{"id":1298,"date":"2012-06-08T11:23:56","date_gmt":"2012-06-08T09:23:56","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1298"},"modified":"2013-08-30T16:08:24","modified_gmt":"2013-08-30T14:08:24","slug":"gvo-problematik-bauernzentrale-warnt-vor-irrefuhrung-der-verbraucher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1298","title":{"rendered":"GVO-Problematik: Bauernzentrale warnt vor Irref\u00fchrung der Verbraucher"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">GVO \u2013 Genmodifizierte Organismen \u2013 im Zusammenhang mit der Landwirtschaft sind ein immer noch sensibles Thema, bei dem die Meinungen weit auseinandergehen und die Diskussionen meistens sehr emotional und ideologisch gef\u00fchrt werden bzw. an Objektivit\u00e4t zu w\u00fcnschen \u00fcbrig lassen, wobei auch bewu\u00dft oder unbewu\u00dft \u00c4ngste in der Bev\u00f6lkerung gesch\u00fcrt werden, w\u00e4hrend dem sehr verbreiteten Einsatz von GVO in der Humanmedizin eine breite Akzeptanz zukommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Rahmen der Analyse des vom Landwirtschaftsministerium vorgelegten Entwurfes betreffend die Einf\u00fchrung einer spezifischen Etikettierung f\u00fcr Lebensmittel, die ohne den Einsatz von GVO hergestellt werden \u2013 der Vorentwurf des Reglements wurde den Akteuren aus der Landwirtschaft am 24. April vom Landwirtschaftsministerium und seinen Verwaltungen vorgestellt \u2013, hat der Vorstand der Bauernzentrale sich nochmals mit der Problematik der GVO auseinandergesetzt und diesbez\u00fcglich eine Reihe von allgemeinen \u00dcberlegungen sowie spezifischen Anmerkungen an Landwirtschaftsminister Schneider gerichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst legt der Vorstand der Bauernzentrale Wert darauf zu unterstreichen, da\u00df hierzulande keine GVO-Pflanzen angebaut oder GVO-Tiere gehalten werden. Des weiteren mu\u00df unterstrichen werden, da\u00df, bevor die Zulassung f\u00fcr ein GVO-Produkt erteilt wird, die Europ\u00e4ische Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit die Unbedenklichkeit dieses Produktes \u00fcberpr\u00fcft und best\u00e4tigt, dies sowohl in bezug auf die menschliche und tierische Gesundheit als auch in bezug auf die Umwelt. In anderen Worten: Lebensmittel, die ohne jeglichen Einsatz von GVO hergestellt werden, bringen im Vergleich zu Produkten, die GVO enthalten oder mit solchen hergestellt werden, in keiner Weise einen Mehrwert, sei dies in bezug auf Gesundheit, Qualit\u00e4t oder Nachhaltigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">GVO k\u00f6nnen in Produkten nicht oder kaum nachgewiesen werden, auch nicht durch chemische Analysen; sie ver\u00e4ndern in keiner Weise den Geschmack oder die gesundheitliche Vertr\u00e4glichkeit eines Produktes. Dar\u00fcber hinaus ist es wissenschaftlich nicht belegt, da\u00df GVO-Soja sich in Fleisch, Eiern oder Milch wiederfindet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selbst wenn in ganz Europa (au\u00dfer Spanien bzw. in einigen wenigen L\u00e4ndern zu Forschungszwecken) keine GVO angebaut werden, so sind GVO dennoch omnipr\u00e4sent: Praktisch s\u00e4mtliche Produkte, in denen Mais, Palm\u00f6l oder aber Soja vorkommt, enthalten GVO, brauchen aber nicht spezifisch gekennzeichnet zu werden, wenn der GVO-Anteil maximal 0,9% betr\u00e4gt. Dar\u00fcber hinaus wird in gro\u00dfem Ausma\u00df GVO-Baumwolle in Textilien und Kleidung eingesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Somit sind GVO auch in den sogenannten \u201eGVO-freien St\u00e4dten und Gemeinden\u201c pr\u00e4sent und Bezeichnungen wie \u201eville sans OGM\u201c oder \u201ecommune sans OGM\u201c sind in gewisser Weise f\u00fcr den B\u00fcrger und den Konsumenten irref\u00fchrend: In keiner der 106 Gemeinden des Landes werden GVO angebaut \u2013 dennoch ist keine der 106 Gemeinden des Landes wirklich GVO-frei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weltweit steigt die Anbaufl\u00e4che von GVO-Pflanzen j\u00e4hrlich \u2013 derzeit liegt sie bei etwa 160 Mio. ha. Etwa 90% der weltweiten Soja-Produktion sind GVO-Pflanzen, womit die Versorgung mit Nicht-GVO-Soja sich zunehmend schwieriger gestaltet und Versorgungsengp\u00e4sse bzw. ein Anstieg der Risiken von Verunreinigungen vorprogrammiert sind, wollte man in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00df auf GVO-freies Soja umsteigen. Damit einhergehen w\u00fcrden allemal wesentliche Zusatzkosten, womit das Einkommen der Erzeuger und deren Wettbewerbsf\u00e4higkeit einmal mehr arg geschm\u00e4lert w\u00fcrden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich ist es nach Auffassung der Bauernzentrale illusorisch zu glauben, man k\u00f6nne weltweit den Anbau von GVO verhindern, wenn der europ\u00e4ische Konsument nur noch GVO-freie Produkte kaufen t\u00e4te.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seinen Anmerkungen zum vorgelegten Reglementsvorentwurf h\u00e4lt der Vorstand der Bauernzentrale zun\u00e4chst fest, da\u00df die geplante spezifische Etikettierung nur f\u00fcr die Lebensmittel gilt, die auf Basis von Produkten hergestellt sind, f\u00fcr die es in der EU zugelassene GVOs gibt und demzufolge gegebenenfalls solche enthalten k\u00f6nnten: Es sind dies Soja, Mais, Raps, Zuckerr\u00fcben, Industriekartoffeln und Baumwolle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Geltungsbereich dieser Etikettierung betrifft demnach beispielsweise keine Produkte, die auf Basis von Getreide hergestellt sind, auch nicht Speisekartoffeln, Obst und Gem\u00fcse sowie viele andere Produkte, obwohl dieselben absolut GVO-frei sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dem Sinn riskiert die Schaffung einer spezifischen Etikettierung zur Verunsicherung beim Konsumenten zu f\u00fchren, der nicht unbedingt wei\u00df, in welchen Bereichen GVO in der EU zugelassen sind und demnach vermeintlich nicht gekennzeichnete Produkte in die Kategorie der GVO-Produkte einsortiert, obwohl diese Produkte GVO-frei sind, nicht aber in den Geltungsbereich der Etikettierung fallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus riskiert die geplante Etikettierung die Produkte der konventionellen Landwirtschaft zu diskreditieren, obwohl diese Produkte absolut den gleichen hohen Standards in bezug auf gesundheitliche Unbedenklichkeit, in bezug auf Qualit\u00e4t, R\u00fcckverfolgbarkeit und Nachhaltigkeit entsprechen wie die als GVO-frei etikettierten Produkte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Vorentwurf des einschl\u00e4gigen Reglements sind Kriterien in bezug auf die Werbung f\u00fcr sogenannte GVO-freie Produkte vorgesehen: Die einschl\u00e4gige Werbung darf sich weder auf geschmacks- oder ern\u00e4hrungsbezogene Eigenschaften, noch auf sanit\u00e4re oder umweltbezogene Qualit\u00e4ten basieren, die allein durch die Abwesenheit von GVO im Produkt bedingt w\u00e4ren. Dar\u00fcber hinaus gilt f\u00fcr s\u00e4mtliche Lebensmittel, mit oder ohne GVO, da\u00df gem\u00e4\u00df europ\u00e4ischem Recht gesundheitsbezogene Werbeaussagen nur zul\u00e4ssig sind, wenn sie der strengen wissenschaftlichen Pr\u00fcfung durch die Lebensmittelsicherheitsbeh\u00f6rde EFSA standhalten bzw. in der von der EU-Kommission diesbez\u00fcglich ver\u00f6ffentlichten Liste aufgef\u00fchrt sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bauernzentrale erwartet demnach, da\u00df diese Vorgaben strengstens bei der Werbung eingehalten bzw. \u00fcberpr\u00fcft werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bauernzentrale unterst\u00fctzt die im Vorentwurf vorgesehene Bestimmung betreffend die Teilumstellung in den landwirtschaftlichen Betrieben und erachtet, da\u00df zwei parallele Produktionsschienen \u2013 \u201eGVO-frei zertifiziert\u201c und \u201enicht GVO frei zertifiziert\u201c \u2013 absolut vereinbar sind. Den Betrieben sollte allemal die M\u00f6glichkeit geboten werden, einen Produktionsbereich auf GVO-freie Produktion umzustellen, ohne dabei direkt s\u00e4mtliche Produktionen umstellen zu m\u00fcssen, was oftmals nicht m\u00f6glich und wirtschaftlich nicht tragbar ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abschlie\u00dfend \u00e4u\u00dfert die Bauernzentrale nochmals ihre Besorgnis \u00fcber eine eventuelle Verunsicherung der Konsumenten und der sich gegebenenfalls daraus ergebenden negativen Auswirkungen f\u00fcr die konventionelle Landwirtschaft. Sie erwartet demzufolge eine klare Position seitens des Landwirtschafts- und des Gesundheitsministeriums betreffend die gesundheitliche Unbedenklichkeit der konventionell hergestellten Produkte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gleichzeitig \u00e4u\u00dfert sie ihr Bedauern dar\u00fcber, da\u00df die Debatte um GVO immer noch vorwiegend auf ideologischer, wissenschaftlich nicht begr\u00fcndeter Basis gef\u00fchrt wird, sozusagen als Kreuzzug gegen die in diesem Bereich t\u00e4tigen multinationalen Firmen mit Monsanto an der Spitze, wohingegen die im Zusammenhang mit GVO grundlegenden Probleme, insbesondere im Zusammenhang mit dem Patentrecht, nicht zur Diskussion gestellt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im gleichen Sinn mu\u00df die Bauernzentrale wiederholt die Tatsache anprangern, da\u00df der europ\u00e4ische Markt zunehmend f\u00fcr Importe aus Drittl\u00e4ndern ge\u00f6ffnet wird, wobei viele Importprodukte unter Einsatz von GVO hergestellt werden bzw. nicht den der europ\u00e4ischen Landwirtschaft auferlegten Normen in bezug auf Qualit\u00e4t, sanit\u00e4re Standards, Umweltstandards, geschweige denn soziale Standards entsprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich erwartet die Bauernzentrale, da\u00df seitens der Regierung, insbesondere seitens des Landwirtschafts- und des Gesundheitsministeriums, der konventionellen Landwirtschaft bzw. deren Produkten die gleiche Unterst\u00fctzung gegen\u00fcber der \u00d6ffentlichkeit zukommt wie den sogenannten Nischenproduktionen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GVO \u2013 Genmodifizierte Organismen \u2013 im Zusammenhang mit der Landwirtschaft sind ein immer noch sensibles Thema, bei dem die Meinungen weit auseinandergehen und die Diskussionen meistens sehr emotional und ideologisch gef\u00fchrt werden bzw. an Objektivit\u00e4t zu w\u00fcnschen \u00fcbrig lassen, wobei auch bewu\u00dft oder unbewu\u00dft \u00c4ngste in der Bev\u00f6lkerung gesch\u00fcrt werden, w\u00e4hrend dem sehr verbreiteten Einsatz von GVO in der Humanmedizin eine breite Akzeptanz zukommt. 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