{"id":1134,"date":"2012-08-10T14:31:34","date_gmt":"2012-08-10T12:31:34","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1134"},"modified":"2013-08-30T16:04:25","modified_gmt":"2013-08-30T14:04:25","slug":"traditionelles-erntegesprach-im-agrocenter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1134","title":{"rendered":"Traditionelles Erntegespr\u00e4ch im Agrocenter"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Es ist nicht das erwartete Superjahr, aber ein Jahr mit kostendeckenden<\/em> <em>Erzeugerpreisen<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf Einladung von Versis weilten am 8. August die Minister Schneider und Schank im Merscher Agrocenter, um sich bei Versis und der Luxemburger Saatbaugenossenschaft (LSG) ein Bild von der diesj\u00e4hrigen Getreideernte zu machen (siehe hierzu auch den Leitartikel auf Seite 1). Beherrschende Themen waren jedoch nicht die Getreideernte an sich, sondern die weltweite Marktsituation sowie der Stand der Dinge in Sachen Agrarzenter-Projekt. Es war nat\u00fcrlich noch viel zu fr\u00fch f\u00fcr eine Zwischenbilanz beim \u201eKarschnatz\u201c und das wechselhafte Wetter zu Wochenbeginn sorgte daf\u00fcr, da\u00df es quasi keine Ware zum Abliefern gab.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Stand der Getreideernte<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Versis-Direktor Georges Hilger und LSG-Direktor Henri Noesen stellten in kurzen Z\u00fcgen den Stand der Ernte vor. Sie machten auf den hohen Krankheitsdruck und die dadurch bedingte Notwendigkeit verst\u00e4rkter Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen aufmerksam. Die Ernte hat wegen der k\u00fchlen und niederschlagsreichen Witterung mit zwei Wochen Versp\u00e4tung gegen\u00fcber den letzten Jahren begonnen. Wegen dieser Versp\u00e4tung wird damit gerechnet, da\u00df sich die Getreideernte im \u00d6sling bis Anfang September hinziehen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von Versis wird gesch\u00e4tzt, da\u00df das Ernteaufkommen diesmal 15% h\u00f6her sein wird als 2011. Versis hat mit 27.000 t bislang rund ein Drittel der erwarteten Menge erfa\u00dft. Davon sind 11.000 t Wintergerste, die quasi komplett abgeerntet ist. Die Hektarertr\u00e4ge schwanken bei dieser Kultur \u00fcblicherweise zwischen 50 und 65 dt\/ha. Das Hektolitergewicht ist relativ niedrig, was von Versis auf einen Mangel an Sonnenstunden in den Sommermonaten zur\u00fcckgef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Des weiteren wurden bislang rund 11.000 Tonnen Raps abgeliefert, rund die H\u00e4lfte der erwarteten Gesamtmenge. Mit zumeist 25-35 dt\/ha ist der Ertrag relativ schwach. Dies wird auf die Auswinterungssch\u00e4den und den hohen Krankheitsdruck zur\u00fcckgef\u00fchrt. Die Qualit\u00e4t ist jedoch gut und der \u00d6lgehalt liegt bei maximal 47%. Es ist ein hoher Anteil kleiner K\u00f6rner zu verzeichnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Des weiteren sind in noch relativ geringer Menge Winterweizen und Wintertriticale erfa\u00dft worden. Bei diesen beiden Winterungen ist es noch zu fr\u00fch, um Aussagen \u00fcber Mengen und Qualit\u00e4ten machen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der LSG wurden bislang 2.600 t Saatgetreide erfa\u00dft, somit nur etwas mehr als die H\u00e4lfte als in einem \u201eNormaljahr\u201c zu diesem Zeitpunkt. 20% davon mu\u00dften nachgetrocknet werden. Auf das Wintergerstensaatgut entfallen bislang 2.000 t. Hiervon bleiben immer noch rund 150 t im \u00d6sling zu ernten. Die Ertr\u00e4ge schwanken bei dieser Kultur zwischen 50 und 90 dt\/ha. Hektolitergewicht und Tausendkorngewicht lassen sehr zu w\u00fcnschen \u00fcbrig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weitere 450 t entfallen auf Wintertriticale. Auch bei dieser Kultur ist ein relativ hoher Anteil von Taub\u00e4hrigkeit und Schrumpfk\u00f6rnern zu beobachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Henri Noesen machte auf die bisherigen Erfahrungen aufmerksam, da\u00df wohl aufgrund von schlechter Witterung w\u00e4hrend der Best\u00e4ubung und wegen des hohen Krankheitsdrucks viele \u00c4hren ganz oder teilweise taub geblieben sind. Die Wintergerste sei den hohen Ertragserwartungen deshalb nicht gerecht geworden und die ersten angelieferten Wintertriticale- und Winterweizenpartien deuteten darauf hin, da\u00df dieser Trend sich best\u00e4tige.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Andauernde Hochpreisphase<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Georges Hilger kam auch auf die Marktsituation f\u00fcr Getreide und Raps zu sprechen. Als gr\u00f6\u00dften Einflu\u00dffaktor f\u00fcr das europ\u00e4ische Getreideangebot nannte er die massiven Auswinterungssch\u00e4den auf sch\u00e4tzungsweise 3,86 Mio. ha. Allein auf Polen und die Ukraine entfallen hierbei insgesamt 2,4 Mio. ha, wobei in beiden L\u00e4ndern jeweils 30% der Winterungen so stark gesch\u00e4digt wurden, da\u00df ein Umbruch unumg\u00e4nglich war. In Frankreich betr\u00e4gt der entsprechende Anteil 15%, in Deutschland 10%. Die umgebrochenen Felder wurden mit Sommerungen bestellt. Auch die LSG sp\u00fcrte die deutliche Nachfragebelebung im Fr\u00fchjahr, die zu einem raschen Abverkauf ihrer Best\u00e4nde an Sommergetreide-Saatgut f\u00fchrte. Von der Auswinterung waren vor allem Winterweizen und Winterraps betroffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Luxemburg kam mit einem blauen Auge davon: zumeist sch\u00fctzte eine geringe Schneedecke die Kulturen. Es kam beim Raps und bei der Wintergerste zu einer teilweisen Auswinterung, aber es mu\u00dften nur wenige Fl\u00e4chen umgebrochen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den Auswinterungssch\u00e4den gesellen sich in der Ukraine und in Ru\u00dfland noch D\u00fcrresch\u00e4den, so da\u00df das europ\u00e4ische Ernteaufkommen relativ niedrig bleiben und zu anhaltend hohen Getreidepreisen f\u00fchren wird. Wegen des derzeit schwachen Euro wird zudem damit gerechnet, da\u00df Getreide aus der EU verst\u00e4rkt in Nordafrika abgesetzt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Raps f\u00fchrten zum einen die Auswinterung, zum anderen ung\u00fcnstige Aussaatbedingungen in Polen und im Nordosten Deutschlands zu einem deutlichen R\u00fcckgang der Erntefl\u00e4che auf nur noch 6 Mio. ha. In den Vorjahren standen durchschnittlich 6,7 Mio. ha zur Ernte an. Trotz des prognostizierten Verbrauchsr\u00fcckgangs wird deshalb mit einem sehr niedrigen Endbestand in der Vermarktungskampagne 2012\/13 gerechnet, was sehr stark zu einer Preisfestigung beitr\u00e4gt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die aktuell wieder massive Spekulation mit Agrarrohstoffen an den B\u00f6rsen wurde thematisiert. Diese hat zur Folge, da\u00df die Kurse f\u00fcr Getreide und \u00d6lfr\u00fcchte noch weiter in die H\u00f6he getrieben werden. Nicht nur die Rapskurse befinden sich derzeit an den preisbestimmenden Warenterminb\u00f6rsen in \u201eschwindelerregenden\u201c H\u00f6hen, sondern auch die Kurse f\u00fcr Sojaschrot. F\u00fcr Soja wurde aufgrund der anhaltenden D\u00fcrre in den USA gar ein historischer H\u00f6chststand erreicht. Versis weist in diesem Kontext darauf hin, da\u00df immer mehr Getreide auf den H\u00f6fen gelagert wird, um es im Herbst oder im Winter zu vermarkten. Auch besteht die M\u00f6glichkeit, das Getreide im Fr\u00fchjahr bereits zu einem Festpreis zu verkaufen und sich so den Preis f\u00fcr die kommende Ernte abzusichern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Des weiteren wurde auf die deutlich gestiegenen Futtermittelkosten hingewiesen, die die Wirtschaftlichkeit in der Veredlung stark beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Agrarzenterprojekt in Colmar-Berg<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Landwirtschaftsminister Romain Schneider machte diesbez\u00fcglich darauf aufmerksam, da\u00df bei den derzeitigen Kosten f\u00fcr Betriebsmittel ein Milchpreis von 35-40 Cent angemessen w\u00e4re. Er lobte die Initiativen zum Anbau von Eiwei\u00dfpflanzen in Luxemburg, die einen Beitrag dazu leisten k\u00f6nnen, die Abh\u00e4ngigkeit vom Ausland zu verringern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bez\u00fcglich des Agrarzenterprojekts in Colmar-Berg, dessen rasche Umsetzung sowohl vom Verband als auch von der LSG herbeigesehnt wird, sagten er und Marco Schank ihre Unterst\u00fctzung zu. \u201eDie Regierung hat im Moment alle Hausaufgaben gemacht\u201c, hob Marco Schank hervor. Die Umklassierung in eine Aktivit\u00e4tszone sei erfolgt, die Entscheidung, einen Kreisverkehr zwecks sicherer Gel\u00e4ndezufahrt einzurichten, gef\u00e4llt. De Verband habe die schriftliche Zusage bekommen, da\u00df das Gel\u00e4nde zu denselben Konditionen erworben werden kann wie andernorts in Luxemburg. De Verband wurde gleichzeitig aufgefordert, dem Ministerium mitzuteilen, wie gro\u00df die zu bebauende Fl\u00e4che sein wird und welchen Fl\u00e4chenanteil die Produktionsst\u00e4tten und welchen Anteil die rein kommerziellen Aktivit\u00e4ten letztlich ausmachen werden. Unklar sei auch noch die genaue Entfernung des zu bebauenden Gel\u00e4ndes zur Autobahn. Marco Schank zeigte sich zuversichtlich, da\u00df die Genehmigungsprozeduren z\u00fcgig abgewickelt werden k\u00f6nnen, machte aber deutlich, da\u00df dies ein vollst\u00e4ndiges Dossier voraussetzt. Es sei noch ein PAP n\u00f6tig, wobei dessen Ausarbeitung zeitlich parallel zur Commodo-Prozedur m\u00f6glich sein werde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Direktor von De Verband, Jos Jungen, betonte, da\u00df man am neuen Standort im deutschen Perl mit der Genehmigung vorankommt und zur Ernte 2013 die Siloanlagen in Betrieb nehmen will. Die bislang nach Mersch gehende Ware werde dann in Perl erfa\u00dft, ebenso ein Gro\u00dfteil dessen, was bis dato nach Metz transportiert wird. Die Futtermittelproduktion soll Anfang 2014 nach Perl umziehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist nicht das erwartete Superjahr, aber ein Jahr mit kostendeckenden Erzeugerpreisen Auf Einladung von Versis weilten am 8. August die Minister Schneider und Schank im Merscher Agrocenter, um sich bei Versis und der Luxemburger Saatbaugenossenschaft (LSG) ein Bild von der diesj\u00e4hrigen Getreideernte zu machen (siehe hierzu auch den Leitartikel auf Seite 1). Beherrschende Themen waren jedoch nicht die Getreideernte an sich, sondern die weltweite Marktsituation sowie der Stand der Dinge in Sachen Agrarzenter-Projekt. 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