{"id":1456,"date":"2013-01-18T15:28:11","date_gmt":"2013-01-18T14:28:11","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1456"},"modified":"2013-08-30T15:52:13","modified_gmt":"2013-08-30T13:52:13","slug":"stop-dem-flachenverbrauch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1456","title":{"rendered":"Stop dem Fl\u00e4chenverbrauch"},"content":{"rendered":"<h4 align=\"center\"><i>\u00dcberm\u00e4\u00dfiger Fl\u00e4chenverbrauch \u2013 ein europ\u00e4isches und nationales Problem<\/i><\/h4>\n<h4 align=\"center\"><b><i>Wann wird die Politik endlich handeln?<\/i><\/b><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>\u00a0<\/i>Mit der Frage \u201eWieviele Betriebe werden wohl noch zubetoniert?\u201c hat die Bauernzentrale vor einem knappen Jahr auf das Problem des \u00fcbertriebenen Fl\u00e4chenverbrauchs hierzulande hingewiesen und dasselbe \u00fcbers Jahr 2012 hindurch mehrfach thematisiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der unm\u00e4\u00dfige Fl\u00e4chenverbrauch f\u00fcr Siedlungs- und sonstige Zwecke ist nicht nur ein Problem, welches sich in sehr akuter Weise hierzulande stellt. Der \u00fcberm\u00e4\u00dfige Fl\u00e4chenverbrauch ist ein europaweites Problem. So eine der Schlu\u00dffolgerungen, die aus der Auswertung hervorgeht, die das deutsche Bundesinstitut f\u00fcr Bau-, Stadt- und Raumforschung von Angaben der Europ\u00e4ischen Umweltagentur zu Landnutzungs\u00e4nderungen vorgenommen und k\u00fcrzlich publiziert hat. Ob deren Pertinenz gehen wir nachstehend auf ein paar der in der Analyse des Bundesinstituts f\u00fcr Bau-, Stadt- und Raumforschung enthaltenen Ausf\u00fchrungen ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gem\u00e4\u00df diesen Angaben lag die Fl\u00e4cheninanspruchnahme durch Versieglung bzw. Bebauung in Europa zwischen 2000 und 2006 bei rund 116.000 ha pro Jahr: 70% davon wurden f\u00fcr St\u00e4dtebau- und Wohnungsbau sowie f\u00fcr Industrie-, Gewerbe- und Erholungsareale gebraucht (je nach Land variiert der Anteil f\u00fcr den einen oder anderen Zweck), 10% entfielen im Durchschnitt auf Verkehrsfl\u00e4chen. Damit stieg, im Vergleich zum Zeitraum 1990 bis 2000, der j\u00e4hrliche Fl\u00e4chenverbrauch um rund 19%.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwischen 2000 und 2006 wurden insgesamt rund 524.000 ha Ackerland und Weidefl\u00e4chen, knapp 100.000 ha Wald und 65.000 ha an naturnahen Fl\u00e4chen, Feuchtgebieten und Wasserfl\u00e4chen durch Bebauung verbraucht bzw. versiegelt. Dies entspricht, so die Angaben der Europ\u00e4ischen Umweltagentur, einem t\u00e4glichen Fl\u00e4chenverbrauch von 313 ha am Tag, wovon 240 ha landwirtschaftliche Fl\u00e4chen waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Auswertung der Daten wurde der besonders hohe Fl\u00e4chenverbrauch in etlichen spanischen Regionen unterstrichen. \u00c4hnlich hoch sei der Landverbrauch in Irland, Island und einigen Regionen Schwedens und Norwegens gewesen, aber auch viele weitere Regionen st\u00fcnden vorgenannten L\u00e4ndern in bezug auf den Verbrauch und die Versieglung sehr nahe. Ein sparsamerer Landverbrauch wird f\u00fcr die Schweiz ausgemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Analyse des Bundesinstituts f\u00fcr Bau-, Stadt- und Raumforschung wird Ackerland als der gro\u00dfe Verlierer bei der Umwidmung bezeichnet. Dazu hei\u00dft es, da\u00df \u201eimmer mehr Ackerfl\u00e4chen umgewidmet und somit der Produktion von Nahrungsmitteln oder auch von Biomasse entzogen werden. Im Umfeld von St\u00e4dten in oftmals siedlungsbeg\u00fcnstigter Lage sind es dann vor allem die fruchtbaren landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen, die verlorengehen.\u201c Auch wird darauf verwiesen, da\u00df \u201eder Verlust der landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4chen Fragen aufwirft zur st\u00e4dtischen Dimension des Klimawandels und auch zu regionalen Versorgungsmodellen in Zeiten steigender Energiepreise.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einigen L\u00e4ndern erfolgt die Umwidmung fast ausschlie\u00dflich auf Kosten von Ackerland und Wiesen. Dazu wird hervorgehoben, da\u00df diese Feststellung insbesondere f\u00fcr die L\u00e4nder gilt, in denen die landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen im Vergleich zu W\u00e4ldern und anderen Biotopen nur einen geringen Schutzstatus haben und demnach \u201eam leichtesten verf\u00fcgbar\u201c gemacht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der eine und andere Tatbestand treffen leider voll und ganz auf Luxemburg zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Anteil an landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen an den zwischen 2000 und 2006 verbauten und versiegelten Fl\u00e4chen lag hierzulande bei \u00fcber 90% und von Schutz der landwirtschaftlichen Fl\u00e4che mag man \u00fcberhaupt nicht sprechen. Sie ist nicht nur in keiner Weise gesch\u00fctzt, sondern wird faktisch von jedem und allen sozusagen als Gemeingut betrachtet, an dem man sich nach Belieben bedienen kann, sei es f\u00fcr Wohnungsbau, Verkehrswege, Industrie und Gewerbegebiete, sei es f\u00fcr Bauschuttdeponien oder aber f\u00fcr Naturschutzzonen, Kompensierungsma\u00dfnahmen jedweder Art, dies ungeachtet der sich daraus ergebenden Konsequenzen f\u00fcr die betroffenen Betriebe, f\u00fcr die Landwirtschaft insgesamt, f\u00fcr die Lebensmittelproduktion und sogar f\u00fcr die Umwelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Obwohl die oben angef\u00fchrten Fakten seit langem bekannt sind \u2013 erinnern wir nur an die Aussagen im Nationalen Plan f\u00fcr nachhaltige Entwicklung aus dem Jahr 2010 \u2013hat die Politik es bislang unterlassen \u2013 oder aber sie hat kl\u00e4glich darin versagt \u2013, hierzulande die landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen auf irgendeine Art zu sch\u00fctzen. Und entgegen dem, was von manchem Politiker glauben getan wird, riskiert die diesbez\u00fcgliche Lage sich sogar noch mit der Ab\u00e4nderung des Naturschutzgesetzes bzw. den sektoriellen Pl\u00e4nen zu verschlimmern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcberm\u00e4\u00dfiger Fl\u00e4chenverbrauch \u2013 ein europ\u00e4isches und nationales Problem Wann wird die Politik endlich handeln? \u00a0Mit der Frage \u201eWieviele Betriebe werden wohl noch zubetoniert?\u201c hat die Bauernzentrale vor einem knappen Jahr auf das Problem des \u00fcbertriebenen Fl\u00e4chenverbrauchs hierzulande hingewiesen und dasselbe \u00fcbers Jahr 2012 hindurch mehrfach thematisiert. Der unm\u00e4\u00dfige Fl\u00e4chenverbrauch f\u00fcr Siedlungs- und sonstige Zwecke ist nicht nur ein Problem, welches sich in sehr akuter Weise hierzulande stellt. Der \u00fcberm\u00e4\u00dfige Fl\u00e4chenverbrauch ist ein europaweites Problem. 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