{"id":1224,"date":"2012-05-04T15:43:06","date_gmt":"2012-05-04T13:43:06","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1224"},"modified":"2013-09-02T10:47:30","modified_gmt":"2013-09-02T08:47:30","slug":"forstzertifizierung-aktueller-denn-je","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1224","title":{"rendered":"Forstzertifizierung aktueller denn je"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: center;\"><em>Generalversammlung von L\u00ebtzebuerger Privatb\u00ebsch in Ettelbr\u00fcck<\/em><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die Vereinigung der Privatwaldbesitzer, \u201eL\u00ebtzebuerger Privatb\u00ebsch\u201c, kam am 25. April zu ihrer Generalversammlung im Festsaal der Ackerbauschule zusammen. Sie warb ein ums andere Mal f\u00fcr die PEFC-Forstzertifizierung, die zwar von den Gemeinden in den vergangenen Jahren ganz gut angenommen wurde, jedoch noch sehr wenig im kleinstrukturierten Privatwald. Diese wird immer wichtiger, da nicht zertifiziertes Holz in Zukunft schwer zu vermarkten sein wird.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00e4sident von L\u00ebtzebuerger Privatb\u00ebsch, Hubert de Schorlemer, konnte zu Beginn der Generalversammlung neben den Mitgliedern auch eine Reihe von Ehreng\u00e4sten begr\u00fc\u00dfen, u.a. den delegierten Minister f\u00fcr nachhaltige Entwicklung, Marco Schank. Der Programmpunkt Wahlen zum Verwaltungsrat entfiel, da keine neuen Kandidaturen gestellt worden waren.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><strong>Gro\u00dfe Bandbreite an Aktivit\u00e4ten<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sekret\u00e4r Henri Wurth kam im folgenden auf die gro\u00dfe Vielfalt der letztj\u00e4hrigen Aktivit\u00e4ten zu sprechen. Hervorzuheben sind die beiden Benefizveranstaltungen im Rahmen des Internationalen Jahres der W\u00e4lder: Zum einen ein Benefizkonzert in der Philharmonie mit der K\u00fcnstlerin Quincy Jones und zum anderen eine Versteigerung im Rahmen von \u201eKonscht am B\u00ebsch\u201c im Kikuoka Golf Club in Canach.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Bitburger Waldbauverein kam man mehrmals zusammen. Der Sekret\u00e4r machte darauf aufmerksam, da\u00df f\u00fcr Luxemburger Waldbesitzer potentiell die M\u00f6glichkeit besteht, Holz via Bitburg zu vermarkten. Vom Wiltzer Waldbauverein wird dies jetzt schon praktiziert. Der Bitburger Waldbauverein kam 2010 auf ein ansehnliches Vermarktungsvolumen von 120.000 cbm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein weiterer Punkt war das von Luxenergie auf dem Roost geplante Heizkraftwerk auf Basis von recycliertem Holz und Restholz. Der Frischholzbedarf liegt bei etwa 50.000 t. Diesbez\u00fcglich machte der Sekret\u00e4r deutlich, da\u00df es hierzulande ein gro\u00dfes Potential an nicht genutztem Holz gibt und dieses Potential durch eine wissenschaftliche Studie in Verbindung mit einer luftgest\u00fctzten Waldinventur erhoben werden soll. Von L\u00ebtzebuerger Privatb\u00ebsch wurde beim Landwirtschaftsministerium eine Anfrage zwecks Finanzierung einer solchen Studie get\u00e4tigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Highlight sei auch der letztj\u00e4hrige Preis \u201eMention speciale\u201c der Stiftung H\u00ebllef fir d\u2019Natur f\u00fcr das Engagement der Vereinigung f\u00fcr eine nachhaltige Waldbewirtschaftung genannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Henri Wurth machte darauf aufmerksam, da\u00df die Beratungsdichte in der nahen Eifel h\u00f6her ist als hierzulande. Dort gilt ein Standard von einem Berater pro 2.000 ha Privatwald. Wegen des Auslaufens des Interreg-Projekts Regiowood im vergangenen Jahr mu\u00dfte L\u00ebtzebuerger Privatb\u00ebsch zwei Ingenieure entlassen. Ein weiterer Techniker wurde eingestellt, so da\u00df nun zwei Forstingenieure und zwei Forsttechniker in den Diensten von L\u00ebtzebuerger Privatb\u00ebsch stehen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><strong>Technische Beratung und Weiterbildung<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Details zu den letztj\u00e4hrigen Aktivit\u00e4ten auf dem Terrain und bei der Forstzertifizierung erfuhren die Mitglieder von den Verantwortlichen der jeweiligen Beratungsdienste. Der forstliche Berater Winfried von Lo\u00eb kam auf die wachsenden Beratungsaktivit\u00e4ten des <em>Service technique<\/em> zu sprechen. Diesbez\u00fcglich wurden 2011 246 Ortstermine get\u00e4tigt, ein F\u00fcnftel mehr als 2010. Schwerpunkte waren Durchforstungen, Wertberechnungen und PEFC-Zertifizierung. Bei letzterem Punkt gab es eine besonders starke Zunahme von 3 auf 32 Beratungstermine.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">20% der Beratungstermine wurden von Nichtmitgliedern angefragt, die in vielen F\u00e4llen Mitglieder geworden sind. Als Gr\u00fcnde f\u00fcr den Anstieg der Vor-Ort-Beratung nannte Winfried von Lo\u00eb die steigenden Holzpreise und das Greifen der Sensibilisierungsma\u00dfnahmen von L\u00ebtzebuerger Privatb\u00ebsch. Immer mehr Waldbesitzer seien \u201eauf der Suche nach ihren Waldparzellen\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcnf Gemeinschaftsdurchforstungen konnten 2011 abgeschlossen werden, und zwar in Bavigne-Mecher (1.070 cbm), Boulaide (2.087 cbm), Kuborn (1.828 cbm), Roodt-Beckerich (862 cbm) und Heltzingen (1.977 cbm). F\u00fcr das laufende Jahr sind Durchforstungen in Kehmen, Savelborn, Boulaide, Brouch und Ell in Vorbereitung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2011 wurden insgesamt 16.570 cbm Holz vermarktet. 80% der vermarkteten Holzmenge stammte aus Durchforstungen. 14 verschiedene Unternehmer kauften das Holz auf dem Fu\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den Weiterbildungsschwerpunkten z\u00e4hlte die Umsetzung des Leader-Projektes \u201eWaldf\u00fchrerschein\u201c (diesmal im Mullerthal), das Symposium der Privatwaldbesitzer in Wiltz, die Motors\u00e4genlehrg\u00e4nge sowie diverse Informationsveranstaltungen und Info-St\u00e4nde. Der forstliche Berater hob hervor, da\u00df die Bedeutung der Weiterbildung insgesamt sehr stark zunimmt. Als Renner erwies sich abermals der acht Seminare beinhaltende Waldf\u00fchrerschein f\u00fcr Forstneulinge. Hierzu ist nun ein Aufbauseminar geplant. Auch die Motors\u00e4genlehrg\u00e4nge erfreuen sich nach wie vor gro\u00dfer Beliebtheit. 2012 werden neun Lehrg\u00e4nge angeboten. Neben den Grundlehrg\u00e4ngen steht auch ein Aufbaulehrgang auf dem Programm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zeitung <em>De L\u00ebtzebuerger Privatb\u00ebsch<\/em> erschien f\u00fcnfmal. Neu hinzugekommen sind jeweils zwei Seiten in Sachen Service technique. Aktuelles kann nun auch via <a href=\"http:\/\/www.privatbesch.lu\/\">www.privatbesch.lu<\/a> im Internet abgerufen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Des weiteren bleibt zu erw\u00e4hnen, da\u00df das forstliche Beraterteam die Vereinigung bei Leader Redange-Wiltz und Leader West, beim Life-Projekt Otter des Naturparks Obersauer, beim Forstremembrement Winseler sowie bei benachbarten Waldbauvereinen vertrat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abschlie\u00dfend sprach Winfried von Lo\u00eb u.a. von der Notwendigkeit, durch den Sturm Cynthia betroffene Fl\u00e4chen sowie weitere Brachfl\u00e4chen wieder aufzuforsten.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><strong>Weiterhin gro\u00dfer Nachholbedarf bei der Forstzertifizierung<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es folgte der Bericht der neuen Verantwortlichen f\u00fcr die PEFC-Zertifizierung, Elisabeth Freymann. Neben dem \u00fcblichen Tagesgesch\u00e4ft war der Service PEFC erneut im Bereich der \u00d6ffentlichkeitsarbeit t\u00e4tig, u.a. auf Messen. Interessierte Waldbesitzer und Unternehmer wurden hinsichtlich PEFC-Zertifizierung beraten. Zu letzteren ist zu sagen, da\u00df 19 bereits nach PEFC zertifiziert sind und 13 davon auch das PEFC-Logo nutzen. Mehr als die H\u00e4lfte der 19 Unternehmer sind Holzh\u00e4ndler.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die PEFC-Beraterin zeigte anhand einer Tabelle auf, da\u00df es hinsichtlich Zertifizierung im Privatwald noch einen erheblichen Nachholbedarf gibt. 32,2% der nationalen Forstfl\u00e4che sind inzwischen nach dem luxemburgischen Qualit\u00e4tsstandard zertifiziert. Von diesen 29.039 ha zertifiziertem Wald entfallen nur 2.216,27 ha (7,6%) auf den Privatwald. Elisabeth Freymann rief deshalb die Mitglieder nochmals dazu auf, ihren Wald nach PEFC zertifizieren zu lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Beraterin kam des weiteren auf das dreij\u00e4hrige Interregprojekt Regiowood zu sprechen, das Ende Oktober 2011 auslief. 19 Organisationen aus den Regionen Wallonien, Lothringen, Rheinland-Pfalz und Luxemburg arbeiteten hierbei zusammen. Schwerpunkte von L\u00ebtzebuerger Privatb\u00ebsch war diesbez\u00fcglich die Holzmobilisierung im Kleinstprivatwald sowie die Verbesserung der forstlichen Infrastruktur. In Sachen Mobilisierung \u2013 eigentlich m\u00fc\u00dfte man von Holzbesitzermobilisierung sprechen \u2013 wurden drei Pilotzonen in Luxemburg geschaffen. Insgesamt waren es zehn Pilotzonen im Projektgebiet. Elisabeth Freymann zog folgendes Fazit:<\/p>\n<ul>\n<li>Das Procedere der \u201eHolzbesitzermobilisierung\u201c ist sehr zeitaufwendig und der menschliche Kontakt in diesem Kontext immens wichtig.<\/li>\n<li>Pro in die Holzmobilisierung hineingesteckten Euro kann man einen Mehrwert von 3-16 Euro erzielen.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Kassenbericht der Vereinigung trug Yves Weyland vor. Das Jahr 2011 wurde mit einem Plus von mehr als 3.500 Euro abgeschlossen. Die Kassenrevisoren best\u00e4tigten die Korrektheit der Angaben im Kassenbericht und empfahlen die Entlastung des Kassierers, was einstimmig geschah. Die Herren Erpelding und Steichen erkl\u00e4rten sich bereit, ihre \u00c4mter als Kassenrevisoren fortzuf\u00fchren. In der anschlie\u00dfenden Vorausschau auf das aktuelle Gesch\u00e4ftsjahr kam Yves Weyland zum Schlu\u00df, da\u00df das Jahr voraussichtlich mit einem leichten Minus von 2.100 Euro abgeschlossen wird, sprach aber diesbez\u00fcglich von einem \u201eBudget der Vorsicht\u201c.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><strong>Ansprache des Pr\u00e4sidenten<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach den umfangreichen T\u00e4tigkeitsberichten befand die Versammlung \u00fcber die Entlastung des Vorstands. Diese wurde einstimmig vollzogen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pr\u00e4sident Hubert de Schorlemer kam in seiner Ansprache an die Versammlung auf die Erfolge bei den letztj\u00e4hrigen Benefizveranstaltungen zu sprechen. Allein beim Konzert in der Philharmonie kamen 15.000 Euro an Spenden zusammen, mit denen ein Aufforstungsprojekt in Indien unterst\u00fctzt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr\u00e4sident zeigte sich zudem sehr erfreut \u00fcber die gro\u00dfe Resonanz des Weiterbildungsangebots von L\u00ebtzebuerger Privatb\u00ebsch. F\u00fcr den Waldf\u00fchrerschein haben sich aktuell ca. 60 Teilnehmer angemeldet und es gibt auch schon Anfragen f\u00fcr das kommende Jahr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weitere Punkte in der Ansprache waren der Naturschutz sowie die Forstpolitik der EU. Hubert de Schorlemer betonte, da\u00df nur der Umweltminister Naturschutzzonen ausrufen k\u00f6nne und es wichtig ist, da\u00df dies so bleibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bez\u00fcglich der EU-Politik stellte er die geplanten Br\u00fcsseler Vorgaben heraus, wonach k\u00fcnftig der Waldbesitzer einen Nachweis \u00fcber jeden Kubikmeter Holz erbringen mu\u00df, den er dem Wald entnommen hat. \u201eIch setze mich daf\u00fcr ein, da\u00df die Zertifizierung als Nachweis ausreicht\u201c, so der Pr\u00e4sident der Waldbesitzervereinigung, die hierzulande 1.800 Privatwaldbesitzer vertritt.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><strong>Partnerschaft f\u00fcr Naturschutz unerl\u00e4\u00dflich<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der delegierte Minister f\u00fcr Nachhaltigkeit, Marco Schank, \u00e4u\u00dferte eingangs die \u00dcberzeugung, da\u00df die naturnahe Bewirtschaftung die beste Voraussetzung f\u00fcr gesunde W\u00e4lder sei. Der Staatswald werde zunehmend naturnah bewirtschaftet. \u201eDiese Form der Bewirtschaftung ist jedoch nur m\u00f6glich bei einer vertr\u00e4glichen Wilddichte\u201c, sagte der Minister einschr\u00e4nkend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Marco Schank nannte im folgenden einige wichtige Punkte zum k\u00fcnftigen Plan d\u00e9veloppement rural (PDR), zum Plan national forestier (PNF) und zur Naturschutzpolitik. Beim PDR sollte es u.a. darum gehen, den Wald besser auf den Klimawandel vorzubereiten. Der Minister machte zudem deutlich, da\u00df man bei der Ausarbeitung des neuen PNF auf die Mithilfe von L\u00ebtzebuerger Privatb\u00ebsch z\u00e4hlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den sogenannten Oekopunkten im Naturschutz erw\u00e4hnte er, da\u00df Ende Mai ein Vorschlag pr\u00e4sentiert wird. Die Waldbiotope nach Natura 2000 sollen seinen Worten zufolge bald festgelegt werden. Danach folgt noch der entsprechende Ma\u00dfnahmenkatalog.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch der delegierte Minister f\u00fcr Nachhaltigkeit sprach von der enormen Bedeutung der Forstzertifizierung. Er lobte die gute Beratung von L\u00ebtzebuerger Privatb\u00ebsch in diesem Bereich und merkte an, da\u00df die Regierung k\u00fcnftig Produkte aus zertifiziertem Holz bevorzugen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Minister sprach abschlie\u00dfend von der Wichtigkeit, Naturschutz in Partnerschaft zu praktizieren. Er \u00e4u\u00dferte die Absicht, den kommunalen Naturschutz zu st\u00e4rken und k\u00fcndigte einen Workshop in Sachen Biodiversit\u00e4t und diesbez\u00fcgliche Ma\u00dfnahmen an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Generalversammlung von L\u00ebtzebuerger Privatb\u00ebsch in Ettelbr\u00fcck Die Vereinigung der Privatwaldbesitzer, \u201eL\u00ebtzebuerger Privatb\u00ebsch\u201c, kam am 25. 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