{"id":1113,"date":"2012-04-13T14:03:09","date_gmt":"2012-04-13T12:03:09","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1113"},"modified":"2013-09-02T10:50:59","modified_gmt":"2013-09-02T08:50:59","slug":"grauschimmel-im-winterraps","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1113","title":{"rendered":"Grauschimmel im Winterraps"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Grauschimmel (<em>Botryotinia fuckeliana<\/em>, Nebenfruchtform: <em>Botrytis cinerea<\/em>) ist insbesondere im Wein- und Gem\u00fcsebau eine weit verbreitete und gef\u00fcrchtete Krankheit. Gelegentlich kann man diesen Schadpilz aber auch in Best\u00e4nden von Winterraps antreffen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u00a0Schadbild<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pilz ist besonders auf Rapspflanzen zu finden, die bereits durch den starken Frost Anfang Februar in Mitleidenschaft gezogen wurden. Infektionen sind insbesondere in der Phase des L\u00e4ngenwachstums zu finden. Die Pflanzen bleiben bei Fr\u00fchbefall im Wachstum zur\u00fcck. Auf den Bl\u00e4ttern erscheinen wei\u00dfgraue Flecken, die sich vergr\u00f6\u00dfern und \u00fcber das gesamte Blatt ausbreiten. Die Bl\u00e4tter vergilben oder werden fahlgr\u00fcn, welken und sterben ab. Meist nach Regen erscheint am unteren Teil des Haupttriebes eine Gelb- bis Graubraunf\u00e4rbung in Form oval-l\u00e4nglicher Flecken. Die Symptome sind erst einseitig am Stengel, sp\u00e4ter stengelumfassend, und die Pflanzen k\u00f6nnen an der Infektionsstelle umbrechen (Foto). Bei sp\u00e4tem Befall werden auch Knospen und Bl\u00fcten befallen und sterben ab. Befallene Schoten k\u00f6nnen bei wechselfeuchter Witterung vorzeitig aufplatzen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\" align=\"center\">Biologie des Schadpilzes<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pilz ist luftb\u00fcrtig und bildet bei hoher Luftfeuchte Konidientr\u00e4ger mit Konidien aus, die als grau-blauer Pilzrasen erkennbar sind. Der Erreger w\u00e4chst ausgehend vom Befall der \u00e4lteren Bl\u00e4tter \u00fcber die Blattstiele in den Stengel hinein. Feucht-k\u00fchle Witterung und Temperaturen um 10-15\u00b0C beg\u00fcnstigen den Befall. Dies trifft vor allem in windgesch\u00fctzten Lagen zu. Das Wetter der letzten Wochen (warme Tage und kalte N\u00e4chte) war optimal f\u00fcr Taubildung in den Morgenstunden, der f\u00fcr die Infektion des Pilzes hilfreich war. Obwohl der Pilz zur Massenvermehrung von Sporen in der Lage ist, findet sich selten ein epidemisches Auftreten im Feld, sondern es werden eher Einzelpflanzen befallen, die bereits deutlich durch Frosteinwirkung geschw\u00e4cht ins Wachstum gegangen sind. Licht- und N\u00e4hrstoffmangel beg\u00fcnstigen die Infektion, aber auch Pflanzensch\u00e4digung durch Insekten oder Spritzsch\u00e4den (Herbizide) k\u00f6nnen dazu beitragen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u00a0Bek\u00e4mpfung<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Momentan ist <strong>kein<\/strong> Fungizid f\u00fcr eine chemische Bek\u00e4mpfung von Grauschimmel im Raps zugelassen. Die gegen die Wei\u00dfstengeligkeit zugelassenen Produkte, wie z.B. Cantus (Boscalid), w\u00fcrden zwar den Grauschimmel-Erreger mit erfassen, aber f\u00fcr eine solche Spritzung ist es jetzt noch zu fr\u00fch. Eine Fungizidma\u00dfnahme allein gegen den Grauschimmel w\u00e4re auch nicht wirtschaftlich, insbesondere wenn der Stengel bereits deutliche Symptome aufweist. Es ist dann f\u00fcr eine chemische Bek\u00e4mpfung zu sp\u00e4t. Auch bei dieser Erkrankung mu\u00df man auf eine weite Fruchtfolge als vorbeugende Ma\u00dfnahme setzen. Optimal gef\u00fchrte Rapsbest\u00e4nde sind deutlich weniger anf\u00e4llig als geschw\u00e4chte Best\u00e4nde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Gilles Parisot (Chambre d\u2019 Agriculture)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"right\">\u00a0<em>Michael Eickermann (CRP-Gabriel Lippmann)\u00a0<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grauschimmel (Botryotinia fuckeliana, Nebenfruchtform: Botrytis cinerea) ist insbesondere im Wein- und Gem\u00fcsebau eine weit verbreitete und gef\u00fcrchtete Krankheit. 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