlendioxidgehalt in der Atmosp\u00e4re schon um mehr als 30% gestiegen. Die Durchschnittstemperatur auf der Erde hat seit 1900 um etwa 0,8\u00b0C zugenommen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Klima\u00e4nderungen auf der Nordhalbkugel am st\u00e4rksten<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Tiersch kam im folgenden auf die gegenw\u00e4rtigen Prognosen f\u00fcr den Klimawandel zu sprechen. Die Erw\u00e4rmung wird demzufolge auf der Nordhalbkugel am st\u00e4rksten sein. Aber auch auf der Nordhalbkugel sind die Unterschiede sehr gro\u00df. Bis \u00fcber 10\u00b0C Erh\u00f6hung soll es in der Arktis geben, w\u00e4hrend bei uns in Zentraleuropa 3-4\u00b0C Erh\u00f6hung angenommen werden. Besonders bedenklich ist die Tatsache, da\u00df der Permafrostboden in den Gebirgen und vor allem in den Weiten Sibiriens immer mehr auftaut. Dabei werden enorme Mengen an Methan frei, wobei Methan ein viel st\u00e4rker wirkendes Klimagas ist als Kohlendioxid. Hinzu kommt der schlafende Riese Gr\u00f6nland mit seinem gigantischen Vorrat an Gletschereis. Wenn dieser Vorrat vollst\u00e4ndig abtauen w\u00fcrde, w\u00e4re ein Anstieg des Meeresspiegels von acht Metern zu erwarten. Der ZDF-Wetterexperte merkte hierzu an, da\u00df das Abtauen des gr\u00f6nl\u00e4ndischen Gletschereises abseits der K\u00fcste beginnen wird, wenn die Durchschnittstemperatur dort um weitere 1,6\u00b0C ansteigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als positiven Effekt der Erw\u00e4rmung erw\u00e4hnte der Redner die k\u00fcnftige Verk\u00fcrzung des Seewege zwischen Atlantik und Pazifik via Nordwest- bzw. Nordostpassage. Letztere ist inzwischen im September offen und das Zeitfenster wird k\u00fcnftig deutlich weiter offen sein als heute.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Tiersch zeigte sich \u00fcberzeugt, da\u00df das im Sommer schmelzende Arktiseis einen weiteren direkten Effekt auf unser Wetter hat. Wegen der abnehmenden Temperaturdifferenz zur Arktis wird die Weststr\u00f6mung ab- und Nord- und S\u00fcdstr\u00f6mungen zunehmen. Seit vier Jahren seien diese Alternativen h\u00e4ufiger zu beobachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er nannte in diesem Kontext das Beispiel Sommer 2011: W\u00e4hrend es im Nordwesten Europas monatelang k\u00fchl war, verzeichnete Ru\u00dfland monatelange Hitze. \u201eDiese Extreme werden h\u00e4ufiger\u201c, konstatierte er.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Klimawandel in Luxemburg \u2013 Chancen und Risiken<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Wetterexperte kam dann auf den Klimawandel in Mitteleuropa zu sprechen. Seit den 50er Jahren haben hei\u00dfe Tage zugenommen und die Eistage (Maximum kleiner 0\u00b0C) abgenommen. Am Niederrhein sind im Durchschnitt inzwischen weniger als zehn Eistage pro Jahr zu erwarten. Frostsch\u00e4den werden potentiell abnehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den n\u00e4chsten 70 Jahren sind in Luxemburg und in der Mitte Deutschlands bei der Jahresdurchschnittstemperatur 3\u00b0C mehr zu erwarten, im \u00e4u\u00dfersten S\u00fcden Deutschlands sogar 4\u00b0C mehr. Hitzetage (Maximum \u00fcber 30\u00b0C) werden zunehmen \u2013 bei uns um 20 Tage pro Jahr \u2013, ebenso tropische N\u00e4chte (Minimum gr\u00f6\u00dfer 20\u00b0C), f\u00fcr die 15 N\u00e4chte pro Jahr veranschlagt werden. Die Sommer werden trockener und in 20 Jahren wird auch in Luxemburg die D\u00fcrregefahr steigen. Zum Thema Hitze zeigte der Referent ein Szenario f\u00fcr 2030 auf mit verdorrenden Feldfr\u00fcchten Anfang Juli. Die Zahl der Hitzeopfer wird zunehmen. Im hei\u00dfen Sommer 2003 gab es bereits ein Plus von 15.000 Hitzetoten in Frankreich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Winter sollen den Prognosen zufolge die Niederschl\u00e4ge in Luxemburg um 25-30% zunehmen, im Sommer um 30-40% abnehmen. Heftige Niederschl\u00e4ge werden h\u00e4ufiger sein. W\u00e4hrend man heute bei 20 mm pro Stunde bzw. 100 mm pro Tag von sehr gro\u00dfen Regenmengen spricht, werden k\u00fcnftig 40-80 mm\/h und \u00fcber 200 mm\/d m\u00f6glich sein. Die Kanalisation ist nicht f\u00fcr solch gro\u00dfe Wassermengen ausgelegt. Au\u00dferdem birgt der extreme Starkregen ein gro\u00dfes Wassererosionsrisiko auf den Feldern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch bez\u00fcglich anderer Parameter wird sich das ver\u00e4nderte Klima auf die Pflanzenproduktion auswirken. Die Bearbeitung schwerer B\u00f6den wird schwieriger, der Bew\u00e4sserungsbedarf im Ackerbau steigt. Neue Kulturen mit h\u00f6herem W\u00e4rmebedarf k\u00f6nnen angebaut werden, der Weinbau kann weiter nach Norden vordringen. Die Vegetationszeit wird hierzulande bis 2060 um ca. 30 Tage steigen. Durch den steigenden Kohlendioxidgehalt wird die Photosynthese beg\u00fcnstigt; die Verdunstung sinkt potentiell, so da\u00df die B\u00f6den zumindest theoretisch ihre Vorr\u00e4te an Wasser strecken k\u00f6nnen. N-, Aminos\u00e4ure- und Eiwei\u00dfgehalt sinken in den Nutzpflanzen. Der Winterweizenertrag steigt den Prognosen zufolge um ein Sechstel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber das ver\u00e4nderte Klima hat auch Auswirkungen auf Insektenpopulationen. So ist bei w\u00e4rmebed\u00fcrtigeren Arten wie dem Apfelwickler stets mit einer starken 2. Generation, beim Traubenwickler mit einer dritten Generation zu rechnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die Viehwirtschaft wird die Folgen des Klimawandels sp\u00fcren. Neue Seuchen werden die heimischen Viehbest\u00e4nde heimsuchen. Au\u00dferdem ist eine Klimatisierung der St\u00e4lle n\u00f6tig. Auch f\u00fcr den Menschen drohen neue Gefahren. So k\u00f6nnte die Tigerm\u00fccke, bekannt als \u00dcbertr\u00e4gerin des Dengue-Fiebers, bei uns heimisch werden. Am Oberrhein wurden bereits einzelne Exemplare gefunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sturmereignisse werden heftiger ausfallen. Es wird mit einer mittleren Zunahme der Windgeschwindigkeit um 2-5 km\/h gerechnet.<\/p>\n<p>K\u00fcnftig wird auch im verw\u00f6hnten Mitteleuropa jedem weniger Wasser zur Verf\u00fcgung stehen als heute. Der Mittelmeerraum verw\u00fcstet sogar allm\u00e4hlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine ungew\u00f6hnliche Auswirkung entsteht durch die Erh\u00f6hung der Temperatur von Flie\u00dfgew\u00e4ssern. Bei 28,2\u00b0C Wassertemperatur ist eine Entnahme f\u00fcr K\u00fchlzwecke in Deutschland nicht mehr gestattet. 2003 mu\u00dften deshalb schon einige Kraftwerke abgeschaltet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich kam Dr. Tiersch kurz auf die Klimawandelszenarien des Weltklimarates zu sprechen, die bzgl. der Temperaturerh\u00f6hung in den n\u00e4chsten Jahrzehnten von unterschiedlichen Modellannahmen ausgehen und deshalb unterschiedliche Werte errechnen. Der ZDF-Wetterexperte konstatierte diesbez\u00fcglich: \u201eWir sind auf dem besten Weg, das schlechtere Szenario von vor f\u00fcnf Jahren zu verwirklichen. Eine Erh\u00f6hung um 2\u00b0C w\u00e4re wirtschaftich noch ertr\u00e4glich. Wir sind ebenfalls auf dem besten Weg, dies zu verfehlen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis 2050 h\u00e4tte man noch kumuliert 750 Mrd. t Kohlendioxidemissionen zugute, um das Klimaziel \u2013 die Begrenzung auf maximal 2\u00b0C zus\u00e4tzlich \u2013 erreichen zu k\u00f6nnen. Mit den heute bestehenden 33-35 Mrd. t j\u00e4hrlich ist dieses Ziel jedoch nicht zu erreichen. Deshalb sind Reduktionsma\u00dfnahmen unumg\u00e4nglich. \u201eMit Energiesparen ist am meisten zu tun\u201c, versicherte Dr. Tiersch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bezirksverein Luxemburg h\u00e4lt seine erste Generalversammlung ab Nach dem Aufruf zur Gr\u00fcndung eines Bezirksvereins Luxemburg der Vereinigten Hagel im M\u00e4rz dieses Jahres folgte am 28. Dezember die erste Generalversammlung des neuen Vereins, die in der Festscheune A Guddesch in Beringen\/Mersch stattfand. 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