{"id":1292,"date":"2012-06-01T16:10:24","date_gmt":"2012-06-01T14:10:24","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1292"},"modified":"2013-08-30T16:08:45","modified_gmt":"2013-08-30T14:08:45","slug":"dairyman-goes-ireland-and-northern-ireland-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1292","title":{"rendered":"Dairyman goes Ireland and Northern Ireland"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: center;\">Teil 2: Irland<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vom 28. bis 31. M\u00e4rz dieses Jahres trat die Luxemburger Dairyman-Gruppe eine Reise nach Irland und Nordirland an, um Pilotbetriebe in diesen Partnerregionen zu besichtigen und deren Methoden der Milchviehhaltung besser kennenzulernen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>\u00a0<\/strong>Milchviehwirtschaft in Irland<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">63% der Fl\u00e4che Irlands wird landwirtschaftlich genutzt, was einen sehr gro\u00dfen Einflu\u00df auf bestehende Trinkwasserprobleme nach sich zieht. So ist die landwirtschaftliche Nutzung der Fl\u00e4chen zu 70% f\u00fcr die Phosphorproblematik und zu 82% f\u00fcr die Nitratprobleme im Trinkwasser verantwortlich. Um diese Umweltprobleme in den Griff zu bekommen, sind in Irland Ausbringungsverbote von organischem D\u00fcnger von September bis Januar erlassen worden sowie Lagerungskapazit\u00e4ten von 4-6 Monaten je nach Region vorgeschrieben; entsprechend den Bodenn\u00e4hrstoffgehalten ist der Zukauf an Phosphord\u00fcnger reglementiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Milchviehbetriebe in Irland\u00a0 sind absolute Gr\u00fcnlandbetriebe (\u00d8 60 ha LN, 100% Gr\u00fcnland), wobei das Milchproduktionssystem zu \u00fcber 60% auf der Produktion von Milch aus Weidegras basiert. Die Weideperiode dauert zwischen 250-280 Tagen. Die beiden von uns in Irland besichtigten Pilotbetriebe, Tom Walsh aus Kildorrery und George Leahy aus Craddockstown, lie\u00dfen die K\u00fche von Anfang Februar (je nach Witterung) bis Mitte\/Ende November ganzt\u00e4gig auf der Weide, so da\u00df sie sich in dieser Zeit fast ausschlie\u00dflich vom Weidegras ern\u00e4hrten. Beim Melken erhalten die Milchk\u00fche zus\u00e4tzlich Kraftfutter. Maissilage ist in einer typischen irischen Milchviehration nicht zu finden. W\u00e4hrend zwei Monaten, wenn kein Weidegras vorhanden ist, wird Grassilage verf\u00fcttert. Der durchschnittliche Kraftfuttereinsatz liegt bei 640 kg Kraftfutter\/Kuh und Jahr. Die Milchleistung\/Kuh und Jahr ist f\u00fcr unsere Verh\u00e4ltnisse eher niedrig und liegt bei 5.500 Litern. Milch aus Weidegras ist eben kein System f\u00fcr h\u00f6chste Milchleistungen, sondern f\u00fcr eine g\u00fcnstige Milchproduktion.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den von uns besichtigten Pilotbetrieben lag die Milchleistung bei 5.850 l\/Kuh\/Jahr bei 3,40% Eiwei\u00df und 4% Fett. Die gesamte Milchviehherde steht dann von Mitte\/Ende November bis Ende Januar trocken. Verschiedene Molkereien schlie\u00dfen w\u00e4hrend dieser Zeit. W\u00e4hrend der Trockenstehphase werden die K\u00fche dann im Stall mit Heu und Silage gef\u00fcttert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die irische Milchviehhaltung verlangt ein bestimmtes Produktionssystem; so ist eine Blockabkalbung notwendig, damit in den beiden Wintermonaten die gesamte Herde trockengestellt und die Milch in der Vegetationszeit der Weide gemolken werden kann. Die Kuh mu\u00df ein Kalb pro Jahr bringen und Zwischenkalbezeiten von 380-400 Tagen passen nicht ins System. W\u00e4hrend unserer Besichtigungstour haben wir dann auch erfahren, da\u00df die Fruchtbarkeit eines der wichtigsten Managementprobleme in irischen Milchviehbetrieben ist. Dabei ist die Diskussion um die beste Rasse f\u00fcr dieses Milchproduktionssystem gro\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verschiedene Betriebe besamen ihre K\u00fche mit neuseel\u00e4ndischen oder englischen Holstein, sogar Norwegische Rotbunte werden eingesetzt, um Merkmale wie Fruchtbarkeit und gute Ausnutzung der Weide zu f\u00f6rdern. Die K\u00fche, die nicht mehr ins System passen, werden verkauft, so auch die weiblichen K\u00e4lber, die zu sp\u00e4t auf die Welt kommen, denn sonst kalben diese nach zwei Jahren auch zu sp\u00e4t ab und passen wiederum nicht ins Betriebssystem.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Weidehaltung ist mit einem gewissen Zeitaufwand f\u00fcr die Landwirte verbunden, denn den K\u00fchen werden entweder kleinere Parzellen zugeteilt oder die Parzellen werden t\u00e4glich durch das Voranr\u00fccken des Weidezaunes vergr\u00f6\u00dfert, so da\u00df sie so schnell wie m\u00f6glich eine bestimmte Fl\u00e4che abgegrast haben, um so wenig wie m\u00f6glich Verluste (besch\u00e4digte Grasnarbe; Zertreten des Futters) zu haben. So kann es kommen, da\u00df eine Parzelle bis zu 11-mal im Jahr im Abstand von ungef\u00e4hr drei Wochen (abh\u00e4ngig von der Witterung) von den K\u00fchen beweidet wird. Dennoch wird jede Parzelle, die abgeweidet wurde, ged\u00fcngt, so da\u00df sie immer einen guten Ertrag haben. Die mineralische N-D\u00fcngung liegt in Irland im Durchschnitt auch bei 225 kg N\/ha, zuz\u00fcglich des organischen N-Einsatzes bei einer h\u00f6heren Besatzdichte als in Luxemburg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses weidegrasbetonte Milchproduktionssystem in Irland erlaubt eine sehr g\u00fcnstige Milchproduktion, weil Weidegras als Futtergrundlage unschlagbar g\u00fcnstig ist und keine hohen Kosten f\u00fcr Stallgeb\u00e4ude oder Maschinenfuhrpark anfallen, denn die K\u00fche befinden sich nur 2-3 Monate im Jahr im Stall. Die Betriebe verf\u00fcgen \u00fcber keinen \u00fcberdimensionalen Maschinenpark, viele Arbeiten wie Gras h\u00e4ckseln etc. werden vom Lohnunternehmer durchf\u00fchrt. Die festen Kosten sind daher weitaus geringer als in Luxemburg und die F\u00fctterungskosten ebenso.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den beiden Pilotbetrieben waren sogar die Handy- und Autokosten h\u00f6her als die Maschinenkosten. Die Produktionskosten lagen bei 15-20 ct\/l Milch bei einem Milchpreis, der im Fr\u00fchjahr 2012 bei 32-34 ct\/l lag. Sp\u00e4testens dann haben wir schnell gemerkt, wie gewinnbringend Weidehaltung sein kann\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"right\"><em>Jeff Diderrich, Charel Pint, <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"right\"><em>LTA Sch\u00fcler der 12<sup>e<\/sup> technicien<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teil 2: Irland Vom 28. bis 31. 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