{"id":1080,"date":"2012-03-23T10:18:21","date_gmt":"2012-03-23T09:18:21","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1080"},"modified":"2013-09-02T10:58:45","modified_gmt":"2013-09-02T08:58:45","slug":"greening-und-annaherung-der-direktzahlungen-durften-die-grosten-herausforderungen-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1080","title":{"rendered":"Greening und Ann\u00e4herung der Direktzahlungen d\u00fcrften die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen werden"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: center;\">Aus der Stellungnahme der Bauernzentrale zu den Reformvorschl\u00e4gen der GAP<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich die Bauernzentrale wiederholt in ihren Gremien, sei es im Vorstand, im Kantonalausschu\u00df und zuletzt auch im Rahmen der Mitgliederversammlungen, mit den Vorschl\u00e4gen der EU-Kommission zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik befa\u00dft, dabei auch die mit diesen Vorschl\u00e4gen f\u00fcr die hiesige Landwirtschaft einhergehenden Probleme dargelegt und entsprechende Forderungen formuliert. Vergangene Woche wurde diesbez\u00fcglich eine umfassendere Stellungnahme an Landwirtschaftsminister Schneider gerichtet, mit \u00dcberlegungen insbesondere zu den Direktzahlungen, der k\u00fcnftigen Politik zur l\u00e4ndlichen Entwicklung und zur einheitlichen Marktorganisation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In ihrer Stellungnahme verweist die Bauernzentrale zun\u00e4chst auf die wichtigen und gewichtigen Herausforderungen an die Gemeinsame Agrarpolitik und mithin an die Landwirtschaft, sei dies in bezug auf der Versorgung der Bev\u00f6lkerung mit ausreichenden Lebensmitteln zu relativ niedrigen Preisen, in bezug auf die Produktqualit\u00e4t und R\u00fcckverfolgbarkeit oder aber in bezug auf Umwelt-, Natur- und Wasserschutz, sowie in bezug auf Klimaschutz, Landschaftsschutz, erneuerbare Energien bzw. Nutzung der Biomasse zu Energiezwecken, l\u00e4ndliche Wirtschaft und Landesplanung. Der Landwirtschaft werden allemal st\u00e4ndig zus\u00e4tzliche Verantwortungen auferlegt, ohne da\u00df die bereits von ihr erbrachten Leistungen die notwendige Anerkennung und Honorierung finden. Vielmehr werden leider vorrangig immer wieder die Kosten der Gemeinsamen Agrarpolitik sowie \u00f6kologischen Aspekte und Forderungen in den Vordergrund gestellt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Meinung der Bauernzentrale mu\u00df auch, bei allen Reformbestrebungen, der Einkommenslage in der Landwirtschaft, damit auch den Direktzahlungen, insofern sie diesbez\u00fcglich eine wesentliche Rolle spielen, eine besondere Beachtung zukommen. Die Erzeugerpreise situieren sich heute auf einem niedrigeren Niveau als vor zehn Jahren, w\u00e4hrend die Produktionskosten in diesem Zeitraum um 40% bis 50% angestiegen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unabdingbar ist es ebenfalls, da\u00df auf europ\u00e4ischer Ebene die notwendigen Haushaltsmittel bereitgestellt werden. Angesichts der zu bew\u00e4ltigenden Aufgaben mu\u00df der EU-Agrarhaushalt zumindest auf dem derzeitigen Niveau erhalten bleiben bzw. m\u00fc\u00dfte sogar angehoben werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An dieser Stelle wird nicht auf alle \u00dcberlegungen und Forderungen eingegangen, die die Bauernzentrale in ihrer Stellungnahme auff\u00fchrt. Dennoch sollen einige besonders wichtige Anliegen hervorgehoben werden.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Nein zum geplanten Greening und zus\u00e4tzlichen Auflagen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">In bezug auf die Vorschl\u00e4ge zu den Direktzahlungen stellen sich zwei gewichtige Herausforderungen: Einerseits das geplante Greening, andererseits die Umverteilung der Direktzahlungen zwischen den Betrieben mit dem Ziel, bis 2019 eine Einheitspr\u00e4mie zu erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf Basis vieler, in den vergangenen Monaten bereits mehrfach angef\u00fchrten Argumenten, lehnt die Bauernzentrale das geplante Greening der Direktzahlungen entschieden ab und vertritt die Auffassung, \u00f6kologische Aspekte bzw. Bewirtschaftungsmethoden sollten wie bislang vertraglich ausschlie\u00dflich in der 2. S\u00e4ule verbleiben. Sollte die Greening-Komponente bei den Reformpl\u00e4nen zur\u00fcckbehalten werden, so fordert die Bauernzentrale einerseits, da\u00df die bislang als nicht f\u00f6rderf\u00e4hig geltenden \u00f6kologischen Fl\u00e4chen angerechnet werden, andererseits da\u00df ebenfalls die in verschiedenen Agrarumweltma\u00dfnahmen eingebundenen Fl\u00e4chen ber\u00fccksichtigt werden, dies ohne den Verlust der anh\u00e4ngigen Ausgleichszahlungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Entschieden ablehnen tut die Bauernzentrale ebenfalls die geplante Ausweitung der Cross Compliance-Bestimmungen auf die Auflagen im Zusammenhang mit den Natura 2000- und den Wasserschutzgebieten, ebenso wie in bezug auf die Landschaftsgestaltung oder invasive Arten. Eine solche Ausweitung w\u00fcrde einerseits eine unberechtigte und nicht zu rechtfertigende Belastung der in diesen Gebieten betroffenen Landwirte gegen\u00fcber nicht betroffenen Gebieten mit sich bringen. Andererseits w\u00fcrden der Landwirtschaft Auflagen auferlegt in Bereichen, in denen sie kaum Aktionsm\u00f6glichkeiten h\u00e4tten, wie etwa bei invasiven Arten.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Umverteilung, ein schwieriges Unterfangen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenig betroffen sein d\u00fcrfte Luxemburg von der Mittelumverteilung zwischen den Mitgliedstaaten, falls der EU-Agrarhaushalt \u2013 so wie er vorgelegt wurde \u2013 verabschiedet wird. Die hiesige Landwirtschaft wird allerdings durch die geplante Umverteilung zwischen den Betrieben, mit dem Ziel, 2019 eine Einheitspr\u00e4mie zu erreichen, mit einer schwerwiegenderen Problematik konfrontiert sein, insofern die Angleichung der Direktzahlungen unweigerlich mit nachteiligen, wahrscheinlich auch teilweise schwer zu verkraftenden Auswirkungen f\u00fcr eine Reihe von Betrieben einhergehen wird. In dem Sinn spricht sich die Bauernzentrale gegen die von der Kommission vorgeschlagene hohe Startlast im Jahr 2014 aus. Zudem erachtet sie es als dringend geboten, bei sonstigen Punkten die Weichen so zu stellen, da\u00df m\u00f6glichst viele Mittel f\u00fcr die tats\u00e4chlich produktiven Betriebe reserviert bleiben. Dies betrifft u.a. die Definition der Kleinerzeuger und diejenige der aktiven Landwirte. Insbesondere in bezug auf letzteren Punkt m\u00fcssen f\u00fcr die Bauernzentrale alle Pr\u00e4mienbezieher in eine noch festzulegende Definition des aktiven Landwirts einbezogen werden, d.h. auch diejenigen, die weniger als 5.000 Euro erhalten. In dem Sinn lehnt sie auch den diesbez\u00fcglichen Vorschlag der Kommission ab. Zudem ist es nach Auffassung der Bauernzentrale vor einer Neuzuteilung von Direktzahlungen dringend geboten, alle Betriebe einer \u00dcberpr\u00fcfung zu unterziehen, dies entsprechend den zur\u00fcckbehaltenen Kriterien betreffend den aktiven Landwirt, um mi\u00dfbr\u00e4uchliche Antr\u00e4ge aussortieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Vorrangige Behandlung der Landwirtschaft bei der l\u00e4ndlichen Entwicklungspolitik von N\u00f6ten<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sorgen bereiten der Bauernzentrale ebenfalls die Kommissionsvorschl\u00e4ge zur k\u00fcnftigen l\u00e4ndlichen Entwicklungspolitik, auf denen hierzulande das Agrargesetz fu\u00dft. Insofern die diesbez\u00fcglichen Mittel nicht mehr, wie bislang, nach Achsen aufgeteilt werden sollen, riskiert die Landwirtschaft, angesichts der sehr breitgef\u00e4cherten Aufgaben der Politik des l\u00e4ndlichen Raumes sowie ebenfalls der sehr hohen Begierden anderer Akteure, zum gro\u00dfen Verlierer zu werden. Deshalb fordert die Bauernzentrale eine vorrangige Behandlung des Agrarsektors im Rahmen dieser Politik sowie eine vorrangige Mittelzuteilung. Zudem erachtet sie es als dringend geboten, da\u00df die Landwirtschaft von Beginn an in die Ausarbeitung des Planes zur l\u00e4ndlichen Entwicklung eingebunden wird und dabei als vorrangiger Gespr\u00e4chspartner gilt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In bezug auf die Investitionsbeihilfen lehnt die Bauernzentrale den Ansatz der Kommission ab und fordert nachdr\u00fccklich, da\u00df der Zugang zu den Investitionsbeihilfen auch k\u00fcnftig leistungsstarken Betrieben \u2013 ob klein, mittel oder gro\u00df \u2013 erhalten bleibt. Des weiteren vertritt die Bauernzentrale den \u00a0Standpunkt, da\u00df diese Agrarumweltma\u00dfnahmen fortgeschrieben werden sollen, wobei die eine oder andere auf deren Anwendungsmodalit\u00e4ten zu \u00fcberpr\u00fcfen ist. Zus\u00e4tzlich sollten die bestehenden Ma\u00dfnahmen um etliche weitere Ma\u00dfnahmen erweitert werden, insbesondere zur Anerkennung der von der Landwirtschaft erbrachten Leistungen in bezug auf den Wasserschutz, den Natur- und den Klimaschutz. Spezifische Zahlungen sollten den Landwirten in Natura 2000- und in Wasserschutzgebieten als Ausgleich f\u00fcr alle Auflagen, die in diesem Zusammenhang an die Bewirtschafter gestellt werden, zu Gute kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich fordert die Bauernzentrale resolut, da\u00df die wiederholt angek\u00fcndigte administrative Vereinfachung endlich konkret umgesetzt wird und die Landwirte nicht st\u00e4ndig mit neuen Kontrollprozeduren und sonstigen administrativen Auflagen \u2013 das Ganze einhergehend mit Zusatzkosten \u2013 belastet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-align: justify;\">Die Diskussionen um die Reformvorschl\u00e4ge werden sich auf europ\u00e4ischer Ebene \u00fcber das ganze Jahr fortsetzen, wobei die Bauernzentrale es nicht verfehlen wird (dort wo m\u00f6glich und notwendig), die Interessen der hiesigen Landwirtschaft zu verteidigen. Gleichzeitig richtet sie einen Appell an Landwirtschaftsminister Schneider weiterhin die Belange der hiesigen Landwirtschaft im EU-Agrarrat zur Geltung zu bringen bzw. an die Regierung, sich f\u00fcr eine ausreichende Mittelausstattung des EU-Agrarhaushaltes einzusetzen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus der Stellungnahme der Bauernzentrale zu den Reformvorschl\u00e4gen der GAP In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich die Bauernzentrale wiederholt in ihren Gremien, sei es im Vorstand, im Kantonalausschu\u00df und zuletzt auch im Rahmen der Mitgliederversammlungen, mit den Vorschl\u00e4gen der EU-Kommission zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik befa\u00dft, dabei auch die mit diesen Vorschl\u00e4gen f\u00fcr die hiesige Landwirtschaft einhergehenden Probleme dargelegt und entsprechende Forderungen formuliert. 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