{"id":1390,"date":"2012-08-31T10:14:36","date_gmt":"2012-08-31T08:14:36","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1390"},"modified":"2013-08-30T16:04:02","modified_gmt":"2013-08-30T14:04:02","slug":"konzentration-und-wachstum-in-der-landwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1390","title":{"rendered":"Konzentration und Wachstum in der Landwirtschaft"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: center;\">Statec-Analyse zur Entwicklung in der Landwirtschaft zwischen 1962 und 2010<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0In der Presse wurde dieser Tage mehrfach auf das k\u00fcrzlich vom Statec ver\u00f6ffentlichte Zahlenmaterial betreffend die Entwicklung der hiesigen Landwirtschaft in den letzten 50 Jahren eingegangen. Diese vom Statec get\u00e4tigte Analyse ist sonder Zweifel interessant, selbst wenn sie keine wesentlichen neuen Erkenntnisse \u00fcber die in den letzten f\u00fcnf Jahrzehnten stattgefundenen Entwicklungen im Agrarsektor bringt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Best\u00e4tigt wird allemal der enorme Konzentrationsproze\u00df, der sich vollzogen hat, dies bei entsprechendem Wachstum der Agrarstrukturen: Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ist zwischen 1962 und 2010 von 10.250 auf 2.201 geschrumpft, was ein Minus von 8.000 Betrieben bzw. von fast 80% ausmacht. Gleichzeitig hat deren Durchschnittsgr\u00f6\u00dfe sich mehr als vervierfacht, von 13,4 ha in 1962 auf 59,6 ha in 2010. Verst\u00e4ndlicherweise hat dabei der Anteil von Pachtland auch zugenommen: Wurden 1962 noch 66,2% in Eigentum bewirtschaftet und nur knappe 34% als Pachtland, so hat die Tendenz sich 2010 in etwa umgekehrt: Nur noch 40,8% werden in Eigentum und etwa 61% als Pachtland bewirtschaftet. Laut Statec-Angaben wurden in 2010 insgesamt 131.106 ha landwirtschaftlich genutzt gegen\u00fcber 137.031 ha in 1962. Damit belief sich die hierzulande landwirtschaftlich genutzte Fl\u00e4che auf 0,43 ha pro Einwohner im Jahr 1962 gegen\u00fcber 0,26 ha im Jahr 2009.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht nur bez\u00fcglich der Strukturen hat die Landwirtschaft sich in den letzten 50 Jahren ver\u00e4ndert, auch in bezug auf die Produktionsausrichtungen, wobei eine klare Verlagerung auf die Tierproduktion, einhergehend mit der Herstellung von Futterpflanzen auszumachen ist. Dies spiegelt sich denn auch in der Nutzung der landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen wider, wo der Anteil von Gr\u00fcnland zugenommen hat, ebenso wie der Futterpflanzenanbau \u2013 mit dem Maisanbau an erster Stelle. In diesem Zusammenhang und mit Blick auf die Diskussionen um die Energiegewinnung aus der Biomasse merkt die Statec-Studie an, da\u00df 2009 5.380 ha Land f\u00fcr den Anbau von Industriepflanzen, haupts\u00e4chlich Raps, verwendet wurden, gegen\u00fcber 3.344 ha im Jahr 2000 und lediglich 14 ha in 1962.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mehr als verdoppelt hat sich in den letzten 50 Jahren die Milchleistung pro Kuh: Lag dieselbe 1962 noch bei 3.320 kg\/Kuh\/Jahr, so erreichte sie 2010 7.212 kg, was einer Steigerung von 117% entspricht. Insgesamt ist allerdings die Milchproduktion hierzulande nur von 195.360 Tonnen in 1962 auf 295.291 Tonnen in 2010 angestiegen, dies infolge der Einf\u00fchrung der Milchquoten in 1984. Die Zahl der Milchk\u00fche stieg von 1962 bis 1985 von 58.843 auf 68.346 in 1985 \u2013 im Jahr 2010 lag sie bei 40.944, was im Vergleich zu 1985 ein Minus von rund 40% bedeutet. Insgesamt hat die Zahl der Rindertiere zugenommen, von 159.083 in 1962 auf 196.470 in 2009. Demgegen\u00fcber waren in den letzten Jahrzehnten sowohl der Schweinebestand als auch der Gefl\u00fcgelbestand stark r\u00fcckl\u00e4ufig. Dazu eine Zahl: F\u00fcr 1962 wurde der Gefl\u00fcgelbestand auf 426.253 Tiere veranschlagt gegen\u00fcber 97.418 in 2009. Dieser starke R\u00fcckgang wird vom Statec durch den materiellen Wohlstand erkl\u00e4rt: Wurde 1962 noch viel Gefl\u00fcgel f\u00fcr den eigenen Verbrauch gez\u00fcchtet, so \u00e4nderten sich mit zunehmenden Wohlstand die E\u00dfgewohnheiten hin zum Verzehr von mehr Rindfleisch. Hinzu kommt die starke Konkurrenz der gro\u00dfen internationalen Unternehmen, die zu Niedrigstpreisen Ware anbieten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben den allgemeinen Produktivit\u00e4tsgewinnen in den letzten Jahrzehnten und der bedeutenden Mechanisierung, die vorwiegend bis in die 80er Jahre in der Landwirtschaft stattgefunden hat, verweist das Statec-Zahlenmaterial auf den Einsatz von D\u00fcngemitteln: Dieselben sind unerl\u00e4\u00dflich f\u00fcr die Fruchtbarkeit der B\u00f6den und die Produktivit\u00e4tssteigerungen. In den letzten zwei Jahrzehnten ist allerdings diesbez\u00fcglich ein wesentlicher R\u00fcckgang auszumachen. So ging beispielsweise der Einsatz von Stickstoffd\u00fcnger pro ha\u00a0 innerhalb der letzten 20 Jahre von rund 160 kg\/ha auf 100 kg\/ha, also um mehr als 35% zur\u00fcck. Bei Phosphat und Kalium sind R\u00fcckg\u00e4nge von mehr als 80% zu verzeichnen, dies sowohl im Vergleich zu 1990 als auch im Vergleich zu 1962. Wie in der Analyse unterstrichen wird, zeugt dieser R\u00fcckgang von den zunehmenden Bem\u00fchungen der Landwirtschaft, den Anforderungen der Umwelt verst\u00e4rkt Rechnung zu tragen und die Produktionsmethoden entsprechend dem Umweltschutz auszurichten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Zuge der allgemeinen Entwicklung und des Konzentrationsprozesses hat selbstverst\u00e4ndlich die Zahl der in der Landwirtschaft Besch\u00e4ftigten ebenfalls stark abgenommen: Lag die landwirtschaftliche Bev\u00f6lkerung 1975 noch bei \u00fcber 26.000 Personen, so erreichte sie 2009 nur noch 7.887 Personen; 61,8% oder 4.489 Personen davon waren aktiv in der Landwirtschaft besch\u00e4ftigt, gegen\u00fcber 14.352 im Jahr 1975.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da\u00df die wirtschaftliche Bedeutung der prim\u00e4ren Agrarproduktion in den letzten 50 Jahren sp\u00fcrbar abgenommen hat, liegt auf der Hand. Angesichts der rasanten Entwicklung, die sich hierzulande insbesondere im Banken- und Dienstleistungssektor vollzogen hat, ist der Anteil der Landwirtschaft mit nur noch 0,3% auf einen Bruchteil der Bruttowertsch\u00f6pfung geschrumpft, dies umso mehr als gerade auch die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise in keiner Weise dem allgemeinen Trend in der Preisentwicklung gefolgt sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dennoch hat auch heute die Landwirtschaft nichts von ihrer allgemeinen gesellschaftlichen und landschaftspflegerischen Bedeutung eingeb\u00fc\u00dft. Wie in der Statec-Studie richtigerweise unterstrichen wird, kommt der Landwirtschaft immer noch eine Schl\u00fcsselrolle zu, dies sowohl in bezug auf die Versorgung des Landes mit Lebensmitteln als auch in bezug auf den Umwelt- und Naturschutz. Zudem schafft sie mittel- und unmittelbar eine Vielzahl von wirtschaftlichen Aktivit\u00e4ten in den ihr vor- und nachgelagerten Bereichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Statec-Analyse zur Entwicklung in der Landwirtschaft zwischen 1962 und 2010 \u00a0In der Presse wurde dieser Tage mehrfach auf das k\u00fcrzlich vom Statec ver\u00f6ffentlichte Zahlenmaterial betreffend die Entwicklung der hiesigen Landwirtschaft in den letzten 50 Jahren eingegangen. Diese vom Statec get\u00e4tigte Analyse ist sonder Zweifel interessant, selbst wenn sie keine wesentlichen neuen Erkenntnisse \u00fcber die in den letzten f\u00fcnf Jahrzehnten stattgefundenen Entwicklungen im Agrarsektor bringt. 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