{"id":1069,"date":"2012-07-27T15:31:48","date_gmt":"2012-07-27T13:31:48","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1069"},"modified":"2013-08-30T16:04:51","modified_gmt":"2013-08-30T14:04:51","slug":"der-zwischenfruchtanbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1069","title":{"rendered":"Der Zwischenfruchtanbau"},"content":{"rendered":"<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Warum Zwischenfr\u00fcchte?<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-align: justify;\">Nachdem im letzten Jahr beim Zwischenfruchtanbau die Futtergewinnung im Vordergrund stand, sind es dieses Jahr wiederum andere Eigenschaften, die daf\u00fcr sprechen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gut entwickelte Zwischenfruchtbest\u00e4nde verbessern durch ihre intensive Durchwurzelung die Bodenstruktur, reichern den Boden mit organischer Substanz an und binden N\u00e4hrstoffe. Insbesondere die Auswaschung von Stickstoff (aber auch von Kali!) wird durch den Zwischenfruchtanbau reduziert. <strong>Dadurch sinkt der Nitratgehalt im Sickerwasser \u2013 und somit auch im Quellwasser deutlich. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Pflanzen nehmen den Bodenstickstoff auf (bis zu 80-100 kg N\/ha!) und binden ihn je nach Winterh\u00e4rte der Zwischenfrucht bis zum Fr\u00fchjahr. Die so gebundenen N\u00e4hrstoffe werden im Fr\u00fchjahr wieder mineralisiert und stehen der Folgefrucht zur Verf\u00fcgung, so da\u00df der Zwischenfruchtanbau auch eine <strong>Reduzierung der N-D\u00fcngerkosten<\/strong> in der Folgekultur erlaubt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus einem v\u00f6llig anderen Grund kann man den Anbau von Zwischenfr\u00fcchten noch bef\u00fcrworten: sie nutzen dem Ansehen der Landwirtschaft in der Gesellschaft. <strong>Bl\u00fchende Felder im Herbst wirken sich positiv auf das Image der Landwirtschaft aus.<\/strong> Durch den Anbau unterschiedlicher Reinsaaten und Mischungen werden die Bauern so zu Gestaltern der Herbstlandschaft.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u00a0<strong>Welche Zwischenfr\u00fcchte?<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-align: justify;\">Die Zwischenfr\u00fcchte sollten m\u00f6glichst bis ins Fr\u00fchjahr stehen bleiben (damit der gebundene Stickstoff nicht fr\u00fchzeitig wieder freigesetzt wird!) und dann m\u00f6glichst flach eingearbeitet werden, damit die Bodenstruktur nicht zerst\u00f6rt wird. <\/span><strong style=\"text-align: justify;\">Optimal sind somit Arten, die nicht abfrieren (Raygras, Futterraps, Winterr\u00fcbsen, Gr\u00fcnroggen) \u2013 besonders bei Mais als Folgefrucht! <\/strong><span style=\"text-align: justify;\">Soll Sommergetreide ges\u00e4t werden, k\u00f6nnen aber durchaus auch abfrierende Arten angebaut werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Senf geh\u00f6rt wie der Raps zu den Kreuzbl\u00fctlern und ist somit Wirtspflanze f\u00fcr dieselben Krankheiten (Kohlhernie, Phoma) und Sch\u00e4dlinge (Kohlfliege). In Rapsfruchtfolgen wird daher empfohlen, auf Senf, R\u00fcbsen, Raps, Leindotter und \u00d6lrettich als Begr\u00fcnung zu verzichten. Auch Ausfallgetreide bzw. -raps sollten aus Hygienegr\u00fcnden m\u00f6glichst nicht als Winterbegr\u00fcnung genutzt werden, auch wenn sie die kosteng\u00fcnstigste Begr\u00fcnungsart darstellen. Stattdessen sollte die Wahl auf Phacelia oder Gr\u00fcnroggen fallen. In Kartoffel-Fruchtfolgen sollte Phacelia allerdings vermieden werden, da sie die Eisenfleckigkeit f\u00f6rdert!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Leguminosen <\/strong>in Reinsaat (Kleearten, Wicken, Lupinen) sollten in Wasserschutzgebieten eher vermieden werden, da sie neben Nitrat auch zus\u00e4tzlichen Stickstoff aus der Luft sammeln! Der von Leguminosen fixierte Stickstoff wird nach dem Umbruch schneller freigesetzt als der von anderen Zwischenfr\u00fcchten, was aus Sicht des Wasserschutzes nicht unbedingt w\u00fcnschenswert ist, insbesondere wenn danach Mais angebaut werden soll. In Gemengen k\u00f6nnen Leguminosen jedoch durchaus sinnvoll sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Je mehr Komponenten eine Mischung enth\u00e4lt, desto unwahrscheinlicher ist eine Entmischung der einzelnen Arten in der S\u00e4maschine. Ideal scheinen Mischungen von 4-5 Arten zu sein. Interessante Flachwurzler sind z.B. Buchweizen und Sonnenblumen. Auch Raygras und Gr\u00fcnroggen wurzeln eher flach. Etwas tiefer wurzelt Phacelia. Zu den Tiefwurzlern geh\u00f6ren Senf, Winterr\u00fcbsen und besonders \u00d6lrettich. Durch eine Kombination dieser Arten wird eine intensive Durchwurzelung s\u00e4mtlicher Bodenschichten erreicht, so da\u00df \u201eZwischenfruchtmischungen\u201c eine optimale Bodenstruktur hinterlassen. <span style=\"text-decoration: underline;\">Eine sehr interessante Mischung (Saatst\u00e4rke: 18 kg\/ha), besteht aus 40% Phacelia, 27% Buchweizen, 30% \u00d6lrettich und 3% Senf.<\/span><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u00a0<strong style=\"text-align: center;\">Saatzeitpunkt<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Saatzeitpunkt ist entscheidend f\u00fcr den Erfolg einer Zwischenfrucht. Zwischenfr\u00fcchte ben\u00f6tigen 6-8 Wochen Vegetationszeit, um ausreichend Biomasse zu bilden, so da\u00df sie m\u00f6glichst zeitnah nach der Ernte der Hauptfrucht bis Mitte August im Boden sein sollten. <strong>Generell sollte die Saat so fr\u00fch wie m\u00f6glich erfolgen, damit sich der Bestand ausreichend entwickeln und auch dementsprechend Stickstoff binden kann. <\/strong>Des weiteren k\u00f6nnen die Zwischenfr\u00fcchte durch eine zeitige Aussaat noch im Herbst in die Bl\u00fcte gelangen und so das Landschaftsbild bereichern.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Die folgenden Saattermine sind als optimal zu bewerten (Gutland!):<\/p>\n<p>\u00b7\u00a0<strong>fr\u00fche Saat (ab Juli): <\/strong>Sonnenblumen, Raygras<\/p>\n<p>\u00b7\u00a0<strong>normale Saat (bis Mitte August): <\/strong>Raygras, Futterraps, Phacelia, Winterr\u00fcbsen, Buchweizen, Ringelblume, \u00d6lrettich, Senf<strong><\/strong><\/p>\n<p>\u00b7\u00a0<strong>sp\u00e4te Saat (ab Ende August): <\/strong>Gr\u00fcnroggen<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u00a0<strong style=\"text-align: center;\">Saatst\u00e4rken<\/strong><\/h3>\n<p>Abh\u00e4ngig vom Saatzeitpunkt sind folgende Saatst\u00e4rken anzustreben:<\/p>\n<ul>\n<li>Phacelia: 8-12 kg\/ha<\/li>\n<li>Buchweizen: 40-50 kg\/ha<\/li>\n<li>\u00d6lrettich: 15-20 kg\/ha<\/li>\n<li>Futterraps: 8-12 kg\/ha<\/li>\n<li>Winterr\u00fcbsen: 10-12 kg\/ha<\/li>\n<li>Gelbsenf: 15-20 kg\/ha<\/li>\n<li>Gr\u00fcnroggen: 80-120 kg\/ha<\/li>\n<li>Westerwold.\/ital. Raygras: 40-45 kg\/ha<\/li>\n<\/ul>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u00a0<strong>Vorteile von Zwischenfr\u00fcchten<\/strong><\/h3>\n<ul>\n<li>Erosionsschutz durch Bodenbedeckung und intensive Durchwurzelung<\/li>\n<li><span style=\"text-align: justify;\">Verringerung der Nitratauswaschung<\/span><\/li>\n<li><span style=\"text-align: justify;\">Verbesserung der Bodenstruktur<\/span><\/li>\n<li><span style=\"text-align: justify;\">F\u00f6rderung des Bodenlebens durch Zufuhr von org. Substanz (Wurzel- und Blattmasse)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"text-align: justify;\">eventuell zus\u00e4tzlicher Nutzen als Futter oder als G\u00e4rsubstrat zur Biogaserzeugung<\/span><\/li>\n<li><span style=\"text-align: justify;\">Bienenweiden im Herbst<\/span><\/li>\n<li><span style=\"text-align: justify;\">Imagegewinn f\u00fcr die Landwirtschaft<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<h3 style=\"text-align: center;\">\u00a0<span style=\"text-align: center;\">\u00a0 \u00a0 \u00a0D\u00fcngung<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Da das vorrangige Ziel des Zwischenfruchtanbaus die Bindung des verf\u00fcgbaren Nitrats ist, mu\u00df eine organische D\u00fcngung wohl \u00fcberlegt erfolgen. <\/strong>Eine D\u00fcngung ist nur erforderlich, wenn nach der Ernte nur wenig Stickstoff im Boden \u00fcbrig bleibt (deutlich unter 30 kg\/ha N). Dann kann eine D\u00fcngung von max. 30 kg\/ha N f\u00fcr das \u201eWegwachsen\u201c der Begr\u00fcnung durchaus von Vorteil sein (v.a. wenn der Erosionsschutz im Vordergrund steht). Die Rest-N-Werte nach der Ernte geben Aufschlu\u00df dar\u00fcber, inwiefern eine D\u00fcngung erforderlich sein k\u00f6nnte. Dabei darf nicht vergessen werden, da\u00df die Bodenbearbeitung nach der Ernte je nach deren Intensit\u00e4t zus\u00e4tzlichen Stickstoff freisetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Ausbringen von maximal 20 cbm G\u00fclle bietet des weiteren auch die M\u00f6glichkeit, den G\u00fcllekeller vor der nahenden Sperrfrist im Herbst etwas zu leeren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Steht Stallmist zur Verf\u00fcgung und wird im kommenden Jahr Silomais auf den entsprechenden Parzellen angebaut, so bietet es sich an, den Mist (max. 20 t\/ha) jetzt vor der Zwischenfrucht zu verteilen. Der mineralisierte Stickstoff wird von der Zwischenfrucht aufgenommen und in der n\u00e4chsten Saison dem Mais zur Verf\u00fcgung gestellt. Die \u00fcbrigbleibende Menge an organischem Stickstoff wird dann im Fr\u00fchjahr mit G\u00fclle aufged\u00fcngt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weitere Informationen zum Zwischenfruchtanbau erhalten Sie gerne beim Beratungsdienst der Landwirtschaftskammer (Tel. 31 38 76-1).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum Zwischenfr\u00fcchte? Nachdem im letzten Jahr beim Zwischenfruchtanbau die Futtergewinnung im Vordergrund stand, sind es dieses Jahr wiederum andere Eigenschaften, die daf\u00fcr sprechen. Gut entwickelte Zwischenfruchtbest\u00e4nde verbessern durch ihre intensive Durchwurzelung die Bodenstruktur, reichern den Boden mit organischer Substanz an und binden N\u00e4hrstoffe. Insbesondere die Auswaschung von Stickstoff (aber auch von Kali!) wird durch den Zwischenfruchtanbau reduziert. Dadurch sinkt der Nitratgehalt im Sickerwasser \u2013 und somit auch im Quellwasser deutlich. 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