{"id":1395,"date":"2012-08-31T10:20:09","date_gmt":"2012-08-31T08:20:09","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1395"},"modified":"2013-08-30T16:03:50","modified_gmt":"2013-08-30T14:03:50","slug":"pflanzenbau-aktuell-ackerschnecken-raps","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1395","title":{"rendered":"Ackerschnecken \u2013 Raps"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Schnecken k\u00f6nnen besonders w\u00e4hrend der Auflaufphase von Raps und Getreide betr\u00e4chtliche Sch\u00e4den (bis hin zum Totalausfall) anrichten. Aufgrund der f\u00fcr Schnecken g\u00fcnstigen Witterungsbedingungen in den vergangenen Monaten ist in diesem Herbst tendentiell von einem h\u00f6heren Gefahrenpotential auszugehen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Was ist zu tun?<\/h3>\n<ol>\n<li style=\"text-align: justify;\">Vor der Saat sollten alle Ernter\u00fcckst\u00e4nde homogen in den Boden eingearbeitet werden. Es d\u00fcrfen keine Nester mit feuchtem Material in der Ackerkrume eingew\u00fchlt werden.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Nach der Saat sollte die Parzelle gut r\u00fcckverfestigt werden. Zwischen den Bodenkluten sollten so wenig Hohlr\u00e4ume wie m\u00f6glich sein.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Sofort nach der Saat, sp\u00e4testens nach 3-4 Tagen, sollte (bei Bedarf) Schneckenkorn gestreut werden. Unter trockenen Bedingungen nimmt man ein Mittel mit guter <strong>Lockwirkung,<\/strong> bei regnerischem Wetter ein Mittel mit <strong>besserer Best\u00e4ndigkeit.<\/strong> Die Lockwirkung der Pr\u00e4parate ist auf wenige Zentimeter begrenzt und h\u00e4ngt haupts\u00e4chlich von der Tr\u00e4gersubstanz des Schneckenkorns ab.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Benachbarte Parzellen sollten frei von Unkr\u00e4utern, Ausfallgetreide und Ausfallraps sein.<\/span><\/strong><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend der Auflaufphase des Rapses sollte man Befallskontrollen durchf\u00fchren, indem man nach Schleim- und\/oder Fra\u00dfspuren auf der einges\u00e4ten Rapsparzelle sucht. Die Schnecken erfa\u00dft man am bestem in den fr\u00fchen Morgenstunden unter einem ausgelegten Jutesack oder unter flachen Steinen. Ab 3 Schnecken\/qm Jutesack-Fl\u00e4che wird eine erneute Behandlung durchgef\u00fchrt.<\/li>\n<\/ol>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Mechanische Schneckenbek\u00e4mpfung<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die mechanische Bek\u00e4mpfung kann nur als pr\u00e4ventive Ma\u00dfnahme angesehen werden. <span style=\"text-decoration: underline;\">Sie ist notwendig,<\/span> weil auch das Ausstreuen von Schneckenkorn keine 100%igen Erfolge bringt. Bei diesen Ma\u00dfnahmen handelt es sich um Bodenbearbeitungen mit Grubbern oder Kurzscheibeneggen, die die Gelege der Schnecken in die obere Bodenschicht verlegen, wo sie den Wetterbedingungen und den R\u00e4ubern ausgesetzt sind. Zum Zeitpunkt der Rapsaussaat befindet sich ein Gro\u00dfteil der Schnecken in den Regenwurmg\u00e4ngen in den unteren Bodenschichten und sind hier nicht mit den Arbeitsger\u00e4ten zu erreichen. Zum Zerst\u00f6ren der Schneckengelege reicht eine Bodenbearbeitung von 5-10 cm v\u00f6llig aus.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><strong>Die Bek\u00e4mpfung mit einem Schneckenkorn<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sobald die jungen Rapspflanzen auflaufen, k\u00f6nnen sie von Ackerschnecken angefressen werden. Auch wenn man Schneckenkorn mit gedrillt hatte, sollte sp\u00e4testens jetzt ein Schneckenkorn auf dem Acker verteilt werden. Anstreben sollte man in etwa 30 K\u00f6rner Schneckenkorn pro Quadratmeter. Die Zulassungsmengen sind f\u00fcr<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\">Mesurol Pro: 3 kg\/ha (enth\u00e4lt 4% Methiocarb)<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Schneckenlinsen: 3 kg\/ha (enth\u00e4lt 3% Metaldehyd)<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Arionex Granul\u00e9: 5 \u2013 7 kg\/ha (enth\u00e4lt 6% Metaldehyd)<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Slugran RB: 50 \u2013 75 Granulate\/m<sup>2<\/sup> \u00e0 das TKG mu\u00df gewogen werden (enth\u00e4lt 5% Metaldehyd)<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Naturen Limex: 25 kg\/ha (enth\u00e4lt 0,99% Eisenphosphat; maximal 4 Anwendungen pro Jahr).<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Schnecke hat keine Knochen. Ihr Fleisch ist um ein Nervensystem aufgebaut. Der Wirkstoff von Mesurol Pro (Methiocarb) zerst\u00f6rt dieses Nervensystem, wogegen das Metaldehyd aus anderen Giften der Schnecke die Feuchtigkeit entzieht und sie so t\u00f6tet. Eisenphosphat bewirkt Zellver\u00e4nderungen im Darmtrakt der Schnecken und f\u00fchrt so zu einem Fra\u00dfstopp und zum Tod der Schnecken.<\/p>\n<p><span style=\"text-align: justify;\">Auf den Feldern werden die Sch\u00e4den haupts\u00e4chlich von vier Species verursacht. Eine nebens\u00e4chliche Rolle spielt die Spanische Wegschnecke (Arion lusitanicus) und die Rote Wegschnecke (<\/span><em style=\"text-align: justify;\">Arion rufus<\/em><span style=\"text-align: justify;\">).<\/span><\/p>\n<div align=\"center\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie leben unter Hecken, im hohen Gras entlang von Wegen und auf Brachen. Sie werden kaum mehr als 20 m weit auf einen Acker kriechen, um zu fressen. Es ist empfehlenswert, eine Randstreuung gegen die beiden sehr \u00e4hnlich aussehenden Arten durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die eigentlichen Sch\u00e4dlinge auf den Rapsfeldern und teils auch sonstigen Kulturen sind aber die<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Genetzte Ackerschnecke<\/span> (Deroceras reticulatum)<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Sie lebt auch zwischen Schollen, braucht aber wegen ihrer Gr\u00f6\u00dfe von bis zu 6 cm grobschollige Fl\u00e4chen. Sie ist nicht widerstandsf\u00e4hig gegen Frost. Die Jungtiere schl\u00fcpfen je nach Witterungsverh\u00e4ltnissen im Juni. Die Eier \u00fcberwintern (2 Generationen pro Jahr).<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Einfarbige oder Graue Ackerschnecke <\/span>(Deroceras agreste)<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Sie ist in etwa 4 cm lang und von grauer bis gelblicher Farbe. Ihre Sohle ist hellgrau. Die Eier \u00fcberwintern. Somit hat diese Art nur eine Generation pro Jahr.<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Graue Wegschnecke (Arion circumscriptus)<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Ihre Gr\u00f6\u00dfe wird in der Literatur auch mit bis zu 5 cm angegeben. Es wird aber betont, da\u00df die Art im Normalfall wesentlich kleiner bleibt. Diese Art lebt ausschlie\u00dflich an schattigen Pl\u00e4tzen, so da\u00df sie kaum auf dem offenen Feld zu finden ist. An Waldr\u00e4ndern und neben B\u00f6schungen ist sie jedoch so h\u00e4ufig anzutreffen, da\u00df sie schon fast die anderen Arten verdr\u00e4ngt hat. Ein l\u00e4nglicher, manchmal metallisch gl\u00e4nzender Streifen zieht sich \u00fcber die Flanken der Schnecke. Sie bildet eine Generation pro Jahr.<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Gartenwegschnecke<\/span> (Arion hortensis)<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Diese Wegschnecke bleibt etwa einen Zentimeter kleiner als die Graue Wegschnecke. Sie hat ihre volle Gr\u00f6\u00dfe mit 3 cm erreicht. Ihre Farbe ist eher schwarz bis bl\u00e4ulich. Ihre Sohle ist gelblich-orange.<\/p>\n<h3>Schlu\u00dffolgerung<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Ziel eines guten Rapsanbauers sollte sein, die Schneckenpopulation langfristig auf einem normalen Niveau zu halten. Die Ackerschnecken kann man nicht mit \u201enur\u201c einem Molluskizid bek\u00e4mpfen, sondern mit einer ganzen Reihe von Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Die Pflanzenbauberatung der Landwirtschaftskammer<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schnecken k\u00f6nnen besonders w\u00e4hrend der Auflaufphase von Raps und Getreide betr\u00e4chtliche Sch\u00e4den (bis hin zum Totalausfall) anrichten. Aufgrund der f\u00fcr Schnecken g\u00fcnstigen Witterungsbedingungen in den vergangenen Monaten ist in diesem Herbst tendentiell von einem h\u00f6heren Gefahrenpotential auszugehen. Was ist zu tun? Vor der Saat sollten alle Ernter\u00fcckst\u00e4nde homogen in den Boden eingearbeitet werden. Es d\u00fcrfen keine Nester mit feuchtem Material in der Ackerkrume eingew\u00fchlt werden. Nach der Saat sollte die Parzelle gut r\u00fcckverfestigt werden. Zwischen den Bodenkluten sollten so wenig Hohlr\u00e4ume wie m\u00f6glich sein. 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