{"id":1086,"date":"2012-03-23T10:35:15","date_gmt":"2012-03-23T09:35:15","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1086"},"modified":"2013-09-02T10:58:21","modified_gmt":"2013-09-02T08:58:21","slug":"dauerthema-ibr-bekampfung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1086","title":{"rendered":"Dauerthema IBR-Bek\u00e4mpfung"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\"><em>Interview mit Dr. F\u00e9lix Wildschutz, dem Direktor der Veterin\u00e4rinspektion<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(hl).- IBR (Infekti\u00f6se Bovine Rhinotracheitis) ist eine <a title=\"Viren\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Viren\">virusbedingte<\/a> <a title=\"Infektionskrankheit\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Infektionskrankheit\">Infektionskrankheit<\/a> der <a title=\"Rinder\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rinder\">Rinder<\/a>. Der Name ergibt sich aus dem klinischen Erscheinungsbild, einer Nasenentz\u00fcndung (<a title=\"Rhinitis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rhinitis\">Rhinitis<\/a>) und Luftr\u00f6hrenentz\u00fcndung (<a title=\"Tracheitis\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tracheitis\">Tracheitis<\/a>). Sie f\u00fchrt in der akuten Phase zu Fieber und Nasenausflu\u00df; in der Folge kann eine Infektion aber auch zu <a title=\"Sexualzyklus\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sexualzyklus\">Zyklus<\/a>st\u00f6rungen, <a title=\"Fehlgeburt\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fehlgeburt\">Abort<\/a>\/<a title=\"Totgeburt\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Totgeburt\">Totgeburt<\/a> oder <a title=\"Mastitis (Haustiere)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mastitis_(Haustiere)\">Mastitis<\/a> und sowohl bei adulten Rindern als auch bei K\u00e4lbern bei schweren Verl\u00e4ufen zum Tod f\u00fchren. Die Ansteckungsgefahr von Tier zu Tier ist ungleich h\u00f6her als bei BVD. Bei belgischen Untersuchungen zeigte sich 1997, da\u00df es in zwei Drittel der Rinderhaltungen latent infizierte Tiere gab, die in Stre\u00dfsituationen wieder zu Virusausscheidern werden k\u00f6nnen. In vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern gelten die Rinderbest\u00e4nde als IBR-frei oder es existieren obligatorische Bek\u00e4mpfungsprogramme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die exportorientierten Rinderz\u00fcchter haben hierzulande von jeher ein gro\u00dfes Interesse daran, da\u00df sie ihren Abnehmern IBR-Freiheit garantieren k\u00f6nnen. Schon vor etlichen Jahren wurde ein freiwilliges IBR-Bek\u00e4mpfungsprogramm von der Veterin\u00e4rinspektion gestartet. Dieses erhielt unl\u00e4ngst durch den Start eines obligatorischen IBR-Bek\u00e4mpfungsprogramms in Belgien neue Aktualit\u00e4t. <em>De Letzebuerger Bauer (LB)<\/em> sprach hier\u00fcber mit Dr. F\u00e9lix Wildschutz, dem Direktor der Veterin\u00e4rinspektion.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>LB: Dr. Wildschutz, wie gro\u00df ist der \u00f6konomische Impakt von IBR hierzulande?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Wildschutz: Das l\u00e4\u00dft sich schwer beziffern. Von den Betrieben, die am freiwilligen IBR-Bek\u00e4mpfungsprogramm teilnehmen, wissen wir, da\u00df eine Reihe von Best\u00e4nden latent infiziert sind und IBR auch akut auftreten kann, das Virus also auch aktiv zirkuliert. Im Vergleich zu anderen Seuchen wurde die \u00f6konomische Bedeutung von IBR bislang relativ niedrig eingestuft, weshalb wir uns bei den Bek\u00e4mpfungsprogrammen auf diese anderen Seuchen konzentriert haben.\u00a0 <em><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>LB: Ist beim Thema IBR-Bek\u00e4mpfung nun trotzdem Eile geboten?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Wildschutz: Es gibt schon recht lange ein freiwilliges Bek\u00e4mpfungsprogramm. Dieses wurde jedoch nur von vergleichsweise wenigen Betrieben angenommen. In den vergangenen Jahren schlief es mangels Nachfrage fast g\u00e4nzlich ein. Erst mit den neuen Vorgaben aus Belgien ist das freiwillige Programm wieder verst\u00e4rkt nachgefragt worden. Besonders bei Betrieben entlang der Grenze zu Belgien besteht ein Interesse an der IBR-Bek\u00e4mpfung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>LB: Welche Ma\u00dfnahmen m\u00fcssen Betriebe treffen, die ihre Rinder auf Weiden in Belgien bringen wollen?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Wildschutz: Es gibt drei M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Betriebe, die Tiere nach Belgien auf die Weide bringen wollen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. die Teilnahme am freiwilligen IBR-Bek\u00e4mpfungsprogramm, also Analysen von allen Tieren, und Erhalt des \u201eStatus 1\u201c oder \u201eStatus 2\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. Analysen nur von den Tieren, die nach Belgien sollen, zwei Wochen vor dem Austrieb und mit einem IgE negativen Resultat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3. Tiere, welche nach Belgien verbracht werden, m\u00fcssen geimpft und diese Impfung mu\u00df vom Hoftierarzt bescheinigt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sowohl der Nachweis der Impfung als auch eine amtliche Bescheinigung mit negativen Analyseresultaten werden von der belgischen Veterin\u00e4rverwaltung anerkannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>LB: Wird es in den n\u00e4chsten Jahren auch hierzulande ein obligatorisches Bek\u00e4mpfungsprogramm gegen IBR geben?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Wildschutz: Wir sind im Prinzip nicht gegen ein obligatorisches Programm, aber wir haben derzeit nicht die Kapazit\u00e4ten, um ein solches Programm in Eigenregie durchzuf\u00fchren. Es fehlen zum einen die Laborkapazit\u00e4ten, zum anderen ist der administrative Aufwand f\u00fcr uns zu gro\u00df. Wenn der Sektor im allgemeinen sich nun starkmacht f\u00fcr ein obligatorisches Programm, werden alternative L\u00f6sungen gebraucht. Dies k\u00f6nnte dann so aussehen, da\u00df die Analysen und die Auswertung in einem Privatlabor gemacht werden und die Veterin\u00e4rinspektion sich nur um die sanit\u00e4ren Aspekte k\u00fcmmert. Auf jeden Fall w\u00e4re eine finanzielle Beteiligung des Sektors an den Analysen erforderlich. In Belgien existiert f\u00fcr solche Zwecke eine Tierseuchenstelle namens \u201eArsia\u201c, wo u.a. Beitr\u00e4ge seitens der Tierhalter eingehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach den Osterferien wird es bez\u00fcglich des Vorgehens bei der Tierseuchenbek\u00e4mpfung ein Rundtischgespr\u00e4ch mit dem Sektor geben, an dem die Landwirtschaftskammer, die verschiedenen Verb\u00e4nde und die Veterin\u00e4rverwaltung teilnehmen werden. Geplant ist die Schaffung einer \u201eTask force sanitaire\u201c.\u00a0<em><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit Dr. F\u00e9lix Wildschutz, dem Direktor der Veterin\u00e4rinspektion (hl).- IBR (Infekti\u00f6se Bovine Rhinotracheitis) ist eine virusbedingte Infektionskrankheit der Rinder. Der Name ergibt sich aus dem klinischen Erscheinungsbild, einer Nasenentz\u00fcndung (Rhinitis) und Luftr\u00f6hrenentz\u00fcndung (Tracheitis). Sie f\u00fchrt in der akuten Phase zu Fieber und Nasenausflu\u00df; in der Folge kann eine Infektion aber auch zu Zyklusst\u00f6rungen, Abort\/Totgeburt oder Mastitis und sowohl bei adulten Rindern als auch bei K\u00e4lbern bei schweren Verl\u00e4ufen zum Tod f\u00fchren. Die Ansteckungsgefahr von Tier zu Tier ist ungleich h\u00f6her als bei BVD. 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