Peking oder Beijing – die chinesische Hauptstadt entdecken

Auf Initiative der SAF-Commission féminine war den Mitgliedern der Bauernzentrale bzw. des SAF im Dezember letzten Jahres eine Reise nach Peking vorgeschlagen worden. Zehn Mitglieder der Bauernzentrale bzw. des SAF entschlossen sich zu diesem Abstecher und nahmen im Rahmen einer Reisegruppe der ULT vom 8. bis 14. April an der Entdeckung von Peking teil: Ein für die meisten wahrscheinlich unvergeßliches Erlebnis, wobei eine andere Welt, in der nicht das Motto „small is beautiful“, sondern „big is great“ gilt, erlebt werden konnte.

Peking, zweitgrößte Stadt Chinas mit heute geschätzten 22 Millionen Einwohnern und einer Flächengröße von mehr als 16.000 km2 (mehr als fünfmal die Fläche unseres Landes – etwa halb so groß wie Belgien), stellt als Hauptstadt das politische Zentrum Chinas dar und blickt auf eine mehr als dreitausendjährige Geschichte zurück.

Im Peking von heute kohabitieren größte Armut und größter Wohlstand: Große Teile der Stadt wurden wegrasiert und durch architektonisch modernste Bauten ersetzt. Insbesondere in den Jahren vor der Olympiade von 2008 fand in Peking eine äußerst rege Bautätigkeit statt und auch heute sieht man noch überall, wie ganze Viertel mit Altbauten abgerissen werden und in Windeseile moderne Hochhäuser entstehen. An Arbeitskräften fehlt es in China wahrlich nicht: Mit geschätzten 1,4 Milliarden Menschen stellt China zur Zeit ein Fünftel der Weltbevölkerung dar.

Peking zu Fuß zu bewältigen ist ein Ding der Unmöglichkeit, per U-Bahn fast ebenso; Peking per Auto oder per Bus zu besichtigen, erfordert Zeit und viel Geduld, denn die sechsspurigen Straßen, die die Stadt durchqueren, sind trotz Fahrbeschränkungen hoffnungslos überlastet. Dieser Umstand tat der Besichtigung dennoch keinen Abbruch: Die Zeit wurde vom chinesischen Reiseleiter genutzt, um über das Leben in China zu reden – politische Themen waren für ihn Tabu –: über das soziale und wirtschaftliche Leben, die Lebensbedingungen, die Ein-Kind-Familienpolitik, deren Vor-, aber auch Nachteile, oder aber die chinesische Sprache und das Bildungssystem konnten die Reisenden dennoch viel erfahren.

Zum gut gefüllten Programm gehörte selbstverständlich die Besichtigung der Hauptsehenswürdigkeiten von Peking: Die Verbotene Stadt mit dem Kaiserpalast aus dem 15. Jahrhundert, ein Baukomplex mit einer Grundfläche von 72 Hektar, 1987 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt, der 44 Hektar große, über 500.000 Menschen fassende Tian’anmen Platz (oder Platz des Himmlischen Friedens) mit dem Mao Zedong-Mausoleum, der Himmeltempel, an dessen Eingang bereits früh morgens die Chinesen sich zum Sport, Tanz, Schattenboxen oder Spiel einfinden, der 1763 fertiggestellte und 1998 zum Weltkulturerbe erklärte Sommerpalast mit seinem 728 m langen, mit über 8.000 Bildern gespickten Wandelgang und dem angrenzenden Kunming-See, an dessen Ufer das Marmorschiff liegt, der Lama-Tempel, der noch heute von Mönchen bewohnt ist und gigantische Buddha-Figuren beherbergt, auch heute wiederum verstärkt von der chinesischen Bevölkerung, insbesondere von jungen Menschen zum Gebet aufgesucht wird, das neue Olympiastadion, weltweit auch als Vogelnest bezeichnet, die Ming-Gräber mit dem Heiligen- oder Seelenweg mit 18 steinernen Figurenpaaren (ebenfalls Unesco-Weltkulturerbe) sowie die nach neuesten Messungen über 9.000 km lange Chinesische Mauer, das größte Bauwerk der Welt, um 214 v. Chr. als Schutzwall errichtet.

Auf dem Programm standen auch die Fahrt per Fahrradrikscha durch die Hutongs, die alten Stadtviertel von Peking mit ihren engen Gassen und Innenhöfen, wo den Reisenden die Gelegenheit geboten wurde, ein solches Hutong-Haus zu besichtigen, die Einführung in die chinesische Teekunst sowie in die Zucht von Seidenraupen und die Herstellung der Seide, das Flanieren durch die Einkaufsstraßen von Peking, sei es die über 700 Jahre alte Einkaufsstraße am Houhai, die Kunstgewerbestraße Liulichang oder die modernen Einkaufsstraßen mit absolut westlichem Angebot. Große Einkaufsmalls mit allen bekannten westlichen Marken, von Vuitton über Chanel, Dior oder Boss, um nur diese zu nennen, sind im übrigen vielerorts in Peking vorzufinden.

Als Attraktion besonderer Art darf der Abstecher zur Imbißgasse, auch Freßmeile genannt, bezeichnet werden: In unzähligen Garküchen werden hier höchst exotische Besonderheiten, die in keiner Weise zum Schmecken einladen, angeboten, so etwa gebratene Skorpione, Seidenraupen, Spinnen, Hoden und ähnlich Undefinierbares. Demgegenüber wurde die Fußmaßage, mit einem kleinen Einblick in die chinesische Medizin, als wohltuend empfunden. Glatt verzaubern tat die im Programm eingeplante Kung Fu-Show der Shaolin-Mönche, in der die Legende des Kung Fu aufgezeichnet wurde, während die Akrobatikvorstellung sich doch eher nervenkitzelnd gestaltete. Schließlich konnten die Besucher die chinesische wohlschmeckende Küche bis hin zur echten Pekingente entdecken.

Alles in allem: Eine äußerst interessante Reise in das Reich der Mitte, die zum Entdecken anderer Orte dieser Welt einlädt.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.