{"id":1343,"date":"2012-06-22T10:31:05","date_gmt":"2012-06-22T08:31:05","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1343"},"modified":"2013-08-30T16:06:39","modified_gmt":"2013-08-30T14:06:39","slug":"g20-gipfel-und-rio20-beseitigung-der-armut-und-ernahrungssicherung-als-groste-globale-herausforderungen-anerkannt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1343","title":{"rendered":"G20-Gipfel und Rio+20:  Beseitigung der Armut und Ern\u00e4hrungssicherung als gr\u00f6\u00dfte globale Herausforderungen anerkannt"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem G20-Gipfel in Los Cabos in Mexico und der Mega-Umweltkonferenz Rio+20 im brasilianischen Rio de Janeiro fanden diese Woche gleich zwei gro\u00dfe Events statt, mit denen die sich stellenden globalen Herausforderungen in bezug auf die Weltern\u00e4hrung, den Schutz der nat\u00fcrlichen Ressourcen sowie die Ressourceneffizienz, den Klimawandel oder auch das Gr\u00fcne Wachstum einer L\u00f6sung n\u00e4hergebracht werden sollten. Die Resultate sind insgesamt eher als sp\u00e4rlich einzusch\u00e4tzen. In den Abschlu\u00dferkl\u00e4rungen sowohl beim G20-Gipfel als auch bei der Rio+20-Konferenz werden wohl die angestrebten Ziele aufgelistet \u2013 die Sicherung der Weltern\u00e4hrung wird dabei als eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen eingestuft \u2013, jedoch kaum konkrete Ma\u00dfnahmenvorschl\u00e4ge festgehalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wegen des starken Anstiegs der Weltbev\u00f6lkerung von heute sieben auf 9,3 Milliarden bis 2050 m\u00fcsse die Produktion von Nahrungsmitteln um 50 bis 70 Prozent anwachsen, in den Entwicklungsl\u00e4ndern sogar fast verdoppelt werden, wird im Abschlu\u00dfkommunique der G20 unterstrichen. Als Kernziele gelten ein starkes, nachhaltiges und ausgewogenes Wachstum sowie der Kampf gegen Armut und Mangelern\u00e4hrung. Geeinigt wurde sich ebenfalls \u00fcber einen verantwortlichen Umgang mit landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4chen, Wald und Meeresbest\u00e4nden, u.a. um das Problem des Ausverkaufs von Boden besser angehen zu k\u00f6nnen. Auch enth\u00e4lt das Kommunique Aussagen zum Kampf gegen zu starke Preisschwankungen und zum Landwirtschaftlichen Marktinformationssystem&#8230;, alles Elemente, die als positiv zu bewerten sind, die dennoch in die Kategorie des \u201eD\u00e9j\u00e0 vu\u201c einzustufen sind. Und auch die Tatsache, da\u00df keine zus\u00e4tzlichen Finanzmittel zum Erreichen dieser Ziele zugesagt werden, hat den Hauch des \u201eD\u00e9j\u00e0 vu\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4hnlich wie die Abschlu\u00dferkl\u00e4rung des G20-Gipfels enth\u00e4lt auch die bereits vor Beginn der Konferenz fertiggestellte Abschlu\u00dfdeklaration der UN-Umweltkonferenz Rio+20 mit dem Titel \u201eDie Zukunft, die wir wollen\u201c wenig Konkretes. Sicher wird die Erkl\u00e4rung erst am heutigen Freitag definitiv von den Staats- und Regierungschefs verabschiedet \u2013 Experten gehen allerdings davon aus, da\u00df kaum noch wesentliche \u00c4nderungen darin eingebracht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dem Dokument, in dem die Staaten sich zum Prinzip der Nachhaltigkeit bekennen, hei\u00dft es u.a., \u00e4hnlich wie beim G20-Gipfel, da\u00df die Beseitigung der Armut die gr\u00f6\u00dfte globale Herausforderung ist, vor der die Welt heute steht, und unverzichtbare Bedingung f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung ist. Die Staaten wiederholen in bezug auf den Klimaschutz ihre Absicht, die globale Erw\u00e4rmung auf 1,5 bis 2 Grad Celsius zu begrenzen und den Verlust der Artenvielfalt zu stoppen. Verpflichtende oder bindende Ziele oder aber ein Zeitrahmen werden nicht festgelegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem Konzept der \u201eGreen Economy\u201c, des gr\u00fcnen Wachstums, wird eine zentrale Rolle f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung zugeschrieben. Allerdings bleibt umstritten, was \u00fcberhaupt unter diesem Konzept zu verstehen ist, so wie im \u00fcbrigen immer noch kontroverse Diskussionen zum Begriff der Nachhaltigkeit, der vor 20 Jahren bei der Rio-Umweltkonferenz von 1992 gepr\u00e4gt wurde, gef\u00fchrt werden. Die einen tendieren dazu, diese Begriffe vorwiegend \u00f6kologisch auszurichten und dementsprechend auch Investitionen vorwiegend, wenn nicht ausschlie\u00dflich in \u00f6kologische Projekte zu bef\u00fcrworten, w\u00e4hrend andere, etwa die OECD, die \u00f6konomischen Chancen eines umweltvertr\u00e4glichen Wachstums betonen. Je nach Ausgangsposition werden verst\u00e4ndlicherweise von den einen und anderen L\u00e4ndern die Akzente unterschiedlich gewichtet, schlie\u00dflich geht es um die wirtschaftliche Entwicklung und die wirtschaftlichen Zukunftsperspektiven eines jeden Landes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Je nach Standpunkt sprechen denn nun auch, noch bevor die Konferenz in Rio \u00fcberhaupt zu Ende ist, die einen von Erfolg, die anderen von Scheitern. F\u00fcr die gesamte \u00d6kolobby, die zun\u00e4chst alles nur unter \u00f6kologischem Gesichtspunkt sieht, die leider auch dazu tendiert, wirtschaftliche und soziale Realit\u00e4ten zu ignorieren und wahrscheinlich zu gro\u00dfe Erwartungen an die Konferenz gestellt hat, ist der Ausgang derselben entt\u00e4uschend und d\u00fcrfte sie auch, wie dies bereits geschehen ist, zu harten Schuldzuweisungen veranlassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sicher mag man die mageren Resultate dieses mit viel Aufwand organisierten Mega-Events kritisieren in dem Sinn, da\u00df viele sch\u00f6ne Worte, aber wenig Taten aufzuzeigen sind. Aus Sicht der Landwirtschaft darf allerdings positiv bewertet werden, da\u00df dabei gerade die Herausforderungen, auf die sie bereits wiederholt hingewiesen hat, in den Vordergrund gestellt wurden, n\u00e4mlich die Sicherung der Weltern\u00e4hrung, die Beseitigung der Armut sowie der Schutz des Bodens. Die europ\u00e4ische Landwirtschaft hat sich deutlich zum gr\u00fcnem Wachstum bekannt, allerdings ein gr\u00fcnes Wachstum, in dem nicht nur \u00d6kologie z\u00e4hlt, sondern auch \u00d6konomie und Soziales, d.h. L\u00f6sungen erarbeitet werden, die den Landwirten helfen, Ressourcen schonend zu nutzen, ohne ihre Rentabilit\u00e4t oder Produktionskapazit\u00e4t zu reduzieren, wozu auch ein verst\u00e4rkter Schutz des landwirtschaftlichen Bodens unabdingbar ist. Es sind dies auch die Elemente, die die Landwirtschaft bei den Diskussionen um die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik in den Vordergrund stellt und entsprechendes Handeln von der europ\u00e4ischen Politik bzw. den nationalen Regierungen einfordert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem G20-Gipfel in Los Cabos in Mexico und der Mega-Umweltkonferenz Rio+20 im brasilianischen Rio de Janeiro fanden diese Woche gleich zwei gro\u00dfe Events statt, mit denen die sich stellenden globalen Herausforderungen in bezug auf die Weltern\u00e4hrung, den Schutz der nat\u00fcrlichen Ressourcen sowie die Ressourceneffizienz, den Klimawandel oder auch das Gr\u00fcne Wachstum einer L\u00f6sung n\u00e4hergebracht werden sollten. Die Resultate sind insgesamt eher als sp\u00e4rlich einzusch\u00e4tzen. 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