{"id":1040,"date":"2012-08-03T13:59:37","date_gmt":"2012-08-03T11:59:37","guid":{"rendered":"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/?p=1040"},"modified":"2013-08-30T16:05:10","modified_gmt":"2013-08-30T14:05:10","slug":"vorbeugender-pflanzenschutz-im-raps-201213","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/?p=1040","title":{"rendered":"Vorbeugender Pflanzenschutz im Raps 2012\/13"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Abb-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1041\" title=\"Abb 3\" alt=\"\" src=\"http:\/\/cepal.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Abb-3-300x272.jpg\" width=\"300\" height=\"272\" srcset=\"https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Abb-3-300x272.jpg 300w, https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Abb-3-1024x930.jpg 1024w, https:\/\/centralepaysanne.lu\/WordPress3\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Abb-3-330x300.jpg 330w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u00dcber die Saison werden teilweise bis zu sieben Spritzapplikationen mit verschiedenen Pflanzenschutzmitteln (Insektiziden, Fungiziden, Wuchsreglern) im Winterraps ausgebracht. Die Ursachen hierf\u00fcr sind: Intensivierung (Anbaudichte, verfr\u00fchter Saattermin), Anstieg des Sch\u00e4dlingsaufkommens (neue Arten, verzettelte Zuwanderung) und Mangel an Feldhygiene (Ausfallraps). Vor dem Hintergrund der neuen EU-Rahmenrichtlinie 2009\/128\/EG (\u201eNachhaltige Verwendung von Pestiziden\u201c) sind prophylaktische oder unsachgem\u00e4\u00dfe Applikationen nicht mehr hinnehmbar. Kritisch sind auch die Beizmittel zu sehen, die nicht nur einen fungiziden Bestandteil enthalten, der die Pflanzen vor den Auflaufkrankheiten sch\u00fctzt, sondern auch einen insektiziden Bestandteil gegen die Sch\u00e4dlinge. In den letzten Jahren haben sich die Wirkstoffe der Neonikotinoide als Bestandteil der Beize im Raps etabliert, z.B. als Premiumbeize oder Cruiser. Diese Wirkstoffe k\u00f6nnen nachweislich einen Effekt auf die Bienengesundheit haben (Probleme der Orientierung, verk\u00fcrzte Lebensdauer, Verkr\u00fcppelung der Futtersaftdr\u00fcse). In einigen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern ist die Anwendung dieser Wirkstoffe als Saatgutbeize nicht mehr zugelassen. Umso wichtiger ist es, sich langfristig wieder auf die klassischen ackerbaulichen Ma\u00dfnahmen im Pflanzenschutz der Rapskultur zu konzentrieren, um einen nachhaltigen Anbau in Luxemburg zu gew\u00e4hrleisten. Drei Ma\u00dfnahmen sind dabei von grundlegender Bedeutung, um den Befall durch Sch\u00e4dlinge und Krankheiten im Herbst zu reduzieren:<\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"text-align: justify;\">Eine weite Fruchtfolge einhalten, um die Ansammlung von bodenb\u00fcrtigen Schadpilzen (Wei\u00dfstengeligkeit, Kohlhernie) im Schlag zu vermeiden.<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Einen weiten r\u00e4umlichen Abstand (1 km) zu den letztj\u00e4hrigen Rapsschl\u00e4gen einhalten, um den Rapssch\u00e4dlingen, die dort \u00fcberwintern, die Zuwanderung in die jungen Best\u00e4nde zu erschweren.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\">Alt- und Ausfallraps schnell entfernen (Abb. 1) und Rapsstoppel unterpfl\u00fcgen, da viele Sch\u00e4dlinge (Kohlfliege) und Krankheiten (Phoma) dort eine \u201eGr\u00fcne Br\u00fccke\u201c als R\u00fcckzugsgebiet finden.<\/li>\n<\/ul>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><strong>\u00a0<\/strong><span style=\"text-align: center;\">Die Krankheiten im Herbst<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwei Krankheiten dominieren im Herbst im Raps: die Wurzelhals- und Stengelf\u00e4ule (<em>Phoma lingam\/Leptosphaeria maculans<\/em>) und der Falsche Mehltau (<em>Peronospora parasitica<\/em>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Phoma<\/strong> ist die wichtigste Erkrankung im Raps. Die Infektion erfolgt von Fruchtk\u00f6rpern (Pseudothezien) auf der Stoppel der letztj\u00e4hrigen Rapsfelder, die bei Niederschl\u00e4gen Ascosporen freisetzen. Durch Wind gelangen diese in die jungen Rapsschl\u00e4ge und infizieren die Bl\u00e4tter. Schon bald bilden sich dort Flecken mit den typischen schwarzen Pyknidien (Abb. 2). Die Pyknidiosporen erledigen dann die Massenvermehrung im Bestand. Wenn der Pilz bis zum Stengelgrund vordringt, vermorscht die Pflanze am Wurzelhals. In den letzten Jahren trat Phoma eher im Gutland\/Mosel als im \u00d6sling auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorbeugende Ma\u00dfnahmen: r\u00e4umlicher Abstand zu den letztj\u00e4hrigen Rapsschl\u00e4gen von mehreren hundert Metern und fr\u00fchzeitiges Unterpfl\u00fcgen der alten Rapsstoppel, bzw. schnelle Umsetzung der Ernter\u00fcckst\u00e4nde, gering anf\u00e4llige Sorten w\u00e4hlen (z.B. Adriana, Visby, King10 etc.).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Falscher Mehltau<\/strong> kann landesweit im Raps auftreten. Blattfeuchte oder Nebel in den Morgenstunden, gefolgt von einem sonnigen Septembertag, sind optimal f\u00fcr eine Infektion. Der Falsche Mehltau ist bei Fr\u00fchsaaten kein Problem, da die Infektionen sich meistens auf die Keimbl\u00e4tter und das erste Laubblatt beschr\u00e4nken (Abb. 3). Die Pflanze hat daher noch genug Zeit bis zum Winter, neue Blattmasse als Ausgleich zu bilden, sofern die Wetterbedingungen f\u00fcr das Wachstum g\u00fcnstig sind. Bei Sp\u00e4tsaaten (und auch kniffligen Mulchsaaten) sollte bei der Beize auf einen DMM-Zusatz (Dimetomorph) geachtet werden, da dieser die Jungpflanzenentwicklung f\u00f6rdert. Beachten Sie die Mehrkosten dieses Zusatzes von rund 20 Euro\/Einheit Saatgut (je nach TKG und Saatst\u00e4rke zwischen 4-7 Euro\/Hektar).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorbeugende Ma\u00dfnahmen: F\u00f6rderung des Pflanzenwachstums (z.B. Stickstoffd\u00fcngung von 30 kg N\/ha).<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">\u00a0<span style=\"text-align: center;\">Die Sch\u00e4dlinge im Herbst<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den Sch\u00e4dlingen dominieren im Rapsanbau zwei Insektenarten (Rapserdfloh und Kleine Kohlfliege) sowie die Ackerschnecken (<em>Deroceras<\/em> und <em>Arion<\/em>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der <strong>Rapserdfloh<\/strong> wandert bereits beim Auflaufen der Saat in die Best\u00e4nde ein (Abb. 4). Die erwachsenen K\u00e4fer sch\u00e4digen durch Lochfra\u00df an den jungen Bl\u00e4ttern. Die Larven hingegen minieren in den Blattstielen und k\u00f6nnen sich in milden Wintern bis zum Vegetationskegel fressen und somit zum totalen Verlust der Pflanze f\u00fchren. Der Raps ist etwa bis zum 6-Blatt-Stadium (BBCH 16) gef\u00e4hrdet. Danach ist die Pflanzenmasse so gro\u00df, da\u00df kleinerer Lochfra\u00df kompensiert werden kann. Gefahr kann aber immer noch von den Larven ausgehen. Eiablage bis in den November hinein ist bei warmen Herbsttemperaturen m\u00f6glich. Seit 2007 ist das Auftreten des Rapserdflohs eher r\u00fcckl\u00e4ufig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorbeugende Ma\u00dfnahmen: weite Fruchtfolge, Abstand halten zum letztj\u00e4hrigen Rapsschlag (mindestens 1 Kilometer), Verzicht auf \u00d6lrettich oder \u00d6lsenf als Gr\u00fcnd\u00fcngung neben jungen Rapssaaten, F\u00f6rderung einer raschen Pflanzenentwicklung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die <strong>Kohlfliege<\/strong> ist seit etwa 10 Jahren ein neuer Sch\u00e4dling im Luxemburger Raps. Die Eier werden von den Weibchen dicht an die Rapspflanze in den Boden gelegt. Dabei bevorzugt die Fliege ein feinkr\u00fcmeliges Saatbett und vor allem Fr\u00fchsaaten (15.-20. August). Die Fliegenmaden sch\u00e4digen durch Fra\u00df an der Pfahlwurzel (Abb. 5). Bei g\u00fcnstigen Wetterbedingungen (sonniger Herbst mit ausreichend Feuchtigkeit) kann der Raps noch St\u00fctzwurzeln zur Kompensation bilden. Bei Trockenstre\u00df oder Konkurrenz durch starken Bewuchs am Feldrand (B\u00e4ume und Str\u00e4ucher) kann es zu starkem K\u00fcmmerwuchs und Totalausfall kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorbeugende Ma\u00dfnahmen: weite Fruchtfolge, auf Fr\u00fchsaaten verzichten (nicht vor dem 25. August), Alt- und Ausfallraps umgehend beseitigen, pfluglose Bodenbearbeitung\/Mulchsaat bevorzugen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ackerschnecken<\/strong> sind besonders knifflige Sch\u00e4dlinge im Raps (Abb. 6). Bisherige Vorhersage-Modelle oder Methoden zur Erfassung oder Z\u00e4hlung sind meist wenig praxisnah. Zur Absch\u00e4tzung eines m\u00f6glichen Befalls im Raps m\u00fc\u00dfte der Landwirt bereits in der Gerstenstoppel bzw. in der Vorfrucht durch sogenannte Refugiumfallen (Schneckenmatte etc.) das Aufkommen der Schnecken erfassen. Raps ist am empfindlichsten gegen Schneckenfra\u00df im Ein- bis Zweiblattstadium. Ein schnelles Wachstum der Pflanzen ist daher g\u00fcnstig. Schnecken sind eher nachtaktiv und lieben Feuchtigkeit. Ausfallgetreide kann dabei eine gute Bodenbedeckung und damit ausreichend Feuchtigkeit in jungen Rapsschl\u00e4gen erm\u00f6glichen und somit Schnecken f\u00f6rdern. Bei Trockenheit verstecken sich Schnecken in tiefen Bodenspalten. Besonders in den obersten 15 cm der Bodenkrume sind sie zu finden. Auch steinreiche oder grobschollige B\u00f6den bieten gute R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Schnecken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorbeugende Ma\u00dfnahmen: Bodenbearbeitung eher bei trockenem Boden, um Bildung neuer Hohlr\u00e4ume zu verhindern, auf gute R\u00fcckverfestigung bei der Stoppelbearbeitung achten, Ausfallgetreide entfernen. Eine vorbeugende Erh\u00f6hung der Saatst\u00e4rke bei drohendem Schneckenbefall ist wirtschaftlich umstritten. Auch eine etwas tiefere Saat in den Boden birgt eher Risiken und sollte nicht als Ma\u00dfnahme gegen Schnecken in Betracht gezogen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Fazit l\u00e4\u00dft sich bei den Sch\u00e4dlingen festhalten, da\u00df einige Ma\u00dfnahmen gegens\u00e4tzlich wirklich k\u00f6nnen. Eine Mulchsaat oder die Anlage von Feldbrachen f\u00f6rdert zwar die Gegenspieler der Schadinsekten, aber auch die Ackerschnecken. Ein sauberes, feinkr\u00fcmeliges Saatbett zerst\u00f6rt hingegen den Lebensraum der Schnecken, ist aber ideal f\u00fcr die Eiablage der Kohlfliege. Hier sollte man sich schlagspezifisch auf den gr\u00f6\u00dften Sch\u00e4dling, der am schwierigsten zu bek\u00e4mpfen ist, konzentrieren und dessen Population schrittweise dezimieren. Ackerschnecke und Rapserdfloh sind nur in bestimmten Jahren ein ernsthaftes Problem, w\u00e4hrend die Kohlfliege in jedem Herbst zuschl\u00e4gt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aktuelle Informationen zu den Sch\u00e4dlingen im Raps finden Sie demn\u00e4chst w\u00f6chentlich in der aktuellen Ausgabe des \u201eDe Letzeburger Bauer\u201c und zweimal pro Woche auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer (ww.lwk.lu\/beratung).<\/p>\n<p>\u00a0<em>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Gilles Parisot (Chambre d\u2019Agriculture)<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/em><em>Michael Eickermann (CRP-Gabriel Lippmann)<\/em><\/p>\n<p align=\"right\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber die Saison werden teilweise bis zu sieben Spritzapplikationen mit verschiedenen Pflanzenschutzmitteln (Insektiziden, Fungiziden, Wuchsreglern) im Winterraps ausgebracht. 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