{"id":1352,"date":"2012-06-29T10:45:55","date_gmt":"2012-06-29T08:45:55","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1352"},"modified":"2013-08-30T16:06:04","modified_gmt":"2013-08-30T14:06:04","slug":"stopp-dem-flachenverbrauch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1352","title":{"rendered":"Stopp dem Fl\u00e4chenverbrauch"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Das Thema des massiven, ja \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Fl\u00e4chenverbrauchs hierzulande wurde an dieser Stelle bereits mehrfach thematisiert: Mindestens 430 ha fast ausschlie\u00dflich landwirtschaftlicher Fl\u00e4che werden j\u00e4hrlich hierzulande zubetoniert und damit einer landwirtschaftlichen Nutzung entzogen. Zum Fl\u00e4chenverlust durch Versiegelung unbebauter Fl\u00e4chen addieren sich die Kompensierungsfl\u00e4chen, die fast bei jedem Bauvorhaben eingefordert und auf landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen durchgef\u00fchrt werden. Auch diese Fl\u00e4chen werden weitestgehend bzw. g\u00e4nzlich einer produktiven landwirtschaftlichen Nutzung entzogen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Regierung hat wohl bereits 2010 auf die Problematik hingewiesen. Ma\u00dfnahmen, um dem \u00fcberh\u00f6hten Fl\u00e4chenverbrauch entgegenzuwirken, wurden bislang allerdings noch keine ergriffen. Das Gegenteil trifft eher zu: Immer mehr Fl\u00e4chen werden beansprucht, nicht nur f\u00fcr den Wohnungsbau, sondern auch f\u00fcr Infrastrukturen, Gewerbe- und Industriezonen usw\u2026 Hinzu gesellen sich die Kompensierungsma\u00dfnahmen bzw. die Anspr\u00fcche der \u00d6ko-Lobby, die sich nicht geniert, ungehemmt \u00fcber die Nutzfl\u00e4chen bzw. die Lebensgrundlage anderer verf\u00fcgen zu wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wird im derzeitigen Trend fortgefahren, deutet vieles darauf hin, da\u00df das von Dr. Ewringmann von der Universit\u00e4t K\u00f6ln aufgezeichnete Szenario sich bewahrheiten k\u00f6nnte. Seinen Berechnungen zufolge w\u00fcrde ein hohes Wirtschaftswachstum dazu f\u00fchren, da\u00df bis 2050 die H\u00e4lfte der Luxemburger Landesfl\u00e4che bebaut, d.h. versiegelt w\u00e4re; die restlichen Fl\u00e4chen m\u00fc\u00dften dann weitestgehend als Kompensierungsfl\u00e4chen herhalten, wobei gegebenenfalls \u00fcberhaupt kein Platz mehr f\u00fcr eine produktive Landwirtschaft verbliebe. Man kann sich leicht vorstellen, da\u00df eine solche Entwicklung nicht ohne schwerwiegende negative gesellschaftlichen und \u00f6kologischen Folgen sein d\u00fcrfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Boden stellt die Grundlage f\u00fcr den Agrarsektor und f\u00fcr die Lebensmittelproduktion dar; Boden ist ein nicht ausdehnbarer, auch nicht delokalisierbarer, jedoch unabdingbarer Produktionsfaktor zur Sicherung einer nachhaltigen Landwirtschaft und zur Herstellung hochwertiger Nahrungsmittel. Dar\u00fcber hinaus kommt dem Boden eine wichtige Umwelt- und Klimaschutzfunktion, etwa als Wasser- oder Kohlendioxidspeicher zu, die bei Versiegelung nicht mehr erf\u00fcllt werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Umso dringender ist es f\u00fcr die Bauernzentrale, die noch vorhandene landwirtschaftliche Nutzfl\u00e4che durch effiziente und nachhaltige Ma\u00dfnahmen zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um die politisch Verantwortlichen nochmals auf diese Problematik aufmerksam zu machen, gleichzeitig auch einen verst\u00e4rkten Schutz f\u00fcr den landwirtschaftlichen Boden einzufordern, hat die Bauernzentrale k\u00fcrzlich ein entsprechendes Schreiben an Landwirtschaftsminister Schneider und den delegierten Umweltminister Schank gerichtet, mit \u00dcberlegungen und Forderungen betreffend den Fl\u00e4chenverbrauch sowie auch die geplante Einf\u00fchrung eines Oeko-Punkte-Systems.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Auffassung der Bauernzentrale mu\u00df ein \u00e4u\u00dferst sparsamer Umgang mit dem Faktor Boden zum transversalen Grundsatz f\u00fcr alle Politikbereiche erhoben werden, gleichzeitig dem landwirtschaftlichen Boden ein \u00e4hnlicher bzw. ein gleichwertiger Schutz wie den Waldfl\u00e4chen zukommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dem Sinn ist es unabdingbar, bei allen Bauvorhaben den Fl\u00e4chenverbrauch auf ein Minimum zu reduzieren, z.B. durch eine dichtere Bauweise bzw. eine verst\u00e4rkte Nutzung nicht landwirtschaftlich genutzter Fl\u00e4chen. Auch m\u00fcssen diese Erw\u00e4gungen sehr viel st\u00e4rker, als dies bislang der Fall ist, in den verschiedenen sektoriellen Pl\u00e4nen zum Tragen kommen, anstatt einem zus\u00e4tzlichen, enormen und nicht zu verantwortenden Fl\u00e4chenverbrauch Aufwind zu geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So wie W\u00e4lder stellen die landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4chen den Lebensraum f\u00fcr viele Arten von Fauna und Flora dar und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Artenvielfalt. Dar\u00fcber hinaus sind sie schlichtweg die Grundlage f\u00fcr die Lebensmittelherstellung und die Versorgung der Bev\u00f6lkerung mit ausreichenden Nahrungsmitteln. In dem Sinn vertritt die Bauernzentrale resolut den Standpunkt, da\u00df dringendst von der bisherigen Politik in Sachen Kompensierungsma\u00dfnahmen Abstand zu nehmen ist, da\u00df vor allem auch von einer Kompensierung von Wald auf landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen v\u00f6llig abgesehen werden mu\u00df. Politische Forderungen, wie sie rezent aus der gr\u00fcnen Ecke erhoben wurden, richten sich allemal nicht nur diametral gegen die landwirtschaftlichen Interessen, sie sind gegebenenfalls ebenfalls dem Natur- und Umweltschutz abtr\u00e4glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus sollte die gesamte Politik in Sachen Kompensierungsma\u00dfnahmen grundlegend \u00fcberpr\u00fcft werden, wobei eventuelle Kompensierungsma\u00dfnahmen einzig und allein auf Eingriffe in spezifischen Biotopen zu beschr\u00e4nken sind. Gleiche \u00dcberlegungen gelten im \u00fcbrigen f\u00fcr das geplante Oeko-Punkte-System, welches aus Sicht der Landwirtschaft nur Sinn macht, wenn es tats\u00e4chlich zum Schutz der landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4chen beitr\u00e4gt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerade in bezug auf Kompensierungsma\u00dfnahmen darf die Politik die Augen nicht weiterhin vor den latenten, unerw\u00fcnschten Folgen eines solches Systems verschlie\u00dfen. Heute bereits werden viele \u00f6ffentliche Gelder f\u00fcr Biodiversit\u00e4tsprogramme oder sogenannte Renaturierungsprojekte verbraucht, die kaum nachhaltige natursch\u00fctzerische Effekte bringen, den landwirtschaftlichen Betrieben jedoch gegebenenfalls sehr abtr\u00e4glich in ihrer Entwicklung sind. Mit dem geplanten Oeko-Punkte-System riskiert nun noch eine Kategorie der \u201eSofa-Biotopen-Zurverf\u00fcgungsteller\u201c sich dazuzugesellen, dies wiederum auf Kosten und zum Nachteil der aktiven Landwirtschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bauernzentrale erachtet es daher als unerl\u00e4\u00dflich, neben einem allgemeinen fl\u00e4chendeckenden, \u00e4u\u00dferst sparsamen Umgang mit dem Boden, Fl\u00e4chen zu bestimmen, die ausschlie\u00dflich f\u00fcr eine landwirtschaftliche Nutzung reserviert bleiben, auf denen dementsprechend auch keine Kompensierungsma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt werden d\u00fcrfen. Dar\u00fcber hinaus fordert sie, da\u00df zus\u00e4tzliche Wege und Mittel \u00fcberpr\u00fcft werden, um Kompensierungsma\u00dfnahmen, \u00e4hnlich wie bei den Treibhausgas-Emissionsrechten, in Form von anderw\u00e4rtigen Ma\u00dfnahmen im Sinne der Umwelt und des Klimaschutzes auf nationaler oder internationaler Ebene durchzuf\u00fchren, zumal gerade im Zusammenhang mit Natur- und Klimaschutz wiederholt f\u00fcr globale Ans\u00e4tze pl\u00e4diert wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sicherlich setzen derartige Vorschl\u00e4ge ein Abweichen von den bislang praktisch dogmatischen Denkschemen und Paradigmen voraus. Zurecht wird allerdings in dieser Angelegenheit von allen betroffenen Akteuren eine offene Vorgehensweise erwartet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sehr kritisch \u00e4u\u00dfert sich die Bauernzentrale ebenfalls gegen\u00fcber dem Vorkaufsrecht, welches dem Staat, den Gemeinden bzw. der neu gegr\u00fcndeten Siedlungsgesellschaft zukommt: Selbst wenn bislang recht wenig Gemeinden von dem ihnen im Wohnungspakt zugestandenen Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht haben, so ist es dennoch eine Ma\u00dfnahme, die sich unweigerlich gegen die Landwirtschaft bzw. den Erwerb von L\u00e4ndereien durch die landwirtschaftlichen Betriebe richtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bauernzentrale erwartet allemal, im Interesse der Landwirtschaft, der Umwelt, des Klimaschutzes und der hiesigen Gesellschaft insgesamt, da\u00df ihre Forderung nach einem verst\u00e4rkten Schutz der landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung das notwendige Geh\u00f6r auf politischer Ebene findet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema des massiven, ja \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Fl\u00e4chenverbrauchs hierzulande wurde an dieser Stelle bereits mehrfach thematisiert: Mindestens 430 ha fast ausschlie\u00dflich landwirtschaftlicher Fl\u00e4che werden j\u00e4hrlich hierzulande zubetoniert und damit einer landwirtschaftlichen Nutzung entzogen. 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